Inhaltsverzeichnis
1. Definition von Lesekompetenz 3
2. Geschichtliche Entwicklung der Lesefähigkeit 3
3. Die vier Teilkompetenzen der Lesekompetenz 4
3.1 Kognitive Teilkompetenz 4
3.2 Emotionale Teikompetenz 5
3.3 Motivationale Teilkompetenz 5
3.4 Interaktive Teikompenenz 5
4. Dimensionen und Einflußfaktoren der Lesekompetenz 5
5. Die Ebenen des Leseprozesses 6
6. Interindividuelle Unterschiede in Teilprozessen 8
6.1 Basale Wahrnehmungsprozesse 8
6.1.1 Augenbewegung (Okulomotorik) 8
6.1.2 Wahrnehmungsspanne 9
6.2 Prozesse auf Wortebene 10
6.2.1 Lexikalischer Zugriff 10
6.2.2 phonologische Rekodierung 11
6.2.3 Nutzung des Satzkontextes bei der Worterkennung 11
6.3 Prozesse auf Satzebene 12
6.3.1 Syntaktische Prozesse 12
6.4 Prozesse auf Textebene 13
6.4.1 Globale Kohärenzbildung 13
6.4.2 Inhaltliches Vorwissen 13
6.4.3 Arbeitsgedächtniskapazität 14
7. Theorien zur Lesekompetenz: 14
7.1 Theorie der verbalen Effizienz 15
7.2 Kapazitätstheorie 15
7.3 Interaktiv-kompensatorisches Modell 16
7.4 Integrationsprozesse auf Textebene 16
8. Fazit 17
9. Schluß 17
10. Literatur 19
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1. Definition von Lesekompetenz
Als Lesekompetenz im allgemeinen Sinne versteht man die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können, sowie in der Lage zu sein, Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.
2. Geschichtliche Entwicklung der Lesefähigkeit
Im Altertum war Lesekompetenz eher selten zu finden. Selbst Könige konnten trotz Privatleher oft nicht richtig lesen. Deshalb gab es damals Schreiber, die speziell ausgebildet waren und das Lesen und Schreiben übernahmen.
Nach der Erfindung des Buchdruckes von Johannes Gutenberg und der massenhaften Verbreitung der Lutherbibel im Zeitalter der Reformation (16. Jahrhundert) nahm die Lesekompetenz in Mitteleuropa stark zu. Später brachte auch die Entstehung der Sonntagsschulen im 19.Jahrhundert große Fortschritte.
Schließlich förderten die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und die Einrichtung öffentlicher Bilbliotheken in der Neuzeit die Lesekompetenz in der Bevölkerung ungemein.
Seit dem 20. Jahrhundert sind in relativ schneller Abfolge immer neue Medien, wie zum Beispiel Fernseher und Computer entstanden. Dabei wurden diese neuen Medien von vielen Kritikern als ‚Todfeind’ des klassischen Printmediums angesehen, da man befürchtete, daß dies das ‚Aus’ für das Buch und das gemeine Lesen bedeuten könnte. Neil Postman schrieb schon 1983 vom Verschwinden der Kindheit durch den Untergang der Lesekultur im Zeitalter des Fernsehers. Er befürchtete eine sich ausbreitende Infantilisierung der Gesellschaft durch eine noch nie dagewesene Reichweite der neuen Medien. Postman behauptete, daß die
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Kindheit mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert entstanden sei und mit der Ausbreitung des Fernsehens im 20. Jahrhundert wieder verschwinde.
Empirische Untersuchuungen widerlegten diese Annahme allerdings. Die quantitive Verbreitung und die Dauer des Lesen haben in den letzten 30 Jahren keineswegs abgenommen. Die Frage stellt sich eher nach der Qualität. Der Zugang zu Informationen des Altags hat sich im Zuge der neuen Medien tatsächlich verändert. Allerdings gilt das Lesen dabei noch immer als Basis - und Schlüsselkompetenz. Viele der modernen Medien erfordern durchaus Lesefähigkeit da sie in gedruckter Sprache
repräsentiert sind. Das Ausmaß der verschiedenen Leistungen, hängt von der Beschaffenheit der gelesenen Texte ab. Je mehr Kompetenzen des Verstehen der Texte erfordert, umso mehr Fähigkeiten werden die Leser bei einer ausgeprägten Lesepraxis erwerben.
3. Die vier Teilkompetenzen der Lesekompetenz
Die Lesekompetenz lässt sich nach Flath 2004, in vier verschiedene Teilkompetenzen gliedern.
3.1 Kognitive Teilkompetenz
Bei der kognitiven Teilkompetenz werden drei Aspekte unterschieden. Der erste Punkt liegt hier bei dem Ermitteln von Informationen, bei dem Einzelinformationen im Text lokalisiert werden. Darauf folgt das textbezogene Interpretieren, wobei eine auf den ganzen Text bezogene Deutung gegeben werden soll und letztendlich folgen Reflektierung und Bewertung, bei denen die im Text enthaltenen Informationen mit dem Vorwissen in Beziehung gesetzt und verglichen werden sollen. Somit setzt Lesekompetenz Text-externe Kenntnisse voraus, um den Neuheitswert der Informationen beurteilen und in vorhandene Kenntnissysteme einordnen zu können.
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3.2 Emotionale Teikompetenz
Die emotionale Teilkompetenz betrifft die Fähigkeit, Texte, den eigenen Bedürfnissen entsprechend auszuwählen und sie mit individuellen
Gefühlserlebnissen und Erfahrungen zu verbinden. Sowohl beletristische Literatur, als auch Sachtexte werden mit emotionaler Beteiligung aufgenommen. Gemeint sind hier das Vermögen der Indentifikation, des Genießens sowie eventuelle Unlust bei Schwierigkeiten zu überwinden.
3.3 Motivationale Teilkompetenz
Das zum Lesen ‚Motiviert-sein’ ist ebenfalls eine wichtige Teilkompetenz des Lesens. Wichtig sind hierbei Zielstrebigkeit, Ausdauer und das Bedürfnis, gelesene Inhalte zu verstehen, sowie dem Lesen mit einer positiven Einstellung gegenüberzustehen.
3.4 Interaktive Teikompenenz
Die interaktive Teilkompetenz betrifft die Anschlußkommunikation, d.h. die Fähigkeit, sich über die gelsenen Texte mit anderen auszutauschen und gemeinsam über sie zu reflektieren.
4. Dimensionen und Einflußfaktoren der
Lesekompetenz
In der Vergangenheit beherrschte die Linguistik lange Zeit die „Theorie der generativen Transformationsgrammatik“ von CHOMSKY (1965). Er stellte in dieser Theorie die Begriffe „Kompetenz“ und „Performenz“ gegenüber.
Die „Kompetenz“ war dabei die Fähigkeit des idealen Sprechers, grammatikalische Ausdrücke zu erzeugen und zu verstehen. Es handelte sich hier um eine angeborene Fähigkeit, eine psychische Größe. Als „Performanz“ dagegen wurde die tatsächliche Sprachverwendung bezeichnet.
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Chomsky trennte also zwischen der linguistischen Kompetenz eines idealen Sprechers und den konkreten Sprachleistungen in realen Kommunikationssituationen im Alltag.
Heute wird davon ausgegangen, daß sich die Lesekompetenz aus einer Wechselwirkung zwischen individuellen Dispositionen und situationalen Bedingungen zusammensetzt.
5. Die Ebenen des Leseprozesses
Lesen ist in unserer heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung. Dennoch herrschen bei der Lesekompetenz große interindividuelle Unterschiede, selbst in Populationen mit hohem Bildungsniveau. Sogar bei Studenten reicht die Bandbreite der Lesegeschwindigkeit von 150 - 400 Wörtern pro Minute. Die kognitionspsychologische Forschung zur Lesefähigkeit existiert erst seit ungefähr 30 Jahren. Auch zuvor wurden allerdings bereits verschiedene Leseverständnistests entwickelt. Damals waren die Instrumente zwar meist valide und reliabel, der theoretische Hintergrund jedoch war oft sehr schwach. So konnten keine Aussagen darüber getroffen werden, worin sich ein guter von einem schlechten Leser eigentlich unterscheidet. In der heutigen kognitionsspsychologischen Forschung wird der Leseprozeß in verschiedene Ebenen gegliedert. Die verschiedenen Theorien unterscheiden sich dabei nur dadurch, wie diese Ebenen miteinander zusammenspielen.
Es gibt hier 2 miteinander konkurierende Hauptansätze. Der eine Zweig, die modularen Modelle, gehen auf Fodor 1983 zurück. Sie gehen davon aus, daß die am Leseprozess beteiligten Teilsysteme autonom sind und unabhängig voneinander arbeiten. Höhere Teilprozesse setzen erst dann ein, wenn die Prozesse auf den niedrigeren Ebenen abgeschlossen sind. Der 2. Ansatz, die interaktivkonnektionistischen Modelle, betrifft die derzeit gängigere Vorstellung. Ein
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Arbeit zitieren:
Dominique Walsch, 2005, Beschreibung des Konstruktes ‚Lesekompetenz’, München, GRIN Verlag GmbH
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