Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Über James George Frazer 3
2. Sündenböcke im Allgemeinen 4
3. Öffentliche Sündenböcke 5
3.1 Vertreibung des verkörperten Bösen 5
3.2 Die gelegentliche Vertreibung des Bösen in einem
stofflichen Träger 6
3.3 Die periodisch auftretende Vertreibung des Bösen
in einem stofflichen Träger 7
4. Menschliche Sündenböcke im klassischen Altertum 7
4.1 Der menschliche Sündenbock im alten Rom 7
4.2 Der menschliche Sündenbock im alten Griechenland 8
4.3 Die römischen Saturnalien 8
5. Andere theologische Sichtweisen und Quellen 9
5.1 Bernd Janowski 9
5.2 Rene Girard 11
6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung 12
Literaturverzeichnis 14
2
1. Einleitung
Die Ausarbeitung meines Referats bezieht sich auf das bekannte Buch „der goldene Zweig“ von James George Frazer. An diesem Buch möchte ich einmal näher die Sitten und Rituale zur Vertreibung des Bösen verschiedener Völker untersuchen. Besonderes Augenmerk lege ich hierbei auf das so genannte Sündenbockritual. Ein Ritual umfasst in diesem Fall eine religiöse Zeichenhandlung und ist meist ein festgelegter Handlungsablauf mit einem geistlichen Ziel. Rituale geben einem Volk oder einer Gesellschaft Tradition und emotionale Sicherheit. 1 In der Einleitung möchte ich zunächst einmal einige kurze Informationen über James George Frazer geben (Kap 1.1), um dann im zweiten Punkt auf Sündenböcke im Allgemeinen (Kap 2.) einzugehen. Der dritte Punkt beschäftigt sich mit den öffentlichen Sündenböcken (Kap 3.), die unterteilt sind in drei Kategorien: ‚Die Vertreibung des verkörperten Bösen (Kap 3.1), die gelegentliche Vertreibung des Bösen in einem stofflichen Träger (Kap 3.2) und die periodisch auftretende Vertreibung des Bösen in einem stofflichen Träger’ (Kap 3.3). Der vierte Punkt beschäftigt sich mit den menschlichen Sündenböcken im klassischen Altertum (Kap 4.) und wendet sich Rom (Kap 4.1), Griechenland (Kap 4.2) und den römischen Saturnalien (Kap 4.3) genauer zu. Unter der Berücksichtigung von anderen Theologen und deren Sichtweisen (Kap 5.) und einer zusammenführenden Schlussbetrachtung (Kap 6.) soll die Ausarbeitung noch einmal auf den Punkt gebracht werden und zum Ende kommen.
1.1 Über James George Frazer
James George Frazer, geboren am 01.01.1854 in Glasgow, war schottischer Anthropologe, klassischer Philologe und Religionswissenschaftler. Er wandte sich ebenfalls der Religionsgeschichte der Antike und des Orients, sowie der Ethnologie zu. Letzteres beschäftigt sich mit der Frage, wie Religion in den unterschiedlichen Gesellschaften in die Kultur eingebettet ist und wie man das genauer untersuchen
1 Vgl. Mitschrift Seminar: Reinheit und Versöhnung / Alttestamentliche Rituale zur Behebung von Krankheit
und Schuld
3
kann. Weitere Begründer der Religionsethnologie sind Edward Burnett Tylor und Emile Durkheim.
Frazer ging es jedoch bei seinen Untersuchungen nicht darum, die theologisch korrekte Wahrheit herauszufinden, sondern die gelebte Religion zu beobachten. Dabei war ihm die gesellschaftliche und individuelle Relevanz von religiösen Handlungen oder Praktiken wichtig. 1907 wurde er dann Professor in Liverpool und 1921 in Cambridge, wo er dann auch am 07.Mai 1941 stirbt. Im Buch ‚Der goldene Zweig’ geht James George Frazer sehr genau und detailliert auf die unterschiedlichen Formen von Sündenbockritualen in verschiedenen Völkern ein. Dabei versuchte er die griechische und römische Religionsgeschichte mit einer vergleichenden Methode aus der Forschung der Ethnologie zu verbinden. Dies gelang ihm, indem er in mühevoller Kleinarbeit alle erreichbaren Quellen, Reiseberichte und Sachbücher auswertete. Daraus entstand eine
Entwicklungsgeschichte der Mythen und Motive des Volksglaubens oder aber auch eine Geschichte der Urreligionen. 1890 erscheint sein Buch in London und 1928 in Deutschland. Selbst die Kurzfassung umfasst noch um die 1000 Seiten. 2
2. Sündenböcke im Allgemeinen
Ziel aller Sündenbock Zeremonien ist das Übel, das das Volk heimgesucht hat, egal ob in sichtbarer oder unsichtbarer Form, zu vertreiben. Der Sündenbock fungiert hier als sichtbarer, aber auch greifbarer Träger bzw. Mittler des unberührbaren Bösen. Zwischen den Zeremonien liegt meistens ein Abstand von etwa einem Jahr und sie fallen sehr häufig mit dem Jahreswechsel zusammen. In der nördlich/gemäßigten Zone zu Beginn oder Ende des Sommers und in den Tropen zu Beginn oder Ende der Regenzeit. Vermeidliche Ursache für Unheil kann also auch eine höhere Sterblichkeit durch klimatische Veränderungen, wie eine schlechtere Ernährung oder Unterbringung, sowie schlechtere hygienische Verhältnisse sein. Das schürt natürlich den Glauben an Geister und Dämonen, die hier ihr Unwesen treiben. Die Austreibungen des Bösen bezeichnen außerdem immer den Beginn eines neuen Jahres. Bevor ein neues Jahr beginnt, wollen sich die Menschen noch einmal von
2 http://de.wikipedia.org/wiki/James_Frazer
4
allem Bösem, was sie im letzten Jahr quälte, befreien. Oftmals geht den so genannten Austreibungen eine Zeit allgemeiner Ausschweifungen voraus. Hierbei werden gewöhnliche, gesellschaftliche Beschränkungen beiseite gelegt, Vergehen bleiben unbestraft und Gesetze werden gelockert.
3. Öffentliche Sündenböcke
3.1 Vertreibung des verkörperten Bösen
Im Kapitel der öffentlichen Sündenböcke geht Frazer im 1. Paragraphen näher auf die Vertreibung des verkörperten Bösen ein. Dabei geht es meist um Austreibungen, bei denen die Geister in sichtbarer Form verkörpert werden. Sie können aber auch auf einen stofflichen Träger übertragen werden. Als Beispiel führt er unter Anderem ein Ritual der Mandanindianer an, die bei ihrem Jahresfest einen Mann schwarz anmalen und ihn so als Teufel darstellen. Dieser jagt und erschreckt die Frauen des Dorfes, indem er eine Büffelrolle einnimmt. Dies hat auch den Zweck, im kommenden Jahr eine reiche Ernte an Büffeln herbei zu beschwören. Zum Schluss wird er dann aus dem Dorf gejagt und mit Stöcken geschlagen. Warum das Schlagen mit Stöcken in Sündenbockritualen häufig vorkommt; werde ich später noch näher erläutern.
Ein weiteres Beispiel fand Frazer in Zentral Queensland. Die Eingeborenenstämme glauben an ein schädliches Wesen, welches den Namen „Molonga“ trug. Dieses schleicht nach dem Glauben der Eingeborenen umher, tötet Männer und vergewaltigt Frauen, wenn nicht gewisse Zeremonien durchgeführt werden. Eine solche Zeremonie besteht aus Tänzen, die 5 Nächte andauern und in denen fantastisch bemalte Männer teilnehmen. Am letzten Tage stürzt ein verkleideter „Molonga“ aus dem Wald, um die Menschen zu durchbohren. Am Ende der Zeremonie verschwindet er wieder in den Wäldern.
In diesen verschiedenen Arten von Zeremonien wird das Böse wie Geister, Teufel oder Dämonen in einem Körper dargestellt und wird so greifbar.
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Arbeit zitieren:
Esther Kaiser, 2008, „Das Sündenbockritual / der goldene Zweig von James George Frazer“, München, GRIN Verlag GmbH
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