Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG - INTERRELIGIÖSES LERNEN IN DER GEGENWART 3
2. INTERRELIGIÖSES LERNEN 3
2.1 ZIELE INTERRELIGIÖSEN LERNENS 4
3. RELIGION IN DER GRUNDSCHULE 5
3.1 DIE KONZEPTIONEN DES RELIGIONSUNTERRICHTS 6
4. RELIGIONEN IM RELIGIONSUNTERRICHT 10
4.1 CHANCEN UND GRENZEN DER UMSETZUNG 10
5. METHODEN DES INTERRELIGIÖSEN LERNENS 11
5.1 GRUNDSÄTZLICHE ÜBERLEGUNGEN 11
5.2 ZIELSETZUNG 12
5.3 METHODISCHE MERKMALE 13
6. FESTE- BRÜCKEN ZU DEN RELIGIONEN 14
6.1 FESTE IN DER SCHULE 15
6.1.1 DIDAKTISCHE PRINZIPIEN UND GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN 15
7. FAZIT 17
LITERATURVERZEICHNIS 18
2
1. Einleitung - Interreligiöses Lernen in der Gegenwart
Heute leben wir in einem Land, in dem Menschen mit unterschiedlichen Religionen ein zu Hause gefunden haben. Nicht nur die Multikulturalität hat in Deutschland zugenommen, sondern die Gesellschaft ist auch multireligiöser geworden. Durch die Mischung ehemals konfessionell homogener Milieus und durch die Zuwanderung von Migranten mit nichtchristlichem Hintergrund, besonders seit den 1960er Jahren, haben Religion in Deutschland plural werden lassen. 1 Auch wenn das Christentum in Deutschland immer noch die bestimmende Religion ist, gibt es neben der relativ großen Gruppe der Muslime auch Juden, Buddhisten und Anhänger anderer vielfältiger Religionsgemeinschaften. 2 Die Frage nach dem interreligiösen Lernen stellt sich aufgrund der Tatsache, dass unterschiedliche Religionen in Deutschland nebeneinander existieren und die dadurch entstehende Notwendigkeit, dass sich die Angehörigen der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften arrangieren.
In dieser Ausarbeitung zum Thema „Interreligiöses Lernen im Religionsunterricht“ wird auf das Hauptaugenmerk auf das interreligiöse Lernen mit seinen Kriterien, Aufgaben und Zielen sowie Chancen und Grenzen gelegt. Zudem folgen Kapitel zu methodischen Überlegungen als auch ein detaillierter Einblick in die Feste der Religionen und wie diese im Religionsunterricht aufgegriffen werden könnten.
2. Interreligiöses Lernen
Frauen tragen Kopftücher, in Städten entstehen Moscheen und Juden wünschen einander bereits im Herbst ein frohes Neues Jahr. Den Schülerinnen und Schülern begegnet die veränderte Situation unserer Gesellschaft in der Schule jeden Tag aufs Neue. Der Umgang miteinander verläuft oft gut, oft gibt es aber auch Auseinandersetzungen. Aufgrund der entstandenen Pluralität in der Gesellschaft ist Lernen über andere Religionen ein großes religionspädagogisches Diskussionsfeld geworden.
1 Vgl. BAMF http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/statistik-anlage-teil-2-auslaendezahlen.pdf?__blob=publicationFile [Abruf: 23.03.2011]
2 Vgl. REMID e.V. http://www.remid.de/remid_info_zahlen.htm [Abruf: 23.03.2011]
3
Die Erde als lebenswerten Ort für alle Menschen zu gestalten, in dieser Aufgabe stehen die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in Übereinstimmung. 3 Heute ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass die Religionen Verständigung und Frieden antreiben sollten. Zur Erfüllung dieser Aufgabe kann interreligiöses Lernen einen Beitrag leisten, indem es den Dialog unter den Religionen fördert und gleichzeitig Hilfen zur Orientierung anbietet. Die Anerkennung des Anderen in seiner Andersartigkeit, das Lernen nicht nur über, sondern von und mit fremden Religionen und Achtung und Respekt vor anderen religiösen Überzeugungen, sind Aufgaben und Ziele interreligiösen Lernens. Vor diesem Hintergrund stellt sich für den Religionsunterricht die Aufgabe Kinder bzw. Jugendliche zu Verständnis und Toleranz zu führen und gemeinsames Handeln mit Menschen anderen Glaubens anzubahnen. 4 Denn interreligiöses Lernen heißt: „Angehörige einer religiösen Tradition sind bereit, religiöse Erfahrungen anderer Traditionen achtsam wahrzunehmen und für das eigene Leben und Glauben schöpferisch zu verarbeiten. Interreligiöses Lernen hat ganzheitliche, emotionale, kognitive, sprachliche und kreative Dimensionen.“ 5
2.1 Ziele interreligiösen Lernens
Mit dem interreligiösen Lernen soll ein Beitrag zur Toleranz, zur Friedenserziehung, zur Begegnung, zum vergleichenden Austausch und zum Dialog zwischen den Mitgliedern der Religionsgemeinschaften geleistet werden. 6
Im Einzelnen geht es darum, dass Kinder unterschiedliche religiöse Glaubensrichtungen und Zeugnisse wahrzunehmen lernen und dass sie dafür sensibilisiert werden. Durch das Einbeziehen aller Sinne wie Hören, Schmecken, Riechen und Sehen, kann das Interesse der Schülerinnen und Schüler für andere kulturelle und religiöse Bräuche, Sitten und Traditionen geweckt werden und sich weiter entwickeln. Zusätzlich geht es darum, religiöse Zeugnisse und Phänomene zu entdecken und zu deuten. 7 Das kann durch Vergleiche und wiederholte Wahrnehmungen geschehen, denn dadurch können Zusammenhänge erschlossen werden, die nicht von oberflächlicher Betrachtung erkennbar sind.
3 Vgl. Schreiner, Peter: http://www.rpi-
virtuell.net/workspace/users/3566/int/schrein/Interview_Schreiner.pdf [Abruf: 23.03.2011]
4 Hilger, Georg [u.a.]: Religionsdidaktik S. 434
5 Ebd.
6 Ebd. S. 459 ff.
7 Hilger, Georg: Religionsdidaktik S. 439
4
Interreligiöses Lernen im Religionsunterricht impliziert auch die Chance, dass man mit Mitgliedern unterschiedlicher Religionsgemeinschaften in direkten Kontakt treten kann. Diese Begegnungen können Eindrücke prägen als auch Vorurteile abbauen. Vieles kann selbstverständlich nur ansatzweise von den Lernenden verstanden werden. Doch es gilt damit umzugehen zu lernen. Es geht darum Religionen gerade auch in ihrer Andersartigkeit achten zu lernen. Das Erlernen von Beziehungen, die auch dann gelungene Beziehungen sein können, wenn an ihrem Ende nicht eine Übereinstimmung in allen Fragen steht, bildet einen weiteren Schwerpunkt. Daher darf bei der praktischen Umsetzung des interreligiösen Lernens die Frage nach der Wahrheit nicht unbeachtet bleiben. Die Auseinandersetzung mit der Wahrheitsfrage der eigenen Religion muss eine zentrale Angelegenheit sein, damit auch die Fähigkeit zum Perspektivwechsel geübt wird. 8 D.h. die Lernenden sollen die eigene Religion nicht nur aus der eigenen Perspektive, sondern auch aus fremder Sicht verstehen. Interreligiöses Lernen zielt darauf ab, die andere Religion mit den eigenen Augen, aber auch mit den Augen der anderen zu sehen. Im Zuge der Wissensvermittlung über andere Religionen und der Auseinandersetzung mit eben diesen, sollen Schülerinnen und Schüler sich selbst weiter entwickeln bzw. lernen sich selbst zu überprüfen und ihre Einstellungen neu zu durchdenken. Durch das Verarbeiten von Erfahrungen sollen die Lernenden ihr eigenes Verhalten überdenken und neue Formen des Verhaltens für sich neu entdecken. 9
3. Religion in der Grundschule
Nach Artikel 7,3 ist der Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach im Grundgesetz verankert. Dieser wird nach den Konfessionen getrennt erteilt. Beispielsweise gibt es aber auch in einigen Regionen griechisch - orthodoxen, als auch jüdischen Religionsunterricht. 10 Doch durch die faktische Existenz unterschiedlicher Religionen in Deutschland, stellt sich natürlich auch für die Religionslehrkraft die Frage, wie sie in einer religiös heterogenen Klasse Religion unterrichten soll. Die familiäre religiöse Sozialisation findet oft nur noch selten
8 Tautz, Monika: Interreligiöses Lernen im Religionsunterricht. S.72 ff.
9 Hilger, Georg: Religionsdidaktik S. 440
10 Fischer, Dietlind S. 454
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Arbeit zitieren:
Esther Kaiser, 2011, Interreligiöses Lernen im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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Darf ich fragen, welche Note du dafür bekommen hast?
Lieben Gruß
am Sunday, November 27, 2011-
Esther Kaiser
Eine 2,0
am Monday, November 28, 2011-