Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis S.2
- Georg Trakl, „Die schöne Stadt“ ( 1910 ) S.3
- Einleitung S.4
- Hintergründe zu Georg Trakl S.4
- Formanalyse S.5
- Metrum, Reimschema S.5
- E n j a m b e m e n t s S 5
- Alliterationen und Assonanzen S.6
- S y n ä s t h e s i e n S 6
- Personalisierungen S.7
- Depersonalisierungen S.9
- Interpretation S.10
- Der Weg des Lyrischen Ichs durch die Stadt S.10
- D e r T i t e l S 1 3
- Schlußfolgerung S.14
- Literaturverzeichnis S.16
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Georg Trakl, „Die schöne Stadt“ ( 1910 )
Alte Plätze sonnig schweigen.
Tief in Blau und Gold versponnen traumhaft hasten sanfte Nonnen unter schwüler Buche Schweigen.
Aus den braun erhellten Kirchen schaun des Todes reine Bilder, großer Fürsten schöne Schilder. Kronen schimmern in den Kirchen.
Rösser tauchen aus dem Brunnen. Blütenkrallen drohn aus Bäumen. Knaben spielen wirr von Träumen Abends leise dort am Brunnen.
Mädchen stehen an den Toren, schauen scheu ins farbige Leben. Ihre feuchten Lippen beben und sie warten an den Toren.
Zitternd flattern Glockenklänge, Marschtakt hallt und Wacherufen. Fremde lauschen auf den Stufen. Hoch im Blau sind Orgelklänge.
Helle Instrumente singen. Durch der Gärten Blätterrahmen schwirrt das Lachen schöner Damen. Leise junge Mütter singen.
Heimlich haucht an blumigen Fenstern Duft von Weihrauch, Teer und Flieder. Silbern flimmern müde Lider durch die Blumen an den Fenstern.
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Einleitung
Georg Trakl gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Expressionisten. Seine Poesie läßt sich laut der neueren Trakl-Forschung in vier Schaffensphasen einteilen. Das Gedicht „Die schöne Stadt“ zählt zur zweiten Phase ( 1909 - 1912 ), in der sich Trakl am stärksten dem „Reihungsstil“ als „Epochenstil“ des Expressionismus annähert. Trakl hat einen Hang zu traumhafter Sprache, Bildsymbolik und auffälligen Abstraktionstendenzen, vor allem bei Farbwörtern. Bei dem zu bearbeitenden Gedicht ist bemerkenswert, wie Gegenstände von Trakl personalisiert und Personen depersonalisiert werden. Außerdem ist eine Vermischung von positiven und negativen Konnotationen festzustellen. Gerade auf diese Punkte möchte ich bei meiner Interpretation besonders eingehen.
Hintergründe zu Georg Trakl
Georg Trakl wurde am 3. Februar 1887 in Salzburg geboren. Er ist das vierte von sechs Kindern. Schon früh zeigte er Verhaltensstörungen. Eine inzestiöse Beziehung zu seiner Schwester Grete wird ihm nachgesagt. Zeitlebens hatte er Depressionen und war drogenabhängig. 1897 tritt er in das humanistische Staatsgymnasium ein, dieses verläßt er aber 1905 vorzeitig mit der mittleren Reife. Schon zu dieser Zeit ist er kokainabhängig. Er beginnt ein Apothekerpraktikum in Salzburg. Ein Jahr später werden seine frühen Dramen „Totentag“ und „Fata Morgana“ im Salzburger Stadttheater uraufgeführt.
Er schließt ein Pharmaziestudium in Wien erfolgreich ab und geht 1910 freiwillig zum Militär um dort als Sanitäter zu arbeiten. Schon ein Jahr später kehrt er nach Salzburg zurück und nimmt eine Stelle als Rezeptarius in der Apotheke „Zum weißen Engel“ an, in der er schon ein Praktikum gemacht hatte. 1912 lernt er in
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Innsbruck den Herausgeber des „Brenner“, Ludwig von Ficker, kennen. Dieser veröffentlicht nun regelmäßig Gedichte von Trakl. 1914 meldet sich Trakl wieder freiwillig zum Militärdienst. Er wird als Militärapotheker in der Schlacht von Grodek eingesetzt. Er muß in einer Scheune 90 Schwerverletzte betreuen, ohne ihnen helfen zu können. Er begeht einen ersten Selbstmordversuch und wird zur Beobachtung seines Geisteszustandes ins Garnisonsspital nach Krakau gebracht. Dort stirbt Trakl am 3. November 1914 an einer Überdosis Kokain.
Formanalyse
Metrum und Reimschema
Das Gedicht ist sehr gleichmäßig aufgebaut. Es hat sieben Strophen á vier Verse. Es handelt sich um einen vierhebigen Trochäus ( - / ), der sich durch das ganze Gedicht hindurchzieht. Das Reimschema ist ebenfalls gleichmäßig und wird auch stets eingehalten. Es handelt sich um einen Umschließenden Reim ( abba ) mit stets männlichen Kadenzen. Die vierte Strophe kann gerade wegen des symmetrischen Aufbaus des Gedichtes als Mittelpunkt angesehen werden. Nur in dieser Strophe wird aus der Stadt heraus „ins farbige Leben“ ( IV, 2 ) geblickt. Alle anderen Aktivitäten sind innerstädtisch. Trakl setzt in diesem Gedicht besonders auffällig Synästhesien und Personalisierungen bzw. Depersonalisierungen ein. Außerdem treten sehr häufig Enjambements, Alliterationen und Assonanzen auf.
Enjambements
In jeder Strophe dieses Gedichtes tritt zumindest ein Enjambement auf. „Tief in Blau und Gold versponnen / traumhaft hasten sanfte Nonnen / unter schwüler Buche Schweigen.“ ( I, 2 - 4 ) , „Mädchen stehen an den Toren, / schauen scheu ins farbige Leben.“ ( IV, 1 / 2 ). Trakl benutzt diese Stilfigur um zumindest in den Strophen die
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Arbeit zitieren:
Frank Bothe, 2001, Interpretation von Georg Trakls Gedicht "Die schöne Stadt", München, GRIN Verlag GmbH
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