I
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG - 1 -
2. BEGRIFFE UND DEFINITIONEN - 2 -
2.1. RISIKO - 2 -
2.2. RISIKOMANAGEMENT UND -CONTROLLING - 2 -
2.3. VALUE AT RISK - 2 -
3. VERFAHREN ZUR BERECHNUNG DES VALUE AT RISK - 3 -
3.1. HISTORISCHE SIMULATION - 3 -
3.2. VARIANZ-KOVARIANZ-ANSATZ - 6 -
3.3. MONTE CARLO SIMULATION - 7 -
4. RÜCKBLICK AUF DIE ANFÄNGE DER SUBPRIMEKRISE - 8 -
5. KRITISCHE BEWERTUNG DER VERFAHREN ZUR BERECHNUNG DES VALUE AT RISK
VOR DEM HINTERGRUND DER ANFÄNGE DER SUBPRIMEKRISE - 11 -
6. MÖGLICHE ÄNDERUNGEN IN DER PARAMETRISIERUNG HINSICHTLICH DER
BEWERTUNGSVERFAHREN UND FAZIT - 14 -
7. LITERATURVERZEICHNIS - 18 -
8. INTERNETSEITEN - 18 -
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Nr. Abbildung Seite
1 Beispielrechnung Differenzenmethode - 4 -
2 Beispielrechnung Quotientenmethode - 5 -
3 Beispielrechnung Transfer der historischen Daten als Zu- - 5 -
kunftsprognose
4 Case-Shiller-Index - 8 -
5 Leitzinsentwicklung USA - 9 -
6 Case-Shiller-Index (identisch zu Nr. 4) - 13 -
1. Einleitung
"Die Leute, die sich jetzt verzockt haben, haben uns noch vor kurzem mit ihrem Risikomanagement geschulmeistert." 1 Mit diesen Worten äußerte sich der Gesamtmetallchef Martin Kannegießer im Jahr 2008 gegenüber der „Bild“-Zeitung. Dieses Zitat verdeutlicht auf direkte Art und Weise, wie wichtig ein funktionierendes und aktuelles Risikomanagement in Banken ist - und wie akut dieses in Zeiten der Subprimekrise versagt hat. Weiterhin wird hieraus sehr klar, dass kein Risikomesssystem von ewiger Dauer und Gültigkeit sein kann. Vielmehr verdeutlicht diese Aussage, dass derartige Verfahren einem Wandel unterliegen und stets weiterentwickelt werden müssen. Mindestens seit den im Jahr 1995 erschienenen „Mindestanforderungen an das Betreiben von Handelsgeschäften der Kreditinstitute“ existieren Regelwerke für Kreditinstitute, wie das Risikomanagement ausgestattet sein sollte. 2 Seither ist auch die Bankenaufsicht daran interessiert, die Vorgehensweisen und die Umsetzung von Rahmenbedingungen in Form von regelmäßigen Prüfungen und Sonderprüfungen nach § 44 KWG zu überwachen.
Die Aufgabe des Risikocontrollings in Banken ist es, Problemfelder zu erkennen, die darin existierenden Risiken zu identifizieren und messbar zu machen. Auf dieser Basis sollen valide Aussagen für die Zukunft getroffen werden. Hierfür gibt es seit Jahren diverse Evaluierungsverfahren. Ein Instrument zur Messung derartiger Risiken ist der von J. P. Morgan entwickelte Value at Risk. 3
Allerdings war in den Jahren ab 2007 bis ca. 2010 allgemein zu erkennen, dass auch dieses Berechnungsverfahren in der Vergangenheit seine Schwächen hatte. Letztlich steht nunmehr fest, dass die Subprimekrise mit ihren Auswirkungen nicht prognostiziert werden konnte. Es stellt sich die Frage, woran dies gelegen haben könnte. Ziel meiner Hausarbeit ist es, den Value at Risk näher zu erläutern, in die wesentlichen Berechnungsmethoden detailliert einzusteigen und darzulegen, woran diese Systeme im Rahmen der Subprimekrise gescheitert sein könnten. Am Ende meiner Hausarbeit möchte ich darauf eingehen, welche Möglichkeiten es gäbe, die erkannten Probleme zu reduzieren.
1 dpa, N24, (Die Finanzmarktkrise in Zitaten, 2008),
http://www.n24.de/news/newsitem_1188361.html, 15.08.2010, 17.42 Uhr
2 Vgl. Deutsche Bundesbank, (Monatsbericht, 1996),
http://www.bundesbank.de/download/bankenaufsicht/pdf/minanf0396.pdf 15.08.2010, 18.19 Uhr
3 Vgl. Dowd, K., (Beyond Value at Risk, 1998), S. 18ff
2. Begriffe und Definitionen
Im zweiten Kapitel meiner Hausarbeit werde ich kurz auf grundlegende Begriffe eingehen und diese näher erläutern. Meine Erläuterungen sollen hierbei den Grundstein für den weiteren Aufbau und die Ausführungen meiner Hausarbeit legen.
2.1. Risiko
Unter dem Begriff „Risiko“ versteht man im Allgemeinen die „Eventualität, dass mit einer (ggf. niedrigen, ggf. auch unbekannten) Wahrscheinlichkeit ein (ggf. hoher, ggf. in seinem Ausmaß unbekannter) Schaden bei einer (wirtschaftlichen) Entscheidung oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann.“ 4 Hieraus abgeleitet könnte man den Begriff „Risiko“ für den Bankensektor als negative Abweichung von einem definierten Erwartungswert verstehen.
2.2. Risikomanagement und -controlling
Unter dem Risikomanagement versteht man im weitesten Sinne den Umgang mit Risiken, welche aus dem unternehmerischen Prozess heraus entstehen können. Während die Geschäftsführung strategische Zielwerte vorgibt, welche es zu erreichen gilt, ist es die Aufgabe des Risikomanagements, das Abweichen oder das Verfehlen der Ziele zu verhindern. 5
Während das Risikomanagement die entsprechenden Toleranzgrenzen für das Eingehen von Risiken vorgibt, ist das Risikocontrolling für die Bewertung und Überwachung dieser Toleranzgrenzen zuständig. 6
2.3. Value at Risk
Entwickelt wurde diese Berechnungsmethode in den neunziger Jahren von J. P. Morgan aus der Problematik heraus, dass J. P. Morgan das Risiko, welches innerhalb der nächsten 24 Stunden aus dem gesamten Wertpapierhandelsbuch entstehen könnte auf einer Seite abbilden wollte. Dies war eine Forderung des Vorstandsmitgliedes von J. P. Morgan, Dennis Weatherstone. Hieraus entstand der bekannte
4 Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Risiko
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/6780/risiko-v9.html, 15.08.2010, 18:50 Uhr
5 Vgl. Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Risikomanagement
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/7669/risikomanagement-v8.html
6 Vgl. cecu.de GmbH, (Definition Risikocontrolling),
http://www.cecu.de/506+M545bdbab137.html, 15.08.2010, 18:54 Uhr
„4.15 report“, welcher täglich um 4.15 Uhr p. m. nach Beendigung der Handelsaktivitäten übergeben wurde.
Später entstand aus dieser Methodik der „Risk Metrics Ansatz“, welcher sich zu einem weltweiten Standard zur Messung von Risiken entwickelte. 7 Jorion definierte den „Value at Risk“ als den maximalen Wertverlust eines Portefeulles, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb einer eben-
falls vorgegebenen Haltedauer nicht überschritten wird. 8 Die meisten Berechnungsmethoden basieren auf historischen Daten, welche über einen vorher festgelegten Zeitraum erhoben wurden. Auf Basis dieser historischen Daten wird anschließend versucht, mögliche zukünftige Entwicklungen abzuleiten. Hierbei sind folgende Parameter von hoher Bedeutung: x Das Konfidenzniveau ist die eben erwähnte Wahrscheinlichkeit oder auch „Aussagesicherheit“ 9 .
x Unter dem Beobachtungshorizont versteht man die zugrunde liegende Daten-historie, auf deren Basis die weiteren Auswertungen/Simulationen aufgebaut werden.
x Die Haltedauer gibt an, wie schnell ein Institut bereit und in der Lage ist, auf geänderte Marktbedingungen reagieren zu können.
3. Verfahren zur Berechnung des Value at Risk
3.1. Historische Simulation
Nachdem das Institut für sich entschieden hat, welche Länge der Beobachtungshorizont haben soll, werden Nachforschungen betrieben, wie sich die Parameter, z.B. die Aktienkurse, in dem jeweiligen Zeitband tatsächlich entwickelt haben. Bei der Wahl der Länge wird in der Regel darauf geachtet, dass alle Zyklen der Entwicklung dieser Parameter berücksichtigt werden und dass eine ausreichende Datenbasis für die Analysen zur Verfügung steht. Auf Basis der Festlegung, welche Haltedauer das Institut als repräsentativ ansieht, wird auch der beobachtete „Ausschnitt“ für die Beobachtungsstützpunkte gewählt.
7 Vgl. Dowd, K., (Beyond Value at Risk, 1998) S. 18ff
8 Vgl. Jorion, P., (Value at Risk, 2001) S. 22
9 Vgl. Wiedemann, A., (Risikotriade Zins-, Kredit- und operationelle Risiken, 2008), S. 10
Arbeit zitieren:
Christian Gudat, 2010, Der "Value at Risk" in Zeiten der Subprimekrise, München, GRIN Verlag GmbH
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