Inhaltsverzeichnis
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I. Probleme der Hauptschule 03
I. 03
II. Das Altinger Konzept. 03
1. Gestaltung der Lernumgebung. 03
1.1. Gestaltung des Klassenzimmers. 03
1.2. Gestaltung des Schulhofes. 05
2. Demokratisierung von Schule 06
2.1. Streitschlichtung 06
2.2. Schüler- und Schulversammlung. 06
3. Zeit- und Organisationsstruktur 08
3.1. Klassenlehrerprinzip 08
3.2. Veränderte Zeitstruktur 08
3.3. Jahresplan 09
3.4. Integrierter Stoffverteilungsplan 09
3.5. Lernplan 10
3.6. Wochen- und Arbeitsplan 11
4. Lernformen. 12
4.1. Spiele/Übungen 12
4.2. Kurse 12
4.3. Lektionen 13
4.4. Projekte. 14
III. Das Altinger Konzept als Vorbild für Reformen der Hauptschule. 15
IV. Literaturverzeichnis 17
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I. Probleme der Hauptschule
Der Ruf der Hauptschule ist in den letzten Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Begriff „Restschule“ wurde zu einem Synonym für die Hauptschule und deshalb wünschen sich immer mehr Eltern für ihr Kind einen höheren Schulabschluss. So sank im Jahr 2006 im Vergleich zu 2004 die Zahl der Übergänge von der Grund- zur Hauptschule bundesweit um 2,6 Prozent 1 und auch die beruflichen Chancen der Hauptschüler verschlechtern sich immer mehr. Nur 60 Prozent aller Jugendlichen mit und ohne Hauptschulabschluss befinden sich zweieinhalb Jahre nach Beendigung der Schule in einer qualifizierten Ausbildung.
Die Hauptschule befindet sich in einer Sackgasse, wie beispielsweise der Vorfall in Berlin-Neuköln im März 2006 zeigt. Lehrer der dort ansässigen Rütli-Schule forderten die Auflösung der Hauptschule, da sie der Gewalt der Schüler nicht mehr standhalten konnten. Ein anspruchsvoller und schülergerechter Lern- und Lebensraum ist dort, wie in vielen anderen Hauptschulen, nicht vorhanden. Die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Altingen hat jedoch die Möglichkeit für einen solchen Lern- und Lebensraum geschaffen. Ihr Konzept wurde schon Anfang der 80er Jahre an der Eduard-Mörike-Schule in Kirchheim/Teck-Ötlingen auf Klassenebene entwickelt. Schule sollte neu strukturiert werden, sie sollte demokratischer, kindgerechter und menschlicher werden. 1987 wurde das Konzept auf Schulebene in Altingen umgesetzt und ist in die Fachsprache als „Altinger Konzept“ eingegangen. 2 Im Folgenden wird dieses Konzept vorgestellt.
1.1. Gestaltung des Klassenzimmers
In vielen weiterführenden Schulen sind kahle, renovierungsbedürftige Schulhäuser keine Seltenheit. Die Klassenzimmer dienen als Arbeitsräume, sind somit nur zweckmäßig eingerichtet und gestaltet und keine Orte an denen man sich wohlfühlt.
1 Abschnitt bezieht sich auf: „ Bildungsbericht 2008“, S.9 , Internetseite: http://www.bildungsbericht.de/daten2008/bb_2008.pdf, aufgerufen am
30.12.2008
2 Absatz bezieht sich auf „Gedanken zum Altinger Konzept“, Internetseite: http://inhalt.altinger-‐konzept.de/schulkonzept.html, aufgerufen am
29.12.2008
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Dabei ist es vor allem für Kinder sehr wichtig, dass sie sich in ihrem Klassenzimmer, in dem sie lernen und leben sollen, wohlfühlen. Diese Erkenntnis haben auch die Lehrer der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Altingen gemacht und in ihrem Konzept verankert. Die Schule legt großen Wert auf eine kindgerechte Umgestaltung von Klassenzimmern.
In „Zusammenarbeit mit Schülern, Eltern, Hausmeister und Kollegen und im Rahmen von Projektwochen, des Erweiterten Bildungsangebotes oder innerhalb des Technikunterrichts [hat die Schule] fast alle Klassenzimmer in Eigenleistung ausgebaut.“
3
Das Besondere an den neuen Klassenzimmern ist das acht bis zehn Meter lange und zweieinhalb Meter hohe Regal, das zusätzlich mit einer 80 Zentimeter langen Arbeitsplatte ausgestattet ist. Lernkarteien und Lernprogramme sowie Materialien für Projekte, wie zum Beispiel Lexika, Bücher und Zeitungsausschnitte finden dort ihren Platz. Die Schüler können sich Materialien aus dem Regal nehmen und sofort auf der Arbeitsplatte mit der Arbeit beginnen. Sie müssen sich somit nicht erst einen Platz suchen oder frei räumen. Kann ein Kind seine Arbeit in der Unterrichtszeit nicht zu Ende bringen, so kann es zum Beispiel die angefangene Lernkartei in sein eigenes Regalfach legen und in der näch-
sten Stunde weiterarbeiten. Jeder Schüler besitzt ein solches Fach, das von den Lehrern, vor allem während der Projektphase, zur Weitergabe von Informationen genutzt wird. So wird alles, was den Schüler direkt erreichen soll, dort hinein gelegt. Zusätzlich besitzt jedes Kind eine selbstgefertigte Schublade, in der es persönliche Sachen unterbringen kann und die für andere Kinder tabu ist. In jenem Regal befinden
sich zusätzlich Spiele und eine Klassenbücherei, die von den Schülern selbst verwaltet wird. Einmal am Tag wird ein Radio genutzt um Nachrichten zu verfolgen und um während der Pausen Musik zu hören. Wie das Radio hat auch die Kaffemaschine mit der die Kinder Tee kochen einen festen Platz im Regal. Den Schülern ist es erlaubt während der freien Arbeit und manchmal während des „traditionellen Unterrichts“ Tee zu trinken.
Je nach Klassenstufe befindet sich eine Sitzecke im Klassenzimmer, um gemeinsam arbeiten oder sich unterhalten zu können. 4
Seit das Projekt „Multimedia-Ausstattung“ an der Altinger Schule abgeschlossen ist, besitzt jedes Klassenzimmer zwei bis drei Computerplätze mit Internetzugang, einem Drucker sowie einem Scan-
3 U. Scheufele, Weil sie wirklich lernen wollen - Bericht von einer anderen Schule - Das Altinger Konzept, Berlin 2003, S. 168
4 Absätze beziehen sich auf: U. Scheufele, Weil sie wirklich lernen wollen, S. 167-‐169
5
ner. Die Projektarbeit wird auf diese Weise erleichtert, da Informationen schneller beschafft und ausgewertet werden können. 5
Die Klassenzimmer in der Hauptschule Altingen sind so zu Orten geworden, an denen sich die Schüler wohlfühlen können. Die Klassen identifizieren sich mir ihrem Raum und nach fünf Jahren, wenn die Schüler die Schule verlassen, sind nahezu keine Sachbeschädigungen festzustellen. Damit die nachfolgende Klasse sich ebenfalls wohlfühlen kann, muss sie das Klassenzimmer umgestalten und ihren Bedürfnissen anpassen.
1.2. Gestaltung des Schulhofes
Die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Altingen legt aber nicht nur auf eine „Wohlfühlatmosphäre“ in den Klassenzimmern Wert. In vielen kleinen Schritten wird seit 14 Jahren der Schulhof zu einem kindgerechten Aufenthaltsort umgestaltet. Ausgangspunkt für diese Arbeit ist ein Beobachtungsbogen, sowie eine Umfrage unter den Schülern, wodurch die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder erfasst werden konnten. Zusammen mit Eltern- und Schülervertretern und dem Verein „Bagage“, welcher sich auf die Umgestaltung von Schulhöfen spezialisiert hat, wurde ein Gesamtkonzept entwickelt. Jedes Jahr haben Eltern, Kollegium und Schüler ein Element des Konzepts umgesetzt. So entstand in den letzten Jahren zum Beispiel eine Sitzlandschaft aus Steinen und Stämmen, eine Hügellandschaft mit Labyrinthgarten und ein Klassenzimmer im Freien.
Altingen hat man die Erfahrung gemacht, dass, wenn sich Kinder in ihrem Klassenzimmer bzw. Schulhaus wohlfühlen, ihr Lernverhalten positiv beeinflusst wird. Eine weitere positive Folge ist, dass Kontaktarmut und Schulhausvandalismus entgegen gewirkt wird, wenn die Schüler selbst an der Umgestaltung des Schulhauses beteiligt sind. 8
5 Absatz bezieht sich auf: „Vernetzung der Klassenzimmer bzw. der Schule“, Internetseite: http://inhalt.altinger-‐
konzept.de/schulkonzept/rahmenbedingungen/klassenzimmergestaltung.html, aufgerufen am 31.12.2008
6 Absatz bezieht sich auf: Schulhofgestaltung“, Internetseite: http://inhalt.altinger-‐
konzept.de/schulkonzept/rahmenbedingungen/schulhofgestaltung.html, aufgerufen am 31.12.2008
7 „Schulhofgestaltung“
8 Absatz bezieht sich auf: U. Scheufele, Weil sie wirklich lernen wollen, S. 171
Arbeit zitieren:
Julia Müller, 2009, Das Altinger Konzept - Ein Reformkonzept für die Hauptschule, München, GRIN Verlag GmbH
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