1. Einleitung
„Die einzige Möglichkeit, Menschen zu motivieren, ist die Kommunikation.“ 1 Jeder spricht immer von Motivation und Motivierung. Der eine ist hochmotiviert, der andere unmotiviert. Das Thema der Motivation greift in unser Leben ein, bewusst oder unbewusst, Tag für Tag. Durch mangelnde Kommunikation wird die Motivation oft unterdrückt oder falsch interpretiert. Aus diesem Grund ist es wichtig Vorbild zu sein und ein gutes Schüler-Lehrer-Verhältnis anzustreben. Motivation ist eine wichtige Voraussetzung für guten Unterricht. Auch bei der Unterrichtsplanung sollte immer bewusst auf die Motivierung der Schüler geachtet werden. Doch ist das alles nicht so einfach. Dabei stellen sich Fragen wie: Was motiviert Grundschüler überhaupt? Kann ich als Lehrer die Motivation der Schüler beeinflussen? Diese Fragen sollen unter anderem auch in der nachfolgenden Arbeit zu beantworten versucht werden. Der Bezug zur Literatur stellt dabei eine wichtige Grundlage dar. Um überhaupt über Motivation zu sprechen bedarf es einer genauen Klärung der wichtigen Grundbegriffe. Was verstehen wir eigentlich unter Motivation? Das Thema bietet ein unerschöpfliches Repertoire an Informationen und die Schwierigkeit ein Thema einzugrenzen ist offensichtlich. Aus diesem Grund wird in der Arbeit nur auf ein kleines Spektrum der Thematik der Motivation eingegangen.
1 http://www.zitate.de/kategorie/Motivation/
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2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffe
Schaut man in die Literatur und möchte eine Begriffseingrenzung zu den Wörtern Motiv, Motivation und Motivieren vornehmen, so ist eine Vielzahl an Definitionen vorhanden. Diese inflationäre und synonyme Verwendung der Wörter ist erschreckend. Es besteht ein Überangebot von alltagssprachlichen Floskeln, wie der Gleichsetzung von Motivation mit den Begriffen „Interesse“ und „Neigung“ und tiefgründigen wissenschaftlichen Studien. „Gemeinsam ist allen Definitionen, dass Motivation eine Kraft ist, die hinter dem Verhalten eines Menschen wirkt und es in Gang setzt. Diese Kraft kann in unterschiedlichen Formen in Erscheinung treten.“ 2
Hinzukommt, dass es eine Vielzahl an Modellen und Theorien gibt, welche sich mit der Thematik der Motivation beschäftigen. Zu nennen sind das Motivationsmodell von Heckhausen, die Theorie der Leistungsmotivation nach Atkinson, die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow und die Motivklassifikation nach Henry Murray. Das nähere Eingehen auf die Modelle soll aus Gründen der Komplexität nicht weiter erfolgen Doch eines steht fest, egal an welchem Modell wir uns als Lehrer orientieren, „ |…| kann einen Einfluß darauf haben, was wir unterrichten und wie wir unterrichten.“ 3 Im Folgenden soll versucht werden die wichtigsten und grundlegenden Begriffe zu erläutern und voneinander abzugrenzen.
2.1.1 Motiv
Unter dem Begriff Motiv wird der Beweggrund, Anlass, Anstoß oder Ursache, meist einer Handlung, verstanden. Größtenteils kommt es dabei zu Motivmischungen, welche in beweglichem Wechselwirkungsverhältnis stehen. 4 Schüler werden nur selten durch ein Motiv bewegt, um eine bestimmte Handlung auszuführen. Motive sind entscheidend dafür, wie ausdauernd und verstärkt ein Schüler an einer Arbeit festhält. Diese Motive sind im Allgemeinen Befürchtungen, Bedürfnisse, Interessen … und spiegeln sich konkret in dem
2 Keller, Gustav: Ich will nicht lernen! Motivationsförderung in Elternhaus und Schule. Dritte, überarbeitete Auflage. Bern: Verlag Hans Huber, 2008, S.17.
3 Vgl. Gage, Nathaniel Lees/ Berliner, David C.: Pädagogische Psychologie, hrsg. von Prof. Dr. Gerhard Bach. Fünfte, überarbeitete Auflage. Weinheim: Beltz PsychologieVerlagsUnion, 1996, S. 343.
4 Vgl. Keller, Gustav: Motivationsstörungen im Schulalter. Donauwörth: Ludwig Auer, 1995, S.8.
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Bedürfnis nach Anerkennung oder Gruppenzugehörigkeit wieder. Das Motiv der Leistung ist vor allem für die Schule von zentraler Bedeutung. 5
2.1.2 Motivation/ Motivieren
Der Begriff der Motivation lässt sich von dem lateinischen Wort „movere“ ableiten und bedeutet „bewegen“.
„Alle Organismen bewegen sich auf bestimmte Reize und Aktivitäten zu und von Anderen weg, je nach Ausprägung ihrer Vorlieben und Abneigungen.“ 6 Motivation steht für die inneren und psychischen Antriebe, die einen Menschen bewegen einer Tätigkeit nachzugehen, um eine Bedürfnisbefriedigung zu erlangen. Auch hier wird der Begriff der Motivation oft mit Wörtern wie Interesse, Neigung, Wert, Einstellung und Wunsch gleichgesetzt. Dabei wird deutlich, dass in jeder Handlung eine motivationale Grundkomponente enthalten ist.
„Lernen mit einem Nullpunkt an Motivation kann es nicht geben, denn mit einer wirklichen „Null-Bock-Mentalität“ könnte ein Lernprozess gar nicht erst anfangen.“ 7
Die Handlung eines Mitmenschen oder Lehrers mit dem er versucht einen Lernprozess zu aktivieren wird Motivierung genannt. Die Motivierung geht immer von einer anderen Person aus. Die Motivation dagegen immer von einem selbst.
2.1.3 Intrinsische/ extrinsische Motivation
Während bei der intrinsischen Motivation Begriffe wie Autonomie, Selbstbestimmung und Individualität im Vordergrund stehen, sind dies bei der extrinsischen Motivation andere Komponenten. Dabei sind Begriffe wie Zwang, Nötigung und Zweck wichtige Unterscheidungskriterien. Oft wird die intrinsische Motivation auch mit persönlichen Einflüssen gleichgesetzt, die extrinsische Motivation dagegen mit umweltbedingten Einflüssen.
5 Vgl. Pädagogische Psychologie, S.357.
6 Gerrig, Richard J./ Zimbardo, Philip G.: Psychologie. 18., aktualisierte Auflage. München: Pearson Studium, 2008, S.414.
7 Hintz, Dieter/ Pöppel, Karl Gerhard/ Rekus, Jürgen: Neues schulpädagogisches Wörterbuch. Weinheim und München: Juventa Verlag, 1993, S.241.
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„Wenn Menschen sich selbst als die Ursache ihres eigenen Verhaltens sehen, d.h. wenn ihre Selbstwahrnehmung ihnen sagt, daß sie |…| selbst ihr eigenes Verhalten kontrollieren, dann gehen sie davon aus, daß sie intrinsisch motiviert sind. Wenn Menschen ihr Verhalten als umweltbedingt einschätzen, |…|, wie Schachfiguren herumgeschoben werden, dann sehen sie sich selbst als extrinsisch motiviert.“ 8
Oft ist das auch mit der Auffassung einer Belohnung oder Konsequenz verbunden. Entweder um eine negative Konsequenz zu vermeiden oder eine positive Konsequenz zu erreichen. 9 Bei der intrinsischen Motivation liegt die Belohnung in der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand selbst. Bei der extrinsischen Motivation dagegen gibt es eine beobachtbare Belohnung, wie zum Beispiel Bonbons oder Anerkennung. Doch wenn ein Kind immer wieder einer Belohnung ausgesetzt wird, kann es schnell dazu führen, dass es nur noch nach diesem Schema arbeitet. Intrinsische Motivation kann durch extrinsische Motivation beeinflusst und zerstört werden. Zugespitzt heißt dies, dass Menschen nur extrinsische Motivation haben, da sie unbewusst auf verstärkende Konsequenzen aus der Vergangenheit zurückgreifen, die sie bei anderen oder sich selbst wahrgenommen haben. „Intrinsische Motivation gilt im allgemeinen als der extrinsischen Motivation überlegen in bezug auf die Freude am Lernen und auf den Lernerfolg.“ 10
2.2 Quellen der Motivation bei Grundschulkindern
Die Quellen der Motivation bei Grundschulkindern stehen meist im Bezug der Leistungsmotivation. Die Motivierung der Lehrer in der Grundschule zielt meist auf die Erbringung irgendeiner Leistung. In diesem Zusammenhang steht ebenfalls die Lernmotivation. Eine klar definierte Aufschlüsselung der Quellen findet man in der Literatur jedoch kaum wieder. Wenn jedoch nach den Quellen der Motivation bei Grundschülern gefragt wird, geht es gleichzeitig immer um die Frage: Wie werden Schüler zum Lernen motiviert? Kognitive Lernmotive sind in der Grundschule vor allem das Streben etwas Neues zu lernen oder zu entdecken. Eine weitere wichtige Quelle der Motivation ist das Interesse. Die Schüler verleihen den Lerngegenstand eine besondere subjektive Bedeutung und
8 Pädagogische Psychologie, S.350.
9 Vgl. Schlag, Bernhard: Lern- und Leistungsmotivation. Opladen: Leske + Budrich, 1995, S.20.
10 Lern- und Leistungsmotivation, S.20-21.
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Arbeit zitieren:
Madeleine Kunze, 2011, Was motiviert Grundschulkinder?, München, GRIN Verlag GmbH
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