Gliederung
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung
2.1. Biographie 3-4
2.2. das narrative Interview 4-6
2.3. Biographieforschung 6
3. Biographieforschung und deren Geschichte
3.1. frühe Ansätze 7
3.2. Institutionen werden notwendig 7
3.3. erste Schritte in der Soziologie 8
3.4. der Durchbruch 9
4. Fazit 9-10
5. Literaturverzeichnis 10
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1. Einleitung
Gerade in der modernen heutigen Zeit wird es aufgrund der Enttraditionalisierung und Individualisierung für jeden Menschen erforderlich, sein Leben selbst zu gestalten- Biographie ist also ein lebenslanges Projekt (vgl. Flusser 1994). Und durch die Möglichkeit der freien Lebensgestaltung in der heutigen Zeit müssen die Menschen die Gestaltung der eigenen Biographie aktiv und selbst organisieren, ohne sich jedoch aus dem Rahmen der gesellschaftlichen Interdependenzen zu bewegen. Dementsprechend ist circa seit den letzten
20 – 30 Jahren von einer ´Biographisierung´ die Rede, durch welche die Biographieforschung
zu einem essentiellen Bestandteil der empirischen Sozialwissenschaften wurde. Und durch die anscheinend immer weiter zunehmende Individualisierung und Pluralisierung von Normen wird es notwendig genau zu schauen, wie Menschen ihre Biographie gestalten und bewältigen.
Doch was sind genau Biographien und von was speziell berichten sie? Worin liegt der Nutzen und warum sind sie in den Sozialforschungen so wichtig geworden? Auf diese und ähnliche Fragen versuche ich auf nächsten Seiten einzugehen, um anhand von verschiedenen Autoren und Wissenschaftlern möglichst eine adäquate Antwort geben zu können. Wie bereits kurz erwähnt, ist die Biographieforschung keineswegs ein neues Forschungsfeld der Erziehungswissenschaft, Psychologie oder der Soziologie, auch wenn sie in einer biographisch orientierten Kindheitsforschung vor allem seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts einen enormen Aufschwung erlebte. Vielmehr ist die Sammlung und Auswertung von Autobiographien als entwicklungspsychologisch und pädagogisch bedeutsame Quelle so alt wie die Erziehungswissenschaft als wissenschaftliche Disziplin selbst. Aber auch auf die Ansätze, die Entwicklung und die Begründer der so ins Rampenlicht getretenen Beschreibung der Lebensgeschichte, werde ich auf folgenden Seiten näher eingehen.
2. Begriffsklärung
2.1. Biographie
Aus dem Griechischen kommend, wird der Begriff ´Biographie` ganz allgemein mit ´Lebensbeschreibung´ übersetzt. Sie beschreibt also das Leben beziehungsweise die Lebensgeschichte. In der soziologischen Biographieforschung ist sie ganz allgemein die
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Lebensgeschichte eines Menschen, die durch ein biographisches Interview protokolliert wird. Biographie ist ein kulturelles Phänomen und in Abgrenzung zum ´Lebenslauf´ die Verschränkung von Subjektivem und Gesellschaftlichem, von Handlungsentscheidungen und Kontingenz. Biographie ist deshalb nie etwas rein individuelles, aber auch nie völlig sozial bestimmt.
Wie Lebenslauf und Lebensgeschichte wird die Biographie auch hin und wieder metaphorisch für die Geschichte eines Ensembles oder einer Organisation verwendet, was dann mit einer ´kollektiven Biographie´ tituliert wird. Hier wird die Lebensgeschichte eines Kollektivs unter der Annahme, dass ähnliche historische Bedingungen und gleiche Deutungen und Wertvorstellungen die Lebensführung der Mitglieder dieses Kollektivs ausgemacht haben beschrieben.
Aus sozialwissenschaftlicher Sichtweise betrachtet, bildet sie die Gesamtheit der Forschungsansätze, deren Datengrundlage Lebensgeschichten, Lebenserfahrungen und Darstellungen der Lebensgeschichte aus dem subjektiven Blickwinkel desjenigen sind, der sein Leben lebt. Um individuelle Entwicklungen auf der Basis gesellschaftlicher Normen und Strukturen zu erforschen, die zu einem bestimmten Verhalten und zu bestimmten Einstellungen der entsprechenden Person geführt haben, wird die Biographie sehr oft von der empirischen Sozialforschung eingesetzt.
2.2. das narrative Interview
Ein narratives Interview stellt eine spezielle Form eines offenen Interviews dar, bei der die Betroffenen versuchen eine gewisse Ordnung in die Darstellung ihrer Biographien zu bringen. Um zu gewährleisten, dass diese Verfahren aus subjektiver Sicht erfolgreich verlaufen, sollten diverse Punkte unbedingt einfließen. Gabrielle Rosenthal stellt dies in sieben Punkten dar: Ø Raum zur Gestaltentwicklung Ø Förderung von Erinnerungsprozessen Ø Förderung der Verbalisierung heikler Themenbereiche Ø Eine zeitlich & thematisch offene Erzählaufforderung Ø aufmerksames & aktives Zuhören Ø sensible und erzählgenerierende Nachfragen Ø Hilfestellung beim szenischen Erinnern (Rosenthal, G., 1995)
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Steffen Knäbe, 2003, Einführung in die Biographieforschung mit geschichtlichem Rückblick, Munich, GRIN Publishing GmbH
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