Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung der rauchfreien Schule 3
1.2 Fragestellung und Ziele der Arbeit 3
2. Durchführung der Untersuchung
2.1 Erstellung des Fragebogens 4
2.2 Einteilung der Fragen in acht Untersuchungsbereiche 5
2.3 Vorgehensweise bei Auswertung und Darstellung der Ergebnisse 6
3. Ergebnisse und Interpretation
3.1 Raucherquote der befragten Schüler, ehemalige Raucher und
Einstiegsalter für den Tabakkonsum 6
3.2 Gründe für den Tabakkonsum 8
3.3 Umfeld der Raucher 10
3.4 Soziale Akzeptanz der Raucher 11
3.5 Bereitschaft mit dem Rauchen aufzuhören 13
3.6 Abhängigkeit der Jugendlichen von Zigaretten 16
3.7 Einstellung zur Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens 18
3.8 Suchtprävention und ihre Maßnahmen 20
4. Diskussion der Mängel bei experimenteller Vorgehensweise und
Verbesserungsmöglichkeiten
4.1 Erstellung des Fragebogens 26
4.2 Durchführung der Umfrage 27
5. Literaturverzeichnis
5.1 Bücher und Zeitschriften 28
5.2 Internetliteratur 28
Anhang A: Fragebogens des Vortests 29
Anhang B: Endgültiger Fragebogen 31
Anhang C: Gesamtdaten für die Auswertung 34
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1. Einleitung
1.1 Einführung der rauchfreien Schule
Es sterben derzeit jedes Jahr ca. 117 000 Personen in Deutschland vor dem 65. Lebensjahr an Krankheiten, die auf den Tabakkonsum zurückgeführt werden können. Da das Nikotineinstiegsalter der Deutschen bereits bei 13,5 Jahren liegt, ist eine Nichtraucherförderung gerade bei den Jugendlichen notwendig. In vielen Bundesländern wird seit Monaten über rauchfreie Schulen diskutiert. Berlin, Hessen, Rheinland Pfalz, Brandenburg, Hamburg, das Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Bremen haben bereits das Nichtrauchen an Schulen per Gesetz geregelt oder planen derzeit ein Verbot. Im Herbst 2005 wurde dem Vorschlag vom Bayerischen Kabinett von November 2004 für ein Rauchverbot an allen öffentlichen Schulen in Bayern zugestimmt und seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 ist diese gesetzliche Regelung wirksam. Ziel dieses Verbots ist eine allgemeine Suchtprävention bei den Jugendlichen, da die Schüler so erkennen sollen, dass Rauchen vom Staat nicht gebilligt wird, sowie, dass es nicht automatisch zum Erwachsenenleben dazugehört. Vor allem die Lehrkräfte könnten an der Verwirklichung dieses Ziels mitwirken, indem sie ebenfalls auf das Rauchen verzichten (vgl. Gesetzentwurf der Staatsregierung, siehe 5.2). Allerdings wird beispielsweise in Hessen, wo bereits seit Januar 2005 das Rauchverbot gilt, kritisiert, dass die „Qualmerei vielerorts bloß verlagert“ (Schaible I.) wurde. So bemängelt auch die Vorsitzende des Landeselternbeirates in Hessen, Sybille Goldacker, dass die Raucherecke vorher innerhalb des Zaunes gewesen wäre und jetzt außerhalb sei (vgl. Schaible I., siehe 5.2).
1.2 Fragestellung und Ziele der Arbeit
Inwieweit eine solche Maßnahme wie die rauchfreie Schule die Jugendlichen in ihrem Verhältnis zum Tabakkonsum beeinflusst, ist unter anderem ein Forschungsziel dieser Facharbeit, welche das Rauchverhalten von Jugendlichen untersucht. Es wurden Jugendliche bestimmter Altersgruppen zu verschiedenen Themenbereichen, die das Rauchverhalten betreffen, mit Hilfe eines Umfragebogens befragt. Als Untersuchungsmethode eignet sich diese Form der Befragung besonders, da man beispielsweise im Vergleich zu Interviews mehr Personen in der gleichen Zeit befragen kann und dadurch
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ein Realschule und an einem Gymnasium in Regensburg durchgeführt. Von der St. Wolfgangschule wurden 65 Schüler ausgewählt, in der St. Marien Realschule, einer Mädchenrealschule, nahmen 57 Schülerinnen teil und am Goethe Gymnasium waren es 65 Schüler aus den 9. Klassen und 50 Schüler aus der 12. Klasse. In den jeweiligen Schulen wurde die 9. Jahrgangsstufe, also 14 bis 17-Jährige, befragt, da diese Altersgruppe bei den jungen Rauchern stark vertreten ist. So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgefunden, dass 10 % der 13-jährigen und 27 % der 15-jährigen in Deutschland täglich rauchen (vgl. Rauchfrei-Studie, siehe 5.2). Am Gymnasium wurde zusätzlich die K 12 befragt, um das Rauchverhalten der Schülerinnen und Schüler von Mittelstufe und Oberstufe miteinander vergleichen zu können.
2. Durchführung der Untersuchung
2.1 Erstellung des Fragebogens
Ein erster Fragebogen und die mit ihm durchgeführte Umfrage in der K 12 können eher als ein Vortest angesehen werden. Während der Auswertung stellte man Schwächen fest und entschloss sich, einen neuen Fragenkatalog zu erstellen. Problematisch war beispielsweise, dass die Einleitung und auch die Zeile, die nach Alter und Geschlecht fragt, sehr unauffällig gestaltet waren und somit manche Probanden vergessen haben, diese Angaben zu machen. Bei der neuen und schließlich endgültigen Fassung des Umfragebogens sind wichtige Stellen, u. a. auch die Einleitung und die Zeile mit Geschlecht und Alter, besonders hervorgehoben. Außerdem kam es bei einigen Schülern zu Verwirrung, welche Fragen nur für Raucher gedacht sind, und welche alle betreffen. Es bedurfte also einer besseren Gliederung. Einige Fragen verursachten beim Auswerten Schwierigkeiten, da sie zu offen gestellt sind - so zum Beispiel bei der Nr. 2a, wo die Teilnehmer unter „Sonstiges“ einen beliebigen Grund für das Rauchen nennen durften (siehe Anhang A). Die Antworten waren sehr verschieden und konnten schlecht zusammengefasst werden. Deshalb beinhaltet der neue Fragebogen hauptsächlich „geschlossene“ Fragen, also Fragen, bei denen die Probanden aus vorgegebenen Antworten auswählen sollen. Weiterhin wurde die Beantwortung erleichtert, indem manche Antwortskalen verbreitert wurden. Beispielsweise konnte man im ersten Fragebogen bei Frage Nr. 12 nur ant- worten, ob eine bestimmte Methode beim Beenden des Zigarettenkonsums helfen würde
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(siehe einer Abstufung von „große Hilfe“ bis „kleine Hilfe“ angeben, welche Methode ihnen hilfreich wäre und welche eher nicht (siehe Anhang B, Frage Nr. 20). Manche Fragen sind schließlich ganz weggelassen worden, weil sie zu keinen informativen Ergebnissen führten, dafür kamen weitere interessante Fragen hinzu.
2.2 Einteilung der Fragen in acht Untersuchungsbereiche
Die Fragen des endgültigen Umfragebogens lassen sich acht Bereichen bzw. Gliederungspunkten zuordnen. Mit den Fragen Nr. 1, 2 und 10 wird der erste Bereich „Raucherquote der befragten Schüler, ehemalige Raucher und Einstiegsalter für den Tabakkonsum“ abgeprüft. Es ist herauszufinden, wie viele der Probanden derzeit rauchen, früher geraucht haben und in welchem Alter die erste Zigarette ausprobiert wurde. Den nächsten Gliederungspunkt „Gründe für den Tabakkonsum“ untersucht die Frage Nr. 14. Dafür sollen die Probanden eine persönliche Gewichtung zu Hauptgründen des Rauchens abgeben. Der dritte Bereich beschäftigt sich mit dem „Umfeld der Raucher“. Hier wird untersucht zu welchen Rahmenbedingungen die Schüler am liebsten rauchen (Frage Nr. 15 und 16). Die „Soziale Akzeptanz der Raucher“ ist mit den Fragen Nr. 9, teilweise 18, 23 und 24 zu analysieren. Festzustellen ist, wie sich Tabakkonsumenten gegenüber Nichtrauchern verhalten und ob sie sich selbst als Belästigung bzw. Problem ansehen. Für den fünften Bereich „Bereitschaft mit Rauchen aufzuhören“ ermittelt die Umfrage wie viele Teilnehmer bereits versucht haben aufzuhören (Frage Nr. 17), die Gründe für (Nr. 18) und gegen eine Entwöhnung (Nr. 19) und was den jungen Rauchern beim Aufhören helfen würde (Nr. 20). Die Begründung des Rauchens mit „Aufhören klappt bei mir nicht (Frage Nr. 14), der Tabakkonsum pro Woche (Frage Nr. 11), die Dauer des Zigarettenkonsums in Jahren (Frage Nr. 12), die Zeitspanne, in der Raucher fähig sind auf Zigaretten zu verzichten (Frage Nr. 13) und die Art der Finanzierung der Zigaretten (Frage Nr. 25) zeigen die „Abhängigkeit der Jugendlichen von Zigaretten“ auf. Die „Einstellung zur Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens“ wird überprüft, indem gefragt wird, ob erste gesundheitliche Beschwerden ein ausreichender Grund zum Aufhören wären (Frage Nr. 18), welche Folgen des Zigarettenkonsums die Raucher bei sich selbst feststellen können (Frage Nr. 22) und ob beim Kauf von Zigaretten auf einen verminderten Tabakgehalt geachtet wird (Frage Nr. 21). Mit dem letzten Bereich „Suchtprävention und ihre Maßnahmen“ ermittelt man einerseits die wirksamste
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Abschreckungsmethode (Nr. 3) und in der Gastronomie (Nr. 4) und die Veränderung des Ausgehverhaltens bei einem Rauchverbot (Nr. 5). Andererseits untersucht man den von den Probanden selbst eingeschätzten Wissensstand über die Nikotinsucht und mögliche gesundheitliche Folgen des Zigarettenkonsums (Nr. 7), um beurteilen zu können, ob die Schüler ausreichend über Rauchen aufgeklärt wurden. Ferner wird versucht herauszufinden, inwieweit die Eltern eine Vorbildfunktion bezüglich des Tabakkonsums gegenüber ihrem Kind einnehmen (Nr. 6 und 26).
2.3 Vorgehensweise bei Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
Nicht bei allen Fragen werden sämtliche Auswertungsmöglichkeiten ausgeschöpft, d. h. es wird nicht überall getrennt nach Klasse, Geschlecht oder Raucher bzw. Nichtraucher ausgewertet. Einige Fragen werden nur insgesamt betrachtet, da sie von den Befragungsgruppen sehr ähnlich beantwortet wurden, und ein Vergleich zwischen den Klassen somit uninteressant wäre. Bei anderen Fragen wie beispielsweise Nr. 3 oder Nr. 6 wird zusätzlich der Anteil der Raucher bzw. Nichtraucher ermittelt (siehe Anhang B). Insgesamt entscheidet die Homogenität der Antworten zu einer Frage, ob nach Probandengruppen getrennt ausgewertet wird. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgte zunächst nur mittels Tabellen eines Tabellenkalkulationsprogramms (siehe Anhang C), die anschließend für bessere Interpretierbarkeit in adäquate Diagramme übersetzt wurden.
3. Ergebnisse und Interpretation
Für die in 2.2 genannten acht Bereiche werden in diesem Abschnitt die jeweiligen Ergebnisse in Form von Diagrammen dargestellt, zusammengefasst und diese soweit möglich interpretiert.
3.1 Raucherquote der befragten Schüler, ehemalige Raucher und Einstiegs-
Mit 41,5 % sind die 9. Klassen der Hauptschule die Befragungsgruppe mit der stärksten Raucherquote. In der Mitte liegt der Anteil der Raucher der 9. Klasse Realschule mit
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28,1 mit 20 % die wenigsten Tabakkonsumenten (siehe Diagramm 1). Dieser Unterschied zwischen den Schulen lässt vermuten, dass mit zunehmendem Bildungsniveau der Befragten, die Quote der Raucher abnimmt.
Diagramm 1: Ergebnis der Frage Nr. 1 des Umfragebogens: „Bist Du derzeit Raucher?"
Diagramm 2: Ergebnis der Frage Nr. 10 des Umfragebogens: „Du bist jetzt Nichtraucher und warst aber früher einmal Raucher?“
Vergleicht man die Quote der männlichen und weiblichen ehemaligen Raucher, so ist erstaunlich, dass in den 9. Klassen Hauptschule und Gymnasium keine weiblichen Probanden früher geraucht haben. Auch ist der Anteil der ehemaligen Raucherinnen in der Mädchenrealschule mit 4,9 % deutlich geringer als bei den vorgenannten Klassen. Hingegen ist über die Hälfte der früheren Raucher in der K 12 weiblich. Anhand von diesem Ergebnis könnte man folgern, dass Mädchen in der Regel erst später mit dem Rau- chen beginnen.
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Dasstufe unterschiedlich (siehe Diagramm 3). So gibt die Mehrheit der Probanden aus der K 12, die schon mindestens einmal eine Zigarette ausprobiert haben, an, dass sie ihre erste Zigarette etwa mit 14 Jahren ausprobiert haben. In den 9. Klassen gibt es dagegen einige Probanden, die bereits unter 10 Jahren das erste Mal rauchten. Die Schüler der 9. Klasse beginnen also derzeit viel früher zu Rauchen als vor etwa 3 Jahren. Diese Verschiebung könnte aber auch darauf beruhen, dass bei den Probanden aus der Kollegstufe verfälschende Erinnerungseffekte auftreten und/oder die Schüler der 9. Klasse damit prahlen möchten, dass sie bereits sehr früh eine Zigarette getestet haben. Im Mittel geben die Befragten an, im Alter zwischen 12 und 14 Jahren das erste Mal eine Zigarette versucht zu haben. Bei einer bundesweiten Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter dem Titel „Förderung des Nichtrauchens“, die in den Jahren 2003 und 2005 durchgeführt wurde, kam man beim Einstiegsalter mit durchschnittlich 12,9 Jahren auf ein ähnliches Ergebnis (vgl. BZgA, Förderung des Nichtrauchens, S.17, siehe 5.2).
Diagramm 3: Ergebnis zu der Frage Nr. 2 des Umfragebogens: "In welchem Alter hast Du zum ersten Mal eine Zigarette ausprobiert?“
3.2 Gründe für den Tabakkonsum
So wie in den Repräsentativerhebungen der BZgA die beruhigende Wirkung der Zigaretten die häufigste Begründung ist (vgl. BZgA, Förderung des Nichtrauchens, S.46, siehe 5.2), geben auch bei dieser Umfrage 87,3 % der Probanden an zu rauchen, weil sie es entspannend finden (siehe Diagramm 4.1).
Diagramm 4.1: Ergebnis zu der Frage Nr. 14 des Umfragebogens: "Inwieweit stimmst Du folgenden Gründen für das Rauchen zu oder lehnst sie ab?"
a) Ich fühl mich dadurch erwachsener
b) Weil es mein ganzer Freundeskreis tut
c) Es macht mir Spaß
d) Aufhören klappt bei mir nicht
e) Ich rauche, weil ich es entspannend finde
Dieses Ergebnis lässt sich damit erklären, dass nach längerer Zeit ohne Nikotin bei Rauchern als Entzugserscheinung Nervosität entsteht. Viele Tabakkonsumenten haben den Eindruck, dass sie den Zustand der Ruhe und des Entspannenkönnens ausschließlich durch Weiterrauchen erreichen würden. Die wenigsten begründen die Raucherei damit, dass sie sich dadurch erwachsener fühlen. Nur Raucher an der Hauptschule (14,8 %) und in der 9. Klasse Gymnasium (10 %) geben diesen Grund als Motivation für den Tabakkonsum an (siehe Diagramm 4.2). Bei den Schülern, die bereits erwachsen sind oder es in spätestens einem Jahr sein werden, greift dieser Grund vermutlich nicht mehr, da diese normalerweise bereits wie Erwachsene behandelt werden. Es sind insgesamt betrachtet hauptsächlich individuelle Ursachen, die Schüler zum Rauchen animieren und nicht - wie man vielleicht erwartet hätte - Gründe des Gruppenzwangs. So stimmen bei der Frage nach den Gründen für den Tabakkonsum nur 33,3 % dem Grund „Weil es mein ganzer Freundeskreis tut“ zu (siehe Diagramm 4.1).
Diagramm 4.2: Teilergebnis der Frage Nr. 14 des Umfragebogens (Legende vgl. Diagramm 4.1)
Arbeit zitieren:
Anita Schrems, 2007, Untersuchung zum Rauchverhalten bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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