-2-wird und einen Tempel erbaut.
Jedoch hält die Freude Gottes nicht lange, denn dieser ist sauer auf die Israelis, da sie sich eine Kuh aus Gold zum Anbeten Gottes gebaut haben. Daher will Gott das ganze Volk bis auf Mose umbringen, tut dieses aber nicht, da ihn Letztere anfleht und doch noch überzeugt. Vor lauter Wut auf sein Volk schlägt Mose die Gebotstafeln kaputt. Schlussendlich erhält Mose neue Steintafeln und die Isrealis erreichen ihr gelobtes Land. Nun beginnt der Bau des Tempels und Aaron wird in den Priesterstand gerufen.
Bilddeutung und Einordnung in den Bibel-Kontext: „Mose empfängt die Gesetzestafeln“ von Marc Chagall
Das Bild „Mose empfängt die Gesetzestafeln“ 1 von Marc Chagall zeigt die Szene auf dem Berg Sinai, wo Mose die Tafeln mit den zehn Geboten von Gott erhält. Am linken Rand des Bildes ist eine Menschenmasse zu erkennen. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die am Fuße des Berges wartenden Anhänger Moses, also der aus Ägypten fliehenden Israelis. Rechts im Bild sind drei Engel zu sehen. Zudem ist unter den Engeln ein Mann mit einem Kerzenhalter, dessen Identität nicht erklärbar ist. Allerdings trägt dieser Mann eine lange Kutte, sodass es sich bei ihm um Aaron, Moses Bruder, handeln könnte, der Priester ist.
Besonders auffällig an diesem Bild ist der große, in der Mitte stehende Mann, der sich auf der Spitze des Sinai befindet. Dieser trägt einen langen Bart und eine ebenfalls lange Robe. Das auffallende ist aber, dass diese Person, wahrscheinlich Mose, die Hände ausstreckt, um eine Steintafel, wahrscheinlich mit den zehn Geboten darauf, entgegen zu nehmen. Diese Tafel erhält er von einer Person recht oben auf dem Bild, dessen Gesicht nicht zu erkennen ist.
Auch die Natur spielt eine bedeutende Rolle auf diesem Bild, denn so sitzt die Person, die Mose die Steintafel überreicht, auf einer Wolke. Außerdem scheint die Sonne, von deren Strahlen Mose getroffen wird.
Innerhalb der Exodus-Erzählung hat die dargestellte Szene eine wichtige Bedeutung, denn so erhält Mose von Gott diese zehn Gebote, die für den christlichen und jüdischen Glauben von Wichtigkeit sind und die Gesetze des heutigen Glaubens der beiden Weltreligionen ausmachen. Doch auch die wartenden Menschen haben eine Bedeutung für Exodus, denn da sie durch das Warten auf Mose „müde wurden“, bauten sie sich
1 Bild: http://gaebler.info/kunst/nizza/Chagall_Moses-Gesetzestafeln.jpg
-3-einen Gottesersatz zum Anbeten aus Gold.
Aber die größte Bedeutung ist die Überreichung der zehn Gebote, weil diese die Eigenschaften Gottes besonders gut ausdrücken und auch zeigen, dass Gott für die Menschen während der Flucht und der Zeit in Ägypten bei ihnen war und er somit gut, barmherzig, gerecht und richtend, aber zugleich auch zornig war. Gleichzeitig beschreibt das Bild, dass Gott namensverweigernd ist, denn auf dem Bild ist Gott selber nicht zu erkennen, genauso wie er auch in der Bibelgeschichte mit dem Dornbusch selber nicht „anwesend“ ist. Analyse der dargestellten Gottesbilder in Kombination mit der Theorie Zengers
Das Bild enthüllt zahlreiche Gottesbilder, so zeigt es den Überbringer der zehn Gebote auf einer Wolke, allerdings ist Gott hier namesverweigernd, da nur die Arme des Überbringers der zehn Gebote zu erkennen sind, sodass es sich hierbei auch um einen Engel handeln könnte.
Von dieser Tatsache geht Zenger ebenfalls aus, denn in seiner Theorie heißt es, dass, als Mose auf dem Berg Sinai stand und das Antlitz Gottes erkennen wollte, dieser ihm nur den Rücken zeigte. Zenger geht davon aus, dass Mose die Eigenschaften Gottes über das Hören Gottes Worte, und nicht durch das eigene Sehen erschließen solle. Zudem sei nach Zenger in der Bibelstelle mit dem Dornbusch ebenfalls nicht klar gewesen, ob nun Gott oder ein Engel Übermittler der Nachricht gewesen ist, dass Gott zum Volk Israel stehe und für dieses da sei, sodass dies ein weiteres Indiz dafür ist, dass Gott auf dem Bild ein Namensverweigerer ist.
Genauso komme es nach dem Theologen nicht auf das Bild selber, sondern auf die Nachricht in der Bibel an. So ist „The Medium is the Message“ nach dem katholischen Theologen im Dornbusch nicht, wer die Nachricht übermittelt hat (auf bildlicher Ebene), sondern dass Gott beim Volk Israel ist. Diese Ansicht Zengers lässt sich ebenfalls auf das Bild Chagalls übertragen, denn so ist es in diesem Fall nicht relevant, wer die Steintafeln übermittelt, sondern dass Mose die von Gott geschriebenen Gebotstexte erhält und an das wartende Volk Israels übermittelt. Gleichzeitig zeigt das Bild aber auch, dass Gott ein barmherziger, liebender und gütiger Mensch ist, da er sonst das Volk Israels aufgrund des Gottesbildes mit dem Goldmonument umgebracht hätte. Auch dies passt wieder zu den Aussagen des am Ostersonntag 2010 verstorbenen Professors, da Gott nach ihm zwar richtend sei, aber
Arbeit zitieren:
Simon Winzer, 2010, Das Buch Exodus und das Tabu von Gottesbildern, München, GRIN Verlag GmbH
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