2. Entstehung des mobilen TV Markts
In diesem Kapitel soll die Entstehung, sowie die Entwicklung des deutschen Handy-TV Markts untersucht werden. Dabei wird parallel auf die Mobilfunkstandards und deren Verbreitungsmöglichkeiten in Bezug auf die Übertragung und den Empfang von audiovisuellem Datenmaterial eingegangen.
2.1 MFD und DMB
Der erste kommerziell nutzbare Dienst in Deutschland wurde am 31. Mai 2006 eingeführt. Der Betreiber MFD (Mobiles Fernsehen Deutschland) wollte die WM 2006 als Ausgangspunkt zur Verbreitung des 2 nutzen 3 DMB-Standards (Digital-Multimedia-Broadcast) . Doch trotz einer positiven Reaktion der
Rezipienten, konnte sich MFD mit dem DMB-Standard nicht durchsetzen. Nach Angaben des MFD-Geschäftsführers Henrik Rinnert konnten drei Wochen nach dem Start der Kooperation von debitel, 4 Nichtsdestotrotz wurden hohe Ziele mobilcom und simply lediglich 1400 Kunden gewonnen werden.
gesetzt. Mit dem mobilen Fernsehdienst watcha strebte der MFD bis 2007 eine Bevölkerungsabdeckung 5 von 75 Prozent an . Das Angebot von fünf TV-Programmen (ARD, ZDF, N24, MTV Music und
ProSiebenSat.1 Mobile) sowie dem mit Bildinformation ausgestatteten Radioprogramm bigFM radio 2 see, wurde kostenpflichtig eingeführt. Henrik Rinnert: "Der Nutzer ist gewohnt, dass die Benutzung des 6 Die Erwartungen wurden jedoch enttäuscht und am 30.04.2008 wurde watcha Handys Geld kostet.".
7 Abermals wegen mangelndem Kundeninteresse („niedrig fünfstellig“ 8 eingestellt. , waren die 9 und Nutzerzahlen). Es folgte eine Neuausrichtung auf DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handheld) eine Beteiligung am Konsortium Mobile 3.0.
2.2 Mobile 3.0 und DVB-H
Das Konsortium Mobile 3.0 wird gebildet durch die NEVA Media GmbH, bestehend aus den Verlagshäusern Burda Media und Holtzbrinck sowie der MFD. Das Ziel dieses Joint Ventures war die gemeinsame Frequenzsicherung und der Lizenzerwerb zum Betrieb eines Sendernetzes. NEVA Media und MFD konnten sich im Januar 2008 die DVB-H-Lizenzen der Landesmedienanstalten sichern und sich somit gegen Konkurrenten wie ProSiebenSat.1, Sender der RTL-Group und das Konsortium der Mobilfunkunternehmen Vodafone, O₂ und T-Mobile durchsetzen. Als Plattform für die Kundenakquirierung sollten abermals sportliche Großereignisse dienen: die EM im Juni 2008 und die Olympischen Spiele 2008. Mobile 3.0 startete jedoch im Juni 2008 lediglich einen Testbetrieb mit 150
2 Vgl. Zamani, Vahid (2008): Handy-TV. Entwicklung von Video-Content für den mobilen Markt. Hamburg 2008. S. 16f
3 Vgl. Kaufmanns, Ralf / Siegenheim, Veit (2006): Handy-TV - Faktoren einer erfolgreichen Markteinführung. Ergebnisse einer repräsentativen Primärstudie. In: Media Perspektiven 10/2006, S. 498
4 Vgl. Neuhetzki, Thorsten (2006): Glotze to go: Wie sehen Anbieter und Regulierer Handy-TV. 07.07.2006. http://www.teltarif.de/arch/2006/kw27/s22272.html, Zugriff am 13.03.2010
5 Vgl. ebd. , Zugriff am 13.03.2010 6 Vgl. ebd. , Zugriff am 13.03.2010
7 Vgl. Redaktionsbüro Peter Dehn (2008): Handy-Fernsehen mit „Watcha“. 1.11.2008. http://www.dehnmedia.de/?page=handy&subpage=dmb4, Zugriff am 13.03.2010
8 Vgl. Heise Online (2008): Sendeschluss für Handy-TV Watcha. 30.04.2008.
http://www.heise.de/mobil/meldung/Sendeschluss-fuer-Handy-TV-Watcha-204298.html, Zugriff am 13.10.2010
9 Vgl. Zamani, a.a.O., S. 19
2
10 (RTL, Vox, n-tv, ProSieben, Sat.1, N24, ARD, ZDF und Teilnehmern und neun Fernsehprogrammen
Deutschland 24). Wieder einmal wurden Ziele gesetzt, die nicht erreicht werden konnten: 2008 eine Vollabdeckung der Landeshauptstädte, 2009 alle Städte mit mehr als 150.000 Einwohnern und die vier 11 Ein Vertrag mit den Netzbetreibern kam dabei aber einwohnerstärksten Städte in jedem Bundesland.
nicht zustande, da diese sich weigerten zu kooperieren, nachdem sie bei der Lizenzvergabe nicht berücksichtigt wurden. So scheiterte auch der zweite Versuch einer bundesweiten Einführung von Handy-TV und Mobile 3.0 musste im Oktober 2008 die Lizenzen wieder zurückgeben. Die Landesmedienanstalten sahen das Pilotprojekt der Einführung des DVB-H-Standards als gescheitert, was auch zur Abschaffung von DMB führte.
2.3 Mobilfunkunternehmen und DVB-T
Schnell positionierten sich 2008 die Mobilfunkunternehmen im Handy-TV Markt. Durch den bereits weit 12 konnte der Großteil der deutschen Bevölkerung erreicht werden. verbreiteten DVB-T-Standard
Endgeräte mit DVB-T-Empfangsmöglichkeiten waren bereits auf dem Markt und zudem ist die Nutzung 13 Über DVB-T werden auf dem Handy von ca. 30 terrestrischen Fernsehprogrammen kostenlos.
dieselben Inhalte widergegeben wie im originären Fernsehen, d.h. es wurden keine speziellen made-for-mobile-Formate für diesen Standard produziert. Desweiteren kann kein Rückkanal aufgebaut werden, eine Interaktion zwischen Sender und Rezipient ist somit also unterbunden. Dies ist sicherlich ein Grund für die zunehmende Nutzung von Handy-TV via mobilem Internet.
2.4 UMTS setzt sich durch
Mobiles Internet ist schon seit einigen Jahren in Deutschland auch auf dem Handy verfügbar. Durch den 14 Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) sind die
Mobilfunkunternehmen seit 2004 in der Lage die mobilen Dienste durch die Integration des Internet 15 UMTS ermöglicht neben dem Zugriff auf das World-Wide-Web auch Videotelefonie oder anzubieten.
E-Commerce. Der entscheidende Vorteil den UMTS Handy-TV bietet ist an erster Stelle der Rückkanal für die Interaktion zwischen Sender und Empfänger und zweitens die weite Verbreitung des Standards. So bieten nach der Versteigerung von UMTS-Lizenzen, Mitte 2000 an sechs Mobilfunkanbieter, 2010 vier Unternehmen den Standard an: T-Mobile, Vodafone, O₂ und E-Plus. Hinzu kommt, dass die großen Anbieter inzwischen HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und HSUPA (High Speed Uplink Packet
10 Vgl. Breuning, Christian(2008): Handy-TV vor ungewisser Zukunft. DMB und DVB-H erhalten Konkurrenz durch DVB-T und mobiles Internet. In: Media Perspektiven 12/2008, S. 600
11 Vgl. ebd 12 Vgl. Zamani, a.a.O., S.17f
13 Vgl. TechniSat Digital GmbH (o.J): Verfügbarkeit von DVB-T in Deutschland. Verfügbar unter: http://www.dvb-t-portal.de/regionen/, Zugriff am 13.03.2010
14 Sauter, Martin (2006): Grundkurs Mobile Kommunikation. Von UMTS, GSM und GPRS zu Wireless LAN und Bluetooh Piconetzen. Wiesbaden². S.149ff
15 Vgl. Typopark (o.J): Die UMTS-Anfänge in Deutschland. http://www.laptopkarten.de/UMTS/deutschland.html, Zugriff am 15.03.2010
3
16 Somit ist eine schnelle Wiedergabe von Access) als Datenübertragungsverfahren für UMTS nutzen. Video-on-Demand und Livestreams gewährleistet.
2.5 Das iPhone als Hybrid
Eine Verbindung der modernen mobilen Internetdienststandards 2010 stellt das iPhone 3GS von Apple 17 Falls HSDPA wegen eingeschränkter Netzabdeckung nicht nutzbar ist, kann per Wi-Fi, UMTS, dar.
18 (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) oder GPRS (General Packet Radio Service) 19 eine EDGE
Verbindung hergestellt werden. Ausgangsstandard für die Entwicklung von GPRS, EDGE, UMTS und HSDPA ist GSM (Global System for Mobile Communications), welches schon Anfang 1990 eingeführt 20 Das exklusive Vertriebsrecht für das iPhone besitzt T-Mobile und der Konzern bietet eine wurde.
spezielle MobileTV-Applikation die sich der Nutzer kostenlos runterladen kann.
3. Die Rolle der Mobilfunkbetreiber
Nach Betrachtung der Entwicklung von Handy-TV ist ersichtlich, dass die Mobilfunkunternehmen verstärkt darauf setzten ihre Dienste per mobilem Internet anzubieten. Auch Sie wollen das Handy als Endgerät für die Ausspielung von Videomaterial nutzen und von diesem Markt profitieren. In diesem Kapitel wird ein Überblick über die mobilen Angebote der zwei großen Mobilfunkunternehmen, T-Mobile und Vodafone, gegeben.
3.1 T-Mobile
T-Mobile bietet aktuell 3 Pakete zur Nutzung von Handy-TV. Hinter dem Namen „MobileTV“ stehen das Basis-Paket, das LIGA total!-Paket und das Erotik-Paket. Für die Nutzung der Pakete ist ein UMTS-fähiges Handy von T-Mobile nötig, welches „MobileTV“ unterstützt. Dies sind insgesamt 60 Handys von den Marken LG (5/60), Nokia (22/60), Samsung (12/60), Sony Ericsson (17/60) und T-Mobile (4/60). Desweiteren ist es möglich auf 16 Handys von Nokia (9/16) und Sony Ericsson (7/16) die MobileTV 21 Diese bietet ein Interface für eine Plattform die speziell auf die Nutzung von Software zu installieren.
MobileTV zugeschnitten ist. Der Rückkanal ermöglicht beispielsweise das Abrufen von Programminfos, Kontozugang, Sendezeiteneinsicht und das Zappen durch die gebuchten Kanäle.
16 Vgl. Typopark (o.J): Fortschritt bei HSDPA: Anbieter legen zu. http://www.laptopkarten.de/HSDPA-Karte/hsdpaanbieter.html , Zugriff am 13.03.2010
17 Vgl. Apple Inc. (o.J.): Das neue iPhone3GS. Verfügbar unter: http://www.apple.com/de/iphone/iphone-3gs/, Zugriff am 14.03.2010
18 Vgl. i12 GmbH (o.J.): EDGE - was ist es und was kann es?. Verfügbar unter: http://www.dsl-magazin.de/edge/, Zugriff am 14.03.2010
19 Vgl. Sauter, a.a.O., S. 87ff 20 Vgl. ebd. S. 1ff
21 Vgl. T-Mobile (2010): Handys für MobileTV. Verfügbar unter: http://t-mobile.i22-datacenter.de/mobiletv_microsite/v2.html, Zugriff am 14.03.2010
4
Programmangebot für mobiles Fernsehen via Mobilfunk (UMTS) T-Mobile
22 Tabelle 1: Vgl. T-Mobile (2010): TV & Video. Verfügbar unter: http://www.t-mobile.de/mobiles-internet/0,20335,23096-_,00.html, Zugriff am 14.03.2010
5
Kosten und Leistungen T-Mobile
T-Mobile bietet demnach Livestreams für Nachrichten und Sport sowie Videostreams Mobile bietet demnach Livestreams für Nachrichten und Sport sowie Videostreams Mobile bietet demnach Livestreams für Nachrichten und Sport sowie Videostreams aus dem Entertainmentbereich. Desweiteren Entertainmentbereich. Desweiteren kann die Zusatzoption MobileVideo genutzt werden. Dies ist ein kann die Zusatzoption MobileVideo genutzt werden. Dies ist ein Portal in welchem der Besitzer eines UMTS er eines UMTS- oder EDGE-fähigen Handys sich einzelne Videos ab 0,19 sich einzelne Videos ab 0,19 € runterladen kann. Abgedeckt werden Bundesligazusamm runterladen kann. Abgedeckt werden Bundesligazusammenfassungen, ausgewählte Nachrichten über 6 enfassungen, ausgewählte Nachrichten über 6 24 Bundesligavereine, Musikvideos und Bundesligavereine, Musikvideos und Entertainmentsendungen (u.a. ”Mr. Bean”, ”Peanuts“) und Erotik. ”Mr. Bean”, ”Peanuts“) und Erotik.
In der Grafik 1 wird die Netzab-
deckung von T-Mobile für GSM, GRPS, EDGE und UMTS sowie HSDPA gezeigt. MobileTV ist somit in beinahe allen deutschen Großstädten verfügbar, während MobileVideo fast in ganz Deutsch-land genutzt werden kann.
3.2 Vodafone
Auch das zweitgrößte Mobilfunkunternehmen in Deutschland bietet die Nutzung von Handy Auch das zweitgrößte Mobilfunkunternehmen in Deutschland bietet die Nutzung von Handy Auch das zweitgrößte Mobilfunkunternehmen in Deutschland bietet die Nutzung von Handy-TV. Mit Vodafone MobileTV kann der Kunde bei einem abgeschlossenen Tarifvertrag von VodafoneLive! UMTS Vodafone MobileTV kann der Kunde bei einem abgeschlossenen Tarifvertrag von VodafoneLive! UMTS Vodafone MobileTV kann der Kunde bei einem abgeschlossenen Tarifvertrag von VodafoneLive! UMTS oder von HappyLive! UMTS für CallYa die Basis oder von HappyLive! UMTS für CallYa die Basis-Kanäle kostenlos nutzen. Desweiteren können en. Desweiteren können
Zusatzoptionen wie die MobileTV Flatrate für Premium Kanäle oder das TopErotik Zusatzoptionen wie die MobileTV Flatrate für Premium Kanäle oder das TopErotik Zusatzoptionen wie die MobileTV Flatrate für Premium Kanäle oder das TopErotik-Paket gebucht 26 Bei den Diensten handelt es sich um eine Mischung aus Videostreams und Livestreams. In der werden. Bei den Diensten handelt es sich um eine Mischung aus Videostreams und Livestreams. In der Bei den Diensten handelt es sich um eine Mischung aus Videostreams und Livestreams. In der
_,00.html, Zugriff am 14.03.2010
25
Grafik 1: Vgl. T-Mobile (2010): Funkversorgung Inland.
mobile.de/funkversorgung/inland/0,12418,15400
26 Vgl. Vodafone (2010): MobileTV und Preise video/preise/, Zugriff am 15.03.2010
6
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Bachelor of Arts Niklas Weith, 2009, Mobiler Journalismus - Handy TV, München, GRIN Verlag GmbH
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