Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Ziel der Arbeit und Gang der Untersuchung 2
2. Grundlagen der Projektfinanzierung 3
2.1. Definition der Begriffe Projektfinanzierung und Cash-Flow 3
2.2. Konstitutive Merkmale der Projektfinanzierung 4
2.3. Vertragsparteien der Projektfinanzierung 5
2.4. Ablauf der Projektphasen 7
3. Risikomanagement der Projektfinanzierung 10
3.1. Grundlagen des Risikomanagements 10
3.1.1. Definition des Risikobegriffs. 10
3.1.2. Ziel und Aufgabe des Risikomanagementprozesses. 10
3.1.3. Risikopolitische Maßnahmen 11
3.1.3.1. Ursachenbezogene Maßnahmen 11
3.1.3.2. Wirkungsbezogene Maßnahmen 11
3.1.4. Ablauf des Risikomanagementprozesses 12
3.2. Durchführung des Risikomanagements 12
3.2.1. Identifikation der Projektrisiken 12
3.2.2. Risikoquantifizierung 14
3.2.2.1. Behandlung quantifizierbarer Risiken 14
3.2.2.1.1. Statische Risikoquantifizierung 14
3.2.2.1.2. Dynamische Risikoquantifizierung 17
3.2.2.1.2.1. Sensitivitätsanalyse 17
3.2.2.1.2.2. Szenarioanalyse 18
3.2.2.1.2.3. Risikoanalyse 19
3.2.2.2. Behandlung nicht quantifizierbarer Risiken 19
3.2.3. Risikobewertung 20
3.2.4. Risikoreduktion 20
3.2.5. Risikoverteilung 21
3.2.6. Abschluss des Risikomanagements 22
4. Schlussbetrachtung 24
Literaturverzeichnis IV
Anhang VII
I
Abkürzungsverzeichnis Aufl. Auflage c. p. ceteris paribus (unter sonst gleichen Bedingungen) DIN Deutsches Institut für Normung Diss. Dissertation DSCR Debt Service Cover Ratio (Schuldendienstdeckungsgrad) EUR Euro f folgende (Seite) ff folgende (Seiten) ggf. gegebenenfalls GWh Gigawattstunde Hrsg. Herausgeber i. d. R. in der Regel i. e. S. im engeren Sinne i. w. S. im weiteren Sinne Jg. Jahrgang kWh Kilowattstunde LLCR Loan Life Cover Ratio (Kreditlaufzeit-Kennzahl) MEUR Millionen Euro Mio. Millionen Mrd. Milliarden MW Megawatt o. g. oben genannt PLCR Project Life Cover Ratio (Projektlaufzeit-Kennzahl) S. Seite SDR Schuldendienstreserve TEUR tausend Euro u. a. unter anderem u. U. unter Umständen vgl. vergleiche z. B. zum Beispiel zit. zitiert
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Berechnungsschema für den Cash-Flow.
Abbildung 2: Wesentliche Vertragspartner der Projektfinanzierung
Abbildung 3: Die einzelnen Phasen der Projektfinanzierung
Abbildung 4: Charakterisierung der wirkungsbezogenen Risikomaßnahmen
Abbildung 5: Ablauf des Risikomanagements.
Abbildung 6: Identifikation der wesentlichen Einzelrisiken bei Projekten
Abbildung 7: Die Höhe der Fertigstellungsrisiken im Zeitablauf.
Abbildung 8: Beispiel einer Sensitivitätsrechnung für eine 50-MW-Kraft-Wärme
Kopplungsanlage
Abbildung 9: Darstellung der Cash-Flow-Szenarien
Abbildung 10: Beispiel für ein Projektrisiko-Profil
Abbildung 11: Klassifikationsmuster für Risikofaktoren
III
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Die Zahl der weltweiten Projektfinanzierungen nimmt trotz der aktuell vorherrschenden Finanzkrise an den Kapitalmärkten weiter zu. In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 erreichte das globale Finanzierungsvolumen mit 179,0 Mrd. Dollar einen neuen Rekordstand. Der geografische Schwerpunkt dieser positiven Entwicklung liegt in den Regionen von Osteuropa, des Nahen Ostens und Südostasiens. 1
Anwendung finden Projektfinanzierungen typischerweise bei Vorhaben mit hohem Innovationsgrad und den damit einhergehenden hohen Investitionssummen. Berühmte historische Beispiele sind der Suezkanal, die Bagdadbahn und der Eurotunnel. 2 Neben diesen Großprojekten wird die Projektfinanzierung inzwischen jedoch auch bei weniger bekannten Vorhaben eingesetzt. Die heutigen Anwendungsgebiete sind dabei äußerst vielfältig. Neben klassischen Bergbau- und anderen Gewinnungsvorhaben können u.a. Anwendungsfelder wie die petrochemische Industrie, der Anlagenbau, Infrastrukturvorhaben, Energiegewinnung, -versorgung und -verteilung, Telekommunikation, Immobilien und die Landwirtschaft, als auch Übernahmefinanzierungen genannt werden. 3
Als Erklärungsansätze für die seit Mitte der 1990er Jahre zunehmende Zahl der Projektfinanzierungen werden u. a. die fehlenden Ressourcen des Staates, die Überlegenheit der Koordinationsprozesse des Marktes und der zunehmende Investitionsbedarf, insbesondere bei Infrast-rukturvorhaben genannt. 4
Eine starke Nachfrage nach Infrastruktur besteht besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. Hier konnte das Infrastrukturnetz zum einen nicht mit dem Wirtschaftswachstum Schritt halten und zum anderen wird es gleichzeitig zum Engpassfaktor für weiteres Wachstum. 5 Da der erhöhte Bedarf an öffentlicher Infrastruktur weder ausschließlich durch den Staat, noch durch erhöhte Steuerbelastungen der Bürger befriedigt werden kann, werden an dieser Stelle Projektfinanzierungen eingesetzt. 6
1 Vgl. Köhler (2007), S. 31
2 Vgl. Böttcher, Blattner (2006), S. 3
3 Vgl. Reuter, Wecker (1999), S. 4 ff
4 Vgl. Böttcher, Blattner (2006), S. 2f
5 Vgl. Köhler (2007), S. 31
6 Vgl. Levy, S. M. (1996): Build, Operate, Transfer - Paving the Way for Tomorrow’s Infrastructure, New York,
S. 10f, zit. nach Böttcher, Blattner (2006), S. 3
1
Des Weiteren übersteigen die Volumina einzelner Projekte hinsichtlich ihrer Größe oft die finanziellen Belastungsgrenzen und die Risikobereitschaft des Initiators. Mit Hilfe der Einschaltung einer nicht konsolidierungspflichtigen Projektgesellschaft können diese Unternehmen die Projekte außerhalb ihrer Bilanzen ausweisen, die bestehenden Risiken auf die Vertragspartner verteilen und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Somit kommt der Projektfinanzierung in Zeiten der Globalisierung mit verstärktem internationalen Wettbewerb zunehmend eine Schlüsselfunktion zu. 7
Vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden Globalisierung und der starken Nachfrage aus Schwellenländern wie z.B. China gehen Experten davon aus, dass sich der positive Trend bei Projektfinanzierungen auch in Zukunft weiter fortsetzen wird. 8
1.2. Ziel der Arbeit und Gang der Untersuchung
Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundstrukturen des Risikomanagements bei Projektfinanzierungen darzustellen. Dabei soll besonders herausgestellt werden, welche Verfahren bei der Risikoanalyse des Projekts von Fremdkapitalgebern angewendet werden.
Im Anschluss an die Einleitung werden im zweiten Kapitel zunächst die zum Verständnis der Projektfinanzierung notwendigen Grundlagen besprochen. Das dritte Kapitel behandelt als Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit die theoretische Darstellung des Risikomanagements. Auch an dieser Stelle werden zunächst grundsätzliche Überlegungen angestellt, bevor die Durchführung des Risikomanagements mit Hilfe der Fertigstellungsrisiken näher erörtert wird. Die Methode der Real- und Handlungsoptionen ist in diesem Zusammenhang nicht Ge-genstand dieser Arbeit, weil sie in der gängigen Literatur bis dato nur beiläufig erwähnt wird. Da der Fokus der Ausarbeitungen auf den Verfahren zur Prüfung der Belastbarkeit des Projekts liegt, entfällt außerdem eine detaillierte Betrachtung der Risikobehandlung aus Anreiz-Beitrags-Sicht. Im abschließenden vierten Kapitel werden die wesentlichen Sachverhalte der Arbeit resümiert und es wird ein Fazit gezogen.
7 Vgl. Böttcher, Blattner (2006), S.2f
8 Vgl. Köhler (2007), S. 31
2
2. Grundlagen der Projektfinanzierung
2.1. Definition der Begriffe Projektfinanzierung und Cash-Flow
In der gängigen Literatur existiert eine Vielzahl von Definitionen für den Begriff der Projektfinanzierung. Es erscheint daher zweckmäßig den Begriff in seine Wortbestandteile Projekt und Finanzierung zu zergliedern. Der Projektbegriff definiert sich nach der Norm Nr. 69 901 des Deutschen Instituts für Normung als „Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist wie z.B. Zielvorgabe; zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Begrenzungen; Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben; projektspezifische Organisation“ 9 . Weiter kann man unter dem Begriff der Finanzierung „alle Tätigkeiten, die sich mit der Funktion der Finanzmittelversorgung und Disposition befassen“ 10 verstehen. Diese abgeleitete Definition ist im Hinblick auf die in der Praxis realisierten Projektfinanzierungen jedoch nicht zielführend. Der Projektbegriff ist im o.g. Sinne zu weitläufig und der Begriff der Finanzierung lässt zu wenig Spielraum offen. 11 Aus diesem Grund soll in der vorliegenden Arbeit die Definition der Financial Accounting Standards (USA) gelten, die den Projektfinanzierungsbegriff als „Finanzierung einer sich selbst tragenden Wirtschaftseinheit, bei der sich die Kreditgeber vornehmlich auf den Cash Flow und die Aktiva des Projektes als Sicherheit für die Rückzahlung des Fremdkapitals verlassen“ 12 begreift.
Zentrales Kriterium zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Projekts ist der Cash-Flow. Bei der Projektfinanzierung wird der Cash-Flow-Begriff in der einschlägigen Literatur grundsätzlich als finanzwirtschaftlicher Einnahmenüberschuss angesehen. Er ist somit ein Zah- 13 ImBezug auf die Projektfilungsstrom und keine aufwands-/ertragsorientierte Kennzahl.
nanzierung erhält der Cash-Flow-Begriff Zukunftscharakter, weil er sich aus der Differenz der prognostizierten Einzahlungen aus dem Projektbetrieb zu den für die Erzielung zu berücksichtigenden prognostizierten Auszahlungen (Betriebskosten) ergibt. 14 Somit kann der Cash-Flow nach folgender Berechnung ermittelt werden:
9 Vgl. Deutsches Institut für Normung (1987), S. 1
10 Vgl. Grochla, E. (1976) Begriff der Finanzierung, in: Büschgen, H. E. (Hrsg.): Handwörterbuch der Finanz-
wirtschaft, Stuttgart, Sp. 413-431, Sp. 427, zit. nach Hupe (1995), S. 11
11 Vgl. Hupe (1995), S. 11
12 Vgl. Financial Accounting Standard Nr. 47 Fassung März 1981, zit. nach Backhaus, Ueckermann (1990), S.
106
13 Vgl. Reuter, Wecker (1999), S. 53
14 Vgl. Tytko (1999), S. 9f
3
2.2. Konstitutive Merkmale der Projektfinanzierung
Die Projektfinanzierung ist als Finanzierungsart durch drei grundsätzliche Merkmale gekennzeichnet. Unter Off Balance Sheet-Financing versteht man bei Projektfinanzierungen die Gründung einer rechtlich eigenständigen Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle), üblicherweise in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft. Diese Gesellschaft hat die Aufgabe das Projekt durchzuführen und kann das zur Finanzierung notwendige Fremdkapital losgelöst vom initiierenden Unternehmen (Off Balance Sheet) aufnehmen, die Bilanz der Muttergesellschaft bleibt somit weitgehend 16 unberührt. Die Projektgesellschaft tritt, soweit keine Garantien von den Gesellschaftern gestellt werden, unmittelbar als haftender Kreditnehmer auf. 17 Dieses Charakteristikum ist in der Literatur umstritten, weil es nach Ansicht einiger Autoren nicht als notwendiges Merkmal bei einer Projektfinanzierung angesehen wird.
Das Merkmal des Cash-Flow Related Lending bezeichnet bei der Projektfinanzierung die Orientierung der Kreditvergabeentscheidung und der Konditionsgestaltung der Finanzierung an den zu erwartenden Cash-Flows aus dem Projekt (Cash Flow Related). Potenzielle Fremdkapitalgeber können anhand der Struktur der Zahlungsströme Rückschlüsse auf das Verschul- 18 dungspotenzial und die Schuldendienstfähigkeit des Projekts ziehen. Des Weiteren liegen
für das Projekt im Regelfall keine historischen Bilanzen vor und die Haftung gegenüber den Kreditgebern beschränkt sich per definitionem alleine auf die Aktiva der Projektgesellschaft,
15 Eigene Darstellung in Anlehnung an Tytko (1999), S. 10
16 Aufgrund aktueller Rechnungslegungsvorschriften ist die Konsolidierungs- und Haftungsproblematik ein in
der Literatur vielschichtig diskutiertes Thema. Zunehmend wird die Frage gestellt, ob das Merkmal einer Off
Balance Finanzierung im originären Sinne weiterhin Bestand hat. Zur Vertiefung dieser Sachverhalte vgl. Bött-
cher, Blattner S. 9ff und Hupe S. 13ff
17 Vgl. Ueckermann (1990), S.19f
18 Vgl. Tytko (1999), S. 9f; Ueckermann (1990), S.18
4
Arbeit zitieren:
2007, Risikomanagement im Kontext der Projektfinanzierung, München, GRIN Verlag GmbH
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