1. Einführung in das Arbeitsgebiet
1.1. Landschaftliche Einordnung
Das vorliegende Kartenblatt von Dippoldiswalde und Glashütte stellt einen Ausschnitt aus dem Osterzgebirge dar, welches zur Nordabdachung des Erzgebirges gehört. Naturräumlich begrenzt wird es im Westen durch das Flöha-Tal, im Osten durch die Gesteinsgrenze zwischen den Erzgebirgsgneisen und den Sandsteinen des Elbsandsteingebirges, im Norden durch die Karsdorfer Verwerfung, sowie im Süden durch das nordböhmische Becken (vgl. Kaulfuß 2001).
Eine genauere Einordnung des vorliegenden Gebietes kann am Rande des Osterzgebirges erfolgen. In der Karte von Groschopp, Liebmann und Steindorf (1990) wird deutlich, dass es sich in erster Linie um die Reinhardtsgrimmaer Hochfläche handelt, woran sich im Norden die Dippoldiswalder Heide und im Nord-Westen der Tharandter Wald anschließt. Zudem ist erkennbar, dass das Arbeitsgebiet im Osten an das Freital-Kreischaer Becken und das Elbtalschiefergebirge angrenzt.
Die thematisierte Region gehört zum Kreis Dippoldiswalde, welcher neben der gleichnamigen Kreisstadt auch die Gemeinden Glashütte und Reinhardtsgrimma einschließt (vgl. Kaulfuß 2001).
1.2. Geokomponenten
1.2.1. Geologischer Bau
Einen genauen Einblick in den geologischen Bau des Arbeitsgebietes ermöglicht die geologische Karte von Kossmat (1915) mit dem Maßstab 1:25.000. Klar ersichtlich wird das großflächige Vorkommen des Gneises, der jedoch lokal von geringmächtigen kreidezeitlichen Sandsteinen überlagert wird. Es handelt sich um die Grauen Freiberger Gneise (Biotitgneis), die eine mittelkörnige, faserige Struktur besitzen und aus dem Präkambrium stammen (vgl. Rothe 2005). Sie werden stellenweise von einigen langen und schmalen Quarzporphyrgängen durchzogen, die erst am Frauenberg und südlich von Reinhardtsgrimma breitere Ausmaße annehmen.
Im Südwesten der geologischen Karte werden zwei markante Rücken deutlich. Mit etwa 550 m NN Höhenlage setzen der Teplitzer Quarzporphyr (Rhyolith) und der Granitporphyr mit einem deutlichen Sprung in der ansonsten recht gleichmäßigen Abdachung an (vgl. Kaulfuß et
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al. 1981). Dieser geomorphologisch bedeutsame Gesteinswechsel markiert gleichzeitig die Grenze zwischen den Mesochoren des oberen und unteren Osterzgebirges (vgl. ebd.). Im Zentrum des vorliegenden Kartenausschnitts tritt sehr markant der Luchberg auf, der die einzige freie tertiäre Basaltkuppe darstellt.
Zudem befindet sich über den Festgesteinen fast überall eine autochthone Frostschuttdecke vorwiegend aus der letzten Kaltzeit, die wenige Meter mächtig ist und lokal von Lösslehm beeinflusst bzw. bedeckt ist (vgl. Kaulfuß 2000; Kaulfuß 2001).
1.2.2. Klima
In dem zu bearbeitenden Gebiet herrscht ein Jahreszeitenklima. Aus der Übersichtskarte über die Böden des Freistaates Sachsen 1:400.000 (1993) wird ersichtlich, dass der Anteil der ariden und humiden Monate jeweils 30 % beträgt. Die jährliche Niederschlagssumme liegt zwischen 700 und 800 mm in den unteren Berglagen und zwischen 800 und 900 mm in den mittleren Berglagen (vgl. Kaulfuß 2001). Demgegenüber liegt die Jahresmitteltemperatur in den unteren Berglagen zwischen 7,0 und 7,5 °C und in den mittleren Berglagen zwischen 5,5 und 7,0 °C (ebd.). Dies zeigt deutlich die Interdependenz zwischen der Höhenlage eines Ortes und seinen klimatischen Kennwerten.
1.2.3. Relief
Das östliche Erzgebirge, und damit das vorliegende Arbeitsgebiet, zeigt einen typischen Ausschnitt aus der Mittelgebirgslandschaft Sachsens (vgl. Kaulfuß 2001). Zentraler Prägefaktor des Reliefs stellt die erzgebirgische Pultscholle dar. Deren Kippung im Tertiär erzeugte eine Abdachung, die für die aufsteigende Neigung in südlicher Richtung verantwortlich ist (vgl. Kaulfuß 2000). Wie im Kartenausschnitt zu sehen, werden im Süden Höhen zwischen 500 und 600 m NN erreicht, während die Oberfläche im Norden bis auf unter 400 m NN abgedacht ist. Diese Abflachung in Richtung Norden zeigt sich auch deutlich in der erstellten Höhenschichtenkarte.
Wie im Kartenausschnitt der TK 25 Dippoldiswalde deutlich zu erkennen, ist das Gebiet eher flachwellig. Dies lässt sich gut an den angefertigten Topographischen Profilen nachvollziehen. Trotz der unterschiedlichen Überhöhungen ist die flachwellige Charakteristik des Reliefs deutlich erkennbar.
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In ein ausgeprägtes Hochflächenrelief sind parallel verlaufende und der Hauptabdachung konsequent folgende Flusstäler eingetieft (Müglitz, Rote Weißeritz) (vgl. ebd.). Kaulfuß bezeichnet das östliche Erzgebirge deshalb als ein Hochflächen-Täler-Relief (vgl. Kaulfuß et al. 1981). Nur wenige markante Einzelberge erheben sich darüber. Als Beispiel dafür dienen im vorliegenden Kartenausschnitt der Luchberg oder die Kohlkuppe.
1.2.4. Wasser
Die bedeutendsten Flüsse des Arbeitsgebietes stellen die Rote Weißeritz und die Müglitz dar. Im vorliegenden Kartenausschnitt ist erkennbar, dass beide Flüsse markant in das Relief eingetieft sind und der Hauptabdachung der erzgebirgischen Pultscholle konsequent folgen. Zudem lässt sich in der Karte von Groschopp, Liebmann und Steindorf (1990), in Bezug auf den weiteren Verlauf beider Flüsse, ein deutlicher Einschlag in Richtung Osten erkennen. Sowohl die Müglitz, als auch die Rote Weißeritz, münden in die Elbe.
1.2.5. Bios und anthropogene Nutzung
Die potentielle natürliche Vegetation des Arbeitsgebietes besteht aus Hainsimsen-, Eichen-und Buchenwald, der nordöstlich hochcollin und südwestlich submontan ist (Hempel 1996). Diese natürliche Vegetation wurde jedoch stark durch den Menschen beeinflusst und verändert. So dominieren heute Laubmischwälder und Nadelwälder, wobei vor allem Fichtenforste einen Großteil der Vegetation ausmachen (vgl. Kaulfuß et al. 1981). Die Vegetationsperiode in der Region liegt bei 195 bis 200 Tagen im Jahr, wobei hier Differenzen zwischen unteren und mittleren Berglagen bestehen (vgl. Kaulfuß 2001.). In tieferen Lagen beträgt sie bis zu 220 Tage, während in höheren Lagen nur 190 bis 205 Tage erreicht werden (vgl. ebd.).
Die anthropogene Nutzung der Region wird stark von den Komponenten Relief und Boden bestimmt. Während im oberen Osterzgebirge die forstwirtschaftliche Nutzung dominiert und Offenland nur inselhaft auftritt, überwiegen im unteren Osterzgebirge die landwirtschaftlich genutzten Flächen (vgl. Kaulfuß et al. 1981). In Höhenlagen ab 550 m NN treten kleine und größere Rodungsflächen auf, die ihrer Entstehung dem spätmittelalterlichen Erzbergbau verdanken (vgl. ebd.).
Die Besiedlung der Region der unteren und mittleren Berglagen des Osterzgebirges erfolgte erst relativ spät. Erst im 12./13. Jahrhundert wurden bäuerliche Siedler in den tieferen Lagen
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Arbeit zitieren:
Franziska Letzel, 2010, Belegarbeit zur topographischen Karte 1:25.000 Dippoldiswalde, München, GRIN Verlag GmbH
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