Inhaltsverzeichnis:
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1. THEMA UND ABGRENZUNG 3
2. BETRACHTUNG DER PARADOXIEN DER
TRANSPARENZ 3
2.1. Die Eigendynamik des Nichtwissens 3
2.2. Popitz: Die Präventivwirkung des Nichtwissens. 4
2.2.1. Kommentar 7
2.3. Elster: Die zwanghafte Suche nach Sinn. 8
2.3.1. Kommentar.
2.4. Young: Die Rolle der Polizei als Verstärker von
Abweichung , Konstrukteur von Wirklichkeit
und Übersetzer von Phantasien. 10
2.4.1. Kommentar 11
3. FAZIT UND SCHLUSSWORT 12
4. LITERATURVERZEICHNIS 13
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1. THEMA UND ABGRENZUNG
In vielen gesellschaftlichen Bereichen wird oftmals über fehlende Transparenz und ein überhandnehmendes Nichtwissen geklagt. Dieses Phänomen lässt sich sowohl in der Politik, als auch in der Wirtschaft, bis hin zu bürokratischen Systemen beobachten. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine aus soziologischer Sicht höchst interessante Thematik, bei der eine Vielzahl von Teilaspekten immer wieder neue Betrachtungsweisen ermöglichen. Die gesellschaftlichen Vor- und Nachteile von Transparenz, und die bewusste oder unbewusste Manipulation derselben, entwickeln bei näherer Beobachtung eine Eigendynamik, die zu erklären oder zumindest zu beschreiben ich in dieser Arbeit versuchen möchte.
Dabei werde ich zunächst auf die Frage der gesellschaftlichen Relevanz der Transparenz eingehen, und einige erhellende Bezüge zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen ziehen, welche den Tatbestand noch einmal verdeutlichen sollen. Anschließend werde ich etwas spezieller auf das Phänomen der Wirkungserklärungen zu sprechen kommen, um die Problematik aus einem etwas differenzierteren Blickwinkel zu beleuchten.
2. BETRACHTUNG DER PARADOXIEN DER TRANSPARENZ
2.1. Die Eigendynamik des Nichtwissens
In vielen gesellschaftlichen Bereichen belastet fehlende Transparenz den reibungslosen Ablauf sozialer Prozesse. Das Nichtwissen bietet eine Art Handlungsspielraum für Normbrüche, führt zu Fehlinterpretationen und Mißverständnissen, andererseits ermöglicht es erst das gesellschaftliche Zusammenleben. Diese paradoxe Eigenschaft der Transparenz gehört zu dem Themenkomplex, der soziologisch besonders interessant ist. In jedem Falle entwickelt sich in einer von Nichtwissen geprägten Gesellschaft immer eine Eigendynamik, weil es eine typisch menschliche Reaktion ist, die Leerstellen füllen zu wollen. Da dies nicht immer möglich ist, werden an deren Stelle Vermutungen und Spekulationen gesetzt, die schnell den Status eine „selffulfilling-prophecy“ erhalten können.
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2.2. Popitz: Präventivwirkung des Nichtwissens 1
Popitz betrachtet in seiner Abhandlung „Die Präventivwirkung des Nichtwissens“ das Thema Transparenz aus einem induktiven Blickwinkel. Er stellt die Grundthese auf, dass erst das Nichtwissen die Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Strukturen ermöglicht. In seiner Argumentation sorgt die fehlende Transparenz innerhalb der sozialen Strukturen dafür, dass Normen, Sanktionen und andere gesellschaftliche Instanzen gewahrt werden. Um diesen Gedanken zu verdeutlichen, verweist Popitz auf die Utopie einer transparenten Gesellschaft (in Anlehnung an den englischen Schriftsteller William Makepeace Thackeray), in der eine totale Verhaltenstransparenz herrscht:
In dieser gedanklich erschaffenen „gläsernen Gesellschaft“ finden die Menschen wechselseitig alles übereinander heraus, jedes nicht normkonforme Verhalten wird entdeckt und auch sanktioniert. Es handelt sich also um eine Gesellschaft ohne Geheimnisse.
Popitz geht weiterhin davon aus, dass eine solche Gesellschaft unmöglich ist. In der Untersuchung und Darlegung dieser Unmöglichkeit wird die gleichzeitige Notwendigkeit der fehlnden Transparenz innerhalb eines gesellschaftlichen Systems aufgezeigt. Für die Annahme, dass eine solche Gesellschaft in der Realität nicht durchführbar ist, bzw. nicht von Bestand sein könnte, bringt Popitz folgende soziologische Begründungen:
Eine totale Verhaltenstransparenz ist schon allein aus einem Grunde nicht möglich, denn die Kenntnis des Verhaltens anderer Menschen ist immer begrenzt. Zwar führen in den einzelnen sozialen Einheiten (Familie, Freundeskreis, Arbeitsplatz etc...) die Menschen unterschiedliche Verhaltenskonten voneinander, jedoch basieren diese nur auf partiellem Wissen über den jeweils anderen. Jeder Mensch führt in seinem Umfeld mehrere dieser Verhaltenskonten, die jeweils auf das Gegenüber und die Beziehung zu diesem abgestimmt sind. Die Verhaltenstransparenz ist also je nach Gehalt der sozialen Beziehungen verschiedenartig abgegrenzt. So hängt die Verhaltensinformation eng
Arbeit zitieren:
Birgit Michels, 2000, Wissen und Nichtwissen - Eine Betrachtung der Paradoxien der Transparenz, München, GRIN Verlag GmbH
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