Bei Besprechungen und Konferenzen kommt es bei den Teilnehmern zur Stereotypenbildung, die für einen Moderator von großer Bedeutung und Wichtigkeit ist, denn er muss für die nötige Balance in einer Gruppe sorgen, um optimal mit der Gruppe arbeiten zu können. Dazu ist die Beantwortung folgender Fragen notwendig: Welche Stereotypen gibt es? Wie verhalten sie sich? Wie gehe ich mit ihnen um? Wie reagiere ich auf sie? Wie kann ich eine Person integrieren und wie eine andere zurückhalten? Mit der Erörterung dieser Probleme werde ich mich im Folgenden beschäftigen.
Das Thema „Umgang mit schwierigen Teilnehmern“ war Bestandteil der Vorlesung vom 9. November 2006. Als Beispiel dient der „Konferenz-Zoo“ 1 , mit ihm lassen sich die verschiedenen Stereotypen bestimmten Tieren zuordnen. Am Konferenztisch ganz vorn links sitzt der Hund, er ist der Streiter, an dessen eindringlichem Blick und hervor geschobenem Körper man erkennen kann, dass er gerne streitet und diskutiert. Ständig versucht er andere zu provozieren, zu verunsichern und zu unterbrechen. Auf der einen Seite stört er damit oft das Voranschreiten der Konferenz und verlängert sie dadurch, auf der anderen Seite brauchen wir ihn aber, um Diskussionen überhaupt erst erzeugen zu können. Seine Anwesenheit hat sowohl positive als auch negative Aspekte. Ideal für den Konferenzleiter ist sachlich und ruhig zu bleiben sowie die Gruppe aufzufordern bzw. zu veranlassen seine Behauptungen zu widerlegen und Stellung zu nehmen.
1 Quelle: Arbeitsblatt aus der Vorlesung am 9.November 2006
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Ich habe bereits die Erfahrung gemacht, dass Hunde eine gewisse Zeit zum Abreagieren brauchen, um dann auch wieder richtig zuhören zu können, doch muss sie ein Moderator unterbrechen, wenn es ausartet. Neben dem Hund sitzt das Pferd, es ist positiv orientiert, Harmonie liebend und Ausgleich bringend, außerdem fühlt es sich bei Diskussionen eher unwohl und kann sich nicht richtig einbringen. Aus der zurückweichenden Körperhaltung lässt sich auch der zurückhaltende Charakter schließen und da das Pferd zwischen zwei sehr dynamischen Charakteren sitzt, kommt es so in seine Rolle. Doch an den gespitzten Ohren kann ich eben auch erkennen, dass es ein sehr guter Zuhörer, aber auch Mitdenker ist.
Indem ich das Pferd nach seiner Meinung frage oder es zwischendurch Ergebnisse zusammenfassen lasse, schaffe ich es das Pferd bewusst in die Diskussion einzuschalten.
Neben dem Pferd sitzt der Affe, er ist der Alleswisser bzw. Besserwisser schlechthin. Er will ständig im Vordergrund stehen und von allen bewundert werden, deswegen macht er sich körperlich sehr groß und erreicht durch seinen erhobenen Arm, der anscheinend eine überaus wichtige Meldung anzeigt, auch fast die Körpergröße der Giraffe. Er will sein Wissen unbedingt loswerden und zu allem seinen Kommentar dazugeben, daher ist es hilfreich, die Gruppe aufzufordern, zu seinen Bemerkungen Stellung zu nehmen. Jedoch ist der Affe durchaus ein guter Partner für neue Ideen, die ich als Moderator auch aufnehmen sollte. Persönlich ist mir bisher aufgefallen, dass ein Affe oft nicht auf Beziehungsaspekte achtet, wodurch er auch kaum Kontakt zu den anderen Mitgliedern hat. Er ist für mich der einzige Teilnehmer der Konferenz, der mit einem sehr großen Abstand zu den anderen Teilnehmern am Tisch sitzt. In einem größeren Abstand zum Affen sitzt der Frosch. An seinem geöffneten Maul kann ich bereits erkennen, dass er anscheinend wieder „redet ohne etwas zu sagen“. Er ist der Redselige der Konferenz und redet eigentlich andauernd, dadurch verfällt die Diskussion oft in „Laberei“ und das eigentliche Thema fällt in den Hintergrund. Trotzdem kann es aber auch positiv sein, einen Frosch als Teilnehmer zu haben, denn wenn keiner reden will (z.B. früh am morgen), dann
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erzählt der Frosch erst einmal seine Episoden und fördert damit die Redundanz. Der große Abstand zum Affen lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass jeder von den beiden am liebsten die ganze Zeit reden würde und dieser Fakt die Beziehung zwischen den beiden selbstverständlich verschlechtert. Als Moderator sollte ich den Frosch taktvoll unterbrechen und am besten schon vorher seine Redezeit festlegen, jedoch weiß ich aus persönlicher Erfahrung, dass viele Frösche ihre Redezeit oft nicht einhalten und trotzdem überziehen. Gleich neben dem Frosch finden wir das Reh, die verschränkten Arme und das gesenkte Haupt sind Merkmale und Zeichen seiner Schüchternheit. In Diskussionen hält es sich meistens zurück, ist aber dafür sehr Aufmerksam und zeigt oft großes Interesse. Erfahrungsweise nickt das Reh oft anderen Teilnehmern bei bestimmten Aussagen zu und bekommt daher viel Aufmerksamkeit und Sympathie zugewendet. Auch wenn das Reh anwesend ist, so hört man es doch nicht und deshalb ist es wichtig, dem Reh leichte direkte Fragen zu stellen und, um sein Selbstbewusstsein zu stärken, es durch Nicken zu bestätigen.
Neben dem Reh sitzt der ablehnende Igel, seine verschränkten Arme zeigen seine Ablehnung und seine Unzufriedenheit mit der gesamten Situation. Doch Igel können sehr produktiv für andere sein, die versuchen werden den Igel von ihren Ideen zu überzeugen. Als Moderator sollte ich trotzdem herausfinden, warum er so ablehnend ist sowie seine Kenntnisse und Erfahrungen anerkennen. Der Nachbar des Igels ist das uninteressierte Nilpferd, es ist vom Thema nicht betroffen, glaubt am falschen Platz zu sein und lehnt die Sitzung ab. Als Moderator sollte ich versuchen, die Gründe für das Desinteresse herauszubekommen und Interesse zu wecken. Ideal wäre außerdem, nach der Arbeit des Nilpferds zu fragen und ihn Beispiele aus seinem Interessensgebiet geben zu lassen.
Neben dem Nilpferd sitzt das „große Tier“, die Giraffe. Es ist nicht nur körperlich größer als alle anderen und kann sie überschauen, sondern ist auch vom Status und vom Finanziellen der Mächtigste unter den Teilnehmern. Meldet sich die
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Arbeit zitieren:
B.Sc. (Bachelor of Science) Sarah Dorst, 2007, Der Konferenz-Zoo: Umgang mit schwierigen Teilnehmern, München, GRIN Verlag GmbH
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