Inhaltsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Hinf ührung zur Thematik und Fragestellung 3
1 Definitionen: Adipositas und Depression 5
1.1 Adipositas 5
1.2 Depression 6
2 Studien und Kritikpunkte an diesen 6
2.1 Adipositas als Ursache von Depression 7
2.2 Depression als Ursache von Adipositas 11
3 Moderator- bzw. Mediatorvariablen 13
3.1 Potentielle Moderatoren 14
3.2 Potentielle Mediatoren 15
4 Fazit und praktische Implikationen 16
Literaturverzeichnis 18
Hinführung zur Thematik und Fragestellung
Laut WHO (2000) nimmt die Prävalenz 1 für Übergewicht und Adipositas weltweit rapide zu, d. h. Übergewicht und Adipositas werden zu immer ernsteren gesellschaftlichen Gesundheitsproblemen. Zudem wird heute häufig von Adipositas als „epidemischem Phänomen“ gesprochen und in einigen Entwicklungsländern koexistieren Adipositas und Unterernährung bzw. Hunger. Ogden et al. (2006) berichten, dass die Lebenszeitprävalenz für Adipositas 2004 in den USA für Männer bei 31% und für Frauen bei 33% lag - Tendenz: steigend für beide Geschlechter. 1994 lag laut WHO (2000) die Lebenszeitprävalenz in den europäischen Ländern für Männer bei 10 bis 20% und für Frauen bei 10 bis 25%. Im Allgemeinen sind Frauen weltweit stärker von Adipositas betroffen als Männer.
Neben beeinträchtigenden funktionellen Einschränkungen und verminderter Lebensqualität ist Adipositas mit vielfältigen Gesundheitsschäden und gesteigerter Mortalität verbunden (Markowitz et al., 2008; WHO, 2000). Die lebensbedrohlichen, chronischen Begleit- oder Folgeerkrankungen von Adipositas lassen sich nach der WHO (2000) in vier Hauptgruppen einteilen: kardiovaskuläre Probleme, wie Bluthochdruck und Schlaganfälle; Erkrankungen die durch eine Insulinresistenz bedingt werden (z. B. Diabetes mellitus); gewisse Arten von Krebs und Gallenblasenerkrankungen. Außerdem sind adipöse Menschen wegen ihres Erscheinungsbildes und damit verbundenen Vorurteilen und Diskriminierungen einem erheblichen psychosozialen Druck ausgesetzt. Zusätzlich zu den aufgezeigten, schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas, bringen diese Phänomene eine erhebliche Belastung für die Gesamtgesellschaft mit sich. Wie die WHO (2000) konstatiert, untersuchten einige Studien die aus Adipositas resultierenden Kosten in industrialisierten Gesellschaften. Es zeigte sich, dass etwa 2 bis 7 % der Gesamtausgaben eines Landes für das Gesundheitswesen direkt auf Übergewicht und Adipositas zurück zu führen sind.
Auch Depression als psychisches Leiden ist keine neue Erkrankung. Aktuellere Erkenntnisse über ihre weltweite Verbreitung und ihre Intensität machen sie jedoch zu einer problematischen Erscheinung (WHO, 2001). Aktuell liegt die Lebenszeitprävalenz für Depressionen weltweit für Männer bei 5 bis 17 % und für Frauen sogar bei 10 bis 34 %, was dahingehend gedeutet werden kann, dass auch ihr Auftreten bei Frauen wahrscheinlicher ist als bei Männern (Davison et al., 2007).
1 Prävalenz ist „allgemein ein Maß für das Vorkommen bestimmter Ereignisse in einer Gruppe oder Population“ (Fuchs-Heinritz et al., 1995, S. 510). Hier z. B. wie viele Menschen bis zu einem bestimmten Lebensalter adipös
werden.
In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts erkannte die WHO, dass die Depression als affektive Störung eine zentrale Ursache für viele weitere Krankheiten bildet und sowohl in industrialisierten Ländern wie auch in Entwicklungsländern eine anwachsende Belastung darstellt. Negative Konsequenzen die aus der Erkrankung an Depression folgen sind erschreckend. Depressive Menschen sind durch die Krankheit stark in ihrem sozialen und persönlichen Leben beeinträchtigt und tendieren zu Substanzabhängigkeit, häufig in Form einer Abhängigkeit von Medikamenten. Außerdem ist die Mortalität depressiver Menschen stark erhöht. Häufige Ursache für einen natürlichen Tod stellen Herzerkrankungen und Schlaganfälle dar, im schlimmsten Falle begehen erkrankte Personen Selbstmord (WHO, 2001). Die WHO (2001) schildert, dass 15% der Menschen die weltweit an Depressionen erkrankt sind Selbstmord begehen.
Warum sich diese Arbeit nun gerade mit den Phänomenen Adipositas und Depression beschäftigt hat folgenden Grund: Wie oben bereits geschildert nimmt die Prävalenz für Adipositas wie auch für Depression weltweit stetig zu. Menschen die sowohl unter Adipositas als auch unter Depressionen leiden, sind einer verminderten Lebenszufriedenheit und -qualität, einem starken Gesundheitsrisiko sowie einer erhöhten Mortalität ausgesetzt. Eine Vielzahl von Studien nimmt an - wie z. B. auch Markowitz et al. (2008) - dass sich Adipositas und Depression wechselseitig bedingen bzw. dass zwischen beiden Phänomenen ein positiver Zusammenhang besteht. Obwohl eine Vielzahl von Studien existiert, die sich als Ziel setzten die kausale Bedingungsrichtung von Adipositas und Depression zu klären, gibt es dafür noch keine endgültige und eindeutige Lösung. Um Menschen die von einem der beiden Phänomene betroffen sind, vor dem Eintreten des anderen zu schützen bzw. um Personen die von beiden Phänomenen gleichzeitig betroffen sind, erfolgreich zu betreuen bzw. zu behandeln, ist es zudem notwendig die Wechselwirkungen zu verstehen, die eine Verbindung zwischen Adipositas und Depressionen darstellen. Diese Arbeit legt daher die Fragestellung zu Grunde, wie die Kausalrichtung zwischen Adipositas und Depression verläuft. Sagt eine Adipositas eine spätere Depression voraus oder bedingt eine Depression eine spätere Adipositas? Im folgenden Abschnitt werden die hier zentralen Phänomene Adipositas und Depression eingeführt und definiert. Auf dieser Grundlage aufbauend, werden zum einen empirische Originalarbeiten vorgestellt, die untersuchen ob Adipositas eine Depression verursacht und zum anderen Studien, die den umgekehrten Kausalzusammenhang zu Grunde legen. Im Anschluss an die jeweils vorgestellten Studien werden diese kritisch beurteilt. In Abschnitt 4 folgt die Erläuterung möglicher Moderator- bzw. Mediatorvariablen die sowohl die eine als auch die
andere Kausalrichtung erklären können. Daraus wird abschließend ein Fazit gezogen und es werden Erkenntnisse für Medizin und Therapie zusammengefasst.
1 Definitionen: Adipositas und Depression
Nachfolgend werden Adipositas und Depression definiert, sodass für den weiteren Verlauf dieser Arbeit ein einheitliches Verständnis gegeben ist. D. h. die Phänomene werden anhand repräsentativer Literatur definiert und knapp in ihrer Symptomatik dargestellt. Auf Aspekte, wie Entstehung und Therapie sowie Behandlung von Adipositas und Depression, wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen, da sie für das Verständnis und den weiteren Verlauf dieser Arbeit nicht relevant sind.
1.1 Adipositas
Zunächst wird auf den Begriff „Übergewicht“ im Allgemeinen eingegangen. Menschen werden definitorisch als übergewichtig bezeichnet, „wenn mehr Körperfett angesetzt ist, als auf-grund von Statur, Größe und Geschlecht zu erwarten ist“ (Schwarzer, 1992, S. 276). Um Übergewicht zu erfassen, wurden und werden verschiedene Methoden angewendet. Eine erste, etwas impraktikable Methode ist die Unterwassermessung. Dabei taucht eine Person in ein mit Wasser gefülltes Becken, worauf sich der Wasserspiegel hebt. Daraus lässt sich „ein Maß für den Anteil des Körperfetts ableiten“ (Schwarzer, 1992, S. 276). Heute sind zwei weitere international anerkannte Methoden zur Normierung des Körpergewichts vorherrschend: das ältere BROCA-Normgewicht und der verbreitetere Body Mass Index (BMI). Ersteres ergibt sich laut Schwarzer (1992) als Differenz aus der Körpergröße in Zentimetern minus 100. Um nach dieser Methode schließlich das „Idealgewicht“ für die höchst mögliche Lebenserwartung einer Person zu erhalten, werden bei Männern von dieser Differenz noch 10% und bei Frauen 15% abgezogen. Letztere Methode errechnet sich nach Schwarzer (1992), als Quotient aus dem Körpergewicht (in kg) und dem Quadrat der Körpergröße (in m). Der BMI wird allgemein dazu verwendet, eine Klassifikation von Erwachsenen hinsichtlich Unter-, Übergewicht und Adipositas vorzunehmen (WHO, 2000). Nach der WHO (2000) werden Personen mit einem BMI < 18,50 als untergewichtig, Personen mit einem BMI zwischen 18,50 und 24,99 als normalgewichtig, solche mit einem BMI zwischen 25,0 und 29,99 als übergewichtig und Personen mit einem BMI > 30,0 als adipös bezeichnet. Des Weiteren definiert die WHO (2000) Adipositas als ein Leiden, bei dem überschüssiges Körperfett in einem solchen Maß angewachsen ist, dass es zu einer nachteiligen Beeinflussung der Gesundheit kommt.
1.2 Depression
Die Depression gehört zur Kategorie der affektiven Störungen (wie z. B. auch die Manie und bipolare Störungen). Von all diesen ist die Depression am stärksten verbreitet (Davison et al., 2007). Definiert wird die Depression bei Davison et al. (2007, S. 307) wie folgt: Es handelt sich um einen „emotionalen Zustand, der durch starke Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, Gefühle der Wertlosigkeit und Schuld, sozialen Rückzug, Schlafstörungen, Verlust von Appetit und sexuellem Verlangen sowie Verlust von Interesse und Freude an alltäglichen Aktivitäten gekennzeichnet ist“. Die Depression kann in den unterschiedlichsten Formen auftreten.
Beispielhaft sind hier die melancholische bzw. somatische Depression 2 , die Depression mit psychotischen Symptomen - wie Halluzinationen und Wahnideen, die Wochenbett oder Postpartum Depression und die Winterdepression zu nennen (Davison et al., 2007). Im Folgenden soll von Depression als emotionalem Zustand - wie oben definiert - gesprochen werden. Eine Depression tritt meist in „depressiven Episoden“ (auch Major Depression genannt) auf, in welchen betroffene Personen mehrere depressive Symptome zeigen. Dazu gehören beispielsweise depressive Verstimmungen, vermindertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten, verminderter/gesteigerter Appetit und Gewichtsverlust oder -zunahme, ein negatives Selbstbild und Suizidgedanken oder -versuche.
2 Studien und Kritikpunkte an diesen
Dieser Abschnitt versucht anhand empirischer Originalarbeiten die kausale Bedingungsrichtung von Adipositas und Depression zu klären. Dafür werden an erster Stelle Studien und deren wichtigste Ergebnisse exemplarisch vorgestellt die untersuchen, ob Adipositas Depression bedingt. An zweiter Stelle werden Studien und deren wichtigste Ergebnisse vorgestellt, welche die umgekehrte Kausalrichtung erforschen. Abschließend werden die aufgezeigten Ergebnisse gegenübergestellt und verglichen, um ein Fazit geben zu können. Diese Arbeit greift auf drei Überblicksartikel über vorhandene Studien zu dieser Thematik zurück: auf den Beitrag von Faith et al. (2002), die Metaanalyse von Blaine (2008) und den Studienüberblick von Markowitz et al. (2008). Alle drei Artikel weisen darauf hin, dass bisherige Studien zu dieser Thematik mit drei unterschiedlichen Forschungsdesigns vorhanden sind: Querschnittstudien, Interventionsstudien und longitudinale Studien. Will man nun einen Kausalzusammenhang zwischen zwei oder mehr Variablen erfassen, so ist es notwendig longitudinale Studien durchzuführen bzw. zu betrachten. Ob nun eine momentane Adipositas eine spätere Depressi- 2 „Melancholisch“bzw. „somatisch“ bedeutet hier, dass die Personen unter erheblichen depressiven Verstim- mungen leiden, wie z. B. Verlust von Appetit, Lethargie oder extreme Erregung (Davison et al. 2007).
Arbeit zitieren:
Hanna-Marei Steininger, 2009, Adipositas und Depression, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie: Adipositas und Depression ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie: neuer Titel erschienen: Adipositas und Depression
Hanna-Marei Steininger hat einen neuen Text hochgeladen
Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen
Ein Therapiemanual
Annette Schaub, Elisabeth Roth, Ulrich Goldmann
Teilstationäre Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen
Tagesklinik für Affektkranke
Heinz Böker, Daniel Hell, Daniel Teichmann
0 Kommentare