Kapitalflussrechnung - Aufbau und Inhalt Jonas Augustin
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Fragestellung und Abgrenzung des Themas. 3
1.2 Begriffsdefinitionen. 3
2. Aufbau und Inhalt einer Kapitalflussrechnung. 5
2.1 Darstellung der anzugebenden Cashflows. 5
2.2 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 6
2.3 Cashflow aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit. 7
2.4 Die Klassifizierung bestimmter Transaktionen 8
2.5 Angaben im Anhang des Jahresabschlusses. 9
3. Unterschiede in der Kapitalflussrechnung nach DRS und IAS 10
4. Interpretationsmöglichkeiten in Bezug auf die Kapitalflussrechnung. 12
5. Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
Modul Accounting Finance 2
Kapitalflussrechnung - Aufbau und Inhalt Jonas Augustin
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Abgrenzung des Themas
Die Kapitalflussrechnung als Bestandteil des Jahresabschlusses hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der von Warren Buffett geprägte Ausdruck „Cash is King“ (Berman und Knight, 2006) mag in seiner Einfachheit sehr angelsächsisch geprägt sein, doch liefert er eine Erkenntnis, die spätestens seit dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang diesen Jahrzehnts den meisten Investoren ins Bewusstsein gerückt ist: Unternehmen müssen den Betrieb einstellen, wenn ihnen die Barmittel ausgehen - nicht weil sie unprofitabel wirtschaften (Charan und Useem, 2002, Übers. d. Verf.).
Erstmals wurde das „statement of cash flows“ 1988 in den USA als Bestandteil eines „full set of financial statements“ zur Pflicht für alle Unternehmen (Küting und Weber, 2008, 589). In den darauf folgenden Jahren wurde die Kapitalflussrechnung auch in anderen Rechnungsle-gungsstandards aufgegriffen. Der IAS 7 (International Accounting Standard), der die Vorgaben für die Kapitalflussrechnung nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (International Financial Reporting Standards, IFRS) fest legt, gilt in seiner jetzigen Form seit dem 1. Januar 1994 verbindlich für alle Unternehmen, die nach IFRS bilanzieren. In Deutschland ist die Veröffentlichung einer Kapitalflussrechnung für börsennotierte Muttergesellschaften erst seit 1998 vom Handelsgesetzbuch (HGB) rechtlich vorgeschrieben und ihr Aufbau im DRS 2 (Deutscher Rechnungslegungsstandard) beschrieben (Heno, 2006). Diese Arbeit hat zum Ziel, den Aufbau und Inhalt einer Kapitalflussrechnung anhand des deutschen und des internationalen Rechnungslegungsstandards (DRS 2 bzw. IAS 7) strukturiert aufzuarbeiten und wesentliche Unterschiede aufzuzeigen. Ferner wird gesondert auf die Aussagekraft von Kapitalflussrechnungen mit Hinblick auf die Unternehmensperformance und sich anbietende Interpretationsmöglichkeiten eingegangen. Hierbei wird das Konzept des Free Cash Flows als wichtiger Aspekt der Erfolgsrechnung kurz erläutert. Dem Leser soll so ein detailliertes Verständnis der Kapitalflussrechnung sowie gängige Analysemethoden der enthaltenen Informationen geboten werden.
1.2 Begriffsdefinitionen
Per Definition ist die Kapitalflussrechnung ein „Instrumentarium zur Abbildung der Zahlungsströme im Unternehmen“. Sie stellt eine „Weiterentwicklung der Bewegungsbilanz dar,
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Kapitalflussrechnung - Aufbau und Inhalt Jonas Augustin
indem verwandte Aktiva und zugehörige Passiva zu einer Mittelgesamtheit - einem Fondsvereinigt werden, dessen Veränderungen […] dargestellt werden“ (beide Zitate aus Schneck, 2007, 495). Die Kapitalflussrechnung ist in ihrer Eigenschaft also klar zahlungsstromorientiert und stellt somit eine sinnvolle Ergänzung zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) im Jahresabschluss dar.
Bei der Darstellung des Aufbaus und Inhalts einer Kapitalflussrechnung in der vorliegenden Arbeit werden die folgenden zentralen Begriffe gemäß der relevanten Rechnungslegungsstandards verwendet. Da sich die Begriffe in IAS 7 und DRS 2 inhaltlich nicht unterscheiden, werden hier die wörtlichen Definitionen nach DRS 2.6 aufgeführt. Die entsprechenden Definitionen des internationalen Rechnungslegungsstandards finden sich in IAS 7.6. Zahlungsmittel werden als „Barmittel und täglich fällige Sichteinlagen“ definiert, Zahlungsmitteläquivalente als „Liquiditätsreserve gehaltene, kurzfristige, äußerst liquide Finanzmittel, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen“. Um eine Klassifizierung als Zahlungsmitteläquivalente zu rechtfertigen, sollten die Finanzmittel „in der Regel nur Restlaufzeiten von nicht mehr als drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt“, haben (DRS 2.18 bzw. IAS 7.7). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum Finanzmittelfonds zusammengefasst, der in seiner Gesamtheit die Grundlage für die zu erstellende Kapitalflussrechnung bildet. Die Definition des Finanzmittelfonds ist im Anhang des Abschluss aufzunehmen. Ferner sind hier Auswirkungen von Änderungen der Definition auf die aktuelle sowie die Vorperiode anzugeben (DRS 2.52 bzw. IAS 7.45). Jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten - im Wesentlichen Kontokorrentkredite - können zusätzlich in den Finanzmittelfonds einbezogen werden, wenn diese in die Disposition der liquiden Mittel einbezogen werden (DRS 2.19 bzw. IAS 7.8).
Wichtig für den Aufbau der Kapitalflussrechnung ist die Unterscheidung der verschiedenen Unternehmenstätigkeiten: als laufende Geschäftstätigkeiten werden alle „wesentliche[n] auf Erlöserzielung ausgerichtete[n] zahlungswirksame[n] Tätigkeiten des Unternehmens“ definiert „sowie sonstige Aktivitäten, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzu-ordnen sind“. Investitionstätigkeiten umfassen den „Erwerb und die Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens, von längerfristigen finanziellen Vermögenswerten [sowie die Anlage von Finanzmittelbeständen], die nicht dem Finanzmittelfonds oder der Finanzie-
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Kapitalflussrechnung - Aufbau und Inhalt Jonas Augustin
rungstätigkeit zugehören“. Finanzierungstätigkeiten beschreiben „zahlungswirksame Aktivitäten, die sich auf den Umfang und die Zusammensetzung der Eigenkapitalposten und der Finanzschulden des Unternehmens auswirken“.
In diesem Zusammenhang werden Finanzschulden als „Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Kapitalsammelstellen und anderen Geldgebern sowie Anleihen, nicht jedoch Lieferanten- und sonstige Verbindlichkeiten aus der laufenden Geschäftstätigkeit“ fest gelegt. Zuletzt gelten Cashflows im Allgemeinen als „Netto-Zahlungsströme einer Periode aus laufenden Geschäftstätigkeiten, aus Investitions- sowie aus Finanzierungstätigkeiten“.
2. Aufbau und Inhalt einer Kapitalflussrechnung
2.1 Darstellung der anzugebenden Cashflows
Grundsätzlich sind die in der Kapitalflussrechnung gezeigten Zahlungsströme - der jeweiligen wirtschaftlichen Tätigkeit des Unternehmens entsprechend - den drei oben genannten Tätigkeiten zuzuordnen und getrennt darzustellen (DRS 2.7f. bzw. IAS 7.10f.). Für die Gliederung soll dabei die Staffelform verwendet werden, die durch die fortlaufende Darstellung der einzelnen Posten mehr dem zahlungsstromorientierten Charakter der Kapitalflussrechnung entspricht als die Kontoform (Küting und Weber, 2008). Lässt sich ein Zahlungsstrom mehreren Tätigkeitsbereichen zuordnen (z. B. die Rückzahlung eines Darlehens, die sowohl Zinsen als auch Tilgung umfasst), so kann dieser Zahlungsstrom entweder dem vorrangig betroffenen Bereich zugeordnet, oder nach vernünftiger Beurteilung auf die betroffenen Tätigkeitsbereiche aufgeteilt werden.
Für die Darstellung der Cashflows stehen dem Unternehmen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Bei der direkten Methode werden den Einzahlungen des jeweiligen Tätigkeitsbereiches die entsprechenden Auszahlungen direkt gegenüber gestellt. Für die Mittelzu- und -abflüsse aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit ist die direkte Methode zwingend anzuwenden (DRS 2.29 und 2.33 bzw. IAS 7.21). Für die Darstellung der Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen zusätzlich die Möglichkeit, die indirekte Methode anzuwenden (DRS 2.24 bzw. IAS 7.18). Hierbei wird in einer Überleitungsrechnung das Periodenergebnis um zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge, Bestandsänderungen des Nettoumlaufvermögens sowie Cashflows aus der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit berichtigt.
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Arbeit zitieren:
Jonas Augustin, 2009, Kapitalflussrechnung - Aufbau und Inhalt, München, GRIN Verlag GmbH
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