Inhaltsverzeichnis
Einleitung 03
1.) Zum Begriff der Anglophilie 04
1.1) Definition und Begriffsbestimmung 04
1.2) Anglophilie als mehrdimensionaler Begriff 05
2.) Der englisch-französische Dualismus und das „balance of powers“-Konzept 09
2.1) England und Frankreich nach dem spanischen Erbfolgekrieg 09
2.2) Das Konzept der balance of powers 10
2.3) Das renversement des alliances und die Folgen des Siebenjährigen Krieges 10
2.4) Die englische Hegemonialstellung als Wegbereiter der Anglophilie 11
3.) Zentren der Anglophilie im deutschsprachigen Raum 12
3.1) Die Hansestädte 12
3.2) „Das Tor nach England“ 13
3.3) Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg 14
3.4) Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel 16
3.5) Preußen unter Friedrich II. dem Großen 17
3.6) Zusammenfassung 17
4.) Ursachen der Ausbreitung und Etablierung der Anglophilie 18
4.1) veränderte politische Bedingungen Norddeutschlands 18
4.2) England als Hort der politischen und religiösen Freiheit 18
4.3) Zunahme des Englandwissens und der Reisefreudigkeit 19
4.4) Anglophilie als Gegenpol zur Frankophobie 20
4.5) Der kulturelle Einfluss von Paris 21
4.5.1) Rezeption Englands in der französischen Aufklärung 21
durch Muralt, Voltaire und Montesquieu
4.6) Zusammenfassung: Die Wegbereiter der Anglophilie 24
Abschlie ßende Betrachtung 25
Quellen - und Literaturverzeichnis 26
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Einleitung
Das 18. Jahrhundert kann in jeder Hinsicht als ein Wendepunkt der europäischen Geschichte bezeichnet werden, da es die europäische Gesellschaft von der Frühen Neuzeit in die Moderne transformierte, neue Strukturen etablierte und das Parkett der staatlichen Protagonisten erweiterte. Zunächst einmal hat es jedoch als ein Zeitalter der Kriege beziehungsweise der Weltkriege zu gelten, da sowohl im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) als auch im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) alle Weltmächte ihrer Zeit involviert waren und die militärischen Auseinandersetzungen auf Kriegsschauplätzen stattfanden, die über den gesamten Erdball verteilt waren, wobei aufgrund der Erfahrungen der Religionskriege in den vorangegangen Jahrhunderten seit dem Westfälischen Frieden vor allem Kabinettskriege dominierten, die (zumindest in der Theorie) durch die (weitgehende) Schonung der Zivilbevölkerung, durch kleine stehende Heere und das Streben nach einer
Entscheidungsschlacht typisiert werden können. 1 Das 18. Jahrhundert stand unter dem Signum der Konfrontation, von der vor allem zwei Mächte profitierten: Zunächst England, das sich gegen Spanien, die Vereinigten Niederlande und schließlich Frankreich als dominierende See- und Landmacht durchsetzen konnte, des weiteren Preußen, das 1701 zum Königtum aufgewertet wurde (wobei der brandenburgische Kurfürst freilich als König in und nicht von Preußen titelte) und seit dem Friedensvertrag von Aachen, spätestens jedoch seit 1763, als europäische Großmacht gelten konnte.
Das 18. Jahrhundert war aber zugleich auch das Jahrhundert der Aufklärung und der damit verbundenen Entdeckung des Individuums, was schlussendlich die Strukturen der Moderne determinierte und mit der Französischen Revolution ein neues Zeitalter einläutete. Eng verflochten mit der Aufklärung zeigte sich die Anglophilie, da England als „Mutterland“ aufklärerischer Strukturen tatsächlich in vielen Bereichen fortschrittlicher erschien als die absolutistischen Mächte des Festlandes und dementsprechend Begehrlichkeiten weckte. Die vorliegende Hausarbeit möchte das Phänomen der zunehmenden Anglophilie im deutschsprachigen Raum zur Zeit des Siebenjährigen Krieges analysieren, wobei nach kurzen Begriffsbestimmungen vor allem die Gründe, die Zentren und die Dimensionen beleuchtet werden sollen und der Frage nachgegangen werden soll, inwiefern der französisch-englische Dualismus und die Dominanz der französischen Kultur die Ausbreitung anglophilen Gedankenguts forciert haben.
1 Für einen allgemeinen Überblick zum Thema Kabinettskrieg vgl. FIEDLER, Siegfried: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Kabinettskriege, in: ORTENBURG, Georg (Hg.): Heerwesen der Neuzeit, Bd.2, Koblenz 1986. Vgl. auch: GÖSE, Frank: Der Kabinettskrieg, in: BEYRAU/ HOCHGESCHWENDER/ LANGEWIESCHE (Hgg.): Formen des Krieges. Von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn 2007, S. 121-148.
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1.) Zum Begriff der Anglophilie
1.1) Definition und Begriffsbestimmung
Unter dem Begriff der Anglophilie kann die Vorliebe von Nichtengländern für alles „Englische“, den englischen Lebensstil, England an sich, oder für die Engländer als Volk verstanden werden.
Anglophilie tritt als kulturelles Phänomen der Neuzeit immer wieder in unterschiedlicher Ausprägung und aus unterschiedlichen Motiven heraus hervor, wobei die Fürstentümer Norddeutschlands, vor allem die Hanseatischen, wohl aufgrund ihrer geographischen Nähe stärker von anglophilen Tendenzen geprägt waren.
Vor allem im 18. Jahrhundert scheint England eine starke Ausstrahlung gehabt zu haben, die überall in Europa zu spüren war und kulturell wie politisch ihre Spuren hinterlassen hat. Kennzeichnend war, dass sie eben nicht nur einzelne Personen erfasste, sondern ganze Bevölkerungsschichten, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Eng verknüpft mit dem Begriff der Anglophilie war die Aufklärung, die als Epoche des „beschleunigten historischen Wandels, des Nachlassens von Traditionsbindungen, des Selbsttätigwerdens der menschlichen Vernunft […] außerdem [des] Drängen[s] auf Umsetzung des als vernunftgemäß Erkannten in die Lebenswirklichkeit“ charakterisiert
werden kann. 2
Triebfeder der Aufklärung war die Implementierung einer neuen Geisteshaltung, die vor allem von Vernunft gekennzeichnet sein sollte und sich damit beinah zwangsläufig als Emanzipationsbewegung gegen die kirchliche Weltanschauung auflehnte. Die europäische Aufklärungsbewegung forcierte neben der Betonung des Individuums zunächst einmal so etwas wie eine flächendeckende Modernisierung in allen Ebenen, da sie für sich beanspruchte, mithilfe des Lichts der Vernunft die bisherigen Strukturen und Autoritäten zu
hinterfragen 3 , weswegen sie vor allem durch säkulare und liberale Tendenzen geprägt war. Vor allem England, Frankreich und die deutschen Territorien fühlten sich zunächst von der
Kraft der aufgeklärten Bewegung erfasst, wonach sie auch auf Völker übergriff. 4
2 MAURER, Michael: Aufklärung und Anglophilie in Deutschland, Diss., Göttingen, 1987, S. 17f.
3 Tatsachlich ist der deutsche Begriff Aufklärung etwas irreführend, da er die wirkliche etymologische Bedeutung verschleiert. Das englische Pendant enlightenment und das französische lumières sind unmissverständlicher, da sie die eigentliche Bedeutung Licht im Sinne von Licht der Vernunft besser widerspiegeln.
4 Vgl. SCHALK, Fritz: Die europäische Aufklärung, in: MANN, Golo/ NITSCHKE, August (Hgg.): Propyläen Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte, Band 7: Von der Reformation zur Revolution, Frankfurt am Main 1986, S. 467-512.
Siehe auch: WAGNER, Fritz: Europa im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. [Handbuch der europäischen Geschichte, hrsg. von Theodor Schieder, Band 4], Stuttgart 3 1968 und: STOLBERG-RILLINGER, Barbara: Europa im Jahrhundert der Aufklärung, Stuttgart 2000.
4
Die Macht der Aufklärung ließ das 18. Jahrhundert zu seinem Ende hin den Absolutismus durch Revolutionen beseitigen, den es erst zu seinem Beginn in Europa verbreitet hatte.
Als einer der wichtigsten deutschsprachigen Vertreter der Aufklärung kann Immanuel Kant gelten, der 1784 in seinem vielbeachteten Aufsatz Beantwortung der Frage: Was ist
Aufklärung? die Grundprämissen der neuen Geisteshaltung zusammenfasste 5 : „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Auch Kant war freilich anglophil, da England als das Mutterland der Aufklärung und als Land des Fortschritts in allen Bereichen erschien, dessen Entwicklungen um jeden Preis nachgeeifert werden sollten.
Es bleibt festzuhalten, dass die Begriffe Anglophilie und Aufklärung im 18. Jahrhundert so etwas wie eine Symbiose bildeten und nur schwerlich getrennt von einander analysiert aber auch verstanden werden können, da das eine gleichsam das andere bedingte. Wer sich der Aufklärung verschrieben hatte, war anglophil, wer anglophil war, hatte sich der Aufklärung verschrieben.
1.2) Anglophilie als mehrdimensionaler Begriff
Im Folgenden soll kurz beleuchtet werden, welche Elemente des Englischen tatsächlich für die beginnende Aufklärung als nachahmenswert und fortschrittlich angesehen wurden. Wie MAURER postuliert, muss die Anglophilie als mehrdimensionaler Begriff aufgefasst
werden, der viele Bereiche zugleich beinhaltete: 6
„Liebhaber englischer Romane zieren ihre Wände mit englischen Kupferstichen und trinken Tee, sie beziehen aus England Nahrungs- und Genussmittel wie auch Kleidung, sie neigen zur Abschaffung von Perücke, Puder und Schminke, lieben die wilde Natur und das regellose Drama, leiden unter der Einschränkung des öffentlichen Lebens in den absolutistisch regierten Kleinstaaten, wünschen gesellschaftliche Verbindung, Verminderung der Ständeschranken und Pressefreiheit, haben bürgerliche Begriffe von Eigentum und Leistung, Verdienst und Recht.“
5 KANT, Immanuel: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? in: Ders.: Die Kritiken, Lizenzausgabe für Zweitausendeins, Neu-Isenburg, Frankfurt am Main, 2008, S. 635-640, hier: S. 635.
6 MAURER 1987, S. 15.
5
Insgesamt betrachtet, konnte die Ausstrahlung Englands auf die Bewohner des europäischen Festlands in vielen Bereichen festgestellt werden, nicht nur in der Nachahmung des englischen Lebensstils bzw. dessen, was als englischer way of life aufgefasst wurde. Tatsächlich verschuldete die mit der Aufklärung verzahnte Anglophilie im 18. Jahrhundert eine zunehmende Umorientierung im gesamten kulturellen Leben der (nord)deutschen Territorien. Am nachhaltigsten zeigte sich dies wohl in den Bereichen der Philosophie und der Literatur. Viele englische Werke erschienen auch in deutscher Sprache, konnten aufgrund zunehmender Sprachkenntnisse jedoch von manchen bereits in Englisch gelesen werden. Auch die zum Teil bissigen Satiren Jonathan Swifts erfreuten sich einer breiten Rezeption und
leisteten einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung einer deutschen Aufklärungssatire. 7 Die bisherige Dominanz der französischen Dramentheorie wurde zunehmend durch eine natürliche, an Shakespeare angelehnte Konzeption abgelöst, was u.a. in der Person Goethes in Erscheinung trat.
In Bezug auf die Philosophie sei an dieser Stelle nur auf Namen wie Newton und Locke verwiesen, deren Ansichten zusammen mit denen der schottischen Moralphilosophen (David
Hume, Adam Smith 8 ) nicht zu unterschätzende Bestandteile der Aufklärungsbewegung darstellten, auch, weil die englische Philosophie empirisch und damit ablehnend gegenüber metaphysischen Systemen ausgerichtet war und somit tatsächlich dem geforderten Primat der Vernunft folgte, dem sich wenig später Kant im ostpreußischen Königsberg vollends
verschrieb. 9
7 Vgl. KÄMMERER, Harald: Nur um Himmels willen keine Satyren..., Heidelberg, 1999 und WEIß, Wolfgang: Swift und die Satire des 18. Jahrhunderts. Epoche - Werke - Wirkung, München 1992.
8 Wenig bekannt ist, dass Smith sich tatsächlich auch mit seiner Schrift The Theory of Moral Sentiments als Moralphilosoph einen Namen gemacht hatte, in welcher er (wohl auch in der Tradition von Aristoteles’ Nikomachischer Ethik, die das Glück als höchstes Gut ansieht) das Glück der Menschheit erforschen sollte. Smiths Beschränkung auf sein Werk Der Wohlstand der Nationen greift zu kurz, auch weil es m.E. im Sinne des neoliberalen Paradigmas fehlinterpretiert wird, da hierbei zu wenig auf Smiths presbyterianischen Hintergrund geachtet wird, der doch wesentlich für die richtige Interpretation ist. Max WEBER hat im Übrigen in der Protestantischen Ethik des Kapitalismus völlig zu Recht auf den Zusammenhang zwischen Religionsform und Wirtschaftssystem hingewiesen.
9 MAURER, S. 60-64.
Für David Hume, siehe u.a. LÜTHE, Rudolf: David Hume. Historiker und Philosoph, München 1991. Interessant mag in diesem Zusammenhang sicherlich auch die Beurteilung Humes aus Sicht des zeitgenössischen Schweizer Historikers Johannes von Müller erscheinen, dem in der Dissertationsschrift von GRÜTTER Aufmerksamkeit geschenkt wurde: GRÜTTER, Thomas: Johannes von Müllers Begegnung mit England. Ein Beitrag zur Geschichte der Anglophilie im späten 18. Jahrhundert, Basel und Stuttgart 1967, S. 99-107.
Überhaupt kann der Einfluss Humes auf die deutschsprachige Aufklärung gar nicht genug hervorgehoben werden. Kant schrieb 1783: „Ich gestehe frei: die Erinnerung des David Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach, und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andre Richtung gab.“ Vgl. KANT, Emanuel: Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können, in: Ders. 2008, S. 507-614, hier: S. 513.
6
Deutlich wurde die Veränderung aber auch in der Gartenbaukunst, in welcher bisher als deutliches Sinnbild der absolutistischen Gesellschaftsordnung der Barockgarten nach französischem Vorbild dominiert hatte. Vor allem seit 1760 wurden auch in Deutschland
zunehmend englische Landschaftsgärten angelegt 10 , die nicht mehr streng linear und geometrisch konzipiert waren, mit dem Ziel, eine stark zurückgestutzte und verkünstlichte Natur zu schaffen, sondern dem Primat der Natürlichkeit folgten und die (vermeintlich)
unberührte Natur als Versinnbildlichung politischer Freiheit repräsentierten. 11 Wie HOFFMANN festgestellt hat, war der Übergang zum englischen Landschaftsgarten aber nicht nur Ausdruck zunehmender Liberalisierung und des mit der Aufklärung verbundenen
Freiheitsgedankens, sondern auch Ausdruck zunehmender Literarisierung: 12 „Schließlich durchflutete die literarische Welle […] den Garten, der […] seinem Wesen nach ganz und gar literarisch wurde und daher dem Wunsch etwa nach tiefster Trauer und Einsamkeit jede Szene bereiten konnte, sei es durch eine Urne am stillen Wasser inmitten eines düsteren Haines, durch eine schauerliche Grotte, durch die Klause eines Einsiedlers oder durch alles zusammen.“
Vor allem aber galt England als das Land der politischen und religiösen Freiheit, in der auch opponente Meinungen (freilich mit Einschränkungen) vertreten werden konnten und weitgehende Pressefreiheit herrschte, wodurch auch kritische Schriften verlegt werden
konnten. 13
Das englische Regierungssystem mit den stärker werdenden Machtbefugnissen des Parlaments und dem Zweiparteiensystem, die nach der Glorious Revolution von 1688 endgültig institutionalisiert und in der Bill of Rights festgeschrieben worden waren, galt als exzellent, da es England in einem für das damalige Europa einmaligen Vorgang gelungen
war, die Macht des Königs einzuschränken. 14
10 Der erste englische Landschaftsgarten auf deutschem Boden entstand 1771 in Wörlitz, weitere folgten u.a. in Weimar und Schwetzingen. Das bekannteste Beispiel stellt die Parkanlage von Sanssouci, dem Sommerschloss Friedrichs des Großen in Potsdam dar. In München besteht bis heute eine Parkanlage unter dem Namen Englischer Garten als städtischer Naherholungsraum.
11 Zum Thema Englischer Landschaftsgarten vergleiche allgemein: BUTTLAR, Adrian von: Der Landschaftsgarten. Gartenkunst des Klassizismus und der Romantik, Köln 1989.
12 HENNEBO, Dieter/ HOFFMANN, Alfred: Geschichte der deutschen Gartenkunst. Der Landschaftsgarten (Bd. 3), Hamburg 1963, S. 42, zitiert nach MAURER, S. 81.
13 Bereits 1695 wurde Printing Act abgeschafft, womit Restriktionen wie die Vorzensur und das faktische Monopol der regierungstreuen London Gazette aufgehoben waren. Durch die jetzt einsetzende Zunahme von Veröffentlichungen, bildete sich in England so etwas wie eine öffentliche Meinung heraus, die stark vom Diskurs zwischen Regierung und Opposition geprägt war. Das war nach europäischen Maßstäben sehr fortschrittlich, aber natürlich nicht im heutigen Sinne der Pressefreiheit zu verstehen, da die Regierung weiterhin viele Möglichkeiten der Kontrollausübung besaß.
14 Vgl. MAURER, S. 64-67. Siehe auch: KAISER, André: Das britische Parteiensystem. Besonderheiten und Wandlungsprozesse, in: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hg.): Großbritannien [Bürger im Staat, Kohlhammer-Taschenbücher Bd. 1095], Stuttgart, Berlin, Köln 1992, S. 49-69.Vgl. allgemein auch: KRAUS, Hans-Christof: Englische Verfassung und politisches Denken im
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