Vorwort
Die ärztliche Tätigkeit zu unterstützen, ist die Aufgabe von Gesundheitsfachberufen. Eine aktuelle Liste dieser Berufe ist an der Bundesärztekammer erarbeitet worden und steht zur Einsicht frei 1 . Diese Berufe haben sich insoweit schon in unserer Gesellschaft und deren Gesundheitswesen etabliert, als dass nach erfolgreicher Weiterbildung (beispielsweise zum Ergotherapeuten/in) ein Hochschulstudium angeschlossen werden kann 2 . Soweit die fachliche - und man kann sagen - erfolgreiche Entwicklung der „Dinge an sich“.
Doch die eigentliche Entwicklung findet im Menschen statt - hier im Lerner, der sich immer wieder neu, kreativ und eigenständig mit Wissen und Wissensvermittlung in den darin inhärenten Problemlagen auseinandersetzen muss. Dies betrifft auch, wie im vorliegenden Büchlein behandelt, eine Arbeitsweise, die sich wissenschaftliches Arbeiten tituliert. Hier werden den Lernern Verfahren, Regeln und Strukturen zugemutet, die er so bis dahin nicht nutzte und er setzt sich hierbei einer Disziplin aus, die er wohl oder übel aushalten muss, wenn er eine wissenschaftliche Arbeit schreibt.
Aufgrund eigener Erfahrung in Lern-Lehr-Situationen u. a. stellte und stelle ich immer wieder fest, dass dieses Fach „Wissenschaftliches Arbeiten“ gerade für Gesundheitsfachberufe eine der basalen Fertigkeiten und im weiteren Sinne eine Schlüsselkompetenz ist, über die im Gesundheitsberuf Tätige verfügen können müssen.
Dieses Büchlein kann / soll den Lehr-Lern-Prozess zwischen Lernern und Lehrer insoweit unterstützen. Das genuine Ziel jedoch dieser Ausarbeitung ist die Stärkung letzthin der Selbstlernkompetenz der Lerner.
1 http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/1.pdf
2 http://www.hv-gesundheitsfachberufe.de/dokumente/nehmen_an_attraktivitaet_zu.pdf
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis. III
Tabellenverzeichnis. IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Zielsetzung. 3
1.3 Gliederung 4
2. Vorgehensweise. 5
2.1 Zeit 6
2.2 Lernort - Raum. 7
2.3 Herausforderung 8
3. Die Hausarbeit. 10
3.1 Themenwahl 10
3.2 Literaturauswahl. 11
3.3 Lesen 13
3.4 Gliederung 13
3.5 Verarbeiten des Materials 14
3.6 Qualitätssicherung 15
3.7 Eidesstattliche Erklärung. 17
3.8 Belege für die Hausarbeit - die wissenschaftliche Herkunft. 18
3.8.1 Zitationsregel 19
3.8.2 Das Literaturverzeichnis 23
3.8.3 Das Abbildungsverzeichnis. 26
3.8.4 Das Tabellenverzeichnis. 27
3.8.5 Das Abkürzungsverzeichnis. 27
3.8.6 Der Anhang. 28
3.8.7 „Noch ein Hinweis“ 28
4. Das Referat 30
4.1 Der allgemeine Aufbau, Vortrag. 30
4.2 Die Vorbereitung des Vortrages. 32
4.3 Im Vortrag 32
5. Praxisbeispiele 34
5.1 Hausarbeiten Beispiel 34
5.2 Referat Beispiel. 36
6. Zusammenfassung. 39
Literaturverzeichnis 41
Anhang 1: Der wissenschaftliche Prozess V
Anhang 2: Auszug von formalen Leitlinien der Hochschule des IB VI
Anhang 3: Ein mögliches Prüfungsschema. VII
I
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz Aufl. Auflage Hrsg. Herausgeber i. S. v. Im Sinne von IB Internationaler Bund MEZ Markieren, Exzerpieren und Zitieren q. e. d. quod erat demonstrandum (was bewiesen werden musste) v. g. vorgenannt vgl. Vergleiche wiss. wissenschaftlich
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ein Beispiel für eine Abbildung
Abbildung 2: Slide-Satz für Referat
Abbildung 3: Der wissenschaftliche Prozess
Abbildung 4: Formale Leitlinien
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Zeitbedarf. 6
Tabelle 2 Gegenüberstellung. 20
Tabelle 3: Bewertungsbogen Hausarbeit. VII
IV
1. Einleitung
Diese Ausarbeitung ist pointiert auf die Fachbereiche der Gesundheitsberufe. Insofern gehen wir hier verstärkt von solch einem Berufsbild und dessen Anforderungen aus - als ein Hauptbeispiel soll uns hierbei der „Ergotherapeut“ dienen.
Ergotherapeuten haben das Ziel, Menschen bei der Durchführung von für sie bedeutungsvollen Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit/Erholung nach verschiedenen Konzepten in ihrer Umwelt zu stärken (vgl. MED-Akademie 2011a, Abs. 1). Die Ausbildung „Ergotherapie“ umfasst neben vielen anderen Teilbereichen unter anderem den genuinen Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens. Die gesetzliche Grundlage hierzu ist für die Ergotherapie-Ausbildung niedergelegt in dem "Gesetz über den Beruf der Ergotherapeutin und des Ergotherapeuten" sowie in der "Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten". Hierin ist u. a. festgelegt, dass Schulungen zu erfolgen haben, die die Fachkompetenz der Auszubildenden stärken in den Punkten (JURIS 3 2011, Anlage 1 (zu § 1 Abs. 1)):
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7
2.8
Wir erweitern in diesem Büchlein ein wenig die Öffnung des Gesundheitsberufes bzgl. wissenschaftlichen Arbeitens und dessen Anforderungen und nehmen die Berufsgruppe der Arbeitserzieher aus handlungsleitender Programmatik hinzu. Denn was für den Ergotherapeuten 4 gilt, trifft auch mehrheitlich auf die Ausbildung zum „Arbeitserzieher“ zu und zeigt ähnliche Zielsetzungen auf. Der Arbeitserzieher nimmt
3 JURIS ist ein offizielles Web-basiertes Nachschlagewerk des „Bundesministerium der Justiz“.
4 Der besseren Lesbarkeit folgend wird in dieser Arbeit von Schülern, Ergotherapeuten, Arbeitserzie-
hern etc. gesprochen. Sicherlich sind hiermit auch Schülerinnen, Ergotherapeutinnen und Arbeitser-
zieherinnen gemeint.
1
sowohl sozialpädagogische Aufgaben als auch die eines Ausbilders wahr. Er gibt fachliche Anleitungen beim Erwerb beruflicher Grundqualifikationen oder bei einfachen beruflichen Tätigkeiten und betreut dabei Menschen, die Hilfe benötigen, um ihren Lebensalltag selbständig zu bewältigen. „Der Lebensbereich ‚Arbeitsplatz‘ könnte [oft] aber ohne die Förderung des Arbeitserziehers von vielen behinderten und nichtbehinderten Menschen nicht betreten werden“ (MED- Akademie 2011b, Abs. 1).
Beide, Arbeitserzieher wie auch Ergotherapeuten, sollen somit Fähigkeiten und Fertigkeiten aufweisen, die Dritte und sie selber in die Lage versetzen, Texte (Hausarbeiten) und Vorträge (Referate) so zu gestalten, dass diese gültig, überprüfbar und zuverlässig sind.
Diese v.g. Attribute sind die basalen Merkmale einer wissenschaftlichen Arbeit.
1.1 Problemstellung
Im Rahmen Ihrer Ausbildung werden Sie schriftliche Hausarbeiten und Referate anfertigen bzw. halten müssen und zwar unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten.
Das kann ein Problem sein bzw. werden, denn diese Auseinandersetzung erfordert eine Arbeitsweise, die wir wissenschaftliches Arbeiten nennen. Es ist einerseits die Beschäftigung mit einschlägiger Literatur (und der Suche nach deren Qualität) und andererseits die Herausforderung an sich, mit eigenen Gedanken und Ideen übereinzukommen. Diese Verschränkung von beiden Aspekten - in eine „Form“ gegossen - ergibt ein Werk, das Gütekriterien wissenschaftlichen Arbeitens genügen muss, um letzthin die Ziele Ihrer Ausbildung erfolgreich zu unterstützen.
In diesem Zusammenhang können Sie auf die hier gegebenen Hinweise und Empfehlungen zurückgreifen. Möglicherweise haben Sie aber auch aus der Zeit Ihrer anderen Ausbildung (z. B. Abitur) Unterlagen und Hilfen zum wissenschaftlichen Arbeiten verfügbar, die Sie nun wieder gewinnbringend nutzen können.
2
1.2 Zielsetzung
Das Ziel dieser Grundlage ist es, Ihnen einige für Ihre Ausbildung wesentliche Techniken bzw. Methoden und „Werkzeuge“ wissenschaftlichen Arbeitens vorzustellen. Für eine umfangreichere Beschäftigung mit den unterschiedlichen Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens sei hier beispielhaft auf die im Literaturverzeichnis angegebenen Titel verwiesen, die den nachfolgenden Erläuterungen z. T. zugrunde liegen.
Die Frage, die dieser wiss. Arbeit zugrunde liegt ist, inwieweit wir unseren Schülern und Studenten eine Unterlage zukommen lassen können, die sie nicht nur befähigt, sich auf den Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens einzulassen, sondern darüber hinaus diese Personen in ihrer Selbstlernkompetenz bestärkt.
Weiterhin ist uns wichtig darzustellen, dass wissenschaftliches Arbeiten nicht ausschließlich „Schreiben“ ausdrückt, sondern vor allem den Einsatz von Arbeitstechniken und Kreativität bedeutet, um sich auf diese Art und Weise mitzuteilen.
Die Lernziele sind folgerichtig, dass Sie erkennen, dass wissenschaftliches Arbeiten:
• ein Prozess ist,
• eine Auseinandersetzung mit Literatur ist (Vgl. Grunwald/Spitta 2008, S. 4), • Auswahl und Selektion darstellt, • auf Gütekriterien aufbaut (inhärent),
• in sich immer wieder zu Fragen führt, die den dann geschrieben Text betreffen, und
• sich mit der Strukturierung dieser Arbeiten auseinandersetzen.
Gerade letzter Punkt (wie auch Zitationsarten - hierzu später) sind oft Erschwernisse, die ein zügiges Arbeiten verhindern. Gilt doch, dass das „Gliedern“ einer selbstgewählten oder vorgegebenen Themenstellung zu den Leistungen gehört, die jedem Schüler während seiner Ausbildung abverlangt werden (vgl. Deppe 1986, S.1).
3
Arbeit zitieren:
Johann Marek, 2011, Einführung in wissenschaftliches Arbeiten für Lernende in Gesundheitsfachberufen , München, GRIN Verlag GmbH
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