Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Hauptteil 5
1. Domitian und Titus vor und unter der Herrschaft Vespasians:
Die Zurücksetzung. 5
2. Domitians Umgang mit Titus nach dessen Tod 7
3. Der Chattenkrieg im Jahr 83 als Auswirkung der Zurücksetzung 9
4. Mögliche Auswirkungen der Zurücksetzung auf Herrschaftsstil und
Charakter Domitians 11
III. Schlussbemerkungen 14
IV. Bibliographie 15
1. Quellenverzeichnis 15
2. Literaturverzeichnis 16
2
I. Einleitung
Als Domitian im Jahre 96 1 einem Attentat zum Opfer fiel, reagierte die Senatorenschicht mit großer Erleichterung. Eindeutig abfällig ist das Urteil der Geschichtsschreiber, die ausnahmslos jener Schicht angehörten. Auch wenn in den zu Domitian vorhandenen Quellen z. T. maßlose Übertreibungen vorhanden sind und einige falsche Sachverhalte dargestellt werden, um ihn nachträglich zu diskreditieren, so sind auf den ersten Blick doch einige negative Charakteristika seiner Herrschaft nicht von der Hand zu weisen: Dazu zählen u. a. sein autokratischer Herrschaftsstil, seine Selbstdarstellung und die rigide Verfolgung politischer Gegner gegen Ende seiner Regierungszeit.
Rätselhaft erscheint, wie es zu diesen negativen Auswüchsen kommen konnte. Mit seinem Vater Vespasian und seinem Bruder Titus hatte Domitian doch zwei Vorgänger in seiner Familie, deren Politik größtenteils im Einklang mit dem Senat erfolgte und die ihm als Vorbilder dienen konnten. Doch hierin liegt ein Problem: Domitians Verhältnis zu Vespasian und vor allem zu Titus muss durchaus gespannt gewesen sein 2 , da Vespasian den fast zwölf Jahre älteren Titus klar bevorzugte, indem er ihm früh militärische Aufgaben übertrug und ihn nach seinem Amtsantritt 69 an den Regierungsgeschäften teilhaben ließ. Domitian dagegen führte bis zum plötzlichen Tod des Titus eine Art Schattendasein und konnte bei seinem Amtsantritt 81 keine militärische Erfahrung vorweisen und bekleidete bis dahin nur wenige verantwortungsvolle Ämter 3 . Auch wenn seine Zurücksetzung aufgrund des Altersunterschieds unausweichlich war 4 , musste es für ihn frustrierend gewesen sein, für eine so lange Zeitspanne nur eine untergeordnete Rolle in der Politik des Imperium Romanum zu spielen.
Es stellt sich nun die Frage, ob und wie sich diese Zurücksetzung auf Domitians Herrschaft auswirkte. Gegenstand der Arbeit ist zunächst die Zurücksetzung selbst, deren Chronologie und wesentliche Aspekte. Auch Domitians Umgang mit Titus nach dessen Tod ist hierbei von Belang, da sich hier Widersprüche erkennen lassen, die im Lichte der Zurücksetzung gedeutet werden können. Hier sind neben dem Quellenbericht Suetons 5 vor allem zwei nichtliterarische Quellen maßgeblich: Zum einen Domitians Münzprogramm „GERMANIA
1 Alle Jahreszahlen im Text n. Chr.
2 In Suet.Tit.9,3 wird Domitian wie ein Erzrivale des Titus dargestellt.
3 Zwar war er bis 81 sechs Mal Konsul, allerdings bekleidete er nur einmal, im Jahr 73, ein ordentliches Konsulat.
4 Jones, B.: The Emperor Domitian, London 1992, 18 [im Folgenden zitiert als „Jones, Domitian“].
5 Sueton: Vespasian, Titus, Domitian, lat .- dt., hrsg, übers. u. erl. v. H. Martinet, Stuttgart 1991.
3
CAPTA“, mit dessen Hilfe er sich als seinem Bruder militärisch ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen darstellen ließ. Zum anderen aber ist der unter Domitian errichtete Titusbogen bis heute Monument der Anerkennung der Leistungen des Titus. Mithilfe von Pfanners Monographie 6 wird hier die wahre Intention Domitians beim Bau des Titusbogens zu erörtern sein.
Im weiteren Verlauf wird, größtenteils nach Strobels Aufsatz 7 , der Chattenfeldzug 83 als außenpolitische Auswirkung der Zurücksetzung dargestellt. Im letzten Gliederungspunkt des Hauptteils soll die Frage diskutiert werden, ob und inwieweit sich die frustrierende Erfahrung der Zurücksetzung negativ auf den Herrschaftsstil und den Charakter Domitians ausgewirkt haben könnte. Hierbei maßgeblich sind die Arbeiten von Southern 8 und Witschel 9 , die beide Domitians Herrschaft auch als Ergebnis seiner schwierigen Jugendzeit sehen.
An dieser Stelle ist allerdings noch einmal auf die oben schon angedeutete, durchaus heikle Quellenlage hinzuweisen: Mit Ausnahme von Statius und Martial, die als Hofdichter nur panegyrisch zu Lebzeiten Domitians schrieben, sind alle erhaltenen Quellen über Domitian erst nach seinem Tode entstanden mit der Intention, Domitian nachträglich als Tyrannen zu brandmarken 10 . Ein Grund für diese übertrieben negativen Berichte über Domitian ist u. a. eine „Entdomitianisierungskampagne“, mit der Traian seine Herrschaft (98-117) neben einigen anderen Faktoren legitimierte 11 . Auch ist zu berücksichtigen, dass höchstwahrscheinlich erst die Jahre 93-96, also die letzten Regierungsjahre Domitians, maßgeblich für das negative Domitianbild sind, weil sich in diesen Jahren Verfolgungen und Hinrichtungen von Senatoren häuften. Es ist also aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen, ob die überlieferten negativen Charaktereigenschaften Domitians vor 93 überhaupt zutrafen oder ob die Geschichtsscheiber ihm diese nachträglich andichteten.
6 Pfanner, M.: Der Titusbogen, Mainz 1983 [im Folgenden zitiert als „Pfanner, Titusbogen“].
7 Strobel, K.: Der Chattenkrieg Domitians. Historische und politische Aspekte, Germania 65 (1987), 423-452 [im Folgenden zitiert als „Strobel, Chattenkrieg Domitians“].
8 Southern, P.: Domitian. Tragic Tyrant, London/New York 1997 [im Folgenden zitiert als „Southern, Domitian“].
9 Witschel, C.: Domitian, in: M. Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München³2005, 98-110 [im Folgenden zitiert als „Witschel, Domitian“].
10 Paradebeispiele hierfür sind Tacitus: De vita Iulii Agricolae sowie der Panegyricus von Plinius d. J.. Beide Quellen stehen unter dem Einfluss der als positiv empfundenen Herrschaft Traians (98-117).
11 Strobel, Chattenkrieg Domitians, 428.
4
II. Hauptteil
1. Domitian und Titus vor und unter der Herrschaft Vespasians: Die Zurücksetzung
Neben dem beträchtlichen Altersunterschied von fast 12 Jahren fallen bei der Betrachtung des ungleichen Bruderpaares die unterschiedlichen Voraussetzungen auf, unter denen sie erzogen und ausgebildet wurden. Titus genoss eine Erziehung am Hofe des Kaisers Claudius, zusammen mit dessen Sohn Britannicus 12 . Claudius gewährte Titus dieses Privileg als Anerkennung für Vespasians Verdienste im Britannienfeldzug 43/44 13 . An diese hervorragende Erziehung kam die des Domitian nicht heran. Sueton mutmaßt, Domitians Kindheit und frühe Jugend habe in „entehrender Armut“ 14 stattgefunden, was Malitz und Witschel mit finanziellen Problemen Vespasians 15 und einem daraus resultierendem „Karriereknick“ 16 unter Caligula und Nero erklärten. Allerdings zweifelte Jones Suetons Darstellung stark an 17 : Domitian wurde demnach zwar nicht am Hof erzogen, allerdings vernachlässigte Vespasian keinesfalls die Erziehung Domitians. Für Jones gibt es klare Anzeichen dafür, dass Domitian ebenfalls eine gute Ausbildung erhielt, weil sogar die domitiankritisch eingestellten Geschichtsschreiber Tacitus und Sueton seine rhetorischen Fähigkeiten 18 und seine Literaturkenntnisse 19 konstatierten. Trotzdem zeigt sich schon in der Erziehung eine unterschiedliche Behandlung der Brüder zuungunsten Domitians.
Titus wurde auch in den folgenden Jahren von Vespasian gegenüber Domitian bevorzugt. So übertrug Vespasian ihm schon früh militärische Verantwortung: Nachdem Nero Vespasian 67 mit dem Kommando über den Krieg in Judäa betraute, überließ dieser Titus den Befehl über eine Legion, obwohl er bisher nur das Amt des Quästors innehatte, und ihm somit ein solcher Befehl noch gar nicht zugestanden hätte 20 . Schon hier zeigt sich also die enge Bindung zwischen Titus und Vespasian, sodass Stahlmann folgerichtig konstatiert: „Die für den
12 Suet. Tit.1,2.
13 Pfeiffer, S.: Die Zeit der Flavier. Vespasian - Titus - Domitian, Darmstadt 2009, 39 [im Folgenden zitiert als „Pfeiffer, Zeit der Flavier“].
14 Suet. Dom. 1,1.
15 Witschel, Domitian, 98.
16 Malitz, J.: Vespasian, in: M. Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München³2005, 87.
17 Jones, Domitian, 12.
18 Tac. hist. 4,40,1.
19 Suet. Dom. 9.1, 12.3 sowie 18.2.
20 Pfeiffer, Zeit der Flavier, 39.
5
Arbeit zitieren:
Philipp Schaefer, 2011, Die Zurücksetzung Domitians gegenüber Titus und deren Auswirkungen auf Domitians Herrschaft, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike: Die Zurücksetzung Domitians gegenüber Titus und deren Auswirkungen auf Domitians Herrschaft ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike: neuer Titel erschienen: Die Zurücksetzung Domitians gegenüber Titus und deren Auswirkungen auf Domitians Herrschaft
Philipp Schaefer hat einen neuen Text hochgeladen
Auswirkungen des Internet-Handels auf Shopping-Center
Eine empirische Analyse zu den...
Tobias Wengler
Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank au...
Eine empirische Untersuchung a...
Dominik Faber
Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Nachfrage nach medizi...
Wechselwirkungen von Alter und...
Katrin Kern
Auswirkungen des Bilanzmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Rechnu...
§ 253 HGB-E und § 254 HGB-E
Thomas Drapinski
0 Kommentare