Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Entwicklung und Ursachen der Vereinigung Portugals mit Spanien. 4-5
3. Die Iberische Union - Portugal. 6
3.1 unter Philipp II. (von Spanien) 6-8
3.2 unter Philipp III. (von Spanien) 8-10
3.3 unter Philipp IV. (von Spanien) 10-12
4. Unabhängigkeitsbewegung und Ende der spanischen Herrschaft. 13-14
5. Resümee. 15
6. Literaturverzeichnis. 16
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1. Einleitung
Im Palacio Episcopal in Castelo Branco befindet sich im Schlossgarten eine Treppe, die die Statuen der Könige Portugals von Afonso I. bis zu Josè I. zeigt. Sie ist noch heute begehbar und weithin ein Anziehungsmagnet für viele Touristen. Während die portugiesisch stämmigen Könige alle in einer einheitlichen Größe dargestellt sind, findet man die spanischen Habsburger, die Portugal einst 60 Jahre lang regierten, nur halb so groß vor. Ist dies ein Versehen? Oder Zufall? Wenn nicht, zeigt diese Art der Kunst dann vielleicht politische Tendenzen? Könnte es etwa Ausdruck der Verachtung gegenüber dem iberischen Nachbarn sein? Wie kam es überhaupt dazu, dass Portugal die politische Verantwortung an ein fremdes Königreich abgab?
Diese Arbeit soll versuchen jene Fragen zu klären und dabei die wichtigsten Ereignisse und Personen der sechzig jährigen Herrschaft der Spanier behandeln. Dabei soll nicht nur deutschsprachige Literatur im Mittelpunkt stehen, sondern auch englische und spanische, um einen Blick für die Gesamtheit der Informationen über dieses Thema zu erhalten. Ebenso scheint es interessant zu sein, die verschiedenen Sichtweisen der betroffenen Nationen (Spanien und Portugal) zu betrachten und zu untersuchen.
Einsteigend ist es nötig zu beleuchten, was die tieferliegenden Ursachen der Fremdherrschaft waren, wie es dazu kam, dass ein spanischer König die Macht übertragen bekam Portugal zu regieren.
Den zweiten Teil bilden dann vor allem die Regierungszeiten der drei Habsburger, wobei natürlich die Gründe für die Bewertung zu einer guten bzw. schlechten Herrschaft kenntlich werden sollten. Dabei ist aber stets auch auf die äußeren und inneren Umstände zu achten, die zu jenen Regierungszeiten gehörten, denn sie sind oft die Ursache für politische Entscheidungen und spiegeln nicht immer die Einstellung bzw. das Wesen des Monarchen wieder.
Zum Abschluss werden Gründe, Ursachen und Durchführung des Unabhängigkeitsstrebens der Portugiesen den Weg darstellen, der zur endgültigen Vertreibung der Spanier aus ihrem Land führte und die ehemalige politische Selbstständigkeit wiederherstellte.
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2. Entwicklung und Ursachen der Vereinigung Portugals mit Spanien
Schon Ende des 15.Jahrhunderts konnte man eine Entwicklung in Portugal erkennen, die sich mehr und mehr mit einer Annäherung an den großen „iberischen Bruder“ Spanien zeigt. Da waren zum einen die dynastischen Verbindungen zwischen den königlichen Familien, die infolge der Zeit so eng geworden waren, dass eine Vereinigung nahezu unvermeidlich schien. Portugal geriet auch zunehmend innenpolitisch und religiös in das Lager der Spanier. Zum Beispiel hatte man die Absicht eine bessere Verteidigung der überseeischen Kolonien gewährleisten zu können. Dies wollte man mit einem Bündnis und der Hilfe der spanischen Marine erreichen. Denn beide Staaten hatten in Frankreich England und später auch Holland die gleichen Feinde. Zum anderen war es das langsame Aussterben der herrschenden, königlichen Familie Portugals.
Nachdem dann 1578 der kinderlose König Sebastião bei einer verheerenden Niederlage in Marokko ums Leben kam und sein Großonkel Henrique die Ämter übernahm, der alt und krank war, präsentierten sich schon mehre Kandidaten als Erben der portugiesischen Krone. Unter ihnen befanden sich Antonio von Crato, ein unehelicher Sohn von Manuel I., Catarina, die Frau des Johann von Brangança und Schwester Karls I. von Spanien, sowie Philipp II. König von Spanien, der nun mütterlicherseits mit dem Königshaus Avis verwandt war. Letzterer war eindeutig der geeignetste Kandidat, wenn ihm auch rechtliche Argumente fehlten. Jedoch verstand er es diese durch seine Entschlossenheit und Stärke wettzumachen. Somit lag es nahe, dass Heinrich sich zumindest mit der spanischen Partei auseinandersetzen musste, denn wäre es zum Krieg gekommen, wäre Portugal in keinster Weise einem spanischen Einfall gewachsen gewesen. Beim niederen Volk sehr beliebt war Antonio von Crato, der somit auf eine ganz andere Weise versucht sich als Thronprätendent einen Namen zu machen. Heinrich selbst bevorzugte zwar Catarina, aber viele Anhänger hatte der anmaßende Stolz ihres Gatten abgestoßen, der nur an die Vermehrung seiner Ländereien dachte. Der Zwang der Umstände brachte den König nun also dazu, die Abneigung gegen eine Vereinigung mit Spanien aufzugeben und er gab eine Botschaft an die Cortes auf, den spanischen Herrscher als nächstbesten Thronerben anzuerkennen. Die Vertreter des niederen Standes gerieten darauf in Aufruhr und versicherten „ […] lieber
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sterben zu wollen als dem kastilischen König zu gehorchen“. 1 Am 31.Januar 1580 starb König Heinrich und hinterließ Portugal in einem trostlosen und gefährlichen Zustand. Denn es war nun nicht mehr nur die Unabhängigkeit in Gefahr, sondern auch die politische Zerrissenheit der Portugiesen und die schlechte wirtschaftliche Situation, die für Unruhe und Unmut sorgte. Die Notlage der Landbevölkerung war dabei wohl am Größten. Aber auch die Staatsfinanzen reichten nicht für die dringendsten Ausgaben, wie zum Beispiel die Ausrüstung der Soldaten. Es ging sogar soweit, dass Juwelen und Möbel aus dem Kronbesitz verkauft wurden um damit wenigstens das Nötigste decken zu können. Bezüglich der Thronfolgefrage hatte Heinrich zwar sein Urteil abgegeben, aber keine einzige seiner Erklärung war je rechtskräftig geworden. Um nicht ganz führerlos dazustehen, übernahm eine vorübergehende Regierung die Geschäfte des Staates. Dabei plädierten drei der fünf Mitglieder, die schon seit Monaten, von spanischem Geld überzeugt waren, für die Thronfolge Philipps. Es gab aber auch andere, die sich für die Iberische Union stark machten, weil sie glaubten, dass man mit dem spanischen Geld die Finanznot überwinden könne. So zum Beispiel Kaufmänner und Händler, die sich hohe Gewinne von den Edelmetallen der Spanier aus der Neuen Welt versprachen, sowie große Teile des Adels und Klerus, die demnach auch auf Aufstiegschancen hofften. Der Regentschaftsrat selbst wagte keinen bestimmten Entschluss zu fassen, aus Angst vor dem Dritten Stand der Cortes. Als Philipp jedoch begann, sein Recht auf den Thron einzufordern und zur Untermauerung seiner Aussage Truppen an der Grenze zu Portugal zusammenzog, wurde die Lage extrem brenzlig. Denn dies hieß nichts anderes, als dass er auch bereit gewesen wäre, mit Waffengewalt seine Ansprüche geltend zu machen. In dieser Situation gab es wohl nur noch einen Ausweg, wie auch Richard Konetzke vermutet: „Ein Rettung der Portugiesischen Freiheit hätte jetzt nur noch ein Eingreifen des Auslandes bringen können.“ 2 Die Herzöge von Brangança führten zwar schon seit Längerem intensive Verhandlungen mit Frankreich und England, kamen aber zu keinen nennenswerten Erfolgen. Als die Entscheidung des Regentschaftsrates längere Zeit auf sich warten ließ, beschleunigten sich die Ereignisse: Am 18. Juni des Jahres 1580 öffnete die portugiesische Grenzfestung Elvas den spanischen Truppen ihre Tore. Einen Tag später wurde Antonio von Crato von einer Volksmenge zum König ausgerufen. Die spanisch-gesinnten Regenten flüchteten und proklamierten Philipp als Herr Portugals. Dieser brach nur Tage später mit seiner Armee Richtung Lissabon auf.
1 Konetzke, Richard: Geschichte des spanischen und portugiesischen. Volkes (Die Große Weltgeschichte Bd. 8), Leipzig 1939, S.210.
2 Konetzke, Richard: Geschichte des spanischen und portugiesischen Volkes, S.210.
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Arbeit zitieren:
Peter Neumann, 2010, Portugal unter spanischer Herrschaft (1580 - 1640), München, GRIN Verlag GmbH
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