um Mütter zu benennen, welche sich eine bestimmte Einstellung bezüglich einer besonderen Erziehungsmethode zu eigen gemacht haben. Diese Erziehungsmethode sei trotz der Vermutung der Autorin, dass die „Erziehungsmethoden westlicher Eltern in sich wesentlich unterschiedlicher“ (Z.30) seien als bei chinesischen, in der Hinsicht auf die Strenge der Eltern „nicht [mit solchen] vergleichbar“ (ebd.). Um diese These zu illustrieren, nennt sie die Zeiten, welche chinesische und westliche Kinder täglich mit dem Üben auf ihrem jeweiligen Instrument zubringen, im Vergleich. Eine hohe Glaubwürdigkeit ihrer Behauptung versucht Chua dadurch zu erzielen, dass sie als Beleg auf eine „Studie“ (Z.36) sowie „andere Untersuchungen“ (Z.43) verweist, deren Ergebnisse allesamt die Größe der Diskrepanz zwischen beiden Kulturen unterstreichen: So stehe beispielsweise die Ansicht westlicher Eltern, „dass Lernen Spaß mach[en]“ müsse, der Meinung chinesischer Eltern, dass „ein Problem bestehe […], wenn Kinder in der Schule nicht herausragend seien“ gegenüber (vgl. Z.42f). Schließlich bemüht sich die Autorin noch, klarzustellen, dass eine chinesische Mutter „im Unterschied zur typisch westlichen Hausfrau-und-Mutter im Dauereinsatz für die Kinder“ (Z.48f) nicht „auf ein eigenes Leben verzicht[e], nur um ihre Kinder von einer Sportveranstaltung zur nächsten zu kutschieren“ (Z.47f), sondern dass der Erfolg der Kinder auf einer Reihe von Überzeugungen beruhe (z.B. dass „man die Kinder nie öffentlich loben darf“ (Z.51) oder dass eine „Medaille aus Gold sein muss“ (Z.54f)). Der Text ist in leicht zugänglicher, teils polemisch anklingender Normalsprache verfasst und enthält umgangssprachliche Bezeichnungen wie z.B. „amerikanische Soccer mom“ (Z.47). Es sind sowohl Sätze hypotaktischer als auch parataktischer Art vorhanden (z.B. Z.30ff: „Zum Beispiel ließen meine westlichen Freunde, die sich als strenge Eltern bezeichnen, ihre Kinder […] auf ihrem jeweiligen Instrument üben“ bzw. Z.46: „Das bringt mich zu meinem letzten Punkt.“), wobei Hypotaxen überwiegen. Ein viel verwendetes Stilmittel ist die Akkumulation, wie z.B. in Z.24: „Es gibt […] Jüdisch-Orthodoxe, Alleinerziehende, Exhippies […]“. Amy Chua wendet sich mit ihrem Buch vor allem (wie schon zu Anfang erwähnt) an andere Eltern, die der westlichen Kultur angehören, jedoch auch an die Allgemeinheit mit der Intention, einerseits westliche Erziehungsmethoden kritisch zu hinterfragen und andererseits das Bewusstsein für die im Text erläuterten Ansichten sowie erfolgsorientierte Bildungsansätze im Allgemeinen in den Mittelpunkt zu stellen.
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Teilaufgabe II: Erörterung (Leserbrief) Sehr geehrte Frau Chua,
mit großem Interesse habe ich Ihr Buch „Die Mutter des Erfolgs. Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte“ gelesen und muss gestehen, dass einige Passagen daraus, vor allem aus Ihrem Vorwort, eine ziemlich nachdenklich machende Wirkung bei mir hinterlassen haben. Dabei habe ich keineswegs die Absicht, das Kernthema Ihres Textes, den Erfolg oder, wie Sie es auch zuweilen ausdrücken, das „Siegen“ als solches infrage zu stellen - im Gegenteil. Natürlich ist es für den heranwachsenden Menschen von größter Wichtigkeit, dass er, bevor er sozusagen ins „richtige Leben“ entlassen wird, Gelegenheit dazu bekommt, Wettkampfsituationen kennenzulernenum seine eigenen Grenzen auszutesten, um auf die Realität und das spätere Berufsleben vorbereitet zu sein, und ja, auch um Spaß am Gewinnen zu finden. Wenn man ein anvisiertes Ziel nach längerer Zeit, geprägt durch größte Anstrengung, Motivation und Disziplin, endlich erreicht hat, so kann diese Erfahrung manchen Menschen eine innere Befriedigung verleihen, wie es sonst nur wenige andere Dinge zu tun imstande sind. Dieses Gefühl höchsten Glückes, hervorgerufen durch den eigenen Erfolg, kann sogar zur Sucht werden. Allerdings scheint mir Ihre Liste der Voraussetzungen, die es bedarf, um wirklich längerfristig (!) erfolgreich zu sein (das heißt, auch über die Zeit hinaus, in der die Eltern ständig mit dem mahnenden Finger hinter einem stehen), nicht vollständig zu sein. Deshalb möchte ich den Faktoren, welchen sie eine solch große Relevanz beimessen (wie z.B. ständiges Lernen und uneingeschränkte Disziplin), noch einen weiteren Aspekt hinzufügen, der für mich die Basis, ja die Grundvoraussetzung für das große Leistungsgerüst bilden muss: den Willen. Wenn Sie in Ihrem Text bemängeln, dass westliche Eltern der Meinung sind, Lernen müsse Spaß machen (wie in Ihrem Vorwort, Z.38f), dann haben Sie eines nicht verstanden; und zwar, dass Zwang oder gar Angst niemals das Fundament für herausragende Leistungen sein können. Wenn man die großen Denker und Virtuosen unserer Zeit in Augenschein nimmt, wird man schnell feststellen, dass sie alle, unabhängig von dem Bereich in dem sie großartig sind, eine grenzenlose Begeisterung für ihr Tun teilen. Menschen, die etwas leisten,
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Arbeit zitieren:
Julia Harzheim, 2011, Erörterung zu Amy Chua: "Die Mutter des Erfolgs. Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte" , München, GRIN Verlag GmbH
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