Inhaltsverzeichnis
1 DER GESCHICHTLICHE KONTEXT 3
1.1 ZEITEPOCHE 3
1.2 DER KIRCHENGESCHICHTLICHE KONTEXT 3
1.3 DIE ROLLE DER FRAU IM 18. JAHRHUNDERT 3
2 DIE HERRENHUTER BRÜDERGEMEINE 4
2.1 DIE ANFÄNGE UND ENTWICKLUNG DER HERRENHUTER BRÜDERGEMEINE 4
2.2 INNERE STRUKTUR UND DER INHALT DER GEMEINDE IN HERRENHUT 6
2.3 DIE ROLLE DER FRAU IN DER HERRENHUTER BRÜDERGEMEINE 6
3 ERDMUTHE DOROTHEA VON ZINZENDORF 8
3.1 ALLGEMEINES 8
3.2 JUGENDJAHRE 8
3.3 VERLOBUNG UND EHE 8
3.3.1 mit N. L. von Zinzendorf 8
3.3.2 Lebensentwurf „Streiterehe“ 9
3.3.3 Kinder 9
3.4 ERDMUTHES AUFGABEN UND MITWIRKEN AN DER REICH-GOTTES-ARBEIT IN HERRENHUT 10
3.5 ERDMUTHES UND ZINZENDORFERS THEOLOGIE 11
3.6 SCHWIERIGKEITEN IN ERDMUTHES LEBEN UND IHR UMGANG MIT LEID 11
3.7 DIE BEDEUTUNG ERDMUTHES FÜR ZINZENDORF UND DIE HERRNHUTER BRÜDERGEMEINE 12
4 ANNA NITSCHMANN 12
5 HERRNHUTER VERSTÄNDNIS VON DER ROLLE DER FRAU ALS BEITRAG ZUR
KIRCHENGESCHICHTE 13
2/14
1 Der geschichtliche Kontext
1.1 Zeitepoche
Nach den Religionskriegen sowie den Inquisitionen der Kirche, werden die Menschen gegenüber dem Glauben skeptisch und/ oder lehnen den Glauben ganz ab. Somit distanzieren sich die Wissenschaft, die Politik und das Geistesleben vom Christentum und der Kirche. 1
Damit beginnt die Zeit der Aufklärung. Diese Zeit wird vor allem vom Denken und der Vernunft geprägt. Alte und überholte Vorstellungen und Ideologien werden versucht abzuschaffen und allein durch das Wissen, Denken und durch Tatsachen neu ersetzt. Damit verbunden ist vor allem auch das Zweifeln und Hinterfragen der Religion. 2
1.2 Der kirchengeschichtliche Kontext
Der Pietismus gilt als Frömmigkeitsbewegung, der bereits im 17. Jahrhundert unter Johann Arndt seine Wurzeln findet, jedoch erst mit Phillip Jakob Spener in den 1670er Jahren den Durchbruch schafft. Das Anliegen ist die geistliche Erneuerung der lutherischen Orthodoxie 3 und der „Kampf gegen die Schäden der Aufklärung“ 4 .
1.3 Die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert
Die Frau im 18. Jahrhundert hatte als Hausfrau, Ehefrau und Mutter zu dienen. Damit hatte sie auch dafür zu sorgen, dass es ihrem Mann zu Hause gefiel und er dort entspannen und ruhen konnte. Selbst zu arbeiten und damit Geld zu verdienen, war ihr verboten. Genau so wie die Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit. Normalerweise hatte sie selbst auch in anderen Lebensbereichen keine Entscheidungsfreiheit. Selbst die Wahl ihres Ehemannes wurde ihr meistens von ihrem Vater abgenommen. Sie war dem Ehemann jedoch nie ein wirkliches Gegenüber. Eine Frau zu sein, hieß vor allem, möglichst Kinder zu bekommen. 5
Eine Frau wurde als die „Verführerin zum Bösen“ 6 oder als das notwendige Übel angesehen. Dies zeigte sich im Umgang mit Frauen, da sie abgewertet, unterdrückt und missachtet wurden und ihren Männern Unterwürfigkeit zu leisten hatten. Die Abwertung der Frau wurde mit der Theologie belegt und gerechtfertigt. 7
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frau im 18. Jahrhundert das „Objekt des Mannes“ 8 war und ihm zu dienen hatte. 9
1 A. Sierszyn, 2000 Jahre Kirchengeschichte, Die Neuzeit, Bd. 4, Holzgerlingen 2000, 25.
2 Vgl. Wikipedia, Zeitalter der Aufklärung, Verfügbar über:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Aufkl%C3%A4rung#Typische_Merkmale_der_Aufkl.C3.A4rung, Datum des Zugriffs: 05.05.10.
3 Diese erstarrt geistlich und hat keine geistliche Lebendigkeit mehr.
4 A. Sierszyn, a. a. O., 25.
5 Vgl. Die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert, Verfügbar über:
http://nibis.ni.schule.de/~lessing/www11a/les_frau/paedda.html. Datum des Zugriffs: 05.05.10.
6 Vgl. H.-C. Hahn, H. Reichel (Hg.), Zinzendorf und die Herrnhuter Brüder, Hamburg, 1977, 9.
7 Vgl. ebd., 292.
8 P. Zimmerling, Starke fromme Frauen, Gießen, 4 2009, 9.
9 Vgl. ebd., 9.
3/14
2 Die Herrenhuter Brüdergemeine
Die Anfänge und Entwicklung der Herrenhuter Brüdergemeine 10 2.1
1722 - erste Flüchtlinge aus Mähren 11 ; Entstehung einer Handwerkerkolonie 12 Lutherischer Pfarrer in Berthelsdorf: Johann Andreas Rothe 1723 - neue Flüchtlinge aus Mähren
Baupläne Zinzendorfs & wichtige Vorraussetzungen für seine Reich-Gottes Arbeit: neue Häuser; Kirche erweitern; eine Landesschule für junge Adlige, die später für das Waisenhaus genutzt worden ist; ein Saal zur Versammlung; eine Druckerei zur Veröffentlichung eigener Werke
1726 - Aufruhr durch Krüger: gg. Pfr. Rothe und Zinzendorf; ganze Siedlung gg. Zinzendorf will selbst hinziehen u für Ordnung schaffen 13 1726 - Tod der Großmutter von Zinzendorf 14 ; Zinzendorf muss nicht mehr in der Dresdner Landesregierung arbeiten, sondern kann sich ganz dem geistlichen Dienst widmen
1727 - Einzug in Herrenhut; konfessionelle Spannungen, Spaltungen und Uneinigkeit über die christliche Lebensführung u rechten Weg zum Heil Mai 1727 - Statuten: Satzungen 15 von Zinzendorf für die Ortsgemeindekommunaler Art „Herrschaftliche Gebote und Verbote“ und im bruderschaftlichen Miteinander „Brüderlicher Verein und Willkür“; 16 eine wichtige Satzung des bruderschaftlichen Miteinander ist, dass die Gemeinde alle Brüder und Schwestern sind, die allein von dem Erbarmen Gottes in Jesus Christus leben; damit spielen die verschiedenen Konfessionen keine Rolle mehr, sondern die Liebe untereinander 17 13. August 1727 - Geistlicher Geburtstag der Herrenhuter Brüdergemeine: Einladung von Pfr. Rothe zum gemeinsamen Abendmahl in Berthelsdorf an alle Herrenhuter; Gebet für die gemeinschaftliche Not von Sektiererei und Trennung und für die Lehre der rechten Natur der Gemeinde Gottes; „Wir lernten lieben“ 18 ; die unterschiedlichen und trennenden Faktoren sind nicht mehr wichtig; gegenseitige Vergebung; Anrede ab jetzt mit Bruder und Schwester
1727 - Auflösung der Landschule, die nicht offen für den Geist der Erweckung in Herrnhut war und Eröffnung des Waisenhaus’ in der Landschule 19 1728 - erste Losung für die Singstunde zur Ermutigung, dann mündliche Weitergaben
1731 - erste gedruckte Version der Losungen und Verbreitung über Herrenhut hinaus
1732 - Mission unter schwarzen Sklaven auf St. Thomas (westindische Insel) Januar 1733 - erste Ausweisung Zinzendorfs aus Herrenhut auf Befehl von August dem Starken 20 , weil er die kaiserlichen Untertaten aus Böhmen und Mähren angelockt hätte
10 Diese Ausführung bezieht sich, soweit nicht anders vermerkt, auf die Quelle E. Geiger, Erdmuth Dorothea Gräfin von Zinzendorf, Holzgerlingen 2 2001, 45-123.
11 Aus der alten Brüderunität in Mähren, die unter der Bedrängnis der römisch-katholischen Kirche nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) standen und aufgrund ihres Glaubens flüchteten.
12 Vgl. J. O. Rüttgardt, Zinzendorf, Nikolaus Ludwig von, in: ELThG III, 1994, 2211-2213. 2212.
13 Vgl. E. Beyreuther, Zinzendorf und die sich allhier beisammen finden, Marburg an der Lahn 1959, 167.178.
14 Katharina Henriette von Gersdorf.
15 Zur Fügung oder zum Verlassen von Herrnhut.
16 Vgl. H.-C. Hahn, H. Reichel (Hg.), a. a. O., 68-80.
17 Dazu Beyreuther: „Die Statuen … waren ein Meisterwerk. Sie haben den Aufbau Herrnhuts zu einem christlich-sozialen Gemeinwesen eingeleitet, das sich nach innen und nach außen bewährte.“ Vgl. Beyreuther, a. a. O., 186.
18 H.-C. Hahn, H. Reichel, zit. bei Erika Geiger, a. a. O., 48.
19 Vgl. E. Beyreuther, a. a. O., 235.
4/14
Mai 1733 - Rückkehr Zinzendorfs, da es unter Friedrich August II eine Duldung der Brüder in Herrenhut gibt
1734 - Zinzendorf geht trotz Widerstand in den geistlichen Stand 1736 - Reise nach Holland mit Erdmuthe und anderen aus Herrenhut, in der Herrenhut viele Freunde und finanzielle Unterstützung erhält 1736 - zweite Ausweisung aus Herrenhut: Zinzendorf sieht das Ganze als eine Ausbreitung und Stärkung der Brüdergemeine; das Exil für Zinzendorf ist die indirekte Aufforderung Gottes, Mission unter den Heiden mit einer Pilgergemeinde zu betreiben
1736 - Untersuchungskommission und weitere Duldung der Gemeinde 1737 - kurze Rückkehr von Zinzendorf erlaubt Entstehung eines weltweites Netzwerk: von Siedlungen, Gemeinden, Stützpunkten, Freundeskreisen 21
1738 - Einzug ins Schloss Marienborn; Aufbau einer neuen Siedlung „Herrnhaag“zweiter Wohnsitz neben Herrenhut
1741 - Londoner Verlasskonferenz: Zinzendorf will nach Pennsylvanien (Nordamerika); Verteilung der Aufgaben u Befugnisse (Generalkonferenz) 1742 - Erneuerung des Streiterehe-Gedankens
1743 - Synode in Hirschberg: Entwicklung zur eigenen mährischen Kirche jedoch Zinzendorfs Idee, dass Brüdergemeine eine Erneuerungsbewegung innerhalb der Landeskirche ist, sonst Gefahr des Rufs einer Sekte; Generalkonferenz wird aufgelöst
1748 - Bekenntnis zur Confessio Augustana: 1749 staatliche Anerkennung in Sachsen als Augsburger Konfessionsverwandte mit freier Religionsausübung innerhalb der Landeskirche 22 1748 - Theologisches Seminar in Herrnhaag 1743-1750 - Sichtungszeit/ Prüfungszeit der Gemeine 23 : besondere Anziehungskraft, Jugendkultur und Anziehungskraft auf viele junge Christen; schöpferischste Periode; neue Sprache; Kritik von Außen; daraufhin: Schieflage in Herrnhaag 1748: Christian Renatus von Zinzendorf wird Ältester und somit Leiter der Gemeine; er versagt aufgrund des Verniedlichungskults/ der Wundenbegeisterung/ der sinnlichen Christuserotik; später ruhige Jahre und innere Genesung und Anerkennung von Außen 24
1750 - Räumung von Herrnhaag; nach drei Jahren ist die Siedlung leer und verfällt 1753 - Finanzkrise 1756 - Krankheit und Tod Erdmuthes
1757 - Heirat von Anna Nitschmann und Zinzendorf: zweite „Amtsehe“ 25 1760 - Tod von Zinzendorf
Zunächst ahmte Herrenhut die hallischen Einrichtungen nach, die Zinzendorf in seiner Jugend geprägt hatten. So verfolgte die Gemeine eine vom Pietismus beeinflusste gesetzliche Ethik. Später, ab. ca. 1734, wuchsen sie jedoch immer mehr in die religiöse Eigenständigkeit, indem sie in Christus und in seinem Werk die Ethik der Gnade 26 erkannten 27 . 28
20 Kurfürst von Sachsen und König von Polen.
21 J. O. Rüttgardt, a. a. O., 2212.
22 Vgl. K. Heussi, Die Herrnhuter, in: Kompendium der Kirchengeschichte, Bd. II, Tübingen 12 1960 (1907), 399.
23 Siehe Punkt 3.5 unter Blut- und Wundentheologie.
24 Vgl. H.-C. Hahn, H. Reichel (Hg.), a. a. O, 162-163.
25 J. O. Rüttgardt, a. a. O., 2212.
26 In Jesus Christus ist jeder Mensch in jeder Entwicklungsstufe des Glaubens von Gott geheiligt und angenommen.
27 Siehe dazu auch „Sichtungszeit“ unter im Jahr 1743-1750.
28 Vgl. D. Meyer, Zinzendorf, in: RGG 8, 2005, 1871-1874. 1871-1871.
5/14
Arbeit zitieren:
Helena Krez, 2010, Die Rolle der Frauen in der Herrenhuter Brüdergemeine unter der besonderen Berücksichtigung von Erdmuthe Dorothea von Zinzendorf, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: Die Rolle der Frauen in der Herrenhuter Brüdergemeine unter der besonderen Berücksichtigung von Erdmuthe Dorothea von Zinzendorf ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: neuer Titel erschienen: Die Rolle der Frauen in der Herrenhuter Brüdergemeine unter der besonderen Berücksichtigung von Erdmuthe Dorothea von Zinzendorf
Helena Krez hat einen neuen Text hochgeladen
Der Schutz bekannter Marken unter besonderer Berücksichtigung der zivi...
Vertrags- und Haftungsfragen u...
Enzo Baiocchi
0 Kommentare