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Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung 3
1. Einleitung 3
2. Methodik 7
2.1. Probanden 7
2.2. Untersuchungsdesign 7
2.3. Trainingsprogramm 8
2.4. Untersuchung des Sprungkraftverhaltens 9
2.5. Statistik 11
3. Ergebnisse 11
3.1. Bodenkontaktzeit 11
3.2. Sprunghöhe 12
4. Diskussion 13
5. Ausblick 16
Quellenverzeichnis 17
Abbildungsverzeichnis 19
Tabellenverzeichnis 19
Anhang 20
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Zusammenfassung
Ziel dieses Trainingsexperimentes war es, die Effekte eines saisonbegleitenden reaktiven Sprungkrafttrainings mit und ohne Überkopfziel bei jugendlichen Fußballspielern zu untersuchen. 12 jugendliche Fußballspieler im Alter von 14 ± 0,5 Jahre einer Körpergröße von 1,68m ± 0,08 m und einem Gewicht von 53,2 ± 7,9 kg absolvierten ein reaktives Sprungkrafttraining mit Überkopfziel (n=6) und ohne Überkopfziel (n=6). Beide Gruppen absolvierten 4 Wochen lang jeweils einmal pro Woche ein Trainingsprogramm, bestehend aus 3×6 Drop Jumps aus einer Fallhöhe von 40 cm. Die Gruppe mit Überkopfziel (DJ+ÜKZ) bekam die Aufgabe nach jedem Drop Jump einen über dem Kopf hängenden Ball mit einer Hand zu berühren. Die Gruppe ohne Überkopfziel (DJ) führte „freie“ Drop Jumps ohne Zusatzaufgabe durch. Zur Überprüfung etwaiger Effekte wurde der die Sprungleistung charakterisierende Parameter maximale vertikale Sprunghöhe (SH) sowie die Bodenkontaktzeit (BKZ) herangezogen. Im Vergleich der beiden Trainingsgruppen DJ und DJ+ÜKZ konnten für die Gruppe DJ+ÜKZ signifikante Verbesserungen sowohl für die maximale Sprunghöhe (p=0,025) als auch für die Bodenkontaktzeit (p=0,012) ermittelt werden. Die Gruppe DJ zeigte keine signifikanten Verbesserungen der beiden Parameter. Die Ergebnisse dieser Untersuchung beweisen, dass die Verwendung eines Überkopfziels als extrinsischer Motivator im Rahmen eines reaktiven Sprungkrafttrainings größere
Trainingseffekte im Sinne einer Steigerung der Sprungleistung hat, als ein „freies“ Sprungkrafttraining ohne Überkopfziel.
Einleitung
Sportliche Leistungen setzen ein hohes Niveau der motorischen Kraftfähigkeit voraus. In der Sportpraxis gibt es jedoch nicht die Kraft schlechthin. Sie verhält sich den sportartspezifischen Anforderungen unterschiedlich, so dass zwischen den Kraftfähigkeiten Maximalkraft, Schnellkraft, Reaktivkraft und Kraftausdauer differenzierte wird (MARTIN / CARL / LEHNERTZ 1993). In den Sportarten, deren Bewegungsabläufe durch die Erzeugung hoher Kräfte in kurzer Zeit charakterisiert sind, hat die Schnellkraft eine große Bedeutung. Schnellkraftleistungen können in vielfältigen Bewegungsformen realisiert werden. In der Sportpraxis werden solche Leistungen üblicherweise durch eine nachgebende (exzentrische), eine (überwindende) oder eine statische (isometrische) Arbeitsweise der Muskulatur erreicht.
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Diese klassische Einteilung der Muskelaktionen lässt die natürlicherweise vorkommenden Bewegungsabläufe kaum beschreiben. Diese folgen nach KOMI (1994) nur höchst selten dem Muster von rein isometrischen, konzentrischen oder exzentrischen Aktionen. Bei den meisten in der Sportpraxis vorkommenden Bewegungsabläufen (Laufen, Springen, Werfen) arbeitet der Muskel zunächst exzentrisch, gefolgt von einer konzentrischen Aktion. Die Kombination einer exzentrischen mit einer nachfolgenden konzentrischen Aktion wird als Dehnungs-Verkürzungszyklus (DVZ) bezeichnet (KOMI 1994). Da der DVZ bei fast allen sportlichen Bewegungen relevant ist sollen im Folgenden einige grundlegende Aspekte dieser Muskelaktionsform betrachtet werden.
Der DVZ wird im Bezug auf seinen zeitlichen Verlauf in einen schnellen und in einen langsamen DVZ differenziert (SCHMIDTBLEICHER et. al. 1990). Charakteristisches Merkmal des schnellen DVZ ist der relativ kurze zeitliche Verlauf (≤ 200 ms) (BÜHRLE 1985). Praktische Beispiele eines schnell ablaufenden DVZ sind der Sprint mit 100-110 ms, der Weitsprung mit ca. 120 ms oder der Hochsprung mit 170-180 ms (BÜHRLE 1989, ZATSIORSKY 1997). Der langsame DVZ ist durch relativ lange zeitliche Verläufe gekennzeichnet (≥ 200 ms, BÜHRLE 1985). Beispiele sind der Angriffsschlag im Volleyball mit Kontaktzeiten zwischen 300-360 ms (SCHMIDTBLEICHER et. al. 1990), der Block im Volleyball (ca. 400 ms, BÜHRLE 1989) oder Schlittensprünge mit ca. 500 ms (BUBECK 2002). Die Besonderheit der Bewegungen im DVZ besteht darin, dass durch die Vordehnung während der exzentrischen Phase die Kraft der Aktion in der konzentrischen Phase über das ohne Vordehnung mögliche Maß hinaus verstärkt werden kann (KOMI 1994). Diese Tatsache belegen Untersuchungen von BOSCO/KOMI (1979) und SCHMIDTBLEICHER/GOLLHOFER (1985). Dabei wurden maximale Strecksprünge mit (CMJ) und ohne Ausholbewegung (SJ) sowie Sprünge mit vorgeschaltetem Tiefsprung (DJ) miteinander verglichen. Die Sprunghöhen, die bei den CMJ und DJ ermittelt wurden, lagen im Mittel höher als die beim Squat Jump (SJ). Die Ursachen für die höhere Effektivität von Bewegungen im DVZ liegen vor allem in der Speicherung elastischer Energie in den serienelastischen Strukturen des tendomuskulären Systems während der exzentrischen Phase und der Wiederverwendung während der konzentrischen Phase (KOMI 1994). Diese Nutzbarmachung elastisch gespeicherter Energie gelingt nur, wenn der Zeitraum (Kopplungszeit) zwischen Dehnung und Verkürzung nicht zu lang ist, weil sonst die gespeicherte Energie wieder verloren geht (KOMI 1985). Durch eine zeitliche Verkürzung des DVZ kann somit der Leistungsoutput erhöht werden. Ein weiterer Faktor der erhöhten Effektivität von Bewegungen im DVZ ist die Auslösung von Muskeldehnungsreflexen in der
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exzentrischen Phase. Durch Untersuchungen an isolierten Muskeln konnte nachgewiesen werden, dass die abrupte Dehnung eines isometrisch kontrahierten Muskels zur Erhöhung der Muskelaktivität und der Kraft führt, wobei diese höher liegt als bei maximal willkürlichen Kontraktionen (DIETZ et. al. 1979). Aufgrund der sportpraktischen Relevanz und der hohen Effektivität von Bewegungen im DVZ stellt sich nun die Frage nach einer effektiven und ökonomischen Trainings- und Belastungsgestaltung im Rahmen eines reaktiven Schnellkrafttrainings. Einige in der Trainingspraxis angewandte Übungen, Methoden und Belastungsgestaltungen sollen im folgenden Abschnitt dargestellt werden.
Zur Schulung des reaktiven Bewegungsverhaltens der unteren Extremitäten werden im Trainingsalltag von vielen Sportarten vor allem Drop Jumps eingesetzt. In der trainingswissenschaftlichen Literatur werden für diese Sprungform auch die Begriffe Tiefsprung, Niedersprung oder Tief-Hochsprung verwendet. Dabei steigt der Sportler auf eine erhöhte Unterlage (Stuhl, Tisch, Kasten). Von dort lässt sich der Sportler ohne nach oben abzuspringen auf den Boden fallen. Während der Landung wird das Körpergewicht des Sportlers elastisch abgefangen, ohne dass dabei die Ferse den Boden berühren soll („Durchschlagen“). Nach dem Abbremsen führt der Sportler einen explosiven Sprung nach oben aus. Von entscheidender Bedeutung ist, die Art und Weise sowie die Intensität der Belastungseinwirkung so zu determinieren, dass spezifische Anpassungen des neuromuskulären Systems erreicht werden. BUBECK (2002) zeigt prinzipiell drei Verfahren zur Steuerung der Intensität bei DJ. Die Belastung kann zum einen durch die Veränderung der Körpermasse bzw. des Körpergewichts (Zusatzlast, Sprungspinne) erfolgen. Zum anderen kann das Sprungsystem selbst variiert werden, wobei im Gegensatz zum freien DJ Schlitten-, Pendel- und Seilzugapparate eingesetzt werden. Eine dritte Möglichkeit der Intensitätssteuerung ist die Variation der Fallhöhe. In der Literatur bestehen in den Angaben von günstigen Fallhöhen große Differenzen. WERSCHOSHANSKIJ (1980) empfiehlt für Männer eine Fallhöhe von 85-95 cm und für Frauen 65-70 cm. In weiteren Untersuchungen reicht die Variation der Fallhöhe von 16 - 56 cm (NEUBERT 1999) bis zu in Trainingsexperimenten verwendeten Fallhöhen von 100 - 150 cm. SCHMIDTBLEICHER/GOLLHOFER (1982) empfehlen für das reaktive Tiefsprungtraining nur solche Fallhöhen, welche man im anschließenden Hochsprung wieder erreicht.
Alle dargestellten Formen der Belastungsgestaltung vernachlässigen die Zielstellung von reaktiven Bewegungen in vielen Sportarten, wie z.B. beim Kopfball im Fußball, beim Sprung zum Korb im Basketball, beim Hochsprung oder beim Angriffsschlag im Volleyball. Bei all
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diesen Bewegungen existiert mit dem zu erreichenden Ball oder mit der zu überquerenden Stange ein externer Motivator, der zur Bewältigung der jeweiligen sportlichen Aufgabe den Sportler zwingt, seine maximale Leistung abzurufen. Die Ausnutzung eines externen Motivators als Bewegungsziel zur Erhöhung der Bewegungsintensität soll nun auf das reaktive Sprungkrafttraining übertragen werden.
Um zur Auslösung von Anpassungsvorgängen im tendomuskulären System das Training in höchsten (maximalen) Intensitätsbereichen zu gewährleisten wurde in der bisherigen Diskussion über die Belastungsgestaltung die Rolle eines extrinsischen Motivators außer Acht gelassen. FORD et. al. (2005) konnte bei Drop Jumps durch die Verwendung eines Überkopfziels als extrinsischen Motivator eine Steigerung der Sprungleistung feststellen. Bei DJs mit Überkopfziel wurden größere Sprunghöhen sowie geringere Bodenkontaktzeiten erreicht als bei DJs ohne Überkopfziel. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass der Einsatz eines Überkopfziels beim reaktiven Sprungkrafttraining zu einer Erhöhung der Reizintensität führt und damit schnellere und höhere Anpassungen des tendomuskulären Systems erreicht werden.
Ziel dieses Trainingsexperimentes war den Effekt der Verwendung eines Überkopfziels im Rahmen eines reaktiven Sprungkrafttrainings bei jugendlichen Fußballspielern zu untersuchen. Des Weiteren soll diese Untersuchung zu einer Effektivierung des Sprungkrafttrainings für alle Sportarten beitragen. Zur Überprüfung etwaiger Effekte wurde der die Sprungleistung charakterisierende Parameter maximale Sprunghöhe (SH) sowie der das reaktive Bewegungsverhalten kennzeichnende Parameter Bodenkontaktzeit (BKZ) herangezogen. Aus den Vorüberlegungen ergeben sich folgende Hypothesen bezüglich der Verwendung eines Überkopfziels als extrinsischen Motivator im Rahmen eines reaktiven Sprungkrafttrainings:
1. Die Verwendung eines Überkopfziels im reaktiven Sprungkrafttraining hat höhere Effekte auf die Verkürzung der Bodenkontaktzeit als ein Training ohne Überkopfziel.
2. Die Verwendung eines Überkopfziels im reaktiven Sprungkrafttraining hat höherer Effekte auf die Vergrößerung der maximalen Sprunghöhe als ein Training ohne Überkopfziel.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Sportwissenschaftler Michael Urbansky, 2009, Trainingseffekte eines reaktiven Sprungkrafttrainings mit Überkopfziel auf Bodenkontaktzeit und maximale Sprunghöhe bei jugendlichen Fußballspielern, München, GRIN Verlag GmbH
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