Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 4
2 Vorstellung der verwandten Studie 5
2.1 Problemstellung 5
2.2 Methoden. 6
2.2.1 Stichprobenbeschreibung 6
2.2.2 Operationalisierung zentraler Variablen 6
2.3 Pfadmodell des persönlichen Umweltverhaltens. 7
2.4 Divergenzen zwischen Umweltbewusstsein und -verhalten 8
2.5 Barrieren der Transformation von Einstellung in Verhalten. 10
2.6 Anreize zu umweltgerechtem Verhalten. 13
2.7 Ergebnisse 14
3 Modelle umweltrelevanten Verhaltens. 14
3.1 Strukturmodelle 14
3.2 Prozessmodelle 16
3.3 Einflussschema von Fietkau und Kessel 17
4 Moderatoren zwischen Umweltbewusstsein und umweltbewusstem Handeln 18
5 Fazit 19
6 Anhang. 21
7 Literaturverzeichnis 23
Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten
1 Einleitung
Sicherlich gibt es nur wenige Menschen, denen Umweltschutz ein Fremdwort bzw. ein fernliegender Begriff ist. Jeder von uns wird im Alltag mit diesem Begriff konfrontiert, ob es sich nun um das Sparen von Wasser während des Zähneputzens oder das kraftstoffsparende Fahren des Autos handelt. Doch trotz des Wissens um die Notwendigkeit umweltschonender Verhaltensweisen können wir uns oft dabei ertappen, den Wasserhahn beim Zähneputzen offen zu lassen, und haben wir es eilig, so fahren wir nicht weiterhin Optimalgeschwindigkeit. Trotz aller bekannten naturwissenschaftlichen Tatsachen und Erkenntnisse, die dringend eine grundsätzliche Änderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise nahelegen, beharren die meisten Menschen auf ihren umweltschädlichen Verhaltensweisen; dies obwohl ihnen gleichzeitig bewusst ist, dass es so nicht weitergehen kann und obwohl sie den Fragen des Umweltschutzes prinzipiell aufgeschlossen gegenüberstehen. Sehr rasch kann der Eindruck gewonnen werden, dass auf fast allen Ebenen erhebliche Inkonsistenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit bestehen. Trotz eines hohen Umweltbewusstseins hinkt das faktische Verhalten hinterher.
Eine Lösung des Umweltproblems erfordert es, dass alle Nationen ihre Produktions- und Wirtschaftsweise ändern. Es ist offensichtlich, dass dies nicht durch technische und politische Änderungen allein erreichbar ist. Es muss auch ein Wandel der individuellen Lebensstile erfolgen; umweltrelevantes - also umweltschädigendes oder umweltschützendes - Verhalten einzelner Individuen trägt maßgeblich zur Lösung des Problems bei.
In der vorliegenden Arbeit wenden wir uns der Beziehung zwischen umweltbezogenen Einstellungen und dem tatsächlichen, individuellen Umweltverhalten zu. Die Ausgangsbasis dieser Arbeit wird die Studie „Persönliches Umweltverhalten - Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ von Andreas Diekmann und Peter Preisendörfer aus dem Jahre 1992 sein. Wir werden diese Studie vorstellen und wiederholt Verbindungen zu theoretischen Überlegungen weiterer Autoren, die sich mit Fragestellungen des Umweltverhaltens beschäftigt haben, herstellen.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen umfassenden Überblick über die Beziehung zwischen umweltrelevanten Einstellungen und Verhalten zu geben. Dabei soll vor allem auf Diskrepan-
zen zwischen diesen beiden Komponenten eingegangen und auf mögliche Erklärungen dieser Widersprüche hingewiesen werden.
2 Vorstellung der verwandten Studie
2.1 Problemstellung
Diekmann und Preisendörfer setzen sich mit ihrer vorliegenden Studie zum Thema „Persönliches Umweltverhalten“ mit umweltrelevanten Einstellungen und dem persönlichen Umweltverhalten des Einzelnen im alltäglichen Leben auseinander. Ausgangsbasis ihrer Arbeit ist die Annahme, dass Anspruch und Wirklichkeit nicht Hand in Hand zu gehen scheinen. Die Studie setzt sich zum Ziel, Bestimmungsgründe für diese Inkonsistenzen zu untersuchen sowie vor allem eine Erklärung der Widersprüchlichkeiten zwischen bestehenden Einstellungen und tatsächlichem Verhalten zu finden.
Unter umweltbewusstem Handeln wird ein Verhalten verstanden, bei dem sich die Ausführenden der Umweltrelevanz ihres Handelns aktuell oder zumindest prinzipiell bewusst sind. Dies würde bedeuten, dass mit zunehmendem Umweltbewusstsein der Bevölkerung die individuellen und gesellschaftlichen Verhaltensweisen umweltförderlicher werden. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme, die darin besteht, dass umweltrelevantes Verhalten von Umweltbewusstsein determiniert wird, soll die Studie von Diekmann und Preisendörfer belegen, dass eine umweltbewusste Einstellung nicht genügt, um Verhalten vorherzusagen. Aus der Einstellungsforschung ist bekannt, dass positive oder negative Einstellungen keineswegs zwangsläufig das entsprechende Verhalten zur Konsequenz haben (z.B. Fishbein und Ajzen 1975). Daraus lässt sich ableiten, dass nicht davon auszugehen ist, dass sich umweltbewusste Einstellungen eins zu eins in umweltgerechtes Verhalten transformieren lassen. Es kann zwar von einem positiven, nicht jedoch von einem engen Zusammenhang zwischen Umweltbewusstsein und dementsprechenden Verhalten ausgegangen werden. In einer Meta-Analyse von Hines, Hungerford und Tomera (1984) wird im Mittel ein Korrelationskoeffizient von 0.35 zwischen den beiden Größen angegeben.
Durch das Umweltbewusstsein allein lassen sich also nur ca. 13 Prozent der Verhaltensvarianz erklären. Ein Anteil von ca. 87 Prozent der Varianz bliebe also unerklärt, wenn einzig und allein diesem Faktor Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Aus diesem Grund wird Umweltverhalten in den meisten Fällen als komplexes Konstrukt verstanden, das aus mehreren Komponenten besteht. Auch die hier verwandte Studie beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Bestimmungsgrößen des Umweltverhaltens. Es gilt, unterschiedliche Komponenten des komplexen Konstrukts und ihre Vorhersagekraft kenntlich zu machen, sowie dennoch bestehende Inkonsistenzen zu erklären.
2.2 Methoden
2.2.1 Stichprobenbeschreibung
Als empirische Datenbasis dient ein Telefoninterview mit 1357 Einwohnern der Städte Bern und München. Im Frühjahr 1991 wurde bei 392 zufällig ausgewählten Einwohnern der Stadt Bern, sowie bei 965 Personen in München eine telefonische Befragung durchgeführt. Die Berner Teilstichprobe ging ursprünglich von 737 Telefonbuchadressen aus, die Rücklaufquote betrug jedoch 66%. In München, wo mit 1830 Adressen begonnen wurde, betrug die Rücklaufquote 73%. Die Interviewdauer betrug 30 bis 40 Minuten. Inhaltliches Ziel dieser Telefoninterviews war eine möglichst detaillierte Erfassung des persönlichen und alltäglichen Umweltverhaltens der Befragten. Es wurden Informationen zu mehr als 30 konkreten, umweltrelevanten Verhaltensweisen der Befragten erhoben.
2.2.2 Operationalisierung zentraler Variablen
Zur Messung des persönlichen Umweltverhaltens wurde auf 16 unabhängige Verhaltensweisen zurückgegriffen, die sich in vier verschiedene Kategorien unterteilen lassen. Diese vier Bereichen wurden bezeichnet als: (1) umweltfreundliches Einkaufsverhalten, (2) umweltbewusste Abfallbeseitigung, (3) umweltschonender Umgang mit Energie und (4) umweltfreundliches Verkehrsverhalten. Jeder dieser 4 Bereiche wird über 4 konkrete Verhaltensweisen erfasst. Ein Gesamtindex des persönlichen Umweltverhaltens fasst alle 16 Verhaltensweisen der vier Bereiche additiv zusammen.
Neben dem persönlichen, selbstberichteten Umweltverhalten wurde in der Studie zusätzlich die umweltrelevante Einstellung der Befragten erfasst. Diekmann und Preisendörfer operationalisieren umweltrelevante Einstellungen über die Komponente des Umweltbewusstseins. Des weiteren ziehen die Autoren die Variablen Umweltwissen und die persönliche Betroffenheit von Umweltbelastungen als Faktoren zur Erfassung von Umwelteinstellungen heran.
Arbeit zitieren:
Katharina Niehoff, Constanze Kleinert, 2003, Umweltrelevante Einstellungen und Verhalten, München, GRIN Verlag GmbH
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