2
Modell einer standardisierten Produktergebnisrechnung
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung / Gegenstand der Diplomarbeit
1.2 Aufbau und Gliederung der Diplomarbeit
2. Grundlagen der kurzfristigen Erfolgsrechnung
2.1 Aufbau des Rechnungswesens
2.2 Begriffsdefinition: kurzfristige Erfolgsrechnung
2.3 Verfahren der kurzfristigen Erfolgsrechnung
2.3.1 Gesamtkostenverfahren (auf Voll- und Teilkostenbasis)
2.3.2 Umsatzkostenverfahren (auf Voll- und Teilkostenbasis)
2.3.3 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung
2.3.4 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
2.3.5 Deckungsbeitragsrechnung mit relativen Einzelkosten
3. Konzept einer einheitlichen Produktergebnisrechnung für einen
Fachverlag
3.1 Auswahl des Theoriemodells
3.2 IT-Rahmenbedingungen für die Produktergebnisrechnung
3.2.1 SAP R/3 und Vorsysteme
3.2.2 MIS Alea
3.2.3 ISIS
3.2.4 Technische Implementierung der Produktergebnisrechnung
3.3 Bestimmung eines einheitlichen Modells für die Produktergebnis-
rechnung
3.3.1 Schwachstellenanalyse der bisherigen Erfolgsrechnungsmodelle
innerhalb des Unternehmens 3.3.2 Soll-Konzept und Grobaufbau des neuen Modells
3.3.3 Detaillierter Aufbau der Produktergebnisrechnung für einen
Fachverlag
3.3.4 Kennzahlen aus einer standardisierten Produktergebnisrechnung
4. Fazit
Anlagenverzeichnis
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
AfA Absetzung(en) für Abnutzung
Anm. d. Verf. Anmerkung des Verfassers
BA Berufsakademie
BE Betriebsergebnis
BQV Bezugsquellenverzeichnis
bzw. beziehungsweise
ca. circa
CD-ROM Compact Disc Read-Only Memory
d.h. das heißt
DB Deckungsbeitrag
DBR Deckungsbeitragsrechnung
DBU Verhältnis zwischen Deckungsbeitrag und Umsatz
e.V. eingetragener Verein
EBITDA Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation
Einzelk. Einzelkosten
EnS Ergebnis nach Steuern
ERP Enterprise Resource Planning
etc. et cetera
EvS Ergebnis vor Steuern
f. folgende
ff. fortfolgende
Fibu Finanzbuchhaltung
GKV Gesamtkostenverfahren
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
HGB Handelsgesetzbuch
Hrsg. Herausgeber
i.d.R. in der Regel
inkl. inklusive
IT Informationstechnologie
k. A. keine Angaben
Kap. Kapazität(en)
KLR Kosten- und Leistungsrechnung
LAN Local Area Network
LBW Loseblattwerk(e)
Mio. Millionen
MIS Management-Informationssystem
MS Microsoft
p.a. per annum
PER Produktergebnisrechnung
PPS Produktionsplanung und Steuerung
Proko Produktkosten
Remi Remittenden, Remission(s)
sog. so genannte(s, r)
Struko Strukturkosten
Tab. Tabelle
TKR Teilkostenrechnung
u. und
u.a. unter anderem
UKV Umsatzkostenverfahren
vgl. vergleiche
VKR Vollkostenrechnung
vs. versus
WAN Wide Area Network
z.B. zum Beispiel
z.T. zum Teil
ZS Zuschlagssatz
7
Modell einer standardisierten Produktergebnisrechnung
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Informationsquellen von industriellen Entscheidern
Abb. 7: Überblick über die Elemente des Rechnungswesens
Abb. 8: Zusammenspiel der Teilbereiche der Kosten- und Leistungsrechnung
Abb. 9: Die gängigsten Verfahren der kurzfristigen Erfolgsrechnung
Abb. 10: Bestandteile des Betriebsergebnisses beim GKV auf Vollkostenbasis
Abb. 11: Formel für das BE nach dem GKV, wenn Produktion Absatz
Abb. 12: Formel für das BE nach dem GKV, wenn Produktion Absatz
Abb. 13: Formel für das BE nach dem GKV, wenn Absatz Produktion
Abb. 14: Bestandteile des Betriebsergebnisses beim GKV auf Teilkostenbasis
Abb. 15: GKV-Betriebsergebniskonto bei VKR und TKR (Produktion Absatz)
Abb. 16: GKV-Betriebsergebniskonto bei VKR und TKR (Produktion Absatz)
Abb. 17: Umsatzkostenverfahren auf Vollkostenbasis
Abb. 18: Umsatzkostenverfahren auf Teilkostenbasis
Abb. 19: UKV-Betriebsergebniskonto bei VKR und TKR (Produktion Absatz)
Abb. 20: UKV-Betriebsergebniskonto bei VKR und TKR (Produktion Absatz)
Abb. 21: Vergleich Umsatz- und Gesamtkostenverfahren
Abb. 22: theoretische Veränderung des ZS bei steigender Stückzahl
Abb. 23: einstufige Deckungsbeitragsrechnung UKV auf Teilkostenbasis
Abb. 24: Rechenschritte bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung
Abb. 25: Formel für den Break-Even-Point bzw. die Gewinnzone
Abb. 26: Rechenschritte bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung
Abb. 27: Fixkostenblock der einstufigen DBR Summe der Fixkostenschichten
der mehrstufigen DBR
Abb. 28: Informationssysteme im Fachverlag
Abb. 29: SAP-Logo
Abb 30: MIS-Logo
8
Modell einer standardisierten Produktergebnisrechnung
Abb. 31: Vergleich zwischen relationalen und multidimensionalen Datenbanken
Abb. 32: Beispiel für einen dreidimensionalen Hypercube
Abb. 33: Beispiel für den Aufbau einer MIS-Formel
Abb. 34: Überblick über das Grossosystem
Abb. 35: Vertriebswege eines Fachzeitschriftenverlages
Abb. 36: Herstellungsprozess eines Druckerzeugnisses
Abb. 37: Rechenbeispiel Remissionsquote
Abb 38: IVW-Logo
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Entwicklung der Fachpresse-Umsätze
Tab. 2: Top 10 der größten deutschen Fachverlage
Tab. 3: Variablen in der Formel des Betriebsergebnisses nach GKV
Tab. 4: Beispiel einer Grundrechnung
Tab. 5: mögliches Rechenschema für die DBR mit relativen Einzelkosten
Tab. 6: Kriterienkatalog für die Auswahl des Theoriemodells
Tab. 7: Kostenstruktur des betrachteten Fachverlags
Tab. 8: Gliederungsschema der Produktergebnisrechnung im Fachverlag
Tab. 9: Rechenschema eines Profitcenters (Vorschlag des Controller Vereins
e.V.)
Tab. 10: Auftrags-, Kostenarten- und Kostenstellenstruktur
Tab. 11: Bestandteile des Anzeigenumsatzes
Tab. 12: Bestandteile des Vertriebsumsatzes
Tab. 13: Bestandteile des sonstigen Umsatzes
Tab. 14: Bestandteile der direkten Kosten
Tab. 15: Bestandteile der Strukturkosten I
Tab. 16: Bestandteile der Strukturkosten II
Tab. 17: Ermittlung des EBITDA
Tab. 18: Ermittlung des EvS
Tab. 19: verlegerische Kennzahlen pro Objekt
Tab. 20: monetäre Kennzahlen pro Objekt
Tab. 21: Kennzahlen für den Vergleich eigener Titel vs. Konkurrenztitel
Tab. 22: Quellen für Mediadaten von Fachzeitschriften aus dem Elektronik-
Bereich
1. Einleitung
Werbeflaute, Umsatzrückgang, Portfoliobereinigung, Turnaround-Management, Sanierungskonzept, Sparkurs, Abonnentenrückgang, Werbekrise, Konsolidierung, Anzeigenkrise, Übernahmeversuche, Restrukturierung, Entlassungen, Kostensenkung, …
All das sind Schlagworte mit denen sich das Verlagswesen seit den Boom-Jahren 1999 und 2000 konfrontiert sieht. Besonders der Anzeigenrückgang trifft die Medienbranche hart. Auch der dieser Arbeit zugrundeliegende Fachverlag blieb von der konjunkturbedingten Krise nicht verschont. Neben dem Flaggschiff Zeitung ist auch die Sparte Fachinformationen von dieser Entwicklung betroffen.
Was ist generell unter Fachinformationen zu verstehen? Gemeint sind damit Informationen mit berufsbezogenen Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen. Die Inhalte bzw. der Content beziehen sich auf Themen wie Aus- und Weiterbildung, das berufliche Umfeld (Brancheninformationen) und die berufliche Entwicklung. Für viele Fach- und Führungskräfte stellt dies einen ‚need to know’ bzw. ‚must have’-Content dar. Gestützt wird diese These durch eine Studie der Universität Darmstadt. Demnach rangieren Fachzeitschriften 1 - ein beliebtes Medium für Fachinformationen - an dritter Stelle, wenn es um die Frage nach den Informationsquellen von industriellen Entscheidern geht (Abb. 1). Auch weitere Fachinformationsmedien, wie Messen oder Internet-Fachportale finden sich in dieser Rangordnung weit oben.
1 Fachzeitschriften = periodisch erscheinende Publikationen, „die sich an Fachleute auf einem bestimmten Gebiet richten; sie sollen der Vertiefung und Erweiterung in diesem Fach dienen“
([Mundhenke 1998], Seite 28)
Auf dem Markt für Fachinformationen herrscht seit einigen Jahren ein raues Klima. Die Haupterlösarten Anzeigen- und Vertriebsumsatz (Abb. 2) sind seit 2000 zum Teil stark rückläufig (Tab. 1).
Abb. 2: Umsatzverteilung im Fachverlag nach
Quelle: eigene Recherchen
Den Markt im Bereich Fachinformationen in Deutschland teilen sich die zehn größten deutschen Fachverlage (Tab. 2).
1 in Mio. € *
2 Umsatz Gesamtunternehmen *
3 davon mit Fachinformationen *
1.1 Problemstellung / Gegenstand der Diplomarbeit
Die geschilderte wirtschaftliche Entwicklung der Branche machte auch vor dem in dieser Arbeit exemplarisch geschilderten Fachverlag nicht Halt. Er wurde deshalb einem umfassenden Restrukturierungs- und Sanierungsprozess unterworfen. Die Wirtschaftlichkeit rückte in diesem Zusammenhang mehr und mehr in den Mittelpunkt. Verlust- und Erfolgsquellen galt - und gilt es immer noch - zu identifizieren. Wachstumsfelder müssen gefördert werden, während weniger profitable Geschäftsbereiche reformiert bzw. im schlimmsten Falle abgestoßen werden müssen (Portfoliobereinigung). Diese Aufgabe stellt sich bei einem breit gefächerten Medienkonzern als äußerst anspruchsvoll dar. Die heterogene Unternehmensstruktur (viele Tochtergesellschaften mit unterschiedlichem Produktsortiment) unterstreicht die Komplexität dieses Unterfangens.
Das Controlling mit all seinen Instrumenten muss sich dieser Herausforderung stellen. Die kurzfristige Erfolgsrechnung (Produktergebnisrechnung) - als Werkzeug des Controllings - liefert dafür die nötigen Bewertungs- und Entscheidungsgrundlagen. Mittels eines einheitlichen Vorgehens soll für jede Tochtergesellschaft ihr Beitrag zum Konzernergebnis ermittelt werden 2 .
2 Eine detailliertere Definition der kurzfristigen Erfolgs- bzw. Produktergebnisrechnung findet sich auf Seite 20 ff.
Die Produktergebnisrechnung lässt sich somit mit anderen Controlling-Instrumenten, wie etwa einer ABC-Analyse 3 oder einer Balanced Scorecard 4 vergleichen. Die Vorgabe von einheitlichen Regeln für die Produktergebnisrechnung ist zwingende Voraussetzung, um einzelne Gesellschaften und Objekte objektiv miteinander vergleichen zu können. Die Konzeption eines einheitlichen und standardisierten Rechenmodells für den Fachverlag ist das Thema der vorliegenden Diplomarbeit.
1.2 Aufbau und Gliederung der Diplomarbeit
Die wissenschaftliche Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. Im ersten Kapitel - der Einleitung - wird das Thema und die damit verbundene Problemstellung kurz charakterisiert (Kapitel 1.1). Ebenso erfolgt dort die Erklärung des Aufbaus und der Gliederung der Arbeit (Kapitel 1.2).
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Produktergebnisrechnung / kurzfristigen Erfolgsrechnung. Zu Beginn wird der Aufbau des betrieblichen Rechnungswesens und die Einordnung der kurzfristigen Erfolgsrechnung erklärt (Kapitel 2.1). Nachfolgend wird eine Begriffsdefinition bzw. -abgrenzung für die kurzfristige Erfolgsrechnung bzw. Produktergebnisrechnung durchgeführt (Kapitel 2.2). Die einzelnen Verfahren der kurzfristigen Erfolgsrechnung werden dann in Kapitel 2.3 erläutert. Dazu gehören das Gesamtkostenverfahren (Kapitel 2.3.1), das Umsatzkostenverfahren (Kapitel 2.3.2), die einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Kapitel 2.3.3), die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (Kapitel 2.3.4) und die Deckungsbeitragsrechnung mit relativen Einzelkosten (Kapitel 2.3.5).
3 ABC-Analyse = ein mathematisch-betriebswirtschaftliches Verfahren, um wichtige
(umsatzstarke) Klassen von Kunden, Lieferanten oder Artikeln zu identifizieren. Die so
ermittelten Erfolgsquellen (Klasse A) gilt es intensiv zu fördern; Kunden, Lieferanten oder Artikel
in den weniger erfolgreichen Klassen B und C können mit geringerer Aufmerksamkeit versehen
oder ganz abgestoßen werden; vgl. [Galley 2002], Kapitel 2.1 und [Wikipedia 2004],
http://de.wikipedia.org/wiki/ABC-Analyse
4 Balanced Scorecard (BSC) = geht auf die beiden amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Robert S. Kaplan und David P. Norton zurück; sie ist ein Kennzahlenpapier, welches der
Kontrolle der Zielerreichung und damit zur Messung des Erfolgs einer Unternehmensstrategie
dient. Ihre Kennzahlen sind sowohl monetärer als auch nicht-monetärer Herkunft und kommen
aus den Bereichen Finanzen, Kunden, Prozesse und Potentiale; vgl. [Kolb 2004], Kapitel 6.1
und [sd 2004], http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/berufstudium/artikel/916/1915/
Im letzten Kapitel wird die Konzeption für die Produktergebnisrechnung in einem Fachverlag dargelegt. Das erste Unterkapitel 3.1 erläutert, welches der vorgestellten Theoriemodelle dem Fachverlagsmodell zu Grunde liegt. Da die Umsetzung der Produktergebnisrechnung nur auf Basis der bestehenden IT-Informationssysteme möglich ist, werden diese im Kapitel 3.2 kurz charakterisiert. Den Anfang machen dabei die Unternehmenssoftware SAP/R3 und die Verlagsvorsysteme (Kapitel 3.2.1). Darauf aufbauend werden das Management-Informationssystem Alea (Kapitel 3.2.2) sowie die Internetapplikation ISIS (Kapitel 3.2.3) dargestellt. Kapitel 3.2.4 klärt in welchem der erklärten Informationssysteme die Produktergebnisrechnung implementiert werden soll. Im letzten Kapitel 3.3 wird das einheitliche Modell der Produktergebnisrechnung (PER) des Fachverlags ausführlich erklärt. Das beinhaltet eine Schwachstellenanalyse der bisher durchgeführten Erfolgsrechnungen (Kapitel 3.3.1), eine Darstellung der Sollanforderungen an die neue PER (Kapitel 3.3.2), eine detaillierte Darlegung des Aufbaus mit allen Einzelpositionen der PER (Kapitel 3.3.3) sowie eine Erklärung der daraus abgeleiteten Kennzahlen (Kapitel 3.3.4). Abgeschlossen wird die Diplomarbeit mit einem Resümee (Kapitel 4), welches die Ergebnisse noch einmal kurz zusammenfasst.
2. Grundlagen der kurzfristigen Erfolgsrechnung
2.1 Aufbau des Rechnungswesens
Das Rechnungswesen bündelt sämtliche Verfahren der Erfassung, Aufbereitung und Auswertung von im Betrieb auftretenden Geld- und Leistungsströmen. Die Ergebnisse daraus werden für die Dokumentation, Planung, Steuerung und Kontrolle der betrieblichen Leistungserstellung verwendet. 5
Quelle: in Anlehnung an [Rollwage 1999], Seite 5; [Macha 2003], Seite 122 sowie [Steger 1996], Seite 77
Es kann eine Unterteilung in externes und internes Rechnungswesen vorgenommen werden. Ersteres beinhaltet die Finanzbuchhaltung (Fibu), welche folgende Kernaufgaben zu bewältigen hat 6 :
• Erfassung aller Geschäftsvorfälle in chronologischer Reihenfolge
• Ermittlung des Jahreserfolges durch die Gewinn- und Verlustrechnung
• Erstellung des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlusses
5 vgl. [Fuchs 1982], Seite 14
6 vgl. im Folgenden [Fuchs 1982], Seite 14
Das interne Rechnungswesen dagegen besteht aus fünf Teilbereichen. Die Betriebsstatistik beschäftigt sich mit der Zusammenstellung und Auswertung von Daten 7 . Die Erstellung von Ausschuss- und Unfallstatistiken oder das Ermitteln von Kennzahlen (wie z.B. Produktivität, Rentabilität, etc.) sind typische Aufgaben aus diesem Bereich.
Eine weitere Säule des internen Rechnungswesens ist die Planungsrechnung. Mittels der mathematischen Methoden des Operations Research (z.B. lineare Programmierung, Netzplantechnik oder Simulationsverfahren) werden beispielsweise Finanz-, Produktions- oder Absatzplanungen durchgeführt. 8
Entscheidungen über die längerfristige Bindung von finanziellen Mitteln (z.B. Anschaffung neuer Maschinen) werden in der Investitionsrechnung getroffen 9 . Die Finanz- oder Finanzierungsrechnung dagegen dient der Erfassung der Ein- und Auszahlungen in der Vergangenheit bzw. Gegenwart 10 . Die Gewährleistung der Liquidität spielt dabei eine wichtige Rolle.
Von hoher Bedeutung für das interne Rechnungswesen ist die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR). Sie ermittelt und bewertet die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Die KLR ist eng verzahnt mit der Finanzbuchhaltung. So gibt die KLR Plan-Werte für die zukünftige Unternehmensentwicklung vor, die Fibu ermittelt die tatsächlichen Ist-Werte und die KLR analysiert diese wiederum (Soll-/ Ist-Vergleich) 11 . Zu ihren Aufgabengebieten gehören im Detail 12 :
• die Unterstützung bei der Preisfindung
• die Bereitstellung von Daten für die betriebliche Planung
• die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit bei der Leistungserstellung bzw. des Produktionsprozesses
7 vgl. [Fuchs 1982], Seite 14
8 vgl. [Fuchs 1982], Seite 22
9 vgl. [Djanani 1997], Seite 14
10 vgl. [Djanani 1997], Seite 13
11 vgl. [Macha 2002], Seite 25
12 vgl. im Folgenden [Fuchs 1982], Seite 15
• die Ermittlung des Betriebserfolgs (Betriebsergebnisses)
Die beiden letzten Punkte sind von zentraler Bedeutung für die (kurzfristige) Unternehmenssteuerung. Sie bilden den Grundstein für die Entscheidungen des Managements. Diese können nicht allein aufgrund des Jahresüberschuss bzw.fehlbetrags des Gesamtunternehmens gefällt werden. Der Jahresüberschuss bzw.fehlbetrag wird von der Finanzbuchhaltung (externes Rechnungswesen) mittels der Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt. Diese Größe weist in Bezug auf die Entscheidungsunterstützung (für das Management) einige Mängel auf.
Zum einen ist die Berichtsperiode (i.d.R. ein Jahr) der GuV zu lang und die Erstellung ist zu zeitaufwändig. Der Jahresabschluss, der die GuV enthält, ist in den meisten Fällen erst einige Monate nach Geschäftsjahresende fertig. Daneben kann aus dieser Art der Erfolgsrechnung nur das Gesamtergebnis des Unternehmens herausgelesen werden. Die Beiträge einzelner Produkte, Produktgruppen oder Geschäftsbereiche dazu können nicht aus der GuV ermittelt werden. Ebenso enthält die GuV Elemente, die nicht aus rein betriebstypischer Tätigkeit resultieren (z.B. Aktiengewinne oder Verkäufe aus dem Anlagevermögen). Da die GuV nach steuerlichen Vorgaben erstellt werden muss, spiegelt sie aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht immer die tatsächliche Lage des Unternehmens wieder. So gilt beispielsweise der Unternehmerlohn finanzbuchhalterisch nicht als Aufwand, während er in der Kosten- und Leistungsrechnung diesen Status sehr wohl erfüllt 13 . Somit kann anhand des Jahresüberschusses bzw. -fehlbetrages keine Beurteilung der Effizienz bzw. Wirtschaftlichkeit des betrieblichen Leistungserstellungsprozess vorgenommen werden. 14
13 vgl. [Macha 2002], Seite 23
14 vgl. [Fuchs 1982], Seite 18
Zur Beseitigung dieses Mankos wurde die Kosten- und Leistungsrechnung mit ihren Teilbereichen Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung eingeführt. Die Kostenartenrechnung bildet den Ausgangspunkt und beantwortet die Frage, welche Kosten in welcher Höhe angefallen sind 15 . Ausgehend von den Zahlen, die die Fibu liefert, müssen die Kosten ermittelt, gegliedert, systematisiert und beschrieben werden. Die Kostenartenrechnung bereitet die Fibu-Zahlen dabei in der Form auf, dass bestimmte Zahlen - wie etwa der neutrale Aufwand (z.B. eine Spende ans Rote Kreuz) - herausgenommen werden und andere Zahlen - wie die Zusatzkosten (z.B. der kalkulatorische Unternehmerlohn für den Geschäftsführer) - hinzuaddiert werden 16 .
Die Systematisierung bzw. Gliederung der Kosten kann nach zwei Kriterien vorgenommen werden. Einerseits können Kosten nach ihrer Zurechenbarkeit auf einzelne Kostenträger gegliedert werden. Man unterscheidet dabei zwischen Einzel- 17 und Gemeinkosten 18 . Die direkt von einem Kostenträger verursachten Einzelkosten fließen in die Kostenträgerrechnung ein. Die Gemeinkosten dagegen werden der Kostenstellenrechnung zugesprochen. Andererseits lassen sich die Kosten aber auch nach ihrer Abhängigkeit von der Ausbringungsmenge systematisieren. Unterschieden werden fixe und variable Kosten. Fixe Kosten bleiben bei Variation der produzierten
15 vgl. [Steger 1996], Seite 74
16 vgl. [Macha 2002], Seite 29
17 Einzelkosten = „Kosten, welche den Kostenträgern unmittelbar zugerechnet werden“; [Olfert 2003], Seite 51
18 Gemeinkosten = „Kosten, die den Kostenträgern nicht unmittelbar zugerechnet werden; Sie fallen für verschiedene Erzeugnisse gemeinsam an“; [Olfert 2003], Seite 52
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Daniel Bialas, 2004, Modell einer standardisierten Produktergebnisrechnung, München, GRIN Verlag GmbH
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