Inhalt t
1. Frage estellung 3
2. Arbei itsfeld Psyc chotherapie 5
3. Spe ezifik psych hotherapeuti ischen Hand delns im Ge ewaltbereich h 5
3.1. T Therapie un nd Weltbild d 5
3.1 1.1. Sekund äre Trauma atisierung 6
4. Sy ystemische V Vernetzung gsebene 10
4.1 1. Notwendi igkeit der V Vernetzung 10
4.2 2. Möglichk keiten der V Vernetzung 11
5. Schlu ussfolgerung gen 13
6. Anha ang 14
6.1 Traumathe erapeutische e Methoden n 14
6.2 Befragung g von Asylsu uchenden 15
7. Quel llenverzeich hnis 18
Ich b bin ein Ma aler der aus s Schatten
Das wunderba rste Bildni s malt
Und d teurer sein ne Farben zahlt
Als a andre ihre vollen satt en
Wen nn keiner m mehr von ih hnen prahlt t
Ergl lühen doch h die meinen n matten
Wie über schw weren Grab esplatten
Ein altes Mosa aik erstrahl lt
Und d doch steht t Nacht vor r meinen A Augen
Von n Tränen de eckt sie ein Visier
Sie m müssen´s d och aus de m Innern s saugen
Mit sehnsuchts strunkener r Begier
Dan nn wird es a als ein Urbi ild taugen
Dir s selber ähnl lich ähnlich h mir
Walter Benja W min „Sonnet t 54“
2
1. Fra agestellu ung
1 Vgl. zur Einleitung: Jes schke, Karin u nd Sabine Wo olff: Zwischen W Wachstum und Stagnation - Di ie professionell le
Entwicklu ung von Psychot therapeut/inn/en n über die Lebe ensspanne. In: P Psychotherapeu utenjournal. Ja anuar 2010. S. 2 25 - 33
2 A.a.O.
Das aufreibende Engagement geht einher
• mit vielfachen Schwierigkeiten in der Praxis,
• defensiven und unkonstruktiven Coping-Strategien
• sowie Ängsten und Langweile in den Sitzungen.
Ein Vergleich der Altersgruppen zeigte, dass vorwiegend die berufserfahrenen TherapeutInnen heilendes Engagement erleben, wohingegen die BerufsanfängerInnen häufiger von aufreibendem Engagement berichteten. „Der Arbeitsstress war besonders bei solchen Therapeuten hoch, die wenig Unterstützung und Befriedigung durch ihre Arbeit erfuhren, die keine private Praxis hatten und die aufgrund negativer Erfahrungen demoralisiert waren.“ 4
Dieser Studie zufolge kann sich eine TherapeutIn nie vollständig positiv entwickeln oder komplett stagnieren. Vielmehr sind beide Anteile, Wachstum und Stagnation, immer zeitgleich vorhanden und nicht als „entweder-oder“ zu verstehen. Ob die Gesamtentwicklung der TherapeutIn unter dem Strich positiv oder negativ verläuft, hängt davon ab, inwieweit ein positiver oder ein negativer Entwicklungszyklus überwiegt. Ausschlaggebend ist demzufolge die Balance der beiden Zyklen im Leben einer Therapeutin.
Gibt es vielleicht einen weiteren, für die berufliche Entwicklung entscheidenden Unterschied zwischen denjenigen, die Psychotherapie als Wissenschaft begreifen und denjenigen, die sie als Kunst verstehen? Denjenigen, die sie mittels empirischer Methoden qualifizieren möchten und denjenigen, die diese Wahrnehmung von Möglichkeiten als zu restriktiv und minimierend für die Erkundung intersubjektiver Zusammenhänge empfinden? Und ist dieser Unterschied ein entscheidender bei der Entfaltung der Höhen und Tiefen einer professionellen Biographie? Hochinteressante Vertiefungsfelder - und sie können im Rahmen der vorliegenden Arbeit natürlicher- und auch bedauerlicherweise nicht erkundet werden. Es wird einer weiteren Abstufung gefolgt, die einen Unterschied macht: Was ist von individueller biographischer Relevanz für eine TherapeutIn, die im Gewaltbereich arbeitet? Unhinterfragte Grundannahme dieser Arbeit ist es, dass sich die menschliche Seele dadurch auszeichnet, lernfähig zu sein, was sich durch Wachstum oder Nicht-Verkleinerung des Hippocampus auszeichnet 5 , jedoch zunächst nicht prädestiniert ist, sich im gängigen Arbeitsalltag 8 Stunden täglich über 53 Wochen minus Urlaub im Jahr mit Krisen, Gewalt und Leid - sei es auf Opfer- oder TäterInnenseite auseinanderzusetzen. Desgleichen gilt für eine bestimmte Anzahl von Toden, die für ein Menschenleben ausreichend sind, um in Würde und Achtsamkeit mit - erlebt zu werden. Diese hier angenommene quantitative Begrenztheit menschlichen Erlebens ermöglicht eher sowohl Integration als auch inneres Wachstum in dem individuellen Lebenslauf.
Doch wie ergeht es denjenigen, die sich dem Thema „Gewalt“, dessen AkteurInnen und Betroffenen zur Verfügung stellen? Was sind ihre Gefährdungen, ihre Stabilisierungs- und Vorbeugemaßnahmen und ihre besonderen Möglichkeiten? Auch, nachdem sie besondere Ausbildungen erfolgreich durchlaufen haben?
1. Ein Modell, Konstrukt eher als Theorie zur vicarious traumatization, der „stellvertretenden Traumatisierung“, als einer der möglichen Gefährdungen, denen
4 Vgl. Sonnenmoser. A.a.O.
5 Vgl. Seminar 6 in Frauenfeld, Hanne Hummel: Vortrag zu EMDR
4
eine TherapeutIn vielleicht eher ausgesetzt ist, als die KollegInnen anderer fachlicher Spezialisierungen, wird gezeigt.
2. Möglichkeiten beruflichen Austauschs werden aufgelistet, nicht wegen der Arbeitsspezifik, die in der Opfer- und TäterInnenarbeit grundsätzlich Teamarbeit und vernetzt stattfinden muss, sondern als präventive Maßnahme gegen Burnout, Depression und Sekundärtraumatisierung - in der Sekundärliteratur wird immer wieder die Scham bereits erkrankter TherapeutInnen beschrieben, Supervision und andere Reflektionsmöglichkeiten für sich zu nutzen.
3. Gedanken dazu, was das Bewältigen dieser tief gehenden Krisen im persönlichen Leben bewirken kann, bilden den Abschluss der gesamten Überlegungen.
2. Arbeitsfeld Psychotherapie
Diese Arbeit geht davon aus, dass therapeutisch arbeitende Menschen dazu beizutragen möchten, dass ein psychisch zu unterstützender Mensch sich in seinem / ihrem Leben positiver, wohler, verbundener und (erwartungs-)froher fühlen mag. Diese Motivation nährt sich aus der Fähigkeit empathischen Empfindens, das dazu beiträgt, über die zunächst vermuteten eigenen Beschränkungen und Grenzen hinaus, sich in ein Gegenüber einfühlen zu können.
Die Spezifik psychotherapeutischen Arbeitens, das die alltäglichen Übertragungs- und Gegenübertragungsdynamiken zwischen Menschen und in deren Interaktionen durch den fokussierten Rahmen zu konzentrieren und dadurch im konstruktiven Fall produktiv zu nutzen vermag, verlangt Bewusstheit.
Die ständig fließenden interaktiven miteinander gestalteten Grenzen dürfen nicht zu Verstrickungen und Übernehmen der Geschichte des Anderen führen - bedürfen somit der Bewusstheit und der Reflektion. Desgleichen trägt beides dazu bei, zu erkennen, welche eigenen biographischen und charakterlichen Anteile die professionelle Interaktion beeinflussen. Diese Erkenntnis macht verantwortungsvolle wertschätzende Kommunikation möglich, für die die TherapeutIn beruflich angefragt ist.
3. Spezifik psychotherapeutischen Handelns im Gewaltbereich 3.1. Therapie und Weltbild
Bedeutet jegliche Art der Sinngebung und Gerüstschaffung des Lebens, dass sie doch ideologischer Natur ist? Könnte nicht dem Leben der rote Mutter - Faden, der Fortbildungsfaden, der Fraufaden, der Forschungsfaden, der Lesefaden, der Ohrringfaden unterlegt werden(, ganz zu schweigen vom Faden, der manchmal verloren geht) - je nach Nachdenkungsanfrage? Bietet der in Biographie-Selbsterfahrungsarbeit nachgespürtem Täteranteil-Zurechnungsfaden ein Gerüst, das die Therapeutin absichert, gesund durch das nicht nur berufliche Leben zu weben, zu knüpfen und zu vernetzen? Und: Sich ein- und anzubinden an diese Art von Arbeit? Wissen wir denn, was wie wirkt? Ist´s Erkenntnis, die trägt? Das Umweben und Fokussieren biographischer Marker oder Prozesse? Das Erreichen der Seele durch Bilder und ihr unabhängiger Umgang mit der Bewertung der Eindrücke?
5
Arbeit zitieren:
Gaby Marske-Power M.A., 2011, Lebenslauf und berufliche Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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