Modul : PS Medienwirklichkeiten/Medienkulturen III
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
1. Theoretischer Hintergrund: Allgemeiner Intermedialitätsbegriff
I.1. Der Intermedialitätsbegriff in der Entwicklung
I.2. Intermedialität und Postmodernismus
I.2.1. Der postmodernistische Text nach Jacques Derrida
I.2.2. Der postmodernistische Film und seine Merkmale
II. Der Intermedialitätsdiskurs im Film Memento:
Wirklichkeitskonstruktion und Fotografie
Inhaltsangabe von Memento
II.1.
II.2. Fotografie als Medium zwischen Subjektivität und
Objektivit ät
Die Rolle des Mediums Fotografie in Memento
II.3.
II.3.1. Fotografie als mediale Konservierung von Fakten und
Wirklichkeit
II.3.2. Mediale Rekonstruktion der Wirklichkeit als
bewusster Selbstbetrug
Mehrere Wirklichkeitswahrnehmungen als Ausdruck
II.4.
einer komplexen Welt
II.5. Auflösung von Zeit, Raum und Wahrnehmung durch die
mediale Repräsentation
Der Aufbau des Mediums Fotografie als Äquivalent zum
II.6.
strukturellen Prinzip des Films
III. Fazit: Fotografie als identitätsstiftendes Medium
2
IV. Literaturverzeichnis
I. Einführung
Theoretischer Hintergrund: Allgemeiner Intermedialitätsbegriff 1.
Der Begriff der Intermedialität ist in den letzten Jahren zunehmend gebräuchlicher und alltagstauglich geworden. Er soll der immer offenkundigeren Tatsache, dass Medien nicht für sich alleine bestehen, sondern in komplexen, medialen Konfigurationen stets auf andere Medien bezogen sind, Rechnung tragen. Ein überstrapazierter Βegriff für ein Phänomen also, das sich kaum mehr eingrenzen lässt. Das dürfte zwei Gründe haben: Erstens den Boom der Neuen Medien 1 und zweitens die daraus entstehende Notwendigkeit, alles miteinander vernetzen zu wollen.
„Intermedialität ist dabei, zu einem Marktplatz für Anschluss suchende geisteswissenschaftliche Disziplinen zu werden, die in die Jahre gekommen sind und beginnen, sich in ihrer selbstgewählten und eifersüchtig verteidigten „splendid isolation“ unbehaglich zu fühlen.“ 2
Der Intermedialitätsbegriff in der Entwicklung 1.1.
Der Intermedialitätsbegriff wurde im deutschen Sprachraum 1983 das erste Mal von Hansen-Löve verwendet und machte seitdem parallel zum Wandel des Medienbegriffs eine begriffliche und theoretische Entwicklung durch. Während Hansen-Löve seinen Intermedialitätsbegriff lediglich auf die Korrelation von Wort- und Bildkunst beschränkt, wählt Irina Rajewsky bei ihrer Definition einen anderen Weg und beschreibt Intermedialität als „Mediengrenzen überschreitende
1 Medien, die Daten in digitaler Form übermitteln: Email, WWW, DVD, Blue-Ray, CD-ROM
2 Vgl. Joachim Paech: Intermedialität... S.14
3
Phänomene, die mindestens zwei konventionell als distinkt wahrgenommene Medien involvieren." 3
Dabei grenzt sie drei verschiedene Phänomenbereiche gegeneinander ab: Die Medienkombination, d.h. ein Medienprodukt konstituiert sich aus mindestens zwei neuen Einzelmedien. 4
An zweiter Stelle wird der Medienwechsel genannt, d.h. Medientransformationen in weitestem Sinne wie beispielsweise Literaturverfilmungen oder Adaptionen. Den dritten Bereich bilden laut Rajewsky die intermedialen Bezüge, die beschreiben, dass sich innerhalb eines Textes eines Mediums Bezüge auf mindestens ein weiteres Medium befinden. Es geht also darum, dass ein Medium ein anderes repräsentiert und nicht etwa ein anderes enthält. Bestimmte Aspekte eines Mediums können in einem anderen Medium mit dessen spezifischen Mitteln hervorgerufen oder simuliert werden. 5 Julia Kristeva beschreibt Intertextualität als eine „Transposition von Zeichensystemen“ 6 und bezeichnet Intermedialität davon ausgehend als einen Kontakt zwischen verschiedenen Medien, als ein Zusammenspiel verschiedener Medien oder als Wechselwirkung zwischen Medien.
1.2. Intermedialität und Postmodernismus
Intermediale bzw. intertextuelle Bezüge können besonders gut bei postmodernistischen Medienprodukten beobachtet werden. Der
postmodernistische Film sowie andere Texte zeichnen sich durch textuelle Offenheit, einen hohen Grad an Selbstreflexivität sowie insbesondere intertextuelle Merkmalen aus.
Letzterer Aspekt soll anhand des Filmbeispiels Memento den Kern dieser Arbeit bilden.
3 Vgl. Irina O. Rajewsky: Intermedialität - eine Begriffsbestimmung, S. 19
4 Das, was wir gemeinhin mulitmedial nennen, z.B. Film, Oper, Comic
5 z.B. Anwendung bestimmter filmischer Techniken auf andere Medien
6 Vgl Julia Kristeva: Die Revolution der politischen Sprache. S.69
4
I.2.1 Der postmodernistische Text nach Jacques Derrida
Der postmodernistische Text wird nach Jacques Derrida als ein mediales Erzeugnis aufgefasst, das Dekonstruktion als Strukturprinzip aufweist, d.h. postmodernistische Filme versuchen eine eindeutige Zuordnung der Bedeutung eines bestimmten Zeichens zu einem bestimmten Zeichenträger zu vermeiden. Laut Derrida verweisen Zeichen deshalb lediglich auf andere Zeichen. 7 Der Postmodernismus als Kunstrichtung stellt eine Gegenbewegung zum Modernismus dar, ideologische Brüche und eine Abkehr von Genrekonventionen zählen zu den prägenden Merkmalen.
1.2.2. Der postmodernistische Film und seine Merkmale
Übertragen wir diese allgemeinen Merkmale der postmodernistischen Ära auf den postmodernistischen Film im Speziellen, so bleibt festzuhalten, dass postmoderne Filme Sinnkonstrukte lediglich aufbauen, um sie anschließend wieder zu verwerfen. Der eigene Konstruktcharakter wird dabei in den Vordergrund gerückt.
Zeichen bedeuten oftmals etwas anderes, als sie vorgeben und das Spiel mit Zeichen und der eigenen Medialität schafft für den Zuschauer eine verrätselte Welt. Die Postmoderne verändert die Bedingungen im Hinblick auf Wirklichkeitskonstrukte und Identitätsstiftung maßgeblich. Sie akzeptiert das Vorhandensein verschiedener Wirklichkeitskonstruktionen und -ebenen und geht davon aus, dass niemand zu entscheiden vermag, welche die intersubjektiv richtige ist.
7 Vgl. Jacques Derrida: Die différance. S.82
5
Arbeit zitieren:
B.A. Pascal Stegemann, 2010, Der Intermedialitätsdiskurs im Film Memento: Wirklichkeitskonstruktion und Fotografie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen: Der Intermedialitätsdiskurs im Film Memento: Wirklichkeitskonstruktion und Fotografie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen: neuer Titel erschienen: Der Intermedialitätsdiskurs im Film Memento: Wirklichkeitskonstruktion und Fotografie
Pascal Stegemann hat einen neuen Text hochgeladen
Fotografía, arte y diseño : una guía para la fotografía creativa
Mark Galer, Francisco Rosés Martínez
0 Kommentare