Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung. 3
2 Geschlechtsspezifische Fähigkeiten 4
3 Sozialisationsbedingungen. 4
3.1 Die außerschulische Sozialisation 5
3.2 Die schulische Sozialisation 6
3.3 Die Lehrbuch- und Lehrplangestaltung. 8
4 Das Image 9
4.1 Das Image der mathematisch-naturwissenschaftlichen Schulfächer 9
4.2 Das Image des mathematisch-naturwissenschaftlichen Prototypen 11
5 Geschlechtsspezifische Einstellungen gegenüber Naturwissenschaften
und Technik 12
6 Zusammenfassung 13
7 Quellennachweis. 15
Seite 1
Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1: Impliziter Assoziationstest..................................................S.10
1 Einleitung
Die Existenz von Unterschieden in den schulischen Leistungen der Schüler und Schülerinnen im internationalen Vergleich ist unumstritten. Das bekannteste Beispiel hierfür liefert die internationale PISA-Studie der OECD 1 , die in regelmäßigen Abständen von 3 Jahren durchgeführt wird. Mit Hilfe der PISA-Studie sollen drei zentrale (Basis-)Kompetenzbereiche erfasst werden: Die Lesekompetenz (Reading Literacy), die mathematische Grundbildung (Mathematical Literacy) und die naturwissenschaftliche Grundbildung (Scientific Literacy) von Jugendlichen im Alter von 15 Jahren. Die Ergebnisse dieses Leistungsvergleichs verweisen dabei aber nicht nur auf die internationalen, sondern auch auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede der Schulleistungen von Mädchen und Jungen. 2
Diese Hausarbeit entsteht im Rahmen des Seminars ‚Technikinteresse - Entwicklung und Maßnahmen zur Förderung’ und beschäftigt sich mit den Erklärungsansätzen für Genderspezifitäten im MINT-Bereich. 3 In der pädagogisch-psychologischen Literatur werden vornehmlich zwei Erklärungsansätze für die Unterschiede des Interesses und der Leistung von Mädchen und Jungen im MINT-Bereich diskutiert. Der Erste wird auf die Geschlechtsspezifischen Fähigkeiten zurückgeführt. Dieser Ansatz wird im zweiten Kapitel genauer erläutert, und auf seine Plausibilität hin untersucht. Das darauf folgende dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem zweiten möglichen Erklärungsansatz. Er bezieht sich auf die Sozialisationsbedingungen, denen Mädchen und Jungen während ihrer Entwicklung ausgesetzt sind. Neben der Selbstsozialisation erfolgt eine Sozialisation auch im außerschulischen und im schulischen Bereich, die die Jugendlichen in ihren Vorstellungen, Interessen, Werten und Verhaltensweisen prägen kann. Neben den wirkenden Personen, spielen vor allem in der schulischen Sozialisation, auch die Fremd- und Selbsteinschätzungen eine Rolle. Wie die Attributionstheorie und die Lehrplan-/Lehrbuchgestaltung in dieser Zeit Einfluss auf das Interesse der Schüler/innen ausüben wird in einem Unterkapitel erläutert. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Image der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer und ihrer Prototypen. Befangenheiten und Vorurteile können ebenso Auswirkungen auf die geschlechtsspezifischen Leistungen und Interessen von Mädchen und Jungen haben. Kapitel fünf befasst sich mit den Geschlechtsspezifischen Einstellungen gegenüber Naturwissenschaften und Technik. Die Einstellung gegenüber Naturwissenschaft und Technik spielt eine sehr große Rolle im Bezug auf das Interesse an einem Gegenstand. Da die Einstellungstheorie allerdings sehr umfassend ist wird sie hier kurz gehalten. Zum Schluss wird diese Hausarbeit durch eine Zusammenfassung und ein Fazit im sechsten Kapitel abgerundet und vervollständigt.
1
„PISA“ bedeutet „Programme for International Student Assessment“ und wird von der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) durchgeführt.
2 vgl. Stürzer, M. (2003), S. 104ff
3 MINT steht für: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik
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2 Geschlechtsspezifische Fähigkeiten
Eine mögliche Ursache, für die Unterschiede im Interesse und den Leistungen von Mädchen und Jungen im MINT-Bereich, stellen die geschlechtsspezifischen Fähigkeiten dar. Bei diesem Erklärungsansatz nimmt man an, dass die Geschlechtsunterschiede angeboren sind oder ohne äußeren Einfluss entstehen. Sie gelten daher als beständige und nur schwer wandelbare Merkmale. Beispiele hierfür sind das durchschnittlich besser ausgeprägte räumliche Vorstellungsvermögen der Jungen, oder die durchschnittlich besseren sprachlichen Fähigkeiten der Mädchen. Diese lassen sich noch am ehesten biologisch, durch den unterschiedlichen Aufbau der beiden Hirnhemisphären begründen. 4 Was die allgemeine Intelligenz angeht, gibt es allerdings keine Befunde für Diskrepanzen zwischen den Geschlechtern. Die Annahme, geschlechtsspezifische Fähigkeiten seien eine Ursache für die unterschiedlichen Leistungen und Interessen der Mädchen und Jungen, wird viel kritisiert. Zum Einen sind „die Unterschiede innerhalb der Gruppe der Mädchen oder der Jungen […] quantitativ (d.h. zahlenmäßig) viel größer als die zwischen den Geschlechtern.“ 5 Zum Anderen fehlt, bei der Interpretation der Untersuchungen, ein vergleichbares, theoretisches Bezugssystem. Einen weiteren Kritikpunkt stellt das Individuum selbst, mit seinem Reichtum an Fähigkeiten, Vielseitigkeiten und Verhaltensspektren, dar. Daraus folgt, dass die Genderspezifitäten nicht auf starren, unbeeinflussbaren Variablen beruhen, sondern eher auf weniger stabile, und somit veränderbare, Einflüsse zurückzuführen sind. Solche veränderlichen Variablen sind beispielsweise in den Sozialisationsbedingungen zu finden. 6
3 Sozialisationsbedingungen
Mädchen und Jungen sind während ihrer Entwicklung verschiedenen Sozialisationsbedingungen ausgesetzt, die ihnen helfen bzw. die hinderlich sind, entsprechende Fähigkeiten auszubilden. Sozialisation als Prozess zur Eingliederung in die Gesellschaft, erfolgt sowohl durch Selbstsozialisation, als auch durch sozialisierende Faktoren, wie Bezugspersonen und Medien. Bei der Selbstsozialisation werden Verhaltensmuster teilweise, und häufig unbewusst, in das Selbstkonzept übernommen. „Vermutlich wollen Jugendliche durch „geschlechtstypisches“ Verhalten […] signalisieren, dass sie bereits erwachsen sind.“
7
Durch die Nachahmung des Verhaltens und den Einstellungen ihrer erstellten Selbstbilder eines Erwachsenen, leisten sie dadurch einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der bestehenden Ge-
4
vgl.Harshman, Hampson & Berenbaum (1983), zitiert nach Hannover, B., Bettge, S. (1993), S. 9 5 Quelle: Hannover, B., Bettge, S. (1993), S. 10
6 vgl. Hannover, B., Bettge, S. (1993), S. 9f
7 Quelle: Hannover, B., Bettge, S. (1993), S. 11
Seite 4
Arbeit zitieren:
Sandra Riederer, 2011, Erklärungsansätze für Genderspezifitäten im MINT-Bereich , München, GRIN Verlag GmbH
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