Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Vorstellung der Einrichtung 1
1.1 Das soziale Problem 2
1.2 Handlungskonzept der Einrichtung 2
1.3 Organisation der Einrichtung 4
1.4 Angebote für die Zielgruppe 4
1.5 Perspektiven 5
1.6 Eigenes 5
2. Begriffsbestimmungen 5
3. Wissenschaftliche Fragestellung: 6
Wie greifen Hilfsprojekte bei Obdachlosigkeit in Verbindung mit Drogensucht
und welche Problemlagen sind, besonders beim männlichen Klientel, zu
ber ücksichtigen?
3.1 Gesundheit. 6
3.2 Hilfen - Obdachlosigkeit 7
3.3 Hilfen - Drogensucht 9
3.3.1 Drogenkonsumraum 9
3.3.2 Substitution 9
4. Fazit 10
II
Einleitung
Das Thema „obdachlose Männer“ ergab sich aus der Praxisstelle der Verfasserin, die dort einen ersten Einblick in ein völlig anderes Handlungsfeld erhielt, da sie bisher nur mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet hatte. Die Wahl der Praxisstelle ergab sich eher aus Absagen anderer Stellen, wurde aber schnell zu einem höchst interessanten Arbeitsfeld, das spannende Einblicke in das tägliche (Über)Leben obdachloser Drogenabhängiger gewährte. Da die niedrigschwellige Arbeit sozusagen die erste Instanz der sozialen Hilfen für das Klientel darstellt, lag die Frage nahe, wie weitere Hilfen aussehen. Im Folgenden wird die Einrichtung, in der die Praxistage absolviert wurden, beschrieben, sowie versucht, eine Antwort auf diese Frage zu geben.
1. Vorstellung der Einrichtung
Die Kontakt- und Notschlafstelle am Kölner Hauptbahnhof und die in ihr eingerichtete „Kölner Anlaufstelle“ für schwer Drogenabhängige (KAD) mit dem Kontaktladen (KL) tagsüber und der Notschlafstelle (NSST) abends gehören dem Sozialdienst Katholischer Männer e.V.-Drogenhilfe-Verbund an, kurz SKM Köln. Teile des Verbundes sind:
- Beratungs- und Behandlungsstellen
- Kölner Anlaufstelle für schwer Drogenabhängige (KAD) in der Kontakt-und Notschlafstelle
- eine Fachstelle für Suchtprävention
- ein Wohnhilfeprojekt
- eine AIDS-Beratungsstelle mit Wohnhilfen
- eine Substitutionsambulanz
- eine therapeutische Gemeinschaft zur stationären Therapie und
- ein differenziertes Reha-Zentrum mit Adaption, Betreutem Wohnen und ambulanter Rehabilitation und Nachsorge
In der Kontakt- und Notschlafstelle können obdachlose und drogenabhängige Menschen nach einem Aufnahmegespräch übernachten, sich waschen, Speisen und Getränke kaufen und tagsüber im Konsumraum kontrolliert Drogen konsumieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Waschmaschine zu
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benutzen, sowie Spritzen zu kaufen oder zu tauschen. Der SKM Köln ist eine Fachorganisation des Caritasverbundes und arbeitet in eigener Trägerschaft. Die niedrigschwelligen Einrichtungen der Kontakt- und Notschlafstelle dienen als Anlaufstellen innerhalb des gesamten Verbundsystems des SKM Kölns. Hier soll akute Not gelindert werden, sowie beim Ausstieg Hilfen gegeben werden, ohne ein festes Zeitraster vorzugeben.
1.1 Das soziale Problem
Durch Drogensucht und häufig weitere soziale Probleme sind die meisten Klienten der Notschlafstelle obdachlos bzw. wohnungslos und können, da sie durch den Drogenkonsum, der oft mit Verwahrlosung einhergeht, keinen Arbeitsplatz bekommen und so auch keine Wohnung beziehen. Durch das Leben und Konsumieren auf der Straße sind sie ständig der Gefahr von Erkrankungen wie Hepatitis- oder HIV-Infektionen und Gewalttaten ausgesetzt. Selbstbewusstsein und Selbstbestätigung zu erfahren durch gesellschaftliche Dimensionen wie Arbeit, Leistung, freundschaftliche Kontakte und Freizeitgestaltung ist fast nicht möglich. Die zur Drogenbeschaffung nötigen finanziellen Mittel werden überwiegend durch Beschaffungskriminalität, wie Diebstähle, Hehlerei, Dealerei und durch Prostitution aufgebracht. Somit leidet die Zielgruppe häufig an physischen und psychischen Problemen.
1.2 Handlungskonzept der Einrichtung
In der Notschlafstelle wird Drogenabhängigkeit als schwerwiegende Erkrankung gesehen, der man auf unterschiedlichen Ebenen und Stadien der Krankheit begegnen muss. Die sozialarbeiterischen Methoden in der Einrichtung sind die „beiläufige Begleitung“ und Beratung sowie Hilfestellung in der Alltagsbewältigung. Die Sozialarbeiter bieten einen positiven sozialen Kontakt außerhalb der Szene auf der Straße und versuchen so, den Klienten ein besseres Miteinander vorzuleben. Das Motto lautet: Lindern, Bessern, Heilen. Das Leitbild und Selbstverständnis des SKM Köln sieht er begründet im Evangelium, besonders in den Grundzügen der katholischen Soziallehre, Personalität, Solidarität und Subsidiarität.
2
Der Hilfeauftrag der Kontakt- und Notschlafstelle beruht auf 5 Säulen:
a) Ruhe und Schutz
Durch strikte Regeleinhaltung und Steuerung der Atmosphäre seitens des Sozialarbeiters bieten die Räume der Kontakt- und Notschlafstelle einen Ruheraum im Gegensatz zur Hektik und Gewalt des Drogenalltags. Regelverstöße werden mit Aufenthaltssperren und Hausverboten geahndet.
b) Grundversorgung
Die Klienten der Notschlafstelle können dort übernachten, duschen, essen und ihre Kleidung waschen lassen. Gebrauchte Spritzen können getauscht werden, was der Prävention von Erkrankungen dient. Der mobile medizinische Dienst behandelt kranke und verletzte Drogenabhängige wochentags zwei Stunden täglich in einem gesonderten Behandlungsraum.
Mit bekannten inhaftierten Drogenabhängigen wird weiterhin schriftlich Kontakt gehalten, um so eine Form von Unterstützung zu gewährleisten.
c) Kontakt, Information, Beratung
Die alltäglichen Sorgen und Nöte der Klienten werden von den Sozialarbeitern aufgefangen. Sie dienen als Ansprechpartner und können, je nachdem welcher Vertrauensgrad zwischen Klient und Sozialarbeiter herrscht, persönliche Unterstützung bieten, als Konfliktberater fundieren oder Impulse und Anregungen geben. Sie informieren und beraten bei sozialrechtlichen und behördlichen Fragen ebenso wie bei Fragen nach Ausstiegsmöglichkeiten.
d) Kenntnis voneinander
In der Kontakt- und Notschlafstelle lernen die Klienten andere Menschen mit ähnlichen Problemen kennen und erhalten Kenntnis von den Angeboten der Drogenhilfe, die sie nutzen können, ohne sofort einen Betreuungskontrakt eingehen zu müssen.
e) Drogenkonsumraum
Unter Aufsicht werden im Konsumraum risikovermindert Drogen konsumiert. Durch sterile Bestecke wird hier die Gefahr von Erkrankungen
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Arbeit zitieren:
Verena Katzer, 2008, Obdachlosigkeit und Drogensucht bei Männern, München, GRIN Verlag GmbH
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