Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Vorgeschichte: Biographische Aspekte 1
2.1. Einordnung in das literarische Schaffen 2
2.2. Luthers Konflikt mit der römischen Kirche 3
2.3. Anlass des Sermons 4
2.4. Luthers Auffassung von Rechtfertigung 5
3. Inhaltliche Struktur des Sermons 5
3.1. Interpretation der Hauptthesen der „Ersten Tafel Moses“ 6
3.1.1. Vom ersten Gebot 6
3.1.2. Vom zweiten guten Werk 7
3.1.3. Vom dritten Gebot 8
3.2. Interpretation der Hauptthesen der „Zweiten Tafel Moses“ 8
3.2.1. Über das vierte Gebot 9
3.2.2. Über das fünfte bis zehnte Gebot 9
4. Schluss 9
5. Literaturverzeichnis 11
1
1. Einleitung
„Das erste und höchste, alleredelste gute Werk ist der Glaube an Christus [...]“ (S.54) 1 . So
schreibt es Martin Luther 1520 in seinem Sermon von den guten Werken. Der Sermon setzt die christlichen zehn Gebote in Beziehung zu Luthers Definition von einem rechten Werk. Wann ist ein Werk ein gutes Werk? Wozu dienen guten Werke und was vermögen sie nicht? Dies alles sind Fragen, die Luther im besagten Sermon erörtert. Der zentrale Punkt bleibt jedoch immer der Glaube selbst, der nach Luther der Grund und die notwendige Voraussetzung für alles ethische Verhalten und damit auch für das Tun von guten Werken ist. Im Folgenden untersuche und analysiere ich den Sermon von den guten Werken nach werkbiographischen Gesichtspunkten. Nach einer kurzen Darstellung der wichtigsten biographischen Aspekte werde ich den Sermon zunächst in Luthers allgemeines literarisches Schaffen einordnen. Den Schwerpunkt lege ich dabei auf das Zentrum der 1520er Schriften. Anschließend werde ich auf Luthers Auseinandersetzung mit der römischen Kirche, den Anlass des Sermons und Luthers Auffassung von Rechtfertigung und Glauben - als das höchste gute Werk - genauer eingehen. Im zweiten Teil folgt die Beschreibung der inhaltlichen Struktur des Sermons. Dabei werde ich Luthers Hauptthesen herausstellen, interpretieren und diese zu seinen allgemeinen Glaubensauffassungen in Beziehung setzen. Als Quelle verwende ich die Textausgabe „Martin Luther: Die reformatorischen Grundschriften. Gottes Werke und Menschenwerke. Band 1, neu übertragende und kommentierte Ausgabe von Horst Beintker, München 1983, S.49-184.“
2. Vorgeschichte: Biographische Aspekte
Im Alter von 21 Jahren trat Luther im Juli 1505 in das Schwarze Kloster der Augustinereremiten in Erfurt ein. Seit seiner Zeit im Kloster beschäftigte er sich verstärkt mit der Frage nach der Würdigkeit des Menschen. „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ 2 lautete die fundamentale Frage, die ihn umtrieb: Was muss ein Mensch tun, um vor Gott zu bestehen? Was muss er leisten, damit er gerechtfertigt wird? Wie kann ein sündiger Mensch vor Gott Gnade finden? Diese theologischen Fragen, die Luther sich stellte, sind Zeugnis einer tiefen Auseinandersetzung mit seinem Glauben und der Heiligen Schrift.
1 Seitenangaben in runden Klammern beziehen sich auf Luthers „Sermon von den guten Werken“ [in: „Martin Luther: Die
reformatorischen Grundschriften. Gottes Werke und Menschenwerke. Band 1, neu übertragende und kommentierte Ausgabe
von Horst Beintker, München 1983, S.49-184].
2 Lohse, Bernhard: Martin Luther. Eine Einführung in sein Leben und sein Werk. Dritte, vollständig überarbeitete Auflage,
München 1997, S. 38.
2
Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - war sein Glaube ständigen Anfechtungen ausgesetzt. Diese Anfechtungen seien laut B. Lohse ein entscheidender Grund für Luthers Klostereintritt gewesen. 3 Unter dem Einfluss der spätmittelalterlichen-monastischen Theologie lebte ein überaus asketisches Leben, zu dem laut A. Lexutt vor allem „Beten ohne Unterlass, strenges Fasten, [und] Geißeln“ 4 gehörten. Er habe „gerungen“ und „im Kloster alles getan, seinem Gott zu gefallen.“ 5 Durch ein intensives Studium der Schrift erkennt
Luther jedoch mit der Zeit, dass ein solches Leben nicht selig macht und löst sich darum von seinen Wurzeln, um ein neues Fundament aufzubauen, das sich gänzlich an den Aussagen der Schrift orientiert.
Mit der voranschreitenden Erkenntnis, dass der Gerechte aus Glauben lebe und die Gnade Gottes als Geschenk empfange, entwickelt Luther seine reformatorischen Gedanken. Da diese in vielen Punkten der vorherrschenden katholischen Lehre widersprechen, entwickelt sich ein dauerhafter Konflikt mit der katholischen Kirche. „Sein Leben ist [insbesondere seit diesem Zeitpunkt] geprägt von Kampf und Auseinandersetzung um der Sache des Evangeliums 6 willen.“ Diesem Kampf führt Luther die folgenden Jahre bis zu seinem Tod, am 18. Februar 1546.
2.1. Einordnung in das literarische Schaffen
Im Allgemeinen hat Luther im Laufe seines Lebens eine hohe Anzahl verschiedenster Schriften verfasst. „Das ungeheure Schrifttum […] entsprang [laut Lohse] nicht einem vorgefaßten Plan, sondern ist überwiegend aus den vielfältigen Auseinandersetzungen seiner Zeit heraus entstanden.“ 7 Seine Schriften gehören unterschiedlichen Gattungen an. Lohse zählt hierzu u.a. Vorlesungen und Kommentare zu biblischen Büchern, Schriften zu Bibelauslegung, akademische Disputationen, Streitschriften, Flug- und Programmschriften, Predigten, Briefe oder Tischreden. 8
Nach dem Beginn seiner Lehrtätigkeit als Theologieprofessor 1513 und den daraus resultierenden frühen Vorlesungen, verfasste Luther im Jahr 1520 neben den drei sogenannten reformatorischen Hauptschriften auch einige Sermone. Die Sermone von 1519/20 sind Abhandlungen, in denen Luther insbesondere die Sakramente der Buße, Taufe und des
3 vgl. Lohse: a.a.O., S. 38.
4 Lexutt, Athina: Luther. Köln, Weimar, Wien 2008, S. 24.
5 Lexutt: a.a.O., S. 41.
6 Lexutt: a.a.O., S. 128.
7 Lohse: a.a.O., S. 33.
8 vgl. Lohse: a.a.O., S. 121-128.
Arbeit zitieren:
Linda Lau, 2010, Luthers "Sermon von den guten Werken", München, GRIN Verlag GmbH
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