Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG - DIE MACHT ALS UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND 4
2. ANNÄHERUNG UND ABGRENZUNG DER BEGRIFFLICHKEITEN 5
2.1 DER BEGRIFF DER ORGANISATION 5
2.2 DER BEGRIFF DER MACHT 6
3. DIE MACHT IN ORGANISATIONEN 7
4. MACHTSPIELRÄUME IN DER PRAXIS 10
4.1 GERHARD SCHRÖDER - OFFENSIVSPIELER MIT HANG ZUM EIGENTOR 10
4.2 VOM VORREITER ZUM IMAGESCHADEN: DIE GESCHEITERTE FUSION DER
DEUTSCHEN UND DRESDNER BANK 12
5. FAZIT 13
LITERATURVERZEICHNIS 15
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1 Einleitung - Die Macht als Untersuchungsgegenstand
„Das menschliche Verhalten ist nie völlig voraussehbar und programmierbar. Jede zwischenmenschliche Kooperation und damit jede Struktur kollektiven Handelns ist also politisch, d.h. letztlich nur durch Machtbeziehungen stabilisiert und - bewußt oder unbewußt-,organisiert‘.“ (Crozier/Friedberg 1979: Klappentext). Die Untersuchung des Gegenstandes „Macht“ beschäftigt die Soziologie und andere wissenschaftliche Disziplinen bereits seit langem. Die Frage danach, was Macht ist, wie sie sich äußert und inwieweit sie grundlegender Bestandteil menschlicher Interaktionen ist, beschäftigt Soziologen von der klassischen soziologischen Lehre (vgl. u.a. Weber 2005), bis hin zur modernen Organisationssoziologie.
Der Begriff der Macht und Machtausübung begleitet jeden Akteur im Alltag und erfährt daher auch eine stets aktuelle Relevanz: Die Gewaltenteilung eines Staates, der Vorgesetzte in der Firma, die Erziehung der Kinder, Fusionen großer Unternehmen oder einfach die Diskussion mit dem Ordnungsamt, in der es um einen soeben ausgestellten Strafzettel geht - wir befinden uns im „Spielraum“ (vgl. Crozier/Friedberg 1979: 41f.) der Macht.
In dieser Hausarbeit soll zunächst der Begriff der Organisation untersucht und abgegrenzt werden, ebenso wie der Begriff der Macht. Zur genauen Bestimmung von Machtprozessen und Macht im Kontext von Handlungssystemen dient vor allem das Buch Macht und Organisation von Michel Crozier und Erhard Friedberg, welches bis heute als prägender Denkansatz für die Managementtheorie und Organisationslehre gilt. Zum Aufbau eines Theoriekonstrukts wird ebenso Niklas Luhmanns Theorie funktionaler Systeme berücksichtigt, die als grundlegend für die Betrachtung von Organisationen in der Gesellschaft und der Gesellschaft selbst angesehen werden kann. Aufbauend auf der theoretischen Einleitung zur Macht werden problematische Machtstrukturen anhand zweier praktischer Beispiele aus der Politik und der Wirtschaft dargestellt.
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2 Annäherung und Abgrenzung der Begrifflichkeiten
2.1. Der Begriff der Organisation
Die Organisation und das organisierte Handeln sind auch für Nicht-Soziologen Termini, die häufig verwendet werden. Allerdings unterscheidet sich die Auffassung der Soziologie von der herkömmlichen, „tagtäglichen“ Betrachtungsweise. „Von analytischer Relevanz ist die gesellschaftliche Realkategorie „Organisation“, d.h. die Frage, was tun Menschen dann, wenn sie das tun, was sie Organisation nennen.“ (Matys 2006: 11). Um dieser Frage nachzugehen, muss man sich demnächst den Rahmenbedingungen nähern, in welchen Organisationen sich entwickeln und existieren. Einen anerkannten Ansatz liefert hierzu Niklas Luhmanns Theorie einer funktional-differenzierten Gesellschaft. Luhmann beschreibt die Gesellschaft als System mit höchster Komplexität, welches, um die Komplexität zu reduzieren, mehrere Subsysteme zur Verarbeitung ausbildet (z.B. Politik, Wirtschaft, Kultur, usw.) (vgl. Luhmann 1984). Er betont, dass „Systeme der Reduktion von Komplexität dienen, und zwar durch Stabilisierung einer Innen/Außen-Differenz. Alles was über Systeme ausgesagt wird - Differenzierung in Teile, Hierarchiebildung, Grenzerhaltung, Differenzierung von Struktur und Prozess, selektive Umweltentwürfe usw.-, lässt sich […] funktional analysieren als Reduktion von Komplexität“ (Luhmann 1971: 11). Auf dem Weg zu der Frage, was die Relation von Organisation und Gesellschaft beinhaltet, lässt sich in Hinblick auf die Akteure feststellen, dass „nun obige Subsysteme ihrerseits Leitdifferenzen [ausbilden], d.h. Unterscheidungsrahmen mit eigenen Codes […], also Arten, Weisen und Modi, unter Zuhilfenahme derer in einem jeden Subsystem verstehbar kommuniziert werden kann. Für das Subsystem Recht ist z.B. Wahrheit das generalisierte Kommunikationsmedium, für Politik ist es Macht, für Ökonomie das Geld“ (Matys 2006: 11). Im Hinblick auf das Thema der Arbeit lässt sich schon die Parallelität von Macht in politisierten Spielräumen einerseits und dem Subsystem der Politik und seinem binären Codesystem Macht (Regierung) beziehungsweise Nicht-Macht (Opposition) erkennen. Die Frage ist nun, wie Organisationen entstehen. Der Zweck wurde bereits u.a. in der Reduktion von Komplexität dargestellt. Betrachtet man die Individuen an sich, lassen sie sich als autonome Akteure begreifen, die trotz ihrer Autonomie kollektives Handeln anstreben, z.B. zur Nutzen- oderGewinnmaximierung. Nach Crozier und Friedberg sind daher Organisationen „nichts anderes als die immer spezifischen Lösungen, die relativ autonome Akteure mit ihren jeweiligen Ressourcen und Fähigkeiten erfunden und eingesetzt haben, um die Probleme kollektiven Handelns zu lösen, d.h. vor allem, um ihre zur Erreichung gemeinsamer Ziele notwendige
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Arbeit zitieren:
Timo Evers, 2011, Die Macht im Kontext der Organisation, München, GRIN Verlag GmbH
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