In der folgenden Hausarbeit werde ich aus diesem Grund auf die Bedeutung der Körpersprache in wichtigen Redesituationen eingehen, indem ich am Beispiel des Vorstellungsgespräches deren bewussten und unbewussten Einsatz erläutere. In diesem Zusammenhang werde ich auch einige Punkte aufzeigen, die der Aspirant möglichst vermeiden sollte.
Doch zunächst beleuchte ich erst einmal den theoretischen Teil der menschlichen Körpersprache mit ihren Komponenten und Erscheinungsformen..
2. Die Komponenten und Erscheinungsformen der Körpersprache
Bevor ich auf die Komponenten und Erscheinungsformen der Körpersprache eingehe, ist zu Beginn eine kurze Definition des Begriffs „Körpersprache“ nötig. Als Körpersprache wird „jede bewusste oder unbewusste Bewegung eines Körperteils oder des ganzen Körpers [bezeichnet], die von einem Menschen dazu benutzt wird, der Außenwelt emotionale Botschaften zu übermitteln.“ 3
Die Körpersprache ist demzufolge eine nonverbale Kommunikation, die als Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation ohne den Austausch von Sprache erfolgt, sondern durch den Einsatz von Körperbewegungen. Denn der Körper reagiert mit Hilfe von Bewegungen auf jeden Nervenreiz und „jede dieser Bewegungen bedeutet etwas, ist Ausdruck.“ 4
Somit ist es wichtiger WIE etwas gesagt wird, als WAS gesagt wird. Diese nonverbale Kommunikation beinhaltet, wie bereits erwähnt, eine Reihe von Komponenten, auf die ich im Folgenden eingehen werde.
Zunächst muss hervorgehoben werden, dass diese Komponenten niemals einzeln betrachtet werden können, da es sich hierbei um ein „Zusammenspiel auf mehreren Ebenen, sozusagen um ein Orchesterspiel handelt.“ 5 In der Alltagskommunikation können wir bestimmten Bewegungsmustern sofort eine Bedeutung zuweisen. Diese Bedeutung ist kulturspezifisch und erlernt.
3 Fast, Julius, Körpersprache, Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1988, S. 11.
4 Rebel, Günther, Was wir ohne Worte sagen, Landsberg am Lech/ München: mvg-Verlag 1993, S. 29.
5 Heilmann, Christa M., Körpersprache richtig verstehen und einsetzen, Basel/München: Ernst Reinhardt
Verlag 2009, S. 53.
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2.1 Die Mimik
Die Mimik beschreibt die Bewegungen der menschlichen Gesichtsmuskulatur. Meist sind es nur sehr kurze Aktionen, die bereits den aktuellen Gefühlszustand signalisieren und übermitteln können. Der Gefühlszustand wird dabei durch die Areale Stirn, Augen und Augenbrauen, Nase sowie durch den Mund verdeutlicht. In diesen Arealen finden unterschiedliche Bewegungen statt, die aber meistens nicht komplett unabhängig von-einander sind. 6
Bei der Mimik kann außerdem in die fünf Basisemotionen Trauer, Wut, Angst und Freude unterschieden werden, die dominant über unser Gesicht ausgedrückt werden. Diese Basisemotionen sind kulturübergreifend verständlich und identisch. Des Weiteren gibt es bestimmte Ausdrucksmuster, die erlernbar und wiedererkennbar sind. 7 Diese Muster sind kulturspezifisch und individuell auslegbar mit Hilfe einer gewissen Lebenserfahrung. Hierbei ist auch stets ein Vergleich mit der „Normalsituation“ nötig, denn wenn ein Mensch ein mürrisches Gesicht hat und sonst sehr fröhlich ist, ist es etwas anderes, als wenn jemand immer so dreinblickt, weil er ein verschlossener Mensch ist. 8 Diese bestimmten mimischen Ausdrücke können erst ab dem 13. Lebensjahr bewusst erzeugt und verstellt werden, vorher handelt es sich vor allem um Basisemotionen. 9
Wer auf die Körpersprache achtet, kann zum Beispiel ein echtes von einem falschen Lächeln unterscheiden. Wenn jemand wirklich lacht, so ist die gesamte Gesichtsmuskulatur beteiligt, denn das „echte Lächeln wird meistens „von hochgezogenen Wangen, kleinen Hautverdickungen und Fältchen unter den Augen […] sowie dem Senken der Augenbrauen begleitet.“ 10 Wenn jemand hingegen ein Lächeln vortäuscht, so sind die Muskeln um die Augen nicht aktiv.
2.2 Gestik
Als Gestik werden die Bewegungen der oberen Extremität, der Arme, der Hände und auch der Finger bezeichnet. 11 Dabei ist die Gestik der Bereich der nonverbalen Kom-
6 Vgl.Ebd., S. 54.
7 Vgl. Heilmann 2009, S. 54.
8 Vgl. Ebd., S. 55.
9 Vgl. Gross/ Morgenroth/ Strohmayer 1998, S. 5.
10 Gilthserano.de 2009.
11 Vgl. Heilmann 2009, S. 57.
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munikation, der am engsten mit dem Sprechen verbunden ist. Dies wird durch die Gebärdensprache von Stummen und Tauben deutlich. 12 Bei dieser Komponente der menschlichen Körpersprache unterscheidet wird in diverse Arten der Körperbewegungen unterschieden. Die wohl bekannteste Gestik ist die sprechbegleitende Gestik. Sie ist geprägt vom individuellen Charakter und der Persönlichkeit sowie auch von der Kultur des Sprechers und dient der Hervorbringung und Vervollkommnung der Gedanken. 13 Allerdings ist „die Intensität, die Heftigkeit und Häufigkeit […] wiederum persönlichkeitsabhängig.“ 14 Des Weiteren gibt es in der menschlichen Gestik noch die konventionalisierten und rituellen Gesten, die sich sehr gleichen, weil beide in ihrem sozialen Umfeld hinsichtlich ihrer Bedeutung bekannt sein müssen und diese auch in der gleichen Weise von allen genutzt und verstanden werden. Dazu gehören zum Beispiel das Zeigen auf einen Gegenstand oder viele Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale. Im Gegensatz dazu sind persönlichkeitstypische oder emotionale gesteuerte Gesten nicht konventionalisiert. Sie müssen mit Hilfe von kommunikativen Erfahrungen und dem Wissen aus Sozialisationsprozessen interpretiert werden. 15 Auch die Körperhaltung und die Kleidung können einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gestik haben. Befindet man sich zum Beispiel in sitzender Position, so kann bereits durch Zurück- oder Vorlehnen eine bestimmte Botschaft übermitteln werden. 16 Entsprechend kann ein Zurücklehnen als überheblich und desinteressiert und ein Vorlehnen als aufdringlich gedeutet werden.
2.3 Kinesik
Eine weitere Komponente der Körpersprache ist die Kinesik oder Körperhaltung. Auch der Vielfalt an verschiedenen Haltungen des Körpers wird eine große Bedeutung zugeschrieben. Hier ist ebenfalls eine Einteilung in zwei Betrachtungsmöglichkeiten gegeben, die komplex betrachtet werden müssen. Zum einen kann der Körper virtuell hinsichtlich seiner Mittelachse, Transversalachse und Horizontalachse in unterschiedliche Teile geteilt werden und zum anderen ist hinsichtlich der Körperpositionen eine Diffe-
12 Vgl.Gross/ Morgenroth/ Strohmayer 1998, S. 6.
13 Vgl. Heilmann 2009, S. 57.
14 Heilmann 2009, S. 57.
15 Vgl. Ebd., S. 59.
16 Vgl. Absolventa.de, Gestik. Ein Hauptbestandteil der Körpersprache, in:
http://www.absolventa.de/karriereguide/koerpersprache/gestik 2010 (letzter Zugriff: 15.10.2010).
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Arbeit zitieren:
Nadja Kemter, 2011, Die Bedeutung der Körpersprache in wichtigen Redesituationen, München, GRIN Verlag GmbH
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