Inhaltsverzeichnis
1. Ursprung/Definition des Burnout-Begriffs 3
2. Modelle zur Entstehung von Burnout 4
2.1 Verschiedenen Phasentheorien 4
2.2 Die drei Phasen nach Maslach 5
3. Messinstrumente: MBI-D , BOT 7
4. Bedingungen bzw. Ursachen von Burnout im Lehrerberuf 10
5. Folgen von Burnout für die Unterrichtsqualität 13
6. Prävention (AVEM) und Intervention (AVEM) 13
7. Kritische Abschlussbemerkung 17
8. Literaturverzeichnis 18
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„Wer je ein ausgebranntes Gebäude gesehen hat, der weiß, wie verheerend so etwas aussieht.“ Mit diesen Worten beginnt der Vater des Burnout-Begriffs, Herbert Freudenberger, sein 1980 zusammen mit Geraldine Richelson publiziertes Werk Ausgebrannt. Sein Vergleich zwischen einem ausgebrannten Gebäude und einem „ausgebrannten“ Menschen beschreibt das Phänomen Burnout sehr anschaulich: Danach kann der Kraftaufwand, den das Leben in einer komplexen Welt erfordert, die inneren Reserven eines Menschen - dem Feuer gleich - verzehren. Selbst wenn die äußere Hülle mehr oder weniger unversehrt erscheint, bleibt im Inneren eine große Leere zurück. (zum gesamten Absatz vgl. Freudenberger/Richelson 1980) Eingeleitet durch diese Metaphorik, entfacht Freudenberger 1974 die wissenschaftliche Diskussion um das Phänomen Burnout. In diesem Zusammenhang beschreibt er das Burnout-Phänomen als eine überzufällig häufige und jeweils ähnlich ablaufende Erscheinung bei Therapeuten in Drogenkliniken, die nach anfänglichem großem Engagement für ihre Arbeit physisch und psychisch zusammenbrechen. Anschließend beginnt die amerikanische Sozialpsychologin Christina Maslach 1976 mit systematischen und empirischen Untersuchungen zum Burnout-Syndrom. Erst in den 80er Jahren, nachdem ein Artikel über Burnout in der Zeitschrift „Psychologie heute“ erschien (Aronson, Pines und Kafry 1983), wird das Phänomen des Ausbrennens auch in Deutschland zunehmend diskutiert. (zum gesamten Absatz vgl. Barth 1997) Leider konnte bis heute noch keine einheitliche bzw. allgemein akzeptierte Burnout -Definition gefunden werden. Laut Sosnowsky gibt es mittlerweile über 6000 wissenschaftliche Beiträge und mehrere hundert Burnout-Definitionen, die nicht nur unterschiedlich sind, sondern sich teilweise sogar widersprechen. Dennoch lassen sich die unterschiedlichen Definitionen in drei wesentliche Gruppen gliedern: 1. Burnout als Zustand (z.B. Pines, Aronson und Kafry) 2. Burnout als Prozess (z.B. Cherniss) 3. Integration von Zustand und Prozess (z.B. Maslach) (vgl. Sosnowsky in Rothland 2007)
So umschreiben Pines, Aronson und Kafry Burnout als einen seelischen Zustand von körperlicher und emotionaler Erschöpfung. Letztere resultiert aus dem Vorhanden-
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sein von Stressoren und dem Nicht-Vorhandensein von Satisfaktoren in der Arbeitssituation (Zustandsdefinition). Cherniss wiederum geht davon aus, dass Burnout durch (1) Berufsstress ausgelöst wird, welcher (2) Stillstand mit Gefühlen von Angst und Erschöpfung bedingt und in eine (3) defensive Stressbewältigung mündet (Prozessdefinition). Die Definition von Maslach schließt von vornherein Zustand und Prozess mit ein: Schwere emotionale Dauerbelastung führt zu emotionaler Erschöpfung. Daraus resultieren im Laufe von Bewältigungsversuchen Gefühle von Dehumanisierung und im terminalen Stadium kommt das Gefühl reduzierter Leistungsfähigkeit hinzu.
(zum gesamten Absatz vgl. Barth 1997)
2.1 Verschiedenen Phasentheorien
In Bezug auf die verschiedenen Phasentheorien von Burnout ist ein Überblick über die existierenden Verlaufsmodelle einschlägiger Autoren unabdingbar. Zur besseren Übersichtlichkeit stelle ich die verschiedenen Phasentheorien, aufsteigend nach der Anzahl der jeweiligen Phasen, in einer listenartigen Form dar: 2 Phasen nach Freudenberger und Richelson (1980)
- 1. Phase: empfindendes Stadium
- 2. Phase: empfindungsloses Stadium 3 Phasen nach Cherniss (1980)
- 1. Phase: Berufsstress
- 2. Phase Stillstand
- 3. Phase: defensive Stressbewältigung 3 Phasen nach Maslach (1981/ 1986)
- 1. Phase: Emotionale Erschöpfung
- 2. Phase: Dehumanisierung
- 3.Phase: Terminales Stadium (Reduzierte Leistungsfähigkeit)
4
4 Phasen nach Edelwich und Brodsky (1984)
- 1. Phase: Idealistische Begeisterung
- 2. Phase: Stillstand
- 3. Phase: Frustration
- 4. Phase: Apathie 10 Phasen nach Fengler (1991)
- 1. Phase: Freundlichkeit und Idealismus
- 2. Phase: Überforderung
- 3. Phase: geringer werdende Freundlichkeit
- 4. Phase: Schuldgefühle
- 5. Phase: vermehrte Anstrengung
- 6. Phase: Erfolglosigkeit
- 7. Phase: Hilflosigkeit
- 8. Phase: Hoffnungslosigkeit
- 9. Phase: Erschöpfung
- 10. Phase: Burnout
(zu den verschiedenen Phasentheorien vgl. Körner 2003) Die verschiedenen Forscher gehen also davon aus, dass mehrere Stufen bis zum endgültigen Ausbrennen zu identifizieren sind. Wie Burisch (2006) jedoch richtig anmerkt, stellen alle diese Modelle lediglich idealtypische Verlaufsformen von Burnout dar. Dass die Abgrenzung der Phasen untereinander mehr oder weniger willkürlich ist, wird von den meisten Autoren selbst betont.
2.2 Die drei Phasen nach Maslach
Da nicht alle Modelle im Rahmen dieser Arbeit diskutiert werden können, werde ich im Folgenden das drei-Phasenmodell nach Maslach vorstellen und auf den Lehrerberuf übertragen. Wie bereits erwähnt, hat dieses Modell den Vorteil, dass es Zustands-und Prozessdefinition von Burnout miteinander vereint.
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Leider stößt man schon bei der Benennung der drei Phasen auf Uneinigkeiten in der Literatur. Exemplarisch soll hier die Darstellung von Burisch (2006) gelten. Burisch (2006) fasst das dreistufige Phasenmodell nach Maslach folgendermaßen zusammen (zur Übersichtlichkeit wird auch hier wieder eine Listenform gewählt):
- Phase 1a: Emotionale Erschöpfung
- Phase 1b: Physische Erschöpfung
- Phase 2: Dehumanisierung
- Phase 3: Terminales Stadium/ Reduzierte Leistungsfähigkeit Jeder der Phasen ordnet Burisch typische Symptome zu. So zeichnet sich Phase 1a vor allem durch Müdigkeit beim bloßen Gedanken an Arbeit aus. Phase 1b ist gekennzeichnet durch Schlafstörungen, Anfälligkeit für Erkältungen, Kopfschmerzen und sonstige Schmerzen. Von der Phase der „Dehumansierung“ kann man dann sprechen, wenn der Betroffene bzw. der Lehrer 1 eine negative, zynische Einstellung zu Kollegen und ein negatives Gefühl für Klienten bzw. Schüler 2 hat. Weitere Symptome dieser Phase sind Schuldgefühle und Reduzierung der Arbeit auf ein Minimum. Die Endphase wird vor allem durch den Begriff Widerwillen (disgust) bestimmt und meint Widerwillen sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber Kollegen und Schülern. Verlauf
Maslach unternimmt mit ihrem Modell den Versuch, den „Zustand Burnout“, der sich aus den drei Dimensionen ergibt, als Sequenz zu beschreiben: Das erste Kernsymptom, welches Maslach allgemein unter dem Begriff „emotionale Erschöpfung“ zusammenfasst, ergibt sich aus der emotionalen Dauerbelastung von Helfern in sozialen Berufen. Nach Barth (1997) muss ein Lehrer beispielsweise mehreren Rollenerwartungen gleichzeitig gerecht werden. So ist er für den Schüler Wissender, Vorbild und Berater, während er für die Eltern Entlaster und Ratgeber ist. Für den Vorgesetzten muss er die Rolle des Verwalters und des Kontrolleurs einnehmen und für die Öffentlichkeit gilt er als Verwahrer und Erzieher. In dem permanenten Erwartungsdruck, ob und welche Erwartungen wann, wie und wo zu erfüllen sind, verschleißt der Lehrer seine Kräfte und es kommt zur „emotionalen Erschöpfung“. Weitere Auslöser
1 Zur Vereinfachung wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff „Lehrer“ stellvertretend für Lehrer und
Lehrerinnen verwendet.
2 Zur Vereinfachung wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff „Schüler“ für Schülerinnen und Schüler
verwende.
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Arbeit zitieren:
Imke Meyer, 2009, Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern, München, GRIN Verlag GmbH
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