Inhaltsverzeichnis
1.Vorwort...................................................................................................... 4
2.Einleitung................................................................................................... 5
3.Definitionen Ton, Geräusch, Musik und Lärm. 6
4.Zur Geräuschekultur an sich. 7
5.Zu der Geräuschekultur auf Wachkomastationen. 8
6.Lösungsvorschläge 12
7.Resume..................................................................................................... 17
Abb.1
Der Körper in Bruchstücken wahrnehmbar
Ein Leben jenseits des Ertragbaren
Allein ganz auf sich gestellt
Hast Du die Energie es zu ändern
Wenn Du nicht allein bist
Und wir Dich tragen dürfen zu neuen Ufern (J.O. 2008)
Facharbeit Jens Ohland Sei
1. Vorwort
Seit meinem dritten Lebensjahr mache (und höre) ich bewußt Musik und beschäftige mich mit Geräuschen, Lärm und dergleichen mehr. Gegen 1985 interessierte ich mich darüber hinaus für das Thema “Minimal Music” und den Komponisten aus diesem Genre, wie zum Beispiel Philip Glass, Steve Reich, Terry Riley, John Cage und (ferner) Brian Eno, Björk und Mike Oldfield, dessen Intro zu seinem Musikstück “Tubular Bells” einige für mich markante Merkmale der gesamten “Minimal Music” beinhaltet:
Dane Rudhyar sagt in seinem Buch “Magie der Töne” aus, dass alles, was um uns passiert, jedes Geräusch, jeder Ton, jede Bewegung, als Musik bezeichnet werden muß. Stockhausen führt uns als Komponist an die musikalischen Grenzen des Machbaren, indem er beispielsweise ein Musikstück für Hubschrauber und Saxophone komponierte.
Was hat das jetzt aber bitte mit meinem Thema zu tun? Mich interessiert ganz einfach, wann kann ein Geräusch, ein Ton oder Musik interessant für mich sein und ab wann wird es mir lästig und wann macht es mich sogar krank. Machen monotone Geräusche einen Menschen bereits schon krank, oder geht das nur durch Lärm? Kann ein Wachkomapatient bei all seinen Eindrücken mit einer Geräuschkulisse, wie wir sie im Allgemeinen auf Wachkomastationen (und im begrenzten Sinne auch an allen anderen Orten), fertig werden, oder lassen diese ihn abstumpfen oder machen diese ihn gar krank?
* Steve Reich gilt laut einem Artikel der “Die Zeit” als Vorreiter der Technomusik
Sei Facharbeit Jens Ohland
2. Einleitung
Als Mensch in der Modernen Gesellschaft sind wir dort, wo wir leben und wirken, mit Geräuschen, Musik und Lärm konfrontiert. Eine Chance, auszuweichen, bleibt uns nur im geringen Maße. Zu dem in den Ballungsbebieten menschlichen Daseins allerorts in Kauf zu nehmenden Straßenlärm, Lärm durch vandalisierende Jugendliche und ähnlich gearteten Individuen, von dem als natürlichichen Ursprungs zu bezeichnenden Lärm durch die Natur (Hundegebell, Katzengemauze, Regen, Blitz und Donner, et cetera),...... gesellt sich seit einigen Jahren im Zeichen der Neo-Kulturindustrie und den damit ver-bundenen, technischen Machbarkeiten und Spielereien ein wahrlich ernst zu nehmender Faktor in Sachen Geräusch,- und Lärmkultur hinzu: Die seit den Neunzigern immer stärker einsetzende Dauerbeschallung in Form von Musik und Informationen in Supermärkten, Einkaufszentren, Sonnenstudios und Fitneßzentren (et cetera), werden neuerdings (und ergänzend hierzu) durch immer modernere Handys und Pcs abgerundet; wer irgendwann mal in seinem Leben in einem Lokal seiner Wahl gesessen hat und mit diversen Ruftönen (oder Dauergeballer von einem Notebook her....) konfrontiert wurde, der weiß, wovon ich schreibe. Selbst in den so genannten “Chill out-Zonen” fehlt es nicht an Musik. Oftmals hegten wir in kleinen, als illust zu bezeichnenden, freundschaftlichen Runden den subjektiven Eindruck, dass alles an Beschallung in Ordnung sei, in welcher Form auch immer. Nur die Stille, die würde uns wahrlich krank machen. Natürlich stellt die totale Isolation hinslichtlich aller sinnlichen Wahrnehmungen im rechtlichen Sinn Folter dar (mehrfach in der Vergangenheit geschehen, im besonders traurigen und Menschen verachtendem Maße in Deutschen Konzentrationslagern). Wir als “gesunde” Menschen könnnen uns hinsichtlich der Problematik nur im begrenzten Maße einen Einblick verschaffen: quälen wir uns mit Fieber, Schmerzen oder mit Schlaflosigkeit, können wir vielleicht erahnen, was ein Wachkomapatient durchmachen muß, wenn er seinem Umfeld wahllos ausgeliefert ist. Wo das Maß aller Dinge sich befinden könnte*, versuche ich, auf den folgenden Seiten zu klären.
*Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch sein ganz persönliches, individuelles Maß zum Thema
hat, darum diese Einschränkung.
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3. Definitionen Ton, Geräusch, Musik und Lärm
Prinzipiell würde ich Geräusche, Töne, Musik und Lärm mit Bewegung gleichsetzen und das nicht nur im herkömmlichen Sinne. Schon im Bereich der Kommunikation bewegt man viel, indem man sich mitteilt. Schweigen ist Stillstand (und nicht nur Stille). Kommunikation hat mit dem Austausch von Informationen zu tun, ein Informationsdefizit,- auch Überangebot kann negative Folgen mit sich bringen. Auch Geräusche, Töne, Musik und Lärm vermitteln uns Informationen, die es erst einmal zu verarbeiten gilt, im positiven als auch negativen Sinne.
1. Ton bedeutet spannen, anspannen, dehnen (Herkuntswörterbuch Duden, S. 855. Mitte li.)
2. Ein Geräusch ist laut Duden (Herkunftswörterbuch, S.268 re.oben) ....”jede Art von Schalleindrücken und Lärmvorstellungen” 3. Musik ist nichts anderes als die Tonkunst. Wortstamm: u.a. Musenkunst (Duden, Herkuntswörterbuch, S.545 Mitte re.)
4.Lärm ist laut Betelsmannbibliothek* ein “als lästig empfundener Schall mit den mannigfachsten Ursachen”. Schall ist laut einer Broschüre des Bayerischen Landesamtes für Umwelt “ein Schwingungsvorgang in Gasen, Flüssigkeiten und festen Körpern”........und weiter: “Ähnlich wie man beim sichtbaren Licht hell und dunkel und zusätzlich- bei ausreichender Helligkeit- Farben unterscheiden kann, lassen sich beim Schall die Lautstärke einerseits und die Tonhöhe bzw. Frequenz und die Frequenzzusammensätzung anderserseits unterscheiden. Physikalisch -objektiv- meßbar ist nur der “Schall”. Erwünschter Schall, etwa der “Sound” der Jugend, ist Wohlklang, ist “Musik im Ohr”. Im Gegensatz dazu bewertet man unerwünschten oder lästigen Schall als “Lärm”**. Laut Broschüre führen bereits über 25- 30 Dezibel (dB) zu Schlafstörungen. Während ich in der gesamten gesichteten Literatur nicht fündig wurde bezüglich der Geräuscheentwicklung von Beatmungsgeräten (beispielsweise), konnte ich wenigstens im Internet eine hierzu angestellte Untersuchung des Universitätsklinikums Erlangen durch Frau Katrin Krank und Frau Stefanie Möhrlein ausfindig machen, doch dazu mehr im Haupttext. *= Die Große Bertelsmann Lexikothek, Band 9, Seite 52, links unten
**= http://www.lfu.bayern.de
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Arbeit zitieren:
Jens Ohland, 2008, Die Geräuschekultur auf Wachkomastationen, München, GRIN Verlag GmbH
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