Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise und inhaltliche Struktur 2
2 Hedgefonds und deren Strategien. 4
2.1 Definition 4
2.2 Bedeutung für den Finanzmarkt 5
2.3 Hedgefond Strategien 5
2.4 Kategorisierung von Hedgefond Strategien 7
2.4.1 Gewichtung der Hedgefondstrategien 8
2.4.2 Direktionale Strategien 8
2.4.2.1 Long Short Equity 8
2.4.2.2 Dedicated Short Bias 10
2.4.2.3 Emerging Markets - aufstrebende Märkte 12
2.4.2.4 Commodity Trading Advisors 14
2.4.2.5 Global Macro. 16
2.4.3 Nicht-Direktionale Strategien 18
2.4.3.1 Relative-Value-Arbitrage / Marktneutrale Strategien. 19
2.4.3.2 Equity Market Neutral - Statistical Arbitrage 20
2.4.3.3 Convertible Arbitrage 21
2.4.3.4 Fixed lncome Arbitrage 23
2.4.3.5 Event Driven (Ereignisbezogene Strategie) 25
2.4.3.6 Merger Arbitrage / Risk Arbitrage 27
2.4.3.7 Distressed Securities 28
2.4.3.8 Corporate Restructuring 30
3 Trading-Systeme. 31
3.1 Allgemein 31
3.1.1 Kategorisierung der nach Konzepten 33
3.2 Trendfolgen (Momentum) 34
3.2.1 Slingshots 35
3.2.2 Darvas Methode 36
3.2.3 Reversal New Highs 37
3.2.4 Turtle Methode 38
3.2.4.1 Turtle Soup von Altucher 39
3.2.4.2 Turtle soup und Turtle soup( 1)von Cooper 39
3 2 5 Donchian Channel Breakout 40
Inhaltsverzeichnis III
3.2.6 180´s 41
3.3 Band Trading - Volatilität - Umkehrformationen 43
3.3.1 Spekulation mit Bändern 45
3.3.2 5-Minuten-Bollinger-Bänder 45
3.3.3 1-2-3er Ross-Methode 46
3.3.4 1-2-3-4er. 47
3.3.5 lizard's day 48
3.3.6 Boomers 50
3.3.7 Warum bewegen sich Märkte in diesen Bändern 51
3.4 Ausbruch Trading 52
3.4.1 expansion breakout (ohne ADX und relative Stärke) 52
3.4.2 Bollinger Ausbrüche 53
3.4.3 expansion pivots 54
3.4.4 Dreiecksformationen 55
3.5 sonstige kurzfristige Methoden 57
3.5.1 Gaps 57
3.5.2 Gilligans Island (Gaps) 58
3.5.3 ticks nutzen 60
3.5.4 Momentitäts-Trading 61
3.6 Optionsstrategien 64
3.6.1 Spreading 64
3.6.2 Arbitrage 65
3.6.3 Hedging 65
3.6.3.1 Kategorisierung nach zeitlichem Rahmen 65
3.6.3.2 Scalping 66
3.6.3.3 Day-Trading 66
3.6.3.4 Overnight Trading 67
3.6.3.5 Swingtrading 67
3.6.3.6 Positionstrading 67
3.6.3.7 Value Trading. 68
3.7 Verlustbegrenzung durch Stopp Management 69
3.7.1 Absolute-Stops 69
3.7.2 Trailing-Stops 69
3.7.3 Volatilitäts-Stopps 69
4 Schlussfolgerung 70
4.1 Zusammenfassung 70
4.2 Kritische Darstellung und Ausblick 73
Quellenverzeichnis 75
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Weg zum individuellen Handelsstil 1
Abbildung 2: Kategorisierung von Hedgefondstrategien nach ihrem Marktexposure
Abbildung 3: Gewichtung im Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index 2008
Abbildung 4: Performance Long/Short Equity Index
Abbildung 5: Performance Dedicated Short Bias Index
Abbildung 6: Performance Emerging-Markets Index
Abbildung 7: Performance des CTA/Managed Futures Strategie Index
Abbildung 8: Global Macro Index
Abbildung 9: Convertible Arbitrage Index
Abbildung 10: Fixed Income Arbitrage Index
Abbildung 11: Event Driven Index
Abbildung 12: Risk Arbitrage Index
Abbildung 13: Distressed Securities Index
Abbildung 14: Kategorisierung von Tradingkonzepten
Abbildung 15: slingshots long
Abbildung 16: slingshots short
Abbildung 17: reversal new highs long
Abbildung 18: reversal highs short
Abbildung 19: Turtle Methode
Abbildung 20: Donchian channel breakout
Abbildung 21: 180's long
Abbildung 22: 180's short.
Abbildung 23: 180´s
Abbildung 24: Bollinger Band
Abbildung 25: 1-2-3-Tief - Hoch
Abbildung 26: 1-2-3-4 long
Abbildung 27: 1-2-3-4 short
Abbildung 28: lizard´s day long
Abbildung 29: lizard´s day short
Abbildung 30: Verlauf nach dem Auftreten von Lizzards
Abbildung 31: boomers long
Abbildung 32: boomers short
Abbildung 33: expansion breakout long
Abbildung 34: expansion breakout short
Abbildung 35: ATX auf Tagesbasis mit Bollinger-Bändern
Abbildung 36: expansion pivot long
Abbildung 37: expansion pivot short
Abbildung 38: steigendes Dreieck
Abbildung 39: fallendes Dreieck
Abbildung 40: symmetrisches Dreieck
Abbildung 41: gilligans island long
Abbildung 42: gilligans island short
Abbildung 43: gilligans island langfristiger Verlauf
Abbildung 44: DAX 15-Minuten Chart mit Donchian-Channels.
Abbildung 45: DAX 15-Minuten Chart mit Donchian-Channels.
Abbildung 46: ATX auf Tagesbasis mit Bollinger-Bändern
Abbildung 47: DAX 15-Minuten Chart mit Donchian-Channels und Bollinger-Bändern
Abbildung 48: DAX 15-Minuten Chart mit Donchian-Channels und Bollinger-Bändern
Abbildung 49: Tradingmethoden nach zeitlichem Rahmen
Abbildung 50: Vor- und Nachteile kurzfristiger Trades
Abbildung 51: Vor- und Nachteile langfristiger Trades
Abbildung 52: Trailing Stop Loss
Abbildung 53: Weg zum systematisierten individuellen Tradingstil
Abkürzungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis
ABS Anleihen Asset Backed Securities Anleihen
ADX Average Directional Movement Index
CAPM Capital Asset Pricing Model
+DI + Direktional Indikator
-DI - Direktional Indikator
GD Gleitender Durchschnitt
MA Moving Avarage
MACD Moving Average Convergence/Divergence
NYSE New York Stock Exchange
OTC Over the Counter
QQQ Index auf den S&P 100
Einleitung 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
In der Finanzwelt wird zurzeit kaum ein Thema so häufig diskutiert, wie das über Tradingmethoden der Banker und speziell die der Hedgefonds. In Jahr 2005 noch als Heuschrecken von Franz Müntefering betitelt, wurden die Hedgefonds ein Jahr später wiederum von der Finanzwelt als Heilsbringer hochgelobt. Es galt, Hedgefonds erzielen in jeder Börsenphase Gewinne und tragen richtig eingesetzt zur optimalen Diversifizierung eines Portfolios bei. Heutzutage nach dem Schrecken der Finanzkrise, gelten Hedgefonds aufgrund weniger schwarzer Schafe und deren Methoden mit Leerverkäufen wiederum als hochspekulative Finanzprodukte, als verantwortungsloser Bösewicht 1 Oft werden aufgrund der fehlenden Transparenz oder als ein Auslöser von Krisen.
dieser Anlageklasse allgemein die Hedgefonds beschuldigt, obwohl es viele Unterschiede hinsichtlich deren Strategien und Tradingstilen gibt. Diese Ausarbeitung klärt darüber auf, was genau eine Strategie ausmacht und was ein Tradingstil ist. Diese Arbeit fasst mögliche Strategien, als Ebenen zu einem Überblick zusammen und verbildlicht den Entscheidungs- bzw. Entwicklungsprozess zum persönlich angepassten Tradingstil, indem die einzelnen Stufen anhand von Beispielen aufgezeigt und erläutert werden.
Natürlich gibt es kein perfektes System und es wird auch keins geben, was immer funktioniert. Jedoch ist es Tatsache, dass bestimmte Systeme immer wieder Anwendung finden, funktionieren und auch über bestimmte Zeiträume kontinuierlich Gewinn abwerfen. Das was man braucht, um erfolgreich am Finanzmarkt zu handeln, ist ein individuell angepasster Tradingstil, der auf vielen Entscheidungen basiert.
Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Optionen zu traden man hat und Denkanstöße geben, um zu seinem individuellen Tradingstil zu kommen. Daher zielt diese Arbeit darauf ab, die grundlegenden bekanntesten Tradingansätze zur Verwirklichung der Findung, eines individuellen Tradingstils, als Übersicht aufzuzeigen. Themen wie Psychologie des Marktes, Moneymanagement und Risikomanagement sind zur Findung eines geeigneten Tradingstils unabdingbar, aber da es sich um eine Arbeit über Strategien und Handelsysteme handelt, werde ich sie hier nicht behandeln und empfehle jedem aktivem Trader oder dem der es noch werden will, die Lektüre dieser Themen.
1 Siehe: Finanzen Extra (1/2004), S. 44.
Einleitung 2
1.2 Vorgehensweise und inhaltliche Struktur
Abschnitt 1:
Hier wurde, wie ersichtlich, auf die Problemstellung dieses Themas sowie die Zielstellung, Vorgehensweise und den Aufbau eingegangen.
Abschnitt 2:
Um den Einstieg in die Hedgefondstrategien zu vereinfachen, wird der Begriff beginnend definiert und erläutert. Grundlegendes Wissen über die Entstehung, Einordnung der Hedgefonds in Alternative Investments und Fähigkeiten der Manager von Hedgefonds habe ich wissentlich weggelassen, da sie kaum zum Verständnis der Strategien beitragen werden. Folglich wird mit den Hedgefondstrategien fortgefahren. Hedgefondstrategien eignen sich zur Erläuterung von allgemein möglichen Strategien, da sie bisher keine Beschränkungen haben und somit sämtliche Instrumente am Markt nutzen können, wodurch sich sehr vielfältige Strategien ergeben. Diese werden nach der kurzen Charakteristik von Hedgefonds und deren Bedeutung, anhand von der Charakterisierung, Umsetzung und der Rendite-/Risikoerwartung, genauer betrachtet.
Abschnitt 3:
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Kategorisierung der Tradingssysteme und Tradingmethoden und es werden technische Researchmethoden zum Erkennen von Chartformationen vorgestellt und deren Funktionsweise aufgezeigt. Dieses Kapitel erläutert zusätzlich, anhand der Charakteristik von Tradingmethoden, wie oft der Trader kauft, wie lange er die Positionen hält und auch wie viele Positionen er kauft. Anhand der Tradingsysteme dieses Kapitels versuche ich aufzuzeigen, welche charttechnischen Tradingsysteme Trader anwenden können, wobei das Augenmerk vor allem auf das Band Trading und die Trendfolge gerichtet ist, da Spreading und Arbitrage eine Ableitung und Erweiterung dessen darstellen und das langfristige Value Trading, mit ausführlicher Fundamentalanalyse, als ein einzelnes großes Thema, den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Da diese Methoden tausendfach individuell modifiziert werden können und auch sollten, werde ich in dieser Arbeit versuchen, dem Leser einen Überblick auf verschiedene Grundmethoden des Systemtradings zu geben. Es werden in Abhängigkeit der jeweiligen Systeme Ereignisse aufgezeigt die Kauf oder auch Verkaufssignale sein können, je nachdem welche Strategie man verfolgt. Der Leser bekommt einen Überblick über den Grundaufbau, die Funktionsweise von Tradingkonzepten und erfährt, warum sie so erfolgreich sein können, wann sie anzu-
Einleitung 3
wenden sind, wie die Einstiegsformationen aussehen und wi e er sein Risiko beschränkt.
Es ist allgemein übli ch diese Strategien in alle mögliche Richtu ngen zu kombinieren, was speziell beim Arbitrage Trading , Spreading und Hedging der Fall ist, worauf aber in dieser Arbeit nicht detailliert eingegangen wird. Spreading, Hedging und Arbitrage Trading wird grob umschrieben. Zum Schluss des Kapitels über Tradingsysteme, werde ich nochmal einen Ansatz zu einer möglichen Kombination von zwei Systemen aus dem Band Trading und dem Trendfolgen vorstellen.
Abschnitt 4:
In Abschnitt 4 erfolgt ein Fazit und es wird die Ausarbeitung mit dem Fokus auf eine weitere Ausgestaltun g mit einer kritischen Darstellung abgeschlossen.
Hedgefonds und deren Strategien 4
2 Hedgefonds und deren Strategien
2.1 Definition
Kauter D. definiert Hedgfonds wie folgt: „Hedgefonds als eine spezielle Form von Investmentfonds, die unter anderem derivative Instrumente als Direktinvestment nutzen und denen es erlaubt ist, Leerverkaufspositionen einzugehen und über zum Teil signifi- 2 Erkante Fremdkapitalaufwendungen und einen damit verbundenen Leverage-Effekt träge zu erwirtschaften, sind die wichtigsten und aktivsten Nutzer des Short Sellings. Sie unterliegen keiner staatlichen Regulation und dürfen in alle Asset-Klassen und Investmentformen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Währungen genauso wie in Finanzinnovationen investieren. Dadurch haben sie sich zu aktiven Teilnehmern im Bereich des Leerverkaufes entwickelt. Die Gründe dafür sind neben Absicherungs- und Arbitragestrategien auch Spekulationen auf relative oder absolute Bewegungen von 3 Assets zueinander“
Um bestimmte Risiken einer Investition zu begrenzen, wird beim Hedgen ein kompensatorisches Geschäft hinzugefügt, wobei dieses nicht unbedingt das gesamte Risiko abdecken muss. Es ist möglich nur ganz bestimmte Risiken wie beispielsweise nur das Zinsrisiko zu begrenzen, aber ganz bewusst das Kreditrisiko zu erhalten. Es gilt die Chancen und Risiken, gegeneinander zur Optimierung der Risiko-Ertrags-Situation abzuwägen und mit anderen Strategien vergleichbar zu machen, um die optimale Position bestimmen zu können. Um einen Hedge zu konstruieren ist es notwendig, zuerst geeignete Hedginginstrumente zu identifizieren. Die Kombination dieser Instrumente, ergibt die Hedgingstrategie, welche den gewünschten Effekt auf die Risiko-Ertrags-Situation erzeugt. Die Kosteneffizienz, intuitive Einsichtigkeit, langfristige Stabilität in verschiedenen Marktsituationen und ein hoher Grad an Umsetzbarkeit sind Merkmale 4 einer optimalen Hedgingstrategie.
2 Leverage beschreibt den Grad, zu dem ein Investor seine Anlage über Fremdkapital finanziert.
3 Kauter C. (2006), S. 97.
4 Siehe: Thießen F. / Walther U. (2006), S. 75.
Hedgefonds und deren Strategien 5
2.2 Bedeutung für den Finanzmarkt
Für den Finanzmarkt bedeutet Hedging nicht die Reduzierung von Risiken, sondern lediglich die Übertragung des Risikos auf einen anderen Marktteilnehmer. Jede dieser Transaktionen benötigt immer ein Gegenüber, der bereit ist, das Risiko gegen eine 5 übernommen, Gebühr zu übernehmen. Diese Rolle wird generell von Intermediären welche dieses Risiko aber meist nicht selbst übernehmen, sondern sich ebenfalls 6 Hedgefonds sind keine Instrumente der Absichedurch Gegengeschäfte absichern.
rung, vielmehr bedienen sich Hedgefonds der umfangreichen Möglichkeiten standardisierter und individueller derivater Produkte, um spezifische Arbitrage- und Hedging-Strategien zu verfolgen. Hedgefonds können gar keine effektive Absicherung bieten, da sie eine absolute Renditeerwartung haben, Absicherungen aber Kosten oder zu- 7 mindest Opportunitätskosten verursachen.
2.3 Hedgefond Strategien
In der breiten Masse herrscht Unwissen über die Vorgehensweisen der Hedgefonds und deren Manager. Diese bleiben bei den Diskussionen über die Strategien verschwiegen. Jeder will seine Tricks und Kniffe für sich behalten, um seinen Klienten überdurchschnittliche Ergebnisse zu bieten, deswegen versuchen die Manager so wenig wie möglich über ihren „Handelsstil“ zu verraten, mit dem sie diese Erträge erzielen. In der Literatur gibt es sehr vielfältige am Markt angewandter Strategien und Systeme. Diese Arbeit beschäftigt sich primär mit den bekanntesten Strategien und Systemen und soll einen grundlegenden Überblick geben und zeigen was möglich ist und worauf erfahrene Trader achten. Es wird aufgezeigt, wie man sich, anstatt die Fonds, welche zum Teil Produkte beinhalten, welche man gar nicht will, direkt zu kaufen, die Strategien und Tradingsysteme der Hedgefonds, je nach Marktlage, selber zu Nutze machen kann um auch in Bärenmarkten oder seitwärts bewegenden Märkten erfolgreich von weltweiten Kapitalmarktentwicklungen zu profitieren.
Es gibt beinahe genauso viele unterschiedliche Strategien, wie es Hedgefonds und Ineffizienzen gibt. Neue Ineffizienzen und Möglichkeiten, interessante Renditen zu erzielen, treten täglich auf, entsprechend wächst die Zahl der Manager, die diese auszu- 8 AlternativeInvestments, in welche auch Hedgefonds einzuordnen nutzen versuchen.
sind, werden meist als Bereicherung eines bereits vorhandenen traditionellen Portfo-
5 Intermediäre
6 Siehe: Thießen F. / Walther U. (2006), S. 85.
7 Siehe: Weber T.(2004), S. 19.
8 Siehe: Weber T. (2004), S. 49.
Hedgefonds und deren Strategien 6
9 Allerlios, beispielsweise bestehend aus Aktien- und Rentenpositionen betrachtet. dings, je höher der Grad der Marktneutralisierung und je weniger Risiko, desto geringer 10 Hedgefond Strategien werden sind die Möglichkeiten einen hohen Ertrag zu erzielen.
auch als Skill-Based-Strategien bezeichnet. Dabei handelt es sich um Strategien, deren Renditeentwicklung von den Fähigkeiten der jeweiligen Manager abhängt und nicht von den Aktienmärkten. Das heißt, der Anleger investiert in ein aktiv gemanagtes Portfolio. Aufgrund der geringen Abhängigkeit gegenüber der Entwicklung der internationalen Märkte und somit der Möglichkeit, jederzeit eine positive Rendite erzielen zu können, die über einer vorgegebenen Mindestrendite liegt (Absolute Returns), werden die Hedgefond Strategien auch als Absolut-Return-Strategien bezeichnet. Allein der Begriff Hedgefond besagt nichts über das, was genau der Fonds macht. Einzig die Konzentration auf die Erzielung eines Added-Value (Mehrwert) durch aktives Management, ist daraus ersichtlich. Daneben existieren aber auch andere, vor allem arbitrageorientierte Hedgefonds, welche ihren Added-Value auch mit passiven Strategien erzielen. Dieser Mehrwert hängt vor allem mit dem hohen Spezialisierungsgrad auf ganz bestimmte Strategien zusammen. Dies ermöglicht einen Vorsprung bei der Informationsbeschaffung auf ganz bestimmten Gebieten, dem Zugriff und der Analyse von Investmentmöglichkeiten. Ebenso ermöglicht das Fehlen von Regulierung die Bildung von außerge- 11 wöhnlichen Handelsstrategien und Portfolios.
9 Siehe: Agarwal V. / Naik N. (2006), S. 129. / Vgl. Brunner, B. Hafner, R. (2005), S.15.
10 Siehe: Fano-Leszczynski U. (2005), S. 126.
11 Siehe: Agarwal V. / Naik N. (2006), S. 130.
Hedgefonds und deren Strategien 7
2.4 Kategorisierung von Hedgefond Strategien
Wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist werden die einzelnen Hedgefond Strate- 12 eingeteilt.Hedgefonds werde gien nach ihrem Marktexposure en in direktionale und nicht-direktionale Strategien, eingeteilt. Nach dem Aufzeigen der Gewichtung im Credit Suisse/Tremont Hed gefund Index 2008 folgt eine Charakterisie rung der zugehörigen Strategien und es werden die Vorgehensweisen beschrieben, sowie die jeweiligen Vorteile und Nachteile aufgezeigt.
12 Ist ein Verlustrisiko, we lches beim Handel am Aktienmarkt entstehen kann.
Siehe: http://www.charttec.de/html/lexikon_marktrisiko.php
Hedgefonds und deren Strategien 8
2.4.1 Gewichtung der Hedgefondstrategien
Die folgende Abbildung zeigt die Gewichtung der Hedgefondstrategien im Credit Suisse/Tremont Hedge
Fund Index.
Abbildung 3: Gewichtung im Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index 2008
[Quelle: Entnommen aus:
http://www.hedgeindex.com/hedgeindex/de/weights.aspx?ChartType=PieChart&cy=USD&indexname=HEDG]
Event Driven und Long/Short Equity Strategien sind am stärksten vertreten. Darauf folgen Multi-Strategy und Global Macro, während die übrigen ein relativ geringes Gewicht im Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index haben.
2.4.2 Direktionale Strategien
„Direktionale Strategien” nutzen die Vorteile von derivativen „short“ Positionen, um so- 13 wohl in fallenden, als auch steigenden Märkten, positive Erträge zu erwirtschaften. Der Erfolg dieser Strategien hängt vor allem von den persönlichen Fähigkeiten des jeweiligen Managers ab und ob dieser den Markt richtig einschätzen kann. Die Manager beurteilen den Markt, anhand von Marktprognosen und nutzen globale Trends aus, indem sie auf bestimmte Währungen, Indizes oder Zinsveränderungen wetten. Diese 14 Strategien haben das höchste Marktrisiko, aber auch ein hohes Ertragspotential.
2.4.2.1 Long Short Equity
Charakteristik: Die Long Short Equity Strategie hat im Hedgefond-Universum die 15 Ähnlich wie bei der Marktneutralen Aktienstrategie höchste Gewichtung (23,9%).
(Equity-Market-Neutral-Strategie) geht es hier darum, Aktienkenntnis doppelt unter Beweis zu stellen, indem die richtigen Titel gekauft (Long-Strategie) bzw. leer verkauft werden (Short-Strategie). Dabei verkauft der Hedgefond-Manager keine eigenen Ak- 16 Derentscheidende tien, sondern geliehene Stücke, die er später zurückgeben muss. Unterschied zu einer marktneutralen Strategie besteht darin, dass Long- und Short-Positionen nicht gleich gewichtet sind.
13 Siehe: http://www.fonds-reporter.de/newscenter/shownews.php?ida=457259&idc=58&com=43
14 Siehe: http://www.faz.net/s/Rub4B891837ECD14082816D9E088A2D7CB4/Doc~E983C43BF28D645C
15 Siehe: http://www.hedgeindex.com/hedgeindex/de/weights.aspx?
ChartType=PieChart&cy=USD &indexname=HEDG
16 Siehe: Ruh S. (2005), S. 65.
Hedgefonds und deren Strategien 9
Dadurch hat diese Strategie nicht immer Anspruch auf Neutralität am Markt und somit 17 Das Portfolio ist insgesamt soauch die Möglichkeit, einen Beta-Ertrag zu erzielen.
wohl auf steigende als auch auf fallende Kurse ausgerichtet, wobei bei Hedgefonds 18 meist die Long-Strategie (Long Bias ) überwiegt. Daraus resultieren ein höheres Risiko, sowie größere Chancen, als bei marktneutralen Strategien. Bei optimaler Aktienauswahl ist es durchaus möglich, gleichzeitig von beiden Positionen zu profitieren, also einen doppelten Alpha-Effekt zu generieren. Aus diesem Grund, wird die Strategie 19 Beliebte Opfer von Leerverkäufern auch als so genanntes Doppelalpha bezeichnet.
sind Titel, deren Bewertungen reichlich Wachstumsphantasie beinhalten, wie Internet-oder Biotechaktien. Long Short Strategien sind nicht auf bestimmte Bereiche begrenzt, sondern können sich auf unterschiedliche Branchen, Sektoren, Gebiete oder sonstige Auswahlkriterien beziehen. Als Hedging-Positionen sind diverse Kombinationen vorstellbar. Beispielsweise werden innerhalb eines Sektors die Long-Titel mit Short-Titeln 20 oder mit Indexoptionen abgesichert, aber auch Futures oder Optionen sind denkbar.
Umsetzung: Aufgrund ausführlicher fundamentaler Analysen, wird innerhalb einer Branche von Aktie A eine bessere Wertentwicklung, als von Aktie B erwartet. Der Hedgefonds kauft Aktie A und verkauft Aktie B leer. Durch das gleichzeitige Eingehen, von Long- und Short-Positionen bei unterschiedlichen Aktien desselben Aktienmarktes, vermindert sich das Risiko des Verlustes erheblich und bietet bessere Renditechan- 21 Wennnun neue Positionen gekauft werden sollen, ohne die alten glattzustellen, cen.
greifen die Manager meist auf Leverage zurück.
Risiko: Besonderes Risiko birgt die Aktienauswahl, falls der Markt sich entgegen der Spekulation des Managers entwickelt. Hierbei würden die Fonds den Verlust der Longsowie der Short Positionen hinnehmen müssen. Weiterhin unterliegen diese Portfolios den Risikofaktoren des „Short-Sellings“, dem Risiko der Liquidität, falls in Small Caps investiert wurde, dem Sektor-Risiko, sowie diversen anderen Risikofaktoren der Ak- 22 DieseStrategie kann man je nach Marktlage modifizieren, je nachdem, ob tienwelt.
man auf fallende oder steigende Märkte spekuliert. So deckt man sich bei Spekulation auf fallende Märkte, eher mit Short Positionen (Short Biased Long/Short Equity) und bei erwarteten steigenden Märkten mit Long Positionen ein (Long Biased Long/Short
17 Siehe: Eder. E. (2004b), S. 60.
18 Im Portfolio befinden sich mehr Long-als Short-Positionen. Schwerpunkt liegt auf steigenden Märkten.
19 Siehe: Signer, Andreas (2003), S. 25.
20 Siehe: Finanz€N Extra (01/2004), S. 44.
21 Siehe: Rutkis, A. (2002), S. 27.
22 Siehe: Eckert J. (2004), S. 42.
Hedgefonds und deren Strategien 10
Equity), während man sich bei seitwärts bewegenden Märkten, sich mit einer Market 23 Neutral Long/Short Equity Strategie auf der sicheren Seite befinden will.
Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Long/Short Equity Strategie im Vergleich zum Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index, dem S&P 500 und dem Dow Jones World Index.
Abbildung 4: Performance Long/Short Equity Index
[Quelle: Entnommen aus:
http://www.hedgeindex.com/hedgeindex/secure/en/indexperformance.aspx?indexname=HEDG_LOSHO&cy=USD]
2.4.2.2 Dedicated Short Bias
Charakteristik: Die Dedicated-Short-Bias ist eine Strategie, bei welcher der Hedgefondmanager (Akteure in einem Leerverkauf werden Leerverkäufer oder short 24 Seller genannt ) mehr „short“ als „long“ Positionen hält. Vor 1990 wurden diese Fonds noch “short-only-funds” genannt, welche ausschließlich „short“ Positionen handelten. Der lange Bullenmarkt der neunziger Jahre zerstörte diese Strategie und gab den Weg für die „short-bias funds“ frei. Beispiel: Es werden überbewertete Aktien gegen eine Gebühr verkauft, ohne dass diese sich im physischen Besitz des Verkäufers befinden. Das Ziel ist es die verkauften Wertpapiere oder Waren, günstiger in der Zukunft, spätestens zum Rückgabetermin zurückzukaufen. Diese Wertpapier oder Waren werden dann an den Verleiher zurückgeliefert und an der Differenz wird verdient. Zusätzlich werden überschüssige Mittel in sichere festverzinsliche Papiere angelegt, um zusätzlich Gewinne zu erwirtschaften und von dort aus auch als Sicherheitseinlage für die Wertpapierleihe zu dienen. „Dabei besteht bei einem Leerverkauf, ohne Hebel, ein maximales Gewinnpotential von 100 Prozent, was dem Verkaufserlös entspricht, wenn die
23 Siehe: Bahr F. (2003), S. 107.
24 Siehe: Taulli T. (2008), S. 5.
Hedgefonds und deren Strategien 11
Aktie auf Null fällt), während das Verlustrisiko unbegrenzt ist. Das Auszahl-Profil des Shorts verläuft mit einer Korrelation von -1 zum Auszahl-Profil der Aktie. Formal definiert sich der Gewinn/Verlust eines Leerverkaufes wie folgt:
G Gesamt = P(t 0 ) - P(t n ) - LK -TAK
Mit P(t 0 )=Preis der Aktie bei Verkauf, P(t n ) = Preis der Aktie bei Rückkauf, LK = 25 Leihekosten und TAK = Transaktionskosten.“
Obwohl auch Kaufpositionen eingegangen werden, bleibt das Portfolio netto doch auf 26 Manche Manager verwenden auch Derivate zum fallende Kurse (Short) ausgerichtet.
Beispiel: Optionen auf einzelne Aktien, Indexoptionen, Futures oder Forwards, um die Short Selling Strategie zu implementieren. Es gibt nicht sehr viele Fonds, die sich aus- 27 ShortSellers sind Einschließlich auf eine Short Selling Strategie spezialisiert haben. zelgänger, die das Agieren gegen den Markttrend und gegen die Mehrheit der Markt- 28 „Viele teilnehmer genießen und die „short-only“ Strategie als ihre Mission betrachten. Märkte haben weitere Hürden für die Short Seller eingebaut. So ist es zum Beispiel an der NYSE üblich, dass Aktien nur dann leer verkauft werden dürfen, wenn sie sich nach oben bewegt haben. Es sind nicht einmal alle Aktien für das Short Selling erhältlich, da nur Aktien von Unternehmen, mit genügend Kapitalstärke, short gehandelt werden dürfen. Dies kann zu einer unzureichenden Diversifikation im Portfolio füh- 29 ren.“
Rendite/Risiko: Den größten Teil ihrer Ergebnisse erzielen Short Sellers mit dem Rückkauf der Aktien, um die geliehene Position zu begleichen. Weiterhin erhalten sie noch Zinsen aus den Bargeldpositionen, die der ShortSeller nach dem Leerverkauf des Wertpapiers aufgebaut hat und von den Zinsen, die er für die hinterlegte Sicherheit erhält. Das primäre Risiko für den Leerverkäufer stellt die Preisänderung der leerverkauften Aktien dar. Das genaue Ausmaß der Preisänderung ist für ihn unbekannt. Jedoch kann er, anhand statistischer Szenario-Modelle und Risiko-Kennzahlen, sein erwartetes Risiko abschätzen. Weiterhin kann das Profit/Loss-Profil zugunsten des Short 30 Der Leerverkäufer ist für alle Dividendenzahlungen, Verän-Sellers adjustiert werden.
derungen der Aktienart und für Veränderungen in den Rechten des Unternehmens (Übernahme oder Fusion) verantwortlich. Darum werden vorrangig Aktien von Unternehmen mit hoher Liquidität leer verkauft, welche in diesem Zeitraum keine Dividen-
25 Kauter
26 Siehe: http://www.ad-hoc-news.de/Dedicated-Short-Bias--/de/Boersenlexikon/16330156
27 Vor 1983 existierte kein offiziell registrierter Short Selling Hedgefonds.
28 Siehe: Fano-Leszczynski U. (2005), S. 155.
29 Eckert J. (2004), S. 46.
30 Siehe: Kauter C. (2006), S. 94.
Hedgefonds und deren Strategien 12
denausschüttungen planen. Die Spekulation auf fallende Aktien setzt eine umfassende 31 Fundamentalanalyse und Aktienauswahl voraus.
Umsetzung: Eine bestimmte Anzahl an Aktien wird am Markt leerverkauft. Zeitgleich wird die gleiche Zahl Aktien vom Prime Broker entliehen, so dass sie dem Käufer geliefert werden können. „Der Verkäufer hinterlegt im Gegenzug für die geliehenen Wertpapiere eine gesperrte Sicherheit (Collateral). Die gleiche Anzahl von Aktien wird zu einem späteren Zeitpunkt im Markt zurückgekauft. Die gekauften Wertpapiere werden an den Verleiher zurückgegeben und die Wertpapierleihegebühr [!] wird beglichen. Das 32 Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Collateral wird wieder freigegeben.“
Dedicaded Short Bias Strategie im Vergleich zum Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index, dem S&P 500 und dem Dow Jones World Index.
Abbildung 5: Performance Dedicated Short Bias Index
[Quelle: entnommen aus:
http://www.hedgeindex.com/hedgeindex/secure/de/indexperformance.aspx?indexname=HEDG_DEDSH&cy=USD]
2.4.2.3 Emerging Markets - aufstrebende Märkte
Charakteristik: Je nach Klassifizierungssystem werden Emerging Markets auch unter Global Macro geführt. Diese Strategie konzentriert sich aber ausschließlich auf Invest- 33 Dazugements von Aktien oder Schuldtitel in Schwellen- und Entwicklungsländern. hören zum Beispiel Staaten in den Regionen Lateinamerika, Osteuropa, Länder der früheren Sowjetunion, Afrika und manche Regionen Asiens. Daher ist sie extra zu be- 34 EinigeEmerging Markets Hedgefonds konzentrieren sich entweder auf einhandeln.
31 Siehe: Kauter C. (2006), S. 94.
32 Siehe: Kauter C. (2006), S. 94.
33 Die Weltbank definiert Staaten als Schwellenländer, deren Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt niedriger als
USD 7.620 ist.
34 Siehe: Fano-Leszczynski, U. (2005), S. 161.
Arbeit zitieren:
Mirek Miedzinski, 2009, Entwicklung des individuellen Tradingstils, München, GRIN Verlag GmbH
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