Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Markt Faktoren. 2
2.1 Ökonomische Rahmenbedingungen. 2
2.2 Mikroversicherungsmarkt in Entwicklungsländern 3
2.3 Hürden auf dem Mikroversicherungsmarkt 4
3 Organisationale Faktoren. 5
3.1 Anbieter von Versicherungsarrangements. 5
3.2 Organisationsmodelle 6
3.3 Politische Rahmenbedingungen 8
4 Soziokulturelle Faktoren 9
4.1 Infrastruktur. 9
4.2 Financial Literacy 9
4.3 Kulturelle Rahmenbedingungen. 10
5 Strategien und Lösungsansätze 11
5.1 Produktgestaltung und Produktionstechnologie. 11
5.2 Marketing, Vertrieb und Dienstleistungsgeschäft. 13
5.3 Aufklärungs- und Informationsarbeit 14
5.4 Staat und Aufsichtsorgane. 14
6 Fazit 15
Literaturverzeichnis : 17
Abkürzungsverzeichnis
MFI Mikrofinanzinstitutionen NRO Nichtregierungsorganisationen VU Versicherungsunternehmen VVAG Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
1 Einleitung
Spätestens seit Muhammad Yunus im Jahr 2006 den Nobelpreis für die Kreditvergabe an „arme Menschen“ erhielt, hat Mikrofinanzierung stark an Bedeutung gewonnen. 1 Im Vergleich zu Mikrokrediten oder Mikrosparprodukten entwickelte sich der Markt für Mikroversicherungen jedoch erst spät. Grundsätzlich unterscheidet sich eine Mikroversicherung nur wenig von einer klassischen Versicherung, abgesehen von der spezifischen Bestimmung der Zielgruppe. 2 In der Literatur wird Mikroversicherung als „the protection of low-income people against specific perils in exchange for regular premium payments proportionate to the likelihood and cost of the risk involved“ 3 definiert. Noch im letzten Jahrzehnt sträubten sich die Versicherungsunternehmen (VU) Menschen aus dem unteren Ende der Armutspyramide zu versichern. 4 Die geringen Prämieneinnahmen, relativ hohe Transaktionskosten, sowie die fehlende Infrastruktur in Entwicklungsländern schreckten vor einem Einstieg in den Mikroversicherungsmarkt ab. Heute sprechen die VU diesem Markt ein enormes Wachstumspotential zu. Die Entwicklung scheint wenig überraschend zu sein, denn laut einer Studie von „Lloyd´s und dem Microinsurance Center“ wächst die Mikroversicherungsbranche jährlich um 18%. 5 Potentielle Versicherungsnehmer sind genug vorhanden, da 5,5 Mrd. Menschen in Entwicklungsländern leben, in denen kaum Absicherungssysteme existieren. 6 80% der Menschen in Entwicklungsländern beziehen ihr Einkommen aus dem Informellen
Wirtschaftssektor, 7 aufgrund dessen verfügen Sie über keinerlei Absicherung. Die Tatsache das „arme Menschen“ größeren Risiken ausgesetzt sind und von wirtschaftlichen Schocks viel stärker getroffen werden, 8 zeigt dass gerade diese Menschen einen enormen Absicherungsbedarf haben. Trotzdem sind gerade einmal 3% der Bevölkerung in den 100 ärmsten Ländern der Welt versichert. 9 Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Anbieterseite im sich ausbreitenden Mikroversicherungsmarkt. In Kapitel 2 wird auf die Marktfaktoren eingegangen. Die
1 Vgl. Giesbert/Steiner 2010, S.1
2 Vgl. Giesbert/Voss 2009, S.2; Vgl. Kwon 2010, S.135 3 Churchill 2006, S.12
4 Vgl. Churchill 2007, S.403; Vgl. Giesbert/Steiner 2010, S.1 5 Siehe hierzu: Sinß 2010, S.574 6 Vgl. Mikroversicherung 2011 7 Vgl. Loewe 2004, S.93
8 Vgl. Churchill 2007, S.401; Vgl. Microinsurance 2006, S.4
2
ökonomischen Rahmenbedingungen des Marktes werden beschrieben, die Entwicklung von Mikroversicherungen in Entwicklungsländern wird näher gebracht und die Hürden für Anbieter werden aufgezeigt. In Kapitel 3 wird auf die organisationalen Faktoren eingegangen. Hier geht es darum einige Anbietertypen aufzuzeigen, mögliche Organisationsformen vorzustellen und die politischen Rahmenbedingungen darzulegen. Soziokulturelle Faktoren werden in Kapitel 4 erläutert. Der Schwerpunkt wird hier auf die vorhandene Infrastruktur, „financial literacy“ 10 und kulturelle Rahmenbedingungen gelegt. Anschließend werden im 5. Kapitel mögliche Strategien und Lösungsansätze vorgeschlagen, die Anbieterprobleme von Mikroversicherungen lösen können.
2 Markt Faktoren
2.1 Ökonomische Rahmenbedingungen
In Entwicklungsländern hat der größte Teil der Bevölkerung keinen Zugang zu staatlichen Absicherungssystemen. Diese Systeme sind noch dazu oft schwach entwickelt oder gar nicht vorhanden, weil Regierungen kein Geld oder kein Interesse haben in Absicherungssysteme zu investieren. 11 Zudem leben 80% der Menschen in Entwicklungsländern vom informellen Sektor. 12 Menschen aus dem informellen Sektor haben nur ein unregelmäßiges Einkommen, zahlen keine Steuern oder Sozialabgaben und haben deshalb auch keinen Anspruch auf staatliche Absicherung. Darüber hinaus befindet sich der privatwirtschaftliche Versicherungsmarkt für Mikroversicherungen noch in der Entwicklungsphase. Das bedeutet nicht selten wenig Wettbewerb und mangelnde Transparenz, was zum Nachteil der Kunden führt. 13 Als Zielgruppe für Mikroversicherungen werden Menschen betrachtet, denen am Tag mindestens 1,25 $ zur Verfügung stehen. 14 Menschen die weniger am Tag verdienen, haben Schwierigkeiten ihre Grundbedürfnisse zu stillen und können sich somit keine Versicherung leisten. Risiken werden meistens durch traditionelle Solidarität oder Maßnahmen des
9 Vgl. Beiträge 2009, S.4 f.; Vgl. Mikroversicherungen 2011; Vgl. Wissen 2006, S.16 10 Grundkenntnisse in Bezug auf den Finanzmarkt. Hier besonderer Fokus auf dem Versicherungsprinzip. Aspekte des allgemeinen Bildungsniveaus fließen hier auch mit ein. 11 Vgl. Loewe 2004, S.108 12 Vgl. Loewe 2004, S.93 13 Vgl. Beiträge 2009, S.11 14 Vgl. Kalra 2010, S.10
3
Konsumausgleichs bewältigt. Da diese Risikostrategien nur einen begrenzten und sehr kostenintensiven Schutz versprechen, ist das Bedürfnis groß, Versicherungen gegen Risiken abzuschließen. Zumal unversicherte Verluste große Verstärker von Armut sind.
2.2 Mikroversicherungsmarkt in Entwicklungsländern
Auch in Entwicklungsländern setzen Versicherungsvertreter für wenige Euro keinen Fuß aus einem modernen Versicherungsbüro in ein Armenviertel. 15 Die meisten VU gehen Kooperationen mit lokalen Organisationen und Institutionen ein, die schon vor Ort sind und täglichen Kontakt mit potentiellen Kunden haben. Heute sehen aber auch viele VU die Chance, alleine in den Markt einzutreten und Produkte mit innovativer Produktgestaltung und innovativer Vertriebsform anzubieten. Die eigentliche Entstehung der Mikroversicherung begann mit der Kopplung von Lebensversicherungen an Mikrokredite, die ebenso wie Mikrosparprodukte schon in Entwicklungsländern angeboten wurden. 16 Dabei kann man davon ausgehen, dass die Anbieter eher das Ziel verfolgten sich gegen Kreditausfälle abzusichern als dem Kunden zusätzlichen Schutz zu bieten. 17 In Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein Anstieg von Kreditverkäufen zu einer Steigerung des
Versicherungsangebots führt. 18 Man sollte jedoch beachten, dass das Anhängen von Versicherungen an Kredite auch zu negativen externen Kosten für Versicherte führen kann. 19 Darüber hinaus dienen solche Kreditlebensversicherungen noch als Erweiterung des Produktportfolios und zur Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen für Kreditlinien. Vorranging werden obligatorische Gruppenversicherungen angeboten.
Obwohl der Markt für Mikroversicherungen ein enormes Potential, aufgrund der Größe des Absatzmarktes und dem schnellen Wachstum der Branche aufweist, ist die Reichweite von Mikroversicherungen sehr gering. Der Markt ist völlig unterversorgt, obwohl ein Marktpotenzial von 4 Mrd. Kunden und 40 Mrd. $
15 Vgl. Jarke 2008, S.68
16 Vgl. Beiträge 2009, S.8 17 Vgl. Giesbert/Voss 2009, S.1 18 Vgl. Kwon 2010, S.152 19 Vgl. Kwon 2010, S.136
Arbeit zitieren:
Wojciech Juszczak, 2011, The supply of microinsurance: organisational, market and socio-cultural factors, München, GRIN Verlag GmbH
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