Gliederung:
I. Einleitung - Ziele der Arbeit 4
II. Jean-Luc Godard 5
1. Sein Leben 5
1.1 Sein Elternhaus 5
1.2 Pariser Zeit 5
1.3 Bruch mit frühen Werken 7
1.4 Godard heute 8
2. Sein Werk 8
III. Nouvelle Vague 10
1. Eine Definition 10
2. Die Entstehung der Nouvelle Vague 11
2.1 Von Amerika nach Europa 11
2.2 Die Nouvelle Vague in Frankreich 14
2.2.1 Das Jahr 1959 und das Filmfestival in Cannes 14
2.2.2 Rahmenfaktoren der Nouvelle Vague 15
2.2.2.1 Die Jugend 15
2.2.2.2 Die Politik 17
2.2.2.3 Die Filmförderung 18
3. Die „politique des auteurs“ 19
3.1 Eine Definition 19
3.2 Die Entstehung 20
3.3 Einmal auteur - immer auteur 21
3.4 Mit der Kamera „Ich“ sagen - Ziele der „politique des auteurs“ 22
3.4 Kritik an der „politique des auteurs“ - Bazins Ansichten 23
4. Die Methoden Godards 25
4.1 Ein radikaler Stil 25
4.2 PR-Kampagne als Wegbereiter für den Erfolg 28
5. Der Einfluss der Nouvelle Vague auf die Moderne 30
IV. Die Elemente der Nouvelle Vague in Godards „Vivre sa vie“ 33
1. Genre und Inhalt 33
2. Interpretation 36
2.1 Bilder 36
2.1.1 Bildaufbau 37
2.1.2 Bildqualität 39
2.1.3 Schrift im Bild 40
2.2 Kamerabewegungen 42
2.3 Musik 43
3. Montage 44
V. Jean-Luc Godard bereichert die Filmgeschichte 46
Literaturverzeichnis S. 48
Abbildungsverzeichnis 49
I. Einleitung - Ziele der Arbeit
„Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist die französische Nouvelle Vague einer der faszinierendsten Epochalstile des modernen Kinos. Jeder Interessierte weiß, worum es geht, aber nur wenige kennen die Details. Jeder kennt Truffaut und Godard, zumindest namentlich, wenige nur wissen etwas von der Bewegung und den Beteiligten insgesamt.“ 1
Das Ziel, besser gesagt, die Ziele dieser Arbeit liegen darin formuliert, sowohl den bereits wissenden Interessierten, als auch den Laien, die Nouvelle Vague und auch Jean-Luc Godard näher zu bringen.
Was versteht man unter dem Begriff der Nouvelle Vague? Worin ist die Besonderheit dieser Epoche des französischen Kinos begründet? Und inwiefern hat sich Jean-Luc Godard mit diesem Thema auseinandergesetzt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich folgende Facharbeit mit einem thematischen Schwerpunkt auf der Interpretation des Films „Vivre sa vie“ von Jean-Luc Godard. Nach einer Vorstellung des Lebens und des Werkes Jean-Luc Godards wird zunächst ein detaillierter Überblick über die Nouvelle Vague gegeben. Ausgehend von einem Versuch der Definition über die Entstehungsgeschichte bis hin zu wichtigsten Stilmitteln und den Einfluss der Nouvelle Vague auf die Moderne. Der Fokus dieser Arbeit liegt anschließend auf dem Nouvelle Vague-Film „Vivre sa vie“ von Jean-Luc Godard. Es wird versucht die Grundgedanken dieser Epoche im Film aufzuzeigen basierend auf den Kamerabewegungen, den Bildern und der Montage.
Ein abschließendes Fazit und eine persönliche Stellungnahme zur Person Jean-Luc Godard und dem vorgestellten Film rundet die Facharbeit ab.
1 Grob, 2006, S.7
II. Jean-Luc Godard
1.1 Sein Elternhaus
Jean-Luc Godard gilt als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten
Filmemacher und Vertreter der Nouvelle Vague. Geboren wurde er am 03.12.1930 in Paris als Sohn eines Arztes und einer Bankierstochter. Er wuchs in einem streng protestantischen Elternhaus in Nyon, Schweiz auf. Mehr ist über seine Kindheit nicht bekannt.
1.2 Pariser Zeit
Mit Rivette und Rohmer gründet er 1950 die Zeitschrift „Gazette du Cinéma“, eine kritische Filmzeitschrift die den Grundstein für sein Werk legt. Godard schrieb teils unter seinem wirklichen Namen als auch unter seinem „Pseudonym“ Hans Lucas, der deutschen Übersetzung seines Vornamens. Hauptaussage der „Gazette du
2 Jansen, 1979, S.209
Cinéma“ waren „[...]die harsche Klagen und provokativen Vorwürfe gegen das Konventionelle und das Allseits-Bekannte[...]“ 3 1950 hat Godard den ersten Kontakt mit dem Film als er Rivetteʼs Film „La quadrille“ finanziert. 1951 unternimmt Godard eine Studienreise in die USA und Südamerika währenddessen er sich verstärkt mit dem Kino Hollywoods auseinandersetzt.
Wieder in Frankreich publiziert er einige Artikel im „Cahiers du Cinéma“ einer Zeitschrift von Doniol-Valcroze, Lo Duca und Keigel. So schnell er damals mit dem Publizieren begonnen hatte, so rasch hörte er damit auch wieder auf, denn weitere Artikel publizierte er erst wieder im Jahr 1956. 1954 kehrt Godard in die Schweiz zurück. „Über die Gründe gibt es zwei Versionen: häufig ist die Rede vom Tod seiner Mutter die bei einem Autounfall ums Leben kam. Andere sprechen davon, das Godard dem Wehrdienst entgehen wollte.“ 4 Seit dieser Zeit besitzt er den schweizerischen Pass. Während dieser Zeit arbeitet Godard auf einer Großbaustelle in der Grande Dixance. Von seinem Lohn kauft er sich eine 35 mm-Kamera und produziert den Kurzfilm „Operatión Béton“ auf eigene Kosten, dem ein Jahr später „Une femme Coquette“ folgt.
1956 geht er wieder zurück nach Paris und nimmt seine Kritikerrolle bei den „Cahiers“ wieder auf, die bis 1959 dauert. Parallel dazu beginnt er seine aktive Filmarbeit als Produzent, unter anderem bei „La sonate à Kreuzer“ von Rohmer und bei bei „Le coup de berger“ von Rivette.
1959 hört Godard schließlich ganz mit dem Filmjournalismus auf und widmet sich seinem ersten Spielfilm „A bout de souffle“. Der Film macht ihn mit einem Schlag
3 Grob, 2006 ,S.8
4 Jansen, 1979, S.209
über Nacht berühmt. „Er markiert den Beginn einer für Godard äußert fruchtbaren Dekade: von 1959 bis 1968, also in neun Jahren, macht er 17 Filme. Sie sind zwar kommerziell gesehen eher erfolglos, machen ihn aber zu einem der bedeutendsten Regisseure des modernen Kinos“. 5 Auf die Filmographie wird im späteren Verlauf der Arbeit noch mal eingegangen.
Seit seinem Film „Masculin-Féminin“ (1965/66) offenbart sich in Godardʼs Film ein deutlicher Wandel. Ein größeres politisches und soziales Engagement, gepaart mit einer Suche nach Möglichkeiten einer neuen filmischen Form. Nach einer weiteren Reise in die USA, engagiert er sich bei der „Affäre Langlois“ für den Leiter der Cinémathèque, der entlassen
werden soll. Diese Aktion ist eng mit dem Beginn der „Maiereignisse“ verbunden im Zuge derer es zu einem Aufstand und Generalstreik der Studenten gegen die Regierung kommt.
1.3 Bruch mit frühen Werken
Nach dem Mai 1968 bricht Godard mit den herkömmlichen Produktionsformen und mit dem konventionellen Kinofilm völlig. Ausschlaggebend dafür ist sein Wunsch „politische Filme und Filme politisch“ 6 zu machen. In dieser Zeit dreht er mit Jean-Pierre Gorin bis 1972 insgesamt 12 Filme die von den auftraggebenden Filmanstalten entweder nur verstümmelt oder gar nicht mehr gesendet werden. „Die Filme dieser Zeit summieren sich zur traurigen Chronik der Periode Godards, die mit dem Stichwort von den unsichtbaren Filmen charakterisiert worden sind.“ 7
5 Jansen, 1979, S.210
6 Jansen, 1979, S.211
7 Jansen, 1979, S.211
1.4 1972-heute
Die dritte Periode Godards ist geprägt von der Arbeit mit Video. Nachdem Godard schwer erkrankt lässt er sich in Grenoble nieder und entdeckt mit dem Video eine Technik für sich, mit der er schon 1969 kurz experimentiert hatte. Er gründet mit Anna-Marie Miéville die Firma Sonimage und liefert mit „Numéro Deux“ den ersten Videofilm, der auf Filmmaterial umkopiert wird und in die Kinos kommt. Godard begibt sich in dieser Zeit auf eine Reise nach Mexiko, wo die staatliche Fernsehgesellschaft seinen Film „Comment ca va“ coproduziert. Für das französische Fernsehen entsteht 1976 die zwölfteilige Dokumentation „6 fois 2“ und wird im selben Jahr auch erstmals wieder ungekürzt ausgestrahlt. Schlagzeilen macht seine Entscheidung einer Einladung des Hamburger Senats als Stipendiat nach Hamburg zu kommen nicht zu folgen. Auch eine Zusammenarbeit mit dem NDR schlägt er aus.
1978 zieht Godard in die Schweiz. Danach beschäftigt sich Godard unter anderem mit der Selbstreflexion seines Werkes, der Film „Nouvelle Vague“ von 1989 thematisiert die gleichnamige filmische Strömung. Auch die Wiedervereinigung Deutschlands macht er in seinem Film „Allemagne neuf zéro“ zum Thema. Zurzeit lebt Godard in Rolle.
2. Sein Werk
Aufgrund der Fülle an Filmen und Videos die Godard bis zum heutigen Datum geschaffen hat, wird im Folgenden nur eine Auswahl seiner Werke als Regisseur aufgelistet.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Luc_Godard) ▪ 1954: Opération Beton
▪ 1957: Alle Jungen heißen Patrick (Tous les garçons s'appellent Patrick, Kurzfilm)
▪ 1958: Charlotte und ihr Kerl (Charlotte et son Jules, Kurzfilm)
▪ 1958: Eine Geschichte des Wassers (Une histoire d'eau) ▪ 1960: Außer Atem (À bout de souffle) ▪ 1960: Der kleine Soldat (Le petit soldat) ▪ 1961: Eine Frau ist eine Frau (Une femme est une femme) ▪ 1962: Die Geschichte der Nana S. (Vivre sa Vie) ▪ 1962: Die sieben Todsünden (Les sept péchés capitaux) Episodenfilm aus sieben Kurzfilmen ▪ 1962: Die Karabinieri (Les Carabiniers) ▪ 1963: Die Verachtung (Le Mépris) ▪ 1964: Die Außenseiterbande (Bande à part) ▪ 1964: Eine verheiratete Frau (Une femme mariée) ▪ 1965: Lemmy Caution gegen Alpha 60 (Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution) ▪ 1965: Elf Uhr nachts (Pierrot le fou)
▪ 1965: Masculin - Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola (Masculin - féminin: 15 faits précis) ▪ 1966: Made in U.S.A.
▪ 1966: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß (2 ou 3 choses que je sais d'elle)
▪ 1967: Das älteste Gewerbe der Welt (Le plus vieux métier du monde) ▪ 1967: Die Chinesin (La Chinoise) ▪ 1967: Weekend ▪ 1968: Liebe und Zorn (Amore e rabbia) ▪ 1968: Eins plus Eins (One plus One / Sympathy for the Devil) ▪ 1969: Ostwind (Le vent de l'est) ▪ 1972: Alles in Butter (Tout va bien) ▪ 1972: Letter to Jane ▪ 1975: Numéro 2
▪ 1980: Rette sich, wer kann (… das Leben) (Sauve qui peut (la vie)) ▪ 1982: Passion ▪ 1983: Vorname Carmen (Prénom Carmen) ▪ 1984: Maria und Joseph
▪ 1985: Detective ▪ 1986/87: Aria (Episodenfilm) ▪ 1987: King Lear
▪ 1987: Schütze deine Rechte (Soigne ta droite) ▪ 1988: Kraft des Wortes (Puissance de la parole) ▪ 1990: Nouvelle Vague
▪ 1991: Deutschland Neu(n) Null (Allemagne 90 Neuf Zéro) ▪ 1993: Weh mir (Hélas pour moi) ▪ 1995: Godard über Godard (Godard par Godard) ▪ 1996: Forever Mozart
▪ 1998: Geschichte(n) des Kinos (Histoire(s) du cinéma) ▪ 2001: Eloge de l'amour
▪ 2002: Dans le noir du temps (Episode des Films Ten Minutes Older : The Cello) ▪ 2004: Notre musique ▪ 2010: Filme Socialisme
III. Nouvelle Vague
1. Eine Definition
Laut J. Monacos „Film verstehen“ ist die Nouvelle Vague eine Strömung in der Filmgeschichte, die sich durch eine Revolution in der Kameratechnik sowohl als auch in der Tontechnik und vor allem drei Personen zusammensetzt: Claude Chabrol, Francois Truffaut und Jean-Luc Godard. (vgl. Monaco, 2000, S. 356) Cinéphile, Filmtheoretiker und Regisseure begrenzen die Nouvelle Vague (zu dt. Neue Welle) oftmals auf eine Revolution der Technik. Ergo eine neue Generation von Maschinen die eine neue Generation des Films ermöglichten. Doch die
Arbeit zitieren:
Felix Hummel, 2010, Jean-Luc Godard - Sein Leben. Sein Werk. Und sein Einfluss auf die Nouvelle Vague., München, GRIN Verlag GmbH
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