Inhalt
Seite
1 Einleitung 3
1 3
2 Komponenten erlernter Hilflosigkeit 3
2 3
3 Erlernen und Heilung von Hilflosigkeit 4
3 4
4 Immunisierung gegen erlernte Hilflosigkeit 7
4 7
5 Generalisierung erlernter Hilflosigkeit. 9
5 9
6 Physiologische Konsequenzen erlernter Hilflosigkeit. 10
6 10
7 Erlernte Hilflosigkeit und Depression. 12
7 12
8 Depression durch Attribution. 14
8 14
9 Fazit 16
9 16
10 Literatur 17
10 17
2
2
Einleitung
Seligman definierte 1967 erlernte Hilflosigkeit als Minderung der Fähigkeit, eine Vermeidungsreaktion zu erlernen, die auftritt, nachdem ein Individuum unvermeidbaren
aversiven Reizen ausgesetzt wurde (Mazur, 2006). So stellten Menschen und Tiere durch die Erfahrung von Hilf-‐ oder Machtlosigkeit für sie als unangenehm erlebte Zustände nicht mehr ab, obwohl sie dies -‐ objektiv betrachtet -‐ könnten.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Theorie ist, dass die aversiven Reize für das Individuum, zumindest subjektiv gesehen, unkontrollierbar sein müssen, damit erlernte Hilflosigkeit entsteht. Als unkontrollierbar gelten Konsequenzen, wenn diese unabhängig von allen willentlichen Reaktionen eines Individuums eintreten.
Die Erfahrung unkontrollierter Konsequenz wirkt sich hauptsächlich auf die Motivation aus. Infolge von traumatischen Bedingungen werden Menschen und Tiere passiv und sind nicht mehr in der Lage zu handeln. Oft sind diese Bedingungen von außen gesehen sehr wohl kontrollierbar, allerdings haben viele Hilflose eine verzerrte Wahrnehmung über die ihnen mögliche eigene Kontrolle. Für sie ist es schwer den Einfluss der eignen Reaktion auf eine Situation zu erfassen und zu lernen.
Der folgende Text beschäftigt sich mit dem Phänomen der erlernten Hilflosigkeit und ihren Komponenten. Des Weiteren wird sich mit der Heilung, der Immunisierung und der Generalisierung von Hilflosigkeit beschäftigt. Diese Theorien werden anhand von Experimenten verdeutlicht. Es werden verschiedene Ursachentheorien erläutert und ein Ausblick auf die erlernte Hilflosigkeit in Bezug auf Depressionen gegeben.
Komponenten erlernter Hilflosigkeit
Maier und Seligmann postulierten 1976 drei Komponenten erlernter Hilflosigkeit: die motivationale, die kognitive und die emotionale Komponente (zit. nach Mazur, 2006). Die motivationale Komponente bestimmt die Motivation mit welcher ein Individuum versucht, die Ereignisse in seinem Umfeld zu kontrollieren. Bei der erlernten Hilflosigkeit verliert das 3
Individuum die Motivation, die Kontrolle über Ereignisse in seiner Umgebung zu gewinnen. Die kognitive Komponente bezieht sich auf eine verminderte Fähigkeit, aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Dabei haben Studien gezeigt, dass Individuen, die an erlernter Hilflosigkeit leiden, auch langsamer lernen, wenn sie gleich viele Erfolgserlebnisse haben wie andere aus ihren Kontrollgruppen (Jackson, Alexander & Maier, 1980, zit. nach Mazur, 2006). Die emotionale Komponente umfasst negative affektive Reaktionen, welche langen Phasen schwerer Depression gleichen (Seligmann, 1975, zit. nach Mazur, 2006). Aus der Konsequenz der Erfahrung unvermeidbar aversiven Ereignissen ausgesetzt zu sein, zeigen sich auch bei verschiedenen Tierversuchen negative Auswirkungen. So bekamen Ratten Geschwüre, Katzen fraßen weniger und Affen wurden krank. Auch beim Menschen konnte vorrübergehend ein höherer Blutdruck festgestellt werden (Maier & Seligmann, 1976, zit. nach Mazur, 2006).
Im Folgenden wird sich nun mit den mit den grundlegenden Vorgängen der erlernten Hilflosigkeit beschäftigt, welche anhand von Studien verdeutlicht werden.
Erlernen und Heilung von Hilflosigkeit
Die ersten Versuche, bei denen der Mechanismus von erlernter Hilflosigkeit entdeckt wurde, führte Seligman 1979 mit Hunden durch. Zu Beginn seiner berühmten Hunde-‐Experimente verfolgte er lediglich das Ziel, den Zusammenhang von Angstkonditionierung und instrumentellem Lernen zu untersuchen. Hierfür fixierte er Hunde in einem Pawlowschen Geschirr und verabreichte der Hälfte der Tiere unkontrollierbare Elektroschocks, die durch einen vorherigen Ton angekündigt wurden. Ziel dieser Versuche war, bei den Tieren eine starke Assoziation zwischen dem Ton und den Schocks auszulösen. Dies sollte zu Vermeidungsverhalten bei erklingen des Tones führen. Die andere Hälfte der Hunde wurde in das Geschirr gespannt, jedoch fand keine weitere Behandlung statt. Diese Gruppe stellte die naive Kontrollgruppe dar (Seligman & Petermann, 1999).
In der nächsten Phase des Experimentes (ca. 24 Stunden später) wurden alle Tiere in eine Shuttle-‐Box gebracht. Eine Shuttle-‐Box ist ein Versuchskäfig mit zwei durch einen Barriere getrennten Abteilungen, deren Boden elektrisch geladen werden kann. In der Box kündigt
4
ein Ton einen folgenden Elektroschock an. Diesem Schock kann durch Überspringen der Bande entflohen werden, oder er kann ganz vermieden werden, indem der Hund bei Erklingen des Tones auf die andere Käfigseite springt. Bei diesem Vorgang findet Vermeidungslernen statt, welches durch operantes Konditionieren entsteht (Skinner, zit. nach Mazur, 2006). Beim operanten Konditionieren wird durch Verstärkung die Wahrscheinlichkeit der gezeigten Reaktion erhöht, durch Bestrafung hingegen deren Auftrittswahrscheinlichkeit gesenkt. Skinner definiert in seinem Modell eine positive und eine negative Kontingenz. Bei der positiven Kontingenz tritt ein Reiz nach der Reaktion auf, bei der negativen verschwindet er. Des Weiteren unterscheidet er zwischen appetitiven und aversiven Reizen. Vermeidungslernen findet statt, wenn ein aversiver Reiz mit negativer Kontingenz gepaart ist.
Den Hunden der naiven Kontrollgruppe gelang es sehr schnell, durch zufälliges Verhalten den Mechanismus zu entdecken, um dem Schock zu entfliehen. Nach mehrfachen Durchläufen schafften es die meisten, die Stromstöße ganz zu vermeiden, indem sie schon bei Erklingen des Tones über die Barriere sprangen. Seligman nahm nun an, dass die Hunde, die er zuvor auf den Ton konditioniert hatte, dieses Vermeidungsverhalten schneller erlenen sollten, da der Ton für diese Tiere einen aversiven Reiz darstellte. Jedoch konnte genau das Gegenteil beobachtet werden. Die Hunde aus der konditionierten Gruppe verhielten sich völlig hilflos, gaben schnell jegliche Bemühungen auf und legten sich winselnd auf den Boden. Selbst wenn es den Tieren zufällig gelang, die Schocks zu umgehen, stellte sich kein Lernvorgang ein und sie verfielen im nächsten Durchgang wieder in passives Verhalten. Aus den Ergebnissen formulierte Seligman die These der erlernten Hilflosigkeit. Er nahm an, dass die Hunde im Pawlowschen Geschirr nicht auf die Töne konditioniert wurden. Sie hatten dagegen gelernt, dass ihr Verhalten keinen Einfluss auf die Elektroschocks hat. Um dieses Phänomen genauer zu erforschen, stellte er zusammen mit Maier (1967) einen neuen Versuchsplan auf. Diesmal wurden die Hunde auf drei verschiedene Gruppen verteilt: eine Fluchtgruppe (escape group), eine einflusslose Gruppe (yoked group) und eine naive Kontrollgruppe (naive control). In der ersten Phase des Experiments wurden alle Hunde wieder im Pawlowschen Geschirr fixiert. Zusätzlich befanden sich dort aber Hebel, welche die Tiere mit ihrer Schnauze drücken konnten. Die Flucht-‐ und die Einflusslosegruppe bekamen Elektroschocks verabreicht. Die Tiere in der Fluchtgruppe konnten die elektrischen 5
Arbeit zitieren:
Christine Glatz, 2010, Erlernte Hilflosigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Allgemeine Psychologie: Erlernte Hilflosigkeit ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Allgemeine Psychologie: neuer Titel erschienen: Erlernte Hilflosigkeit
Christine Glatz hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare