Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das US-Imperium 4
2.1 Der Aufstieg des US-Imperialismus 4
2.2 Der neue Imperialismus 6
3. Apologie des US-Imperialismus 7
3.1 Geschichte als Vorbild 8
3.2 Auftrag: Weltpolizei 10
3.3 Garant des Freihandels 11
3.4 Probleme und Herausforderungen: neorealistische Kritik 13
4. Fazit und Ausblick 14
5. Literatur- und Quellenverzeichnis 15
5.1 Literatur und Quellen 15
5.2 Internet 16
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1. Einleitung
Auf den ersten Blick mag die aufgeworfene These paradox anmuten. Galt doch als sicher, dass Imperien der Vergangenheit angehörten. Das römische wie auch das britische Weltreich muten eher als historische Reliquien an, als dass sie als Vorbildmodelle für eine moderne Weltordnung herhalten könnten. Zudem endete mit dem Ersten Weltkrieg die Zeit rivalisierender Imperien auf katastrophale Art und Weise. Absurder erscheint der Gedanke vielleicht noch, wenn man bedenkt, dass die Unabhängigkeitserklärung der USA quasi einen, gegen das Mutterland Großbritannien gerichteten, antiimperialen Akt darstellt. Warum sollten gerade die USA gewillt sein, eine Politik unter der Flagge des Imperialismus zu fahren? Sicher veranstalteten auch die USA gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre imperialistischen Geplänkel, jedoch wurden diese nach kürzerer oder längerer Dauer zumeist erfolglos eingestellt.
Aber kann man die unzweifelhaft vorhandene Dominanz der USA im 21. Jahrhundert überhaupt mit den genannten Formen des Imperialismus vergleichen oder empfiehlt es sich in diesem Zusammenhang nicht vielmehr von einem neuen Imperialismus zu sprechen? Einer, der nicht nur essenziell neue Charakteristika aufweist, sondern zudem zur Stabilisierung der Weltordnung beiträgt? Nach einem historischen Abriss über den Aufstieg des US-Imperiums (2.1) möchte ich eben jene Fragen klären (2.2). Anschließend bleibe ich auf einer historischen Ebene und werde an einigen Beispielen die stabilisierende Wirkung imperialen Auftretens der USA in der Vergangenheit hervorheben (3.1). Daraus möchte ich entwickeln, dass die USA als stärkste Kraft im internationalen System zur Stabilisierung der demokratisch-liberalen Ordnung die Rolle einer Weltpolizei übernehmen müssen (3.2). Gerade und vor allem aus ökonomischen Gründen. Märkte und Anlagen benötigen Sicherheit, um wachsen und prosperieren zu können (3.3). In besonderer Weise in Zeiten des internationalen Terrorismus, der diese Sicherheit strategisch gefährdet. An dieser Stelle zeigen sich schon Probleme und Herausforderungen, denen sich das USamerikanisch geführte Imperium stellen muss, um zu funktionieren. Neben diesen externen Problemen gibt es aber auch von theorieinterner Seite einige erwähnenswerte Kritikpunkte (3.4).
Die von mir aufgeworfene These ist nicht völlig neu. Vor allem um die Jahrtausendwende herum bis in die Zeit des Irakkriegs 2003 wurde sie heiß diskutiert. Dabei waren es in erster Linie die Strategen der neokonservativen Denkfabrik „Project for a New American Century“, die einen neuen US-Imperialismus offen forderten. Deren Strategiepapier habe ich ebenso für
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meine Arbeit verwendet wie einen Beitrag von Michael Ignatieff im New York Times Magazin aus dem Jahr 2003, der zwar auch ein amerikanisches Imperium befürwortet, aber ein abgeschwächtes. Aus deutscher Sicht ist in dieser Debatte insbesondere Herfried Münkler zu nennen. Auch er macht in seinen Ausführungen die stabilisierende Wirkung von Imperien deutlich. Zentral für meine Ausführungen wird allerdings der Sammelband von Ulrich Speck und Natan Sznaider sein, in dem sich Autoren verschiedener politischer Couleur vor dem Hintergrund der Entwicklungen nach dem 11. September 2001 und dem Irakkrieg 2003 mit Fragen zur Position der USA im internationalen System beschäftigen. Dabei kreisen ihre Ausführungen um die Art und Beschaffenheit des US-Empires und seine globalen Auswirkungen.
2. Das US-Imperium
Dass die Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die einzig verbliebene Supermacht darstellen und diese Positionen vor allem aufgrund ihrer ökonomischen und militärischen Dominanz halten konnten, steht außer Frage. Wie die USA letztlich dorthin gelangt sind, möchte ich im folgenden Abschnitt kurz nachzeichnen Ob es sich bei dem, was die USA darstellen, definitorisch um ein klassisches Imperium handelt, sei dahin gestellt. Bezogen auf meine These ist es sinnvoller, im Sinne des Vorgehens der USA von einem neuen Imperialismus zu sprechen. Was darunter genau zu verstehen ist, möchte ich in Punkt 2.2 zeigen.
2.1 Der Aufstieg des US-Imperialismus
Beginnen werde ich meine Ausführungen zeitlich zwischen den beiden Weltkriegen. Während dieser Epoche kam es zu einer Vielzahl von begrenzten Konflikten auf dem europäischen Kontinent, da ehemals große Reiche, wie beispielsweise Österreich-Ungarn zusammenbrachen und einige Völker, auf Grundlage des in Versailles festgeschriebenen Selbstbestimmungsrechts, ihre Autonomie erkämpfen wollten. Der junge Völkerbund schaffte
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es in dieser Situation nicht, das entstandene Machtvakuum auszufüllen und einen Ausgleich zwischen den rivalisierenden Parteien zu schaffen. 1
Die Vereinigten Staaten agierten in jenem Zeitraum isolationistisch. Sie waren nicht bereit, den Völkerbund zu unterstützen, und die Rolle als politische und ökonomische Garantiemacht in Mittel- und Osteuropa zu spielen, um so dieses „Pulverfass“ zu ordnen und zu stabilisieren. 2
Diese Aufgabe übernahmen sie dann allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem sie als einziger teilnehmender Staat gestärkt herausgingen, da sie relativ wenige Opfer und keine Schäden im eigenen Land zu beklagen hatten. Sie etablierten im Europa der Nachkriegszeit demokratische Ordnungen auf der einen Seite sowie kapitalistische Marktordnungen auf der anderen Seite. Gleichzeitig fungierten sie als Motor der wirtschaftlichen Integration und manifestierten auf diese Weise in Europa wie auch in Südostasien ihre Vormachtsstellung. 3 Dieses Konzept des „Pax Americana“ wurde im weiteren Zeitverlauf durch ein System von Institutionen gesichert. Dabei diente die Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank der Verfestigung und der Steuerung des Bretton-Woods-Abkommens bzw. die Welthandelsorganisation der Durchsetzung des US-amerikanischen Interesses an freien Märkten. Wohingegen die NATO den militärischen Einfluss der USA garantierte. Zudem offenbarte sich die amerikanische Überlegenheit im Besitz eines umfangreichen Atomwaffenarsenals, das während des Kalten Krieges als „Schirm des Schutzes“ für Europa propagiert wurde. 4
Die Imperien des alten Kontinents gingen derweil mehr oder weniger unblutig zu Grunde. Jedoch entstand in der dritten Welt ein ähnliches Machtvakuum wie in Süd-Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg. Auch dort fehlte eine ordnende Macht, die für Stabilität sorgt. Diese Konstellation wurde allerdings aufgrund Kalten Krieges nicht sichtbar. Denn sowohl die USA als auch die Sowjetunion wirkten als Blockmächte stabilisierend, indem sie mittels Militär-und Wirtschaftshilfen Einfluss auf die inneren Angelegenheiten dieser Staaten nahmen. Die innere Instabilität der alten Kolonien wurde so erst nach Ende des Kalten Krieges vollends sichtbar, als beide Seiten das Interesse an ihnen verloren hatten. Genau zu diesem Zeitpunkt, also nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, traten die USA als einzig verbliebene Supermacht ganz offen auch als imperiale Macht zu tage. Die bipolare
1 Vgl. Münkler, Herfried: Die Logik der Weltherrschaft. Vom alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten, Bonn,
S. 217ff.
2 Vgl. Ebenda, S. 220.
3 Vgl. Bacevich, Andrew J.: Neues Rom, Neues Jerusalem. In: Ulirch Speck / Naithan Sznaider (HG.): Empire
Amerika. Perspektiven einer neuen Weltordnung, München 2003, S. 72.
4 Deppe, Frank u.a.: Der neue Imperialismus. Heilbronn 2004, S. 44.
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Arbeit zitieren:
Yannick Lowin, 2010, Die Notwendigkeit eines US-Imperialismus zur Stabilisierung der Weltordnung, München, GRIN Verlag GmbH
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