Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Hauptteil
2.1. Die Thematik des Lesebuchs für Städtebewohner 3
2.2. Im Kontext zu Rundfunk 4
2.3. Im Kontext zu Film 5-6
2.4. Im Kontext zum Roman der 20er Jahre 6-8
2.5. Dialogismus oder Dialektik? 8-11
3. Schluss 11
4. Literatur- und Quellenverzeichnis 12
1
1. Einleitung
„Einmaliges Abspielen der Platte genügt nicht.“ 1 - eine Erkenntnis, die Bertolt Brecht in seinem „Lesebuch für Städtebewohner“ umsetzt. Dieses Zitat sagt aus, dass es nicht ausreicht, eine „Platte“ nur ein einziges Mal anzuhören. Denn durch einmaliges Hören beziehungsweise Lesen besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Text und dessen Inhalt nicht richtig verinnerlicht werden können, nicht richtig verstanden und eventuell falsch interpretiert werden können. Dem wollte Brecht 1926/1927 zur Berliner Zeit in seinem Lesebuch entgegenwirken. Bei diesem Lesebuch handelt es sich um ein Lehrbuch für die Bewohner einer Stadt. Brecht beschreibt darin, wie man sich als Stadtbewohner zu verhalten hat - er gibt genaue Handlungsanweisungen. 2 Beispielsweise fordert er in seinem ersten Gedicht die Städtebewohner auf, ihre Spuren zu verwischen. Jetzt stellt sich die Frage, wie sich Brechts Erkenntnis in diesem Lehr- und Lesebuch äußert. Bestehen Kontexte zu Rundfunk, Film und Roman der 20er Jahre? Können diese Medien das Textverständnis beeinflussen beziehungsweise verändern? Bei meinen Auslegungen werde ich mich hauptsächlich auf zwei Aufsätze beziehen: „Wenn ich mit Dir rede kalt und allgemein“ 3 von Hans Vilmar Geppert und „Wie die Wirklichkeit selber“ 4 von Jürgen Jacobs beziehen. Im Folgenden werde ich mich zuerst mit der Thematik des Lesebuchs befassen und mich vorwiegend auf das erste Gedicht aus dem Lesebuch stützen. Daraufhin werde ich auf die verschiedenen Kontexte eingehen und im letzten Abschnitt („2.5. Dialogismus oder Dialektik?“ siehe Seite 8 bis Seite 11) werde ich klären, wie das Lesebuch für Städtebewohner zu lesen ist.
1 Lee, Seung Jin: „Einmaliges Abspielen der Platte genügt nicht.“. Ein medienästhetisches Experiment in der Lyrik. In: Interpretationen. Gedichte von Bertolt Brecht. Hrsg. von Jan Knopf. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993. S. 43
2 Vgl. ebd.
3 Geppert, Hans Vilmar: „Wenn ich mit Dir rede kalt und allgemein“?. Bert Brechts Lesebuch für Städtebewohner im Kontext von Rundfunk, Film und Roman der 20er Jahre. In: Brechts Lyrik - neue Deutungen. Hrsg. von Helmut Koopmann. Würzburg: Königshausen und Neumann GmbH 1999. S. 49 - 73.
4 Jacobs, Jürgen: Wie die Wirklichkeit selber. Zu Brechts Lesebuch für Städtebewohner. In: Brecht‐Jahrbuch. Hrsg. von Brecht, Bertolt, John Fuegi und Reinhold Grimm. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag KG 1974. S. 77‐ 91. 2
2. Hauptteil
2.1. Die Thematik des Lesebuchs für Städtebewohner
Die Texte des Lesebuchs für Städtebewohner werden von dem aufstöbernden, provozierenden Thema „der ins Gigantische wachsenden Metropolen und ihres neuen, unpersönlichen, brutalisierten Lebensstils beherrscht (...)“ 5 . Jacobs schildert die Darstellung der immer größer werdenden Städte als sehr anonym und geschichtslos. 6 Dies bedeutet, dass die Existenz der Großstadt jegliche nähere Erläuterung der Herkunft und des Bildungsverlaufs eines Einzelnen nicht duldet. Die auffordernde, kalte, trockene und unpersönliche Sprech- beziehungsweise Schreibweise Brechts verdeutlicht eben diese Anonymität einer Großstadt in jedem seiner Gedichte des Lesebuchs. Auffällig sind die vielen Handlungsanweisungen, die sehr streng und auffordernd im Imperativ verfasst wurden. „Verwisch die Spuren!“ 7 ist eine davon. Diese wiederholt sich im ersten Gedicht aus dem Lesebuch für Städtebewohner bereits fünf Mal. Dabei ist der Wortlaut der Handlungsanweisung „Verwisch die Spuren!“ in jeder Strophe stets identisch und sie ist immer der letzte Vers. Zudem wirkt sie von Mal zu Mal eindringlicher. Brecht scheint der Auffassung zu sein, dass es nicht ausreichend ist, eine Forderung nur ein Mal zu stellen. Denn: „Einmaliges Abspielen der Platte genügt nicht.“ 8 Diese Auffassung wird durch viele Iterationen (Wiederholungen von Wörtern und Wortgruppen) in seinem Lesebuch für Städtebewohner verdeutlicht. Ferner vermerkt Brecht 1930 über sein Lesebuch, dass die darin vorkommenden Texte „für Schallplatten gedacht“ 9 wären. Warum gerade Schallplatten? Etwa, weil man sie sich immer und immer wieder anhören kann, den Inhalt der Schallplatte andauernd abspielen kann, wiederholen kann, so oft man willgenauso wie Brecht seine Handlungsanweisungen in den Gedichten immer und immer wiederholt? Was kann der Kontext zu unserem Verständnis von Brechts Texten beitragen? Sind im Lesebuch Zusammenhänge zum Hörfunk der 20er Jahre zu finden?
5 Jacob, Jürgens (1974): S. 81
6 Ebd.: S. 84
7 Aus dem Lesebuch für Städtebewohner I oder siehe Lee, Seung Jin (1993)
8 Lee, Seung Jin (1993): S. 43
9 Jacob, Jürgens (1974): S. 81 3
Arbeit zitieren:
Antonia Zentgraf, 2010, „Einmaliges Abspielen der Platte genügt nicht“ , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft: „Einmaliges Abspielen der Platte genügt nicht“ ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft: neuer Titel erschienen: „Einmaliges Abspielen der Platte genügt nicht“
Antonia Zentgraf hat einen neuen Text hochgeladen
Erzahlungen (Von) Franz Kafka, Bertolt Brecht (Und) Heinrich Boll: Kaf...
Franz Kafka, Charles W. Hoffman, Richard Plant
Verwisch Die Spuren!. Bertolt Brecht's Work and Legacy: A Reassessment...
Robert Gillett, Godela Weiss-Sussex
0 Kommentare