Chancen und Risiken einer auf Großprojekte gestützten Strategie der Stadtentwicklung
Humboldt -Universität zu Berlin, Geographisches Institut, SoSe 2010
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
1 Projektorientierung in der Stadtentwicklungspolitik 4
2 Chancen einer auf Großprojekte gestützten Planungsstrategie 6
2.1 Außenwirkung 7
2.2 Mobilisierungswirkung 8
2.3 Innenwirkung 9
3 Risiken einer auf Großprojekte gestützten Planungsstrategie 10
3.1 Legitimation und Partizipation 11
3.2 Polarisierung und Interessenkonflikte 12
3.3 Haushalt und weitere Vorhaben 13
3.4 Zukunftsprognostik 14
4 Fazit 15
Literaturverzeichnis 17
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Chancen und Risiken einer auf Großprojekte gestützten Strategie der Stadtentwicklung
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Übersicht Chancen, eigene Darstellung .............................................................. 6
Abbildung 2: Übersicht Risiken, eigene Darstellung .............................................................. 10
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Chancen und Risiken einer auf Großprojekte gestützten Strategie der Stadtentwicklung
1 Projektorientierung in der Stadtentwicklungspolitik
Städtebauliche Großvorhaben sind zu einem beliebten Instrument der jüngeren Stadtpolitik geworden. Hierzu zählen bauliche Großprojekte aber auch die Veranstaltung von Großereignissen, die zu temporären oder oftmals auch dauerhaften Änderungen im Stadtgefüge führen. Mag seit jeher ein Zusammenhang zwischen Großereignissen und Stadtentwicklung bestehen, hat sich dieser jedoch angesichts des Strukturwandels von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend vertieft. So wird Festivalisierung als systematisches Instrument der Stadtpolitik eingesetzt, und umgekehrt betrachtet werden in der Großereignisplanung immer systematischer Strategien der Stadtentwicklung durchgesetzt (ALTROCK 2007, S. 719). Eine klare Definition von Großprojekten ist dabei nicht immer ohne weiteres möglich, es gibt jedoch einige Faktoren, die ein Projekt in aller Regel aufweist, die eine Zuordnung zur Gruppe der Großprojekte zulassen. Neben einer langen Vorlaufzeit und Umsetzungsdauer ist es auch die hohe Summe eingesetzter Investitionsmittel, die Inanspruchnahme einer großen Fläche, eine stadt-, regional oder infrastrukturpolitische Funktion, die es zu erfüllen gilt und eine zumeist hohe Anzahl an betroffenen Bürgerinnern und Bürgern, bzw. generell eine hohe Zahl an involvierten Akteuren (HUNING & PETERS 2003, S. 5). Bei Großereignissen sind neben der Raumwirksamkeit und Tragweite vor allem die Faktoren der absoluten und relativen Größe sowie der stadtpolitische Mobilisierungsgrad des Ereignisses von Bedeutung (ALTROCK 2007, S. 720).
Bei der Planung von derartigen Projekten und Ereignissen werden dabei oft umfangreiche Potenziale für neue Nutzungen erkannt und nach Möglichkeit im weiteren Verlauf in den Großprojekten und Großereignissen umgesetzt. Hierbei spielen nicht nur innerstädtische Brach- und Umstrukturierungsflächen wie alte Industrie-, Hafen- oder Konversionsflächen eine Rolle, sondern auch in zunehmendem Maße Neuentwicklungen auf der grünen Wiese. Aber auch die Verlagerung bisheriger Nutzungen bietet Möglichkeiten für, im stadtentwicklungspolitischen Prozess und Wandel des Stadtbildes, höchst interessante Nachnutzungen. Da die meisten Großvorhaben erheblichen Einfluss auf die Ökonomie, Ökologie, Stadtstruktur, das Sozialleben und im weiteren Sinn zumeist auch auf die Region haben, sind diese von herausragender Bedeutung für die Stadtentwicklung (HEINEBERG 2006, S. 248ff).
Grundsätzlich ist zunächst festzuhalten, dass es zwei grundlegend verschiedene Dimensionen der Projektorientierung in der Planung gibt. So kann sich Planung durch Großprojekte vollziehen, wobei diese Mittel zum Zweck und in eine umfassendere Planungsstrategie eingebettet sind. Beispiele hierfür können der Bau eines Urban Entertainment Centers als integrativer Bestandteil zur Innenstadt-Revitalisierung sein oder die Ansiedelung eines Technologieparks zur Bildung eines neuen Images für einen Stadtteil. Ungenutzte Flächen können so revitalisiert und dem Nutzungsgefüge der Stadt wieder zugeführt werden (HUNING & PETERS 2003, S. 7). Planung kann aber auch durch Großprojekte überhaupt erst in Gang gesetzt oder von diesen unterstützt werden, wie es beispielsweise bei bevorstehenden Weltausstellungen häufig der Fall ist. Die Planung von Veranstaltungsorten, Unterkünften und Infrastruktur hierfür ergibt sich, zumindest bei erstmaligem Stattfinden der Veranstaltung, erst im Laufe der Umsetzung der
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Chancen und Risiken einer auf Großprojekte gestützten Strategie der Stadtentwicklung
Vorbereitungsmaßnahmen für die Weltausstellung. Ebenso verhält es sich mit der weitergehenden Infrastruktur eines neuen Flughafens oder Bahnhofs, sei es der Ausbau von Zufahrtsstraßen oder die Anbindung an das Schienenverkehrsnetz (HUNING & PETERS 2003, S. 7). Es gilt also festzuhalten: „Planung verändert sich, wenn sie projektförmig verläuft, insbesondere dann, wenn es sich um ein Großprojekt handelt. Die rahmensetzende Funktion der Planung tritt hier zugunsten einer stärkeren Handlungsorientierung in den Hintergrund“ (HUNING & PETERS 2003, S. 8).
Idealerweise würde dies bedeuten, dass Großprojekte bei der Umsetzung bereits in eine umfassende städtische oder regionale Entwicklungspolitik eingebettet sind, so dass mögliche Wechselwirkungen mit anderen raumrelevanten Prozessen sowie potenzielle Rückkopplungseffekte frühzeitig Berücksichtigung finden (HUNING & PETERS 2003, S. 8 f). Dadurch erfolgt primär eine qualitative Verbesserung der städtebaulichen Struktur und damit verbunden eine Erhöhung der Attraktivität des betroffenen städtischen Raumes (BUNZEL & SANDER 1999, S. 10). In der Realität zeigt sich jedoch häufig, dass Großprojekte angesichts ihrer Komplexität oftmals vorab beschlossen werden, lange bevor die entsprechenden Pläne publik gemacht werden. Aufgrund der sich rasch entwickelnden Eigendynamik bleibt so wenig Raum für Gegenstimmen und Gegenargumente, insbesondere dann wenn ein hoher finanzieller Aufwand mit der Umsetzung der Projektidee verbunden ist. Auch fehlt es an Anknüpfungspunkten für einen geordneten Rückzug oder Projektmodifikationen, die beispielsweise aufgrund von sich ändernden Rahmenbedingungen oftmals von Nöten wären (HUNING & PETERS 2003, S. 9). Die Hauptgefahr bei dieser Planung durch große Ereignisse besteht vor allem darin, dass diese in Ihrer Art und Nachnutzung nur unzureichend in das städtische Gesamtkonzept eingepasst sind, Maßstäbe unterschätzt, zumeist jedoch aber deutlich überschätzt werden und die Auswirkungen des Projekts auf Standortqualität und Image ebenso ungenau vorherzusagen sind, wie die tatsächlichen Kosten, die mit der Umsetzung und Instandhaltung verbunden sind. Eine auf Großprojekte gestützte Strategie der Stadtentwicklung bietet also zum einen die Möglichkeit, Entwicklung zu forcieren und voranzutreiben, birgt zum anderen aber neben vielen Chancen auch zahlreiche Risiken. Diese gilt es in folgender Arbeit anhand bestehender Diskussionen innerhalb der wissenschaftlichen Forschungsdisziplin zu filtern und einander gegenüberzustellen.
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Arbeit zitieren:
Andrea Reinbold, 2010, Chancen und Risiken einer auf Großprojekte gestützten Strategie der Stadtentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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