Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 2
Abk ürzungsverzeichnis 2
1 Einführung. 3
2 Die Mobilfunk-Geschichte in Emerging Markets. 4
2.1 Skaleneffekte 4
2.2 Wettbewerb 4
2.3 Sinkende Verbraucherpreise und angepasste Produkte 5
2.4 Microfinance - GarmeenPhone 5
2.5 Die Zukunft der telephone ladies 6
3 Mobilfunk als Wachstumsförderer 6
4 Innovative Anwendungen des Mobilfunks. 8
4.1 Sozialer und politischer Nutzen des Mobilfunks. 8
4.2 Mobilfunk in der Landwirtschaft. 9
4.3 Mobilfunk im Gesundheitssystem 9
4.4 Mobile Banking - “getting the unbanked banked 10
4.5 Mobile Insurance 13
5 Der Einfluss von Emerging Markets im globalen Mobilfunkmarkt. 14
6 Trends für die globale Telekommunikation 15
6.1 “Frugal Innovation in Indien und Afrika 15
6.2 Huawei und ZTE 19
7 Globale Telekommunikation - ein Ausblick 21
8 Literaturverzeichnis 22
1
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Mobiltelefonverbreitung nach Wettbewerbsöffnung .......................................... 4
Abbildung 2: Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien auf Wachstum ... 7
Abbildung 3: Ushahidi Plattform ................................................................................................ 8
Abbildung 4: CELAC .................................................................................................................... 9
Abbildung 5: Aufklärung ............................................................................................................. 9
Abbildung 6: Nokia Mobile Money........................................................................................... 11
Abbildung 7: Kilimo Salama ...................................................................................................... 13
Abbildung 8: Mobiltelefonbesitzer in Mrd ............................................................................... 14
Abbildung 9: Mobilfunkturm .................................................................................................... 17
Abbildung 10: ZTE Umsatz ........................................................................................................ 19
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
bspw. Beispielsweise
bzw. beziehungsweise
d.h. das heißt
ebd. Ebenda
GSM Global System for Mobile Communications
LTE Long Term Evolution
NGO Non-Governmental-Organization
SMS Short Message Service
u.U. unter Umständen
UMTS Universal Mobile Telecommunications System
Vgl. Vergleiche
z.B. zum Beispiel
2
1 Einführung
„The cell phone is the single most transformative technology for development.“ 1 (Jeffery Sachs, Entwicklungsexperte, Columbia University)
Denkbar wenig verbindet das kenianische Dorf Muruguru mit dem 21sten Jahrhundert. Die wenigen unbefestigten Straßen, die regionalen Transport ermöglichen, sind in der Regenzeit unpassierbar. Nur vereinzelte Häuser haben Strom, Wasseranschlüsse oder gar einen Fußboden. Auf kleinen, handbewirtschafteten Feldern bestellen die Dorfbewohner Mais, Kartoffeln und Bananen, die ihre Lebensgrundlage darstellen. Um ein wenig dazuzuverdienen, bauen einige von Ihnen zusätzlich Kaffeebohnen an, welche auf Leinensäcken in der Sonne getrocknet werden.
Vor einigen Jahren änderte sich das Leben in Muruguru jedoch drastisch: auf einem nahegelegenen Hügel wurde ein rot-weißer Mobilfunkturm aufgestellt. „Ich spare Zeit, ich spare Geld und mein Geschäft wächst“, sagt Grace Wachira, die einen kleinen Strickladen im Dorf betreibt. Um einzukaufen oder Kunden zu treffen, musste sie, bevor der Turm installiert wurde, mehrere Stunden in die nächste Stadt laufen oder ein Taxi nehmen, ohne jedoch zu wissen, ob sie die gewünschte Person dort antreffen würde. Heute benutzt sie ihr Motorola um die Garnlieferungen zu arrangieren oder mit Käufern zu verhandeln. Damit ist sie nicht alleine - fast jeder Händler, Ladenbesitzer und Bauer ihres Dorfes hat ein Telefon, oder zumindest Zugang zu einem. 2
Laut Jeffery Sachs ist das Mobiltelefon die einzige adaptive Technologie für Entwicklung. In der vorliegenden Hausarbeit soll unter anderem dieses Statement validiert und die herausragende Bedeutung der Mobilfunktelefonie in Emerging Markets, besonders in den Entwicklungsländern, beschrieben werden.
Zunächst soll eruiert werden, wie es möglich ist, dass sich die Mobilfunktelefonie in Muguru und anderen Orten in Schwellenländern seit den letzten zehn Jahren verbreiten kann. Anschließend wird betrachtet, inwieweit der oben angedeutete Wohlfahrtsgewinn tatsächlich empirisch zu messen ist. Ferner soll dargestellt werden, welchen neuen Nutzen das Mobiltelefon mit sich bringt um schlussendlich wichtige Entwicklungen in den Emerging Markets zu skizzieren und projizieren.
1 Vgl. Columbia University, 2010, http://www.columbia.edu
2 Vgl. Ewing, 2007, www.businessweek.com
3
2 Die Mobilfunk-Geschichte in Emerging Markets
Um, wie Paul Kagame es ausdrückt, vom ‚Luxusgut‘ zur ‚elementaren Notwendigkeit‘ in Afrika zu werden, mussten sich in den vergangenen zehn Jahren dras tische Entwicklungen in der Telekommunikationsindustrie vollziehen.
2.1 Skaleneffekte
Die Verbreitung von Mobiltelefonen in den Industrienationen nebst der Etablierung zweier technologischer Standards (GSM und UMTS) führte sowohl im Bereich Netzausstattung als auch bei der Produktion von Mobilfunkgeräten zu Skaleneffekten seitens der Anbieter. Die daraus resultierenden niedrigeren Preise ermöglichten den Aufbau erster Mobilfunknetze in Entwicklungsländern, wobei die Verbraucherpreise zunächst immer noch relativ hoch waren. 4
2.2 Wettbewerb
Die Öffnung der zuvor häufig national kontrollierten Mobilfunkmärkte resultierte meist in einer unmittelbaren Ausweitung der Netzabdeckung. Ferner konnten Länder, die den entstehenden Wettbewerb aktiv förderten und Regularien aufstellten, merkliche Verbesserung hinsichtlich der Effizienz feststellen. In einigen Fällen führte allein die Ankündigung, neue Mobilfunklizenzen zu vergeben dazu, dass bereits existierende Mobilfunkanbieter ihren Service verbesserten, Preise reduzierten und die Marktdurchdringung erhöhten, bevor ein neuer Konkurrent seine Geschäfte aufnahm. 5
Quelle 1: Zhen Wie Qiang, (Mobile Telephony: A Transformational Tool for Growth and Development), 2009
3 Science and Development Network, 2010, www.scidev.net
4 Vgl. Zhen Wie Qiang, (Mobile Telephony: A Transformational Tool for Growth and Development), 2009
5 Vgl. ebd.
4
2.3 Sinkende Verbraucherpreise und angepasste Produkte
Sinkende Verbraucherpreise, realisiert durch eine Kombination aus den erwähnten Skaleneffekten, Marktwachstum und erhöhtem Wettbewerb führte zu einer schnellen Verbreitung der Mobilfunktelefonie in vielen Emerging Markets. Der niedrigste Preis eines Mobilfunktelefons sank vom Jahr 1997 bis zum Jahr 2010 von $250 auf $20. Die zunehmende Verwendung von Prepaid-Karten erlaubt es Kunden kleinere Beträge auf ihr Mobilfunkkonto aufzuladen, anstatt sich an einen Vertrag zu binden, der zu monatlichen Zahlungen verpflichtet. Mit einer Senkung des Auflademinimum auf heutzutage $0,5 Dollar pro Gutschrift ermöglichten die Anbieter den Zugang zum Mobiltelefon selbst für die zahlungsschwächsten Mitglieder in Emerging Markets. 6
2.4 Microfinance - GarmeenPhone
Ferner ermöglichen die durch die Garmeen Bank bekannt gewordenen Microkredite einen Zugang zur Mobilfunktelefonie für all denjenigen, die sich kein Mobiltelefon leisten k önnen. In einem typischen Beispiel leiht sich eine Frau Geld um eine Kuh zu kaufen und zahlt den Kredit mit dem Gewinn aus Milchverkäufen zurück. Auf diese Art und Weise generiert sie einerseits ein Einkommen und versorgt andererseits die Nachbarschaft mit Milch.
Igbal Quadir, ein ursprünglich aus Bangladesch stammender amerikanischer Investmentbanker, kam auf die Idee, dieses Modell auf das Mobiltelefon zu übertragen. In Zusammenarbeit mit der norwegischen Telekomfirma Telenor und der von
Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus geführten Garmeen Bank gründete er 1997 eine Unternehmung mit dem Namen Garmeen Phone. 7
GarmeenPhone etablierte die sogenannte „telephone lady“. Frauen in armen, ländlichen Gegenden wurden kleine Kredite zur Verfügung gestellt, um ein Mobiltelefon, eine Antenne und eine große Batterie zu kaufen. Dadurch konnten diese bezahlte Telefondienste an Dritte anbieten und pro Anruf einen kleinen Gewinn machen. Dieser wiederum erlaubte es einerseits, den Kredit zurückzuzahlen, andererseits für Gesundheitspflege und Bildung ihrer Familien zu zahlen und ihr Geschäft weiterzuentwickeln. Durch dieses Model konnten tausende Dörfer in Bangladesch Zugang zum Mobilfunk erlangen. 8
Obwohl die „telephone ladies“ nur einen kleinen Anteil an GrameenPhones Kunden ausmachen (ungefähr 220.000 aus 8,5m), erwirtschaften sie dennoch ein Drittel des Umsatzes, da ihre Telefone von vielen Leuten benutzt werden. Das ‚telephone lady‘-Model wurde durch die Grameen Foundation mittlerweile in Kamerun, Indonesien, Ruanda und Uganda eingeführt und von vielen anderen Ländern kopiert. 9
6 Vgl. Savikas, (Mobile Marvels), 2009
7 Vgl. Financial Times Deutschland, 2008, www.ftd.de,
8 ebd.
9 Vgl. Isenberg, 2007, www.hbr.com
5
2.5 Die Zukunft der ‚telephone ladies‘
Dank der ‚telephone ladies‘ erhalten mehr und mehr Menschen Zugang zu Telekommunikation. Mit sinkenden Preisen wird ein Großteil der Mobilfunkbenutzer der Emerging Markets bald ein eigenes Mobiltelefon besitzen. Trotz dieser Entwicklung ist die Nachfrage bei den ‚telephone ladies‘ bisher nicht eingebrochen. Momentan kostet ein Telefonat bei der ‚telephone lady‘ immer noch weniger als das Aufladen des eigenen Guthabens. Somit kommen selbst Leute, die ein Mobiltelefon besitzen, zum telefonieren zu den telephone ladies, falls sie kein Guthaben mehr haben. 10
3 Mobilfunk als Wachstumsförderer
Telekommunikation bzw. der Zugang dazu ist für Menschen von so essentieller Bedeutung, dass selbst die Ärmsten bereit sind dafür zu bezahlen. Vor allem in Gegenden mit schlechten Straßen, unverlässlicher Postzustellung, wenig Zuganbindungen und unsicheren Festnetzverbindungen ist das Mobiltelefon eine lohnende Investition. Es ersetzt oft beschwerliche Reisen, ermöglicht den schnellen und einfachen Zugang zu Informationen über Marktpreise, erlaubt es Händlern größere Märkte zu bearbeiten, Unternehmertum zu fördern und Geschäfte zu betreiben. 11 Besonders für sogenannte ‚Mikro-Unternehmer‘, die in den Entwicklungsländern einen Anteil von über 60% ausmachen, verhilft ein Mobiltelefon zu enormen Produktivitätssteigerungen. 12
Wenn Marktinformationen begrenzt oder teuer sind, haben Geschäftsleute nicht die Möglichkeit eine Arbitrage auszunutzen oder zu kennen. Große Preisunterschiede zwischen verschiedenen Märkten sind eine mögliche Konsequenz und eine effiziente Güterallokation ist nicht mehr gewährleistet. Der Ökonom Robert Jensen der Harvard Universität untersuchte in einer Studie den Einfluss auf die Wohlfahrt von Fischern in Kerala, Indien, nachdem zwischen 1997 und 2001 Mobilfunkservice eingeführt wurde. Unter Verwendung von Erhebungsdaten auf Mikroebene zeigt die Studie, dass mit der Benutzung von Mobiltelefonen unter Fischern und Händlern eine drastische Reduktion der Preisunterschiede, eine komplette Eliminierung der Abfälle und eine fast perfekte Konformität zu Jevsons‘ Gesetz von der Unterschiedslosigkeit der Preise 13 einherging. Sowohl die Wohlfahrt der Kunden (4% Preisreduktion) als auch die der Erzeuger (8% Gewinnsteigerungen) stieg dadurch an. 14
10 Vgl. Hendricks, 2007, www.uncdf.org
11 Vgl. Savikas, (Mobile Marvels), 2009
12 Vgl. Gordon, 2010, http://ezinearticles.com/
13 Das Gesetz besagt, dass für ein Gut nur ein (einheitlicher) Preis gelten kann, wenn räumliche, zeitliche, sachliche und persönliche Differenzierungen entfallen sowie vollkommene Information herrscht. Diese Bedingungen beschreiben den vollkommenen Markt.
14 Vgl. Jensen, (The Digital Provide: Information Technology Market Performance, And W elfare In The South Indian Fisheries Sector), 2007, S.879ff
6
Arbeit zitieren:
Manuel Schneider, 2010, Telekommunikation in Emerging Markets, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Informatik - Wirtschaftsinformatik: neuer Titel erschienen: Telekommunikation in Emerging Markets
Manuel Schneider hat einen neuen Text hochgeladen
Mobile Telecommunications: Emerging European Markets
K. E. Schnek, Jurgen Muller, Thomas Schnoring
China's Emerging Financial Markets
Challenges and Opportunities
James R. Barth, John A. Tatom, Glenn Yago
China's Emerging Financial Markets
Challenges and Global Impact
Martha Avery, Min Zhu, Jinqing Cai
Emerging Financial Markets in the Global
Larry Sawers, David B. Nickerson, Daniel Schydlowsky
Profile of Western North America: Indicators of an Emerging Continenta...
Philip M. Burgess, Michael Kelly
0 Kommentare