Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Umfang und Inhalt der sozialen Gruppenarbeit 2.1. Erläuterungen zum Begriff „Methode“ in Bezug auf methodisches Arbeiten mit Gruppen 2.2. Definition „soziale Gruppenarbeit“ 2.3. Wissenschaftliche Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit 2.4. Zu Grunde liegende Wertvorstellungen der sozialen Arbeit 2.5. Inhalte und Ziele der sozialen Gruppenarbeit
3. Ein Handlungsmodell zur Organisation methodischer Planungsschritte der Gruppenarbeit 3.1. Die Informationsebene - „vom Phänomen zur Systematik“ 3.2. Die Konzeptionsebene - „von der Systematik zur Idee“ 3.3. Die Gestaltungsebene - „von der Idee zur Aktion“ 3.4. Die Evaluationsebene - „von der Aktion zur Reflexion“
4. Das Stufenmodell zur Entwicklung von Sozialarbeitsgruppen 4.1. Voranschluß und Orientierung 4.2. Machtkampf und Kontrolle 4.3. Vertrautheit und Intimität 4.4. Differenzierung 4.5. Trennung
5. Die Rolle des Gruppenarbeiters in der Arbeit mit Gruppen 5.1. Aufgabe und Funktion des Gruppenarbeiters
6. Fazit der Studentin zur Thematik
7. Quellenverzeichnis
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1. Einleitung
Das Thema meiner Hausarbeit ist „Soziale Gruppenarbeit“. Da dies ein sehr umfangreiches Themengebiet ist, habe ich mich auf bestimmte inhaltliche Schwerpunkte konzentriert. Zu diesem Thema interessierten mich vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen, sowie die moralischen und ethischen Wertvorstellungen auf denen die soziale Gruppenarbeit basiert bzw. von denen die methodischen Handlungsschritte und anzustrebenden Ziele abgeleitet werden. Dabei möchte ich mir ein möglichst umfangreiches Bild über Inhalte, Ziele, methodische Handlungsansätze und den gesellschaftlichen Bezug dieser Form der Sozialarbeit aneignen. Weiterhin gehe ich im letzten Teil dieser Arbeit auf die Aufgabe und Rolle des Gruppenleiters in sozialen Arbeitsgruppen ein, da ich die darin enthaltenen Informationen für meine zukünftige Arbeit als SozialarbeiterIn für wichtig halte.
Ich habe meine Arbeit in 4 inhaltlich aufeinander aufgebaute Themengebiete gegliedert: Beginnen werde ich mit einem kurzen Überblick über den Inhalt und Umfang der sozialen Gruppenarbeit (die einzelnen inhalt-lichen Schwerpunkte entnehmen Sie bitte aus dem Inhaltsverzeichnis Gliederungspunkt 2), um einen theoretischen Ausgangspunkt für die anschließenden methodischen Handlungsschritte (siehe bitte Gliederungspunkte 3.) zu schaffen. Um die theoretischen Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit noch tiefgehender zu untermauern, habe ich das Stufen-Modell zur Entwicklung von Gruppen innerhalb des sozialen Arbeitsprozesses mit in meine Hausarbeit einbezogen, da ich es für das Arbeiten mit Gruppen für notwendig halte, über die in diesem Modell geschilderten gruppendynamische Prozesse und Strukturveränderungen der Gruppe, Kenntnisse zu haben.
Im Anschluß daran gehe ich - wie schon erwähnt - ganz speziell auf die Aufgabe und Rolle des Gruppenleiters ein. Abschließend zu dieser Hausarbeit möchte in einem Fazit meine persönlichen Gedanken zu diesem Thema formulieren. Die ge-
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nutzten literarischen Quellen finden Sie im Quellenverzeichnis am Ende dieser Arbeit.
2. Umfang und Inhalt der sozialen Gruppenarbeit
„Soziale Gruppenarbeit ist eine Methode der Sozialarbeit, die den Einzelnen hilft, ihre soziale Funktionsfähigkeit durch zweckvolle Gruppen-Erlebnisse zu steigern und ihren persönlichen Gruppen- oder gesellschaftlichen Problemen besser gewachsen zu sein.“ (Zitat Schiller 1966, S.89 aus Schmidt - Grunert)
Diese Definition enthält mehrere wichtige Begriffe, die ich für notwendig erhalte näher zu erläutern, da sie weitere Informationen zur sozialen Gruppenarbeit enthalten.
2.1. Erläuterungen zum Begriff ‘Methode’ in Bezug auf methodisches Arbeiten mit Gruppen
Das Wort ‘Methode’ stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet soviel, wie „der Weg zu etwas“. Methoden sind planmäßige Verfahren und Techniken, um zu einem gesetzten Ziel zu gelangen.
Methodisches Vorgehen vollzieht sich in einzelnen Schritten, die logisch aufeinander aufbauen, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Methodisches Arbeiten bedeutet planmäßiges Durchdringen und Erforschen eines Erkenntnis-oder Handlungsbereichs.
Die Methoden in der Sozialarbeit sind gegenstandsbezogen, problem-und hand-lungsorientiert und an der Praxis orientiert. Sie werden auch als „Wege“ bezeichnet
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mitttels derer unterschiedliche Lebenssituationen beeinflußt werden sollen. Sie dienen als Hilfsmittel zur Erreichung des gewünschten Handlungsziels. Handlungs-gegenstand in der Sozialarbeit sind Menschen. Sie benötigen Hilfe, da sie Notwendigkeiten und Anforderungen des täglichen Lebens alleine nicht bewältigen. Das methodische Handeln ist ausgerichtet auf die jeweiligen Lebensbezüge des hilfesuchenden Menschens (zum Bsp.auf ganzheitliche Gesellschaftsbezüge, auf Gruppenbezüge, in Bezug auf den einzelnen Menschen).Daraus resultieren die seit dem 2. Weltkrieg entwickelten klassischen Methodensystematiken der Sozialarbeit: Gemeinwesenarbeit (community work), Gruppenarbeit (social group work) und Einzelfallhilfe (case work). Die gegenwärtige Sozialarbeit beschränkt sich jedoch nicht mehr nur auf diese klassischen methodischen Systeme, sie entwickelt eine Vielfalt der Methoden und differenziert diese immer mehr.
Auch heute werden die drei klassischen Fragen gestellt:
1. Was ist zu tun? (Das beinhaltet die exakte Bestimmung des Handlungsgegens-tandes und der Zielgruppe der geplanten Handlung.)
2. Warum ist dies zu tun? (Die enthaltenen Probleme werden erfasst.)
3. Worauf zielt unser Tun ab? ( Damit sind Rechtfertigungen und Begründungen für die Handlungsausrichtung gemeint.)
Methodisches Arbeiten mit Gruppen ist handlungsbezogen, das heißt an der Praxis ausgerichtet (meist in Form eines an der Praxis orientierten Gruppenprogramms). Der Handlungsgegenstand ist die soziale Gruppe. Darum ist für das methodische Arbeiten notwendig, Kenntnisse über den gesellschaftlichen Zusammenhang der Gruppe und Kentnisse über die einzelnen unterschiedlichen Mitglieder zu erwerben. Die wissenschaftlichen Grundlagen auf denen methodisches Arbeiten basiert sind in Punkt 2.3. näher erläutert.
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2.2. Definition „soziale Gruppenarbeit“
Der Begriff „soziale Gruppenarbeit“ enthält die Gemeinsamkeit im Tun und der Zielbestimmung aus der Gruppenarbeit, aber auch erzieherische Absichten aus der Gruppenpädagogik. Soziale Gruppenarbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Wahrnehmung von Sozialisationsaufgaben, sondern richtet sich auf Sozialisationsdefizite verändernd aus. Diese Methode ist auf eine Gruppe von Menschen ausgerichtet, die mit ganz individuellen Beschädigungen leben müssen. Dabei sollen Defizite und Unzulänglichkeiten, die der Alltagsbewältigung hinderlich sind bearbeitet werden. Soziale Gruppenarbeit hat mit uns selbst als Personen und mit Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung zu tun.
Ziel der sozialen Gruppenarbeit ist es den einzelnen Menschen in der Gruppe Hilfestellungen zu geben, um sie zu befähigen alltägliche Lebenssituationen und Beziehungen in Familie, Schule, Beruf, etc. zukünftig auch ohne außenstehende Hilfe zu meistern. Kurz und knapp gesagt zielt die soziale Grupenarbeit auf Vermittlung, Erweiterung und Festigung sozialer Kompetenzen für und mit anderen Menschen ab.
Hier ein praktischer Bezug zur Anwendung sozialer Gruppenarbeit im Kinder-und Jugendhilfegesetz §29 SGB :Soziale Gruppenarbeit „Die Teilnahme an sozialer Gruppenarbeit soll älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen.
Soziale Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern.“
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2.3. Wissenschaftliche Grundlagen der sozialen Gruppenarbeit
Methodisches Arbeiten in der Sozialen Arbeit ist - wie bereits erwähnt -gegenstandsbezogen (auf Gemeinwesen, Gruppe bzw. den Einzelnen), problembezogen (auf persönliche und gesellschaftliche problematische Lebenslagen) und handlungsbezogen (über die Aktivierung der BürgerInnen im Stadtteil, über ein Gruppenprogramm, über einen Hilfeplan).
Die vielfältigen und unterschiedlichen Handlungsbereiche der Sozialen Arbeit beziehen ihre theoretischen Grundlagen aus den Geisteswissenschaften, es sind sogenannte „Bezugswissenschaften“. Dazu gehören die Psychologie (im besonderen die Sozialpsychologie), welche wichtige Erkenntnise zur Gruppe bzw. zur Person herausarbeitet; die Erziehungswissenschaften, deren Hauptschwerpunkt in der Erforschung der Sozialisation liegt; sowie die Soziologie , die die Gesellschaft erforscht. Zu diesen Bezugswissenschaften Sozialer Arbeit zählen noch weitere ergänzende-oder auch als Ergänzungswissenschaften bezeichnete-Wissenschaften dazu. Als Ergänzungswissenschaften werden zum Beispiel die Anthropologie, die Philosophie, die Theologie, die Ökonomie und auch die Medizin bezeichnet.
Aus diesen Bezugswissenschaften lassen sich für das methodische Handeln in Gruppen folgende Punkte ableiten:
- Personenbezogenheit; abgeleitet aus der Psychologie (Individuum= Untersuchungsgegenstand, Hauptthema: innerpsychische Befindlichkeit) und der Sozialpsychologie (die das Verhalten der einzelnen Mitglieder einer Gruppe als Sozietät zu-und untereinander beleuchtet)
- Sozialisations- Problem - und Kompensationsbezogenheit; in Bezug auf Erziehungswissenschaften /Pädagogik ( Gruppe wird dabei als ein Feld
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Dipl.-Sozialpädagogin Sandra Jenning, 2001, Methodisches Arbeiten in der sozialen Arbeit unter Berücksichtigung theoretischer Modelle zur Gruppenentwicklung und zugrunde liegender Wertvorstellungen der sozialen Arbeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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