Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis. III
1 Einführung. 1
2 Der Begriff der Lagerhaltung. 2
3 Verschiedene Lagersysteme. 3
3.1 Charakteristika der unterschiedlichen Lagersysteme 3
3.2 Vorteile eines chaotischen einstufigen Lagersystems und eines chaotischen durch
Nachschubstrategie mehrstufigen Lagersystems 5
4 Prozessverbesserungsansätze der Gütereinlagerung bei einem Logistikdienstleister. 8
4.1 Ausgestaltung des Lagersystems bei der XY GmbH 8
4.2 Auswirkungen der Einführung einer Nachschubstrategie
nach dem Bereit-stellverfahren 10
4.2.1 Bewertung der Strategie unter Anwendung des starren Flip-Flop-Prinzips 10
4.2.2 Bewertung der Strategie unter Anwendung des dynamischen Flip-Flop-Prinzips. 11
4.2.3 Entscheidung zur Veränderung des Einlagerungsprozesses bei der XY GmbH 13
5 Zusammenfassung und Ausblick 14
Literaturverzeichnis. 15
II
1 Einführung
Vor allem in Zeiten der Globalisierung und des steigenden Wettbewerbs müssen Prozesse verbessert werden und vorhandene Einsparpotentiale gesucht und genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen. Auch bei der hier als Anschauungsobjekt herangezogenen XY GmbH müssen solche Potentiale gesucht und genutzt werden. So werden bereits in naher Zukunft aus Weg/Zeit-Optimierungsgründen der Packbereich und der Warenausgang verbessert und umgebaut. Nun soll ebenfalls im Palettenregallagerbereich nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht werden.
Mit dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob der Ansatz der Einführung einer Nachschubstrategie im Palettenregallagerbereich der XY GmbH zu einer Prozessverbesserung der Einlagerungsprozesse und daraus resultierender Kommissionierprozesse führt. Hier sollen vor allem die Kommissionierzeiten und die Zugriffssicherheit im Vordergrund stehen, um zu ermitteln ob ein Einsparpotential besteht. Es wird daher im Folgenden zur Einführung in das Thema der Begriff der Lagerhaltung an sich und deren Gründe kurz erklärt. Danach werden verschiedene Lagersysteme zuerst charakterisiert, deren Einteilung nach Lagerplatzzuordnung und Lagertechnik erklärt und hiernach die Vorteile eines chaotischen einstufigen Lagersystems und eines chaotischen durch Nachschubstrategie mehrstufigen Lagersystems erörtert. Daraufhin wird die XY GmbH vorgestellt und deren derzeitige Einlagerungsstrategie aufgezeigt. Auch werden die Einschränkungen in der Wahl einer Nachschubstrategie durch die gegebenen Umstände erörtert. Dann werden anhand der Zahlen der Ein-und Auslagerungen im Palettenregallager im 2. Quartal 2009 die Auswirkungen der ausgewählten Nachschubstrategien auf deren Anwendbarkeit und Vorteile beziehungsweise Nachteile untersucht. Hiernach folgt die Entscheidung der Vorteilhaftigkeit der Einführung einer Nachschubstrategie bei der XY GmbH und im Ausblick werden weitere mögliche Ansätze zur Prozessverbesserung angesprochen.
1
2 Der Begriff der Lagerhaltung
Zwei Drittel der Gesamtlogistikkosten bestehen aus den Lagerhaltungskosten, daher sollte der Lagerhaltung und deren Optimierung Aufmerksamkeit geschenkt werden, da diese sowohl direkten wie auch indirekten Einfluss auf das Betriebsergebnis hat 1 . Nach einer Befragung bei 460 Unternehmen von Küpper und Hoffmann aus dem Jahr 1986 sind als die drei häufigsten Ziele der Lagerhaltung die Sicherung der Lieferzuverlässigkeit, die Lagerkostenminimierung und die Nutzung möglichst günstiger Lieferkonditionen auf der Einkaufsseite genannt worden 2 . Lagerhaltung verfolgt verschiedene Aufgaben und erfolgt aus verschiedenen Motiven. Diese können in einer Ausgleichs- Sicherungs-, Spekulations-, Veredelungs-, Sortiments-, Darbietungs-, Entsorgungs- und Informationsfunktion liegen 3 . Die Ausgleichsfunktion besteht in der Lagerung des Materials um das die Beschaffungsmenge die Produktionsmenge übersteigt, was selbst bei optimaler Bestellmenge nicht gänzlich vermieden werden kann 4 .
Die Sicherungsfunktion besteht in der Absicherung gegen Lieferengpässe, Absicherung wegen nicht genau bestimmbaren Bedarfsmengen oder ähnliche Umstände, die bei fehlender Lagerhaltung zu Produktionsstillstand oder Lieferschwierigkeiten führen könnten. Hier geht die Verfügbarkeitssicherung vor den Kosten durch die Lagerhaltung 5 .
Hohe Preisschwankungen, zu erwartende Lieferengpässe und niedrige Einstandspreise können ein Grund für Lagerhaltung aus Spekulationsgründen sein. Hier übersteigt die beschaffte Menge den zu erwartenden Bedarf 6 .
Die Veredelungsfunktion hat ein Lager, wenn dort durch Reife des Produktes eine Veredelung entsteht, wie beispielsweise bei Wein oder Käse. Eine Sortimentsfunktion liegt vor, wenn der Verbrauch der Einlagerung in Bezug auf Menge oder Abfolge nicht entspricht. Die Darbietungsfunktion hat ein Lager beispielsweise im Einzel-handel, wenn der Verkaufsraum einen Teil des Auslagerungsprozesses darstellt. Betriebliche Abfallsammelstellen sind Beispiele einer Entsorgungsfunktion des Lagers 7 . Durch die Einführung verschiedener Kennzahlen wie Umschlagshäufigkeit kann dem Lager sogar eine Informationsfunktion zukommen 8 .
1 Vgl. Bichler, Klaus: Lagerwirtschaft, S. 155ff
2 Vgl. Küpper, Hans-Ulrich/ Hoffmann, Heinz: Ansätze und Entwicklungstendenzen S.589
3 Vgl. Ehrmann, Harald: Logistik, S. 354ff, Wannenwetsch, Helmut: Materialwirtschaft, S. 307ff.
4 Vgl. Wannenwetsch, Helmut: Materialwirtschaft, S. 307
5 Vgl. Bichler, Klaus: Lagerwirtschaft, S. 155ff
6 Vgl. Wannenwetsch, Helmut: Materialwirtschaft, S. 308
7 Vgl. Wannenwetsch, Helmut: Materialwirtschaft, S. 308
8 Vgl. Wannenwetsch, Helmut: Materialwirtschaft, S. 309
2
3 Verschiedene Lagersysteme
3.1 Charakteristika der unterschiedlichen Lagersysteme
Lager lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten gliedern. Gliederungsmöglichkeiten stellen die Lagerfunktion, Lagerstufen, Lagerplatzzuordnung, Lagergüter, Lagerhierarchie, Lagersortierung, Lagertechnik, Lagersteuerung, die betrieblichen Funktionsbereiche, sachliche Zentralisation, Eigentumsverhältnisse, spezifischen Eigenschaften, Mitteln der Lagertechnik, Bewegung der Lagergüter im Lagersystem, Standort, Bauart und Lagersteuerung dar 9 . Die Inhalte dieser Arbeit beziehen sich ausschließlich auf die Lagerplatzzuordnung und die Lagertechnik, die daher im Anschluss erläutert werden.
Die Lagerplatzzuordnung kann durch Zuordnung der Güter zu einem festen Lagerplatz, durch Querverteilung, freie Lagerplatzzuordnung innerhalb fester Bereiche und durch freie Zuordnung des Lagerplatzes, die sogenannte chaotische Einlagerung erfolgen.
Bei der Festplatzlagerung wird jedem Artikel des Sortiments ein fester Standort am Lager zugewiesen. Dadurch wird die Zugriffssicherheit erhöht. Ein Nachteil ist jedoch die schlechte Raumausnutzung, da die größtmögliche Lagermenge den Platzbedarf bestimmt 10 , also auch bei geringem Bestand der in Anspruch genommene Platz sich auf die höchstmögliche Einlagerungsmenge bezieht.
Bei der freien (chaotischen) Zuordnung wird dem Artikel ein freier beliebiger Lagerplatz zugeordnet. Dies setzt den Einsatz eines EDV-Systems voraus, das sicherstellt, dass die Waren wiedergefunden werden können. Hierdurch wird die Lagerkapazität optimal ausgenutzt 11 .
Die beiden weiteren Lagerplatzzuordnungsmethoden die Querverteilung und die freie Zuordnung innerhalb eines festen Bereichs stellen Abwandlungen der beiden anderen genannten dar. Bei der Querverteilung wird der gleiche Artikel in verschiedenen Gängen eingelagert, um die Zugriffsicherheit zu gewährleisten, falls aus einem Gang zeitweise nicht kommissioniert werden kann, weil beispielsweise der dortige schienengebundene Stapler ausfällt. Bei der freien Lagerplatzzuordnung innerhalb fester Bereiche wird der Artikel in einem festen Lagerbereich frei eingelagert, um beispielsweise das Lager nach Warengruppen zu unterteilen 12 .
9 Vgl. Schulte, Gerd: Logistikmanagement, S. 251
10 Vgl. Schulte, Gerd: Logistikmanagement, S. 254; Eggenstein, Friedrich/ Herbst, Dieter/ Jansen,
Rolf: Materialfluß, S. 259
11 Vgl. Pfohl, Hans-Christian: Logistiksysteme, S. 129 ; Eggenstein, Friedrich/ Herbst, Dieter/ Jansen,
Rolf: Materialfluß, S. 259
12 Vgl. Heiserich, Otto-Ernst: Logistik, S. 147
3
Arbeit zitieren:
Stephan Rühl, 2009, Ansätze zur Prozessverbesserung bei der Einlagerung von Gütern, München, GRIN Verlag GmbH
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