Inhalt
Inhalt
Einleitung 3
1. Kurzbiographie 4
2. Analyse der Urkunden Wichmanns zur Ostkolonisation 5
2.1 Pechau 5
2.2 Großwusterwitz. 6
2.3 Poppendorf 7
2.4 Die Stadt Jüterbog. 7
2.5 Die Stadt Burg 9
2.6 Die Stadt Calbe an der Saale 9
2.7 Die Stadt Halle an der Saale 9
2.8 Die Stadt Magdeburg. 10
2.9 Die Stadt Tuch. 12
3. Fazit 12
4. Quellen. 14
5. Literatur 14
6. Internet 16
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2
Einleitung
Erzbischof Wichmann von Magdeburg gilt als der bedeutendste Erzbischof in der Geschichte des Erzbistums Magdeburg. Dabei war seine Wahl nicht selbstverständlich.
Er gehörte zu den Kirchenfürsten, welche den landesherrschaftlichen Ausbau betrieben. Der Landesausbau nach Osten war mehr als nur eine berufliche Tätigkeit, sondern kennzeichnend für sein Leben. Als Kolonisator machte er sich ebenso einen Namen wie als Friedensfürst. Schon zu Lebzeiten war er hoch angesehen. Er förderte den Handel in den Gebieten, für welche er im Osten verantwortlich war, aber auch sein Erzbistum ließ er nicht aus dem Blick.
Die Übersicht der benutzten Quellen befindet sich am Schluss dieser Arbeit, deshalb soll an dieser Stelle nur eine kurze Übersicht über die verwendeten Quellen sowie eine Auflistung der benutzten Literatur erfolgen. Es fanden folgende Urkundenbücher Verwendung: „Urkundenbuch des Klosters Unserer Lieben Frauen zu Magdeburg“, „Urkundenbuch des Klosters Berge zu Magdeburg“, „Urkundenbuch der Stadt Magdeburg“, „Urkundenbuch des Erzstifts Magdeburg“ und das „Urkundenbuch der Stadt Halle, ihrer Stifter und Klöster“. 1 Intensiv forschte Dietrich Claude über die „Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis in das 12. Jahrhundert.“ Im zweiten Teil seines Werkes stellt er Erzbischof Wichmann vor, beleuchtet sein Leben sowie seine Beziehung zu Kaiser Friedrich I. und Heinrich dem Löwen. Auch die Verwaltung des Erzbistums und die Ostkolonisation werden ausführlich behandelt. Das „Handbuch der historischen Städten Deutschlands“ gibt einen kurzen Überblick zur jeweiligen Stadtgeschichte. Die biographischen Daten entstammen der „Deutschen Biographischen Enzyklopädie Band 10“, dem „Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon Band 13“ sowie „Wichmann, Erzbischof von Magdeburg (1152-1192)“ von Matthias Springer. In der vorliegenden Arbeit sollen die Urkunden Wichmanns dahingehend untersucht werden, inwieweit sie uns verraten, auf welche Weise der Erzbischof die deutsche Ostkolonisation förderte.
1 Im Folgenden werden die Urkundenbücher in den Fußnoten abgekürzt: Urkundenbuch des Klosters Unserer Lieben Frauen - UBULF; Urkundenbuch des Klosters Berge bei Magdeburg - UBKBM; Urkundenbuch der Stadt Magdeburg - UBM; Urkundenbuch des Erzstifts Magdeburg - UBEM; Urkundenbuch der Stadt Halle, ihrer Stifter und Klöster - UBH
1. Kurzbiographie
Wichmann ist der wahrscheinlich zweite Sohn des Grafen Gero von Seeburg und wurde kurz vor dem Jahre 1116 geboren. Seeburg liegt in westlicher Richtung, unweit von Halle an der Saale. Bildung erhielt er in der Domschule von Halberstadt. 2 Paris hingegen, wie es in der Deutschen Biographischen Enzyklopädie angegeben ist, soll nie von ihm als Student aufgesucht worden sein. So behauptet Matthias Springer, dass es sich hier um eine Verwechslung handeln muss. 3 Als Domprobst war er ab dem Jahr 1146 in Halberstadt tätig bis er 1149 Bischof von Naumburg wurde. Als ein Wahlstreit für einen möglichen Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs Friedrich I., Graf von Wettin, nicht geschlichtet werden konnte, setzte der damalige König und spätere Kaiser Friedrich I. Wichmann 1152 in das Amt ein. 4 Dagegen intervenierte Eugen III., so dass Wichmann dieses Amt nicht sofort antreten konnte. 1154, zwei Jahre später also, reiste Wichmann persönlich nach Rom, nachdem im Jahre 1153 zwei päpstliche Botschafter daran scheiterten Wichmann absetzen zu lassen. Eugene III. verstarb und sein Nachfolger Anastasius IV. verlieh Wichmann schließlich das Pallium und damit den Anspruch auf den Stuhl des Erzbischofs. Bekannt wurde er anschließend als Erzbischof des Ausgleichs. 5 Stets versuchte er eine vermittelnde Position einzunehmen, scheute sich aber auch nicht, im Notfall kriegerisch vorzugehen. So zerstörte er beispielsweise die Stadt Haldensleben im Jahre 1181, gewährte den Bewohnern aber freies Geleit. Zeit seines Amtes lag er in Konkurrenz, zum Teil sogar in Feindschaft, mit Heinrich dem Löwen. Jedoch verhinderten derartige Konflikte nicht, dass Wichmann die Verwaltung des Reiches Heinrichs übernahm, als der Löwe sich auf Pilgerfahrt begab. 6 Zeit ihres Lebens zollten sich die beiden Männer gegenseitigen Respekt. Erzbischof Wichmann starb am 25. August 1192 in Könnern bei Bernburg. 7
2 Bautz, Wilhelm: Lexikonartikel „Wichmann“. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 10. München 1999. S. 471/1
3 Springer, Matthias: Wichmann, Erzbischof von Magdeburg (1152-1192). In: Deutsche Fürsten des Mittelalters. Fünfundzwanzig Lebensbilder. Hrsg.: Huschner, Wolfgang / Holtz, Eberhard. Leipzig 1995. S. 235
4 DBE Bd. 10 S. 471/1
5 Kohl, Wilhelm: Lexikonartikel „Wichmann“. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band 13. Herzberg. S.1044
6 Springer 1995. S. 239
7 DBE Bd. 10 S. 471/1
2. Analyse der Urkunden Wichmanns zur Ostkolonisation
Die folgende Analyse beschäftigt sich mit den verschiedenen Urkundenbüchern von Magdeburg. Dabei bildet das Urkundenbuch des Erzstifts Magdeburg den Hauptteil. Es soll untersucht werden, inwieweit Erzbischof Wichmann an der Förderung der Ostexpansion beteiligt gewesen ist. Zum besseren Verständnis erfolgt als Erstes eine Definition von „Förderung“. Darunter zählen Markt-, Münz- und Zollrechte, ebenso die Verleihung von Stadtrecht und Überlassungen von Gebäuden an Kaufleute, Privilegierungen für diese sowie juristische Erleichterungen bei der Gerichtsbarkeit. Hier zeigt sich auch eine Besonderheit in der Art seiner gelenkten Ostbewegung. Wichmann setzt Lokatoren ein, welche verschiedenste Aufgaben im Bereich der Siedlung wahrnahmen. Diese Praxis wendet er nicht als Erster an, doch wird sie unter ihm etabliert.
2.1 Pechau
Im Jahre 1159 übergibt Erzbischof Wichmann einem gewissen Herbert das Dorf Pechau. 8 Es ist südöstlich von Magdeburg gelegen. Laut Homepage des Ortes handelt es sich bei dieser urkundlichen Erwähnung um Neu-Pechau. 9 Dazu gehörten Felder, Wiesen, Wälder und Gewässer. Das Land sollte gepflegt und fruchtbar gemacht werden. Des Weiteren heißt es noch, dass für die Versorgung der Kirche eine Hufe vorgesehen war. 10 Die Aufgaben der Lokatoren bestanden also in der Verwaltung des Dorfes, aber auch in der Anwerbung neuer Siedler. Die neuen Bewohner waren dem „ius Burgense“, dem Burger Recht, wie es genannt wurde, unterworfen.
Wichmann zeigte sich großzügig: „[…] a principio sui incolatus usque ad sequentes X annos immunes permaneant […]“ Er befreite die neuen Siedler zudem zehn Jahre von Steuern. Herbert erhielt für seinen Einsatz „[…] sex mansos […]“. Dies galt, ähnlich wie die Rechte, für „[…] Heriberti sive sui heredis […]“, also für Herbert und seine Nachkommen. Außerdem sicherte Wichmann zu, […] vel a me vel meo successore […]“, dass es also gelte für ihn selbst und seine Nachfolger. Immer wieder betont dies der Erzbischof und so sollte es den Kolonisten eine Stütze sein,
8 UBEM 299. S. 373f.
9 www.pechau.de - Geschichte
10 UBEM 299. S.373f. „[…] cum omnibus ad eam pertinentibus agris, pratis, silvis et stagnis ad excolendum et fructificandum […]”
Arbeit zitieren:
Oliver Jäger, 2011, Erzbischof Wichmann - Die kolonisatorischen Förderungen östlich der Elbe, München, GRIN Verlag GmbH
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