Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist. Eltern schauen mit ihren Kindern Hardcore-Filme. 14-Jährige treffen sich zum Gruppensex. Ihre Idole singen von Vergewaltigung. Ein Teil der Gesellschaft driftet ab in die sexuelle Verwahrlosung. 1
Wir leben in einer Zeit, in der einem Jugendlichen mit einem Mausklick die ganze Welt offen steht. Mit ihren guten sowie auch mit ihren schlechten Fassetten. Jugendlichen und Kindern sind im Word Wide Web keinen Grenzen ausgesetzt und werden somit - gewollte oder ungewollt - mit Informationen und Material konfrontiert die ihrem Alter nicht entsprechen, was dazu beiträgt, dass der Charakterentwicklung eines Jugendlichen Steine in den Weg gelegt werden. Das Resultat ist - Verlust der Moralischen Sensibilität. Der Grund warum ich mich ausgerechnet mit diesem Thema befasse, ist der, dass ich beobachte wie immer öfter Jugendliche und in zwischen schon Kinder sich diesem Einfluss aussetzen und daran „Spaß“ finden. Ich möchte die Konsequenzen einer solchen Aussetzung aufzeigen und meine Meinung zum Thema Schutz und Verantwortung der Eltern sowie der Kirch erläutern.
Das Problem mit den Bildern
Das größte Problem was ich bei dem Konsum von Pornographie sehe, ist der, dass diese Bilder in den Köpfen der Jugendlichen ein anderes, falsches Bild von Sexualität entstehen lassen. Ein Bild, welches die Moral der Jugendlichen untergräbt und das biblische Prinzip von Sexualität verzerrt, wenn nicht sogar zerstört. Neuste Erkenntnisse im Bereich der Spiegelneuronen und dem Verhalten des Menschen zeigen, dass Bilder oder Situation die neu für uns sind, sich intensiv gemerkt werden.
Handelt es sich bei einer beobachteten Aktion um ein Geschehen, das dem Beobachter bisher noch nie begegnet ist, zum Beispiel um eine Tat von bisher nicht erlebter Brutalität, dann wird sie als weiteres - potenzialles - Handlungsprogramm in den Bestand der handlungssteuernden Nervenzellen aufgenommen.
Ihrer Art nach völlig ungewohnte, neu ins Leben getretene, dem betroffenen Menschen bisher nicht bekannte Handlungssequenzen werden sogar besonders intensiv abgespeichert 2
1 Walter Wüllenweber, „Voll Porno!“ http://www.stern.de/politik/deutschland/:Sexuelle-Verwahrlosung-Voll-Porno!/581936.html (Stand: 11.05.2009)
2 Joachim Bauer, Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone,
(München: Heyne, 11 2006), 36-37. Seite 2 von 11
Diese Erkenntnis sollte alle Lehrer, Prediger vor allem aber Eltern aufrütteln. „Was heißt das für mein Kind? Was passiert mit meinem Kind?“ sollte sich nun gefragt werden. Jedes Bild das Eingang in das Gehirn der Jugendlichen findet, wird auch als „prinzipiell vorstellbar [bzw. ausführbar]“ registriert. Joachim Bauer schreibt folgendes:
Dass eine Handlungssequenz überhaupt Eingang in die persönliche Aktionsprogramme gefunden hat, stellt allerdings ein Basisrisiko dar, weil sie für den Betroffenen von diesem Zeitpunkt an prinzipiell vorstellbar ist. 3
Mir zeigen diese ganzen Errungenschaften, dass wir als Verantwortliche darauf achten müssen, was unsere Kinder konsumieren. Um beim Thema der Pornographie zu bleiben, wird mir deutlich, umso mehr Zeit Jugendliche mit Pornographie verbringen umso größer besteht die Gefahr, dass gesehen ins Praktische um zu setzen. Konkreter gesagt, wenn ein Jugendlicher der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten sich regelmäßig mit Pornographie beschäftigt, steigt das Risiko das biblische Prinzip der Sexualität zu vernachlässigen und seinen eigenen Weg zu gehen. Bilder die einmal Eingang in unser Bewusstsein gefunden haben, hinterlassen immer spuren und steigern das Aktionspotential. Wird Pornographie konsumiert (unabhängig von der Anzahl) verändert es - unbewusst die moralischen Prinzipien die uns Gott in seinem Wort offenbart hat. Der Verlust bzw. die Manipulation der Moral wirkt sich auch negativ auf die Gesellschaft aus. Werden Jugendliche durch Filme oder durch Musik z.B. mit Vergewaltigungsszenen konfrontiert, fördert es das Potential diese Tat selbst auszuprobieren. Dasselbe Prinzip lässt sich auch auf Gewaltspiele projizieren. Behauptungen wie „Gewaltspiele haben keinen Einfluss“ muss man hier ganz klar zurechtweisen, aber auch aufklärend fungieren. Joachim Bauer schildert es treffend wenn er schreibt:
Wenn zum Beispiel eine brutale, bisher mit einem Tabu belegte Handlung miterlebt wurde, ist dieses Basisrisiko alles andere als belanglos, vor allem bei Personen deren soziale Lebensumstände oder Berufliche Situation eine Versuchung erzeugen könnten, auf ein solches Extremrepertoire vielleicht auch selbst einmal zurückzugreifen. 4
Dagegen können, wie sich zeigen ließ, Darstellungen von Handlungen lebender Personen in Medien wie Film oder Fernsehen das System der Spiegelneurone erreichen und zur Resonanz bringen. Eine Resonanz erzeugen auch Videofilme oder moderne PC-
3 Ibid., 37
4 Ibid., 37-38. Seite 3 von 11
Spiele, deren virtuelle Welten von der Realität praktisch nicht mehr zu unterscheiden sind. 5
Besonders interessant finde ich die Aussage, dass Filme genau diesen Prozess erzeugen und fördern können. Auf den Punkt gebracht. Pornographie verändert das moralische Verständnis eines Jugendlichen und leitet ihn dazu, gesehenes zu praktizieren. Der Konsum von Pornographie kann sogar Suchtverhalten erzeugen und Jugendliche regelrecht „gefangen nehmen“. Kurz: Abstumpfung der Moral ist die Konsequenz von Pornographie. In Gesprächen mit Jugendlichen bekomme ich als gegenantwort dann immer folgendes zu hören „Wenn ich das einmal mache, heißt es nicht, dass ich sofort süchtig werde.“. Ja, dieser Aussage muss ich wohl oder übel zustimmen. Doch aus einmal kann schnell zweimal und dann mehrmals werden. Der Suchtfaktor ist sehr groß. Warum mit Dynamit spielen wenn man die Gefahren und Auswirkungen kennt?
Das Hören von Musik in der pornographische oder brutale Szenen beschrieben werden, kann ebenfalls denselben Prozess in den Jugendlichen zum Leben erwecken wie die visuelle Wahrnehmung.
Beim Menschen genügt es zu hören, wie von einer Handlung gesprochen wird, um die Spiegelneurone in Resonanz treten zu lassen. 6
Fazit: Nicht nur die Beobachtung, sondern jede Wahrnehmung eines Vorgangs, der bei anderen abläuft, kann im Gehirn des Beobachters Spiegelneurone aktivieren. Es ist egal, ob man pornographisches Material hört oder sieht, beides beeinflusst das Wesen und den Charakter des Jugendlichen ins Negative. Pornographie ist nicht nur ein Problem der Kirche, sondern der ganzen Gesellschaft!
Das Bild unserer Jugendlichen von Sexualität ist total geprägt von Pornografie. Die Kinder sind voll mit diesen Bildern. Und die kriegen sie nicht aus dem Kopf 7
5 Ibid., 38.
6 Ibid., 24.
7 Walter Wüllenweber, „Voll Porno!“ http://www.stern.de/politik/deutschland/:Sexuelle-
Verwahrlosung-Voll-Porno!/581936.html (Stand: 11.05.2009) - Zitat der Sozialarbeiterin Gabriele Heinemann. Seite 4 von 11
Arbeit zitieren:
Andreas Weber, 2010, Sexuelle Verwahrlosung - Die Wirkung von Pornographie auf Jugendliche, München, GRIN Verlag GmbH
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