Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Analyse 4
3. Fazit 9
Literaturverzeichnis. 11
2
1. Einleitung
Am 01.September 1939 begann mit dem Angriffskrieg Nazideutschlands auf Polen der II. Weltkrieg. Das war der erste Weg Hitlers, um dessen Lebensraumziel Russland, Ukraine und das Baltikum zu erreichen, und Polen bot sich nun als „völkischrassisches Exerzierfeld an“. 1 Der Plan Hitlers war es, alle Juden des deutschen Reiches sowie alle Polen, ins Generalgouvernement 2 abzuschieben, um sie für eine eventuelle Vernichtung zu konzentrieren.
Zur Umsetzung dieser Vorstellungen ernannte Adolf Hitler den Reichsführer SS Heinrich Himmler (* 07.Oktober 1900, † 23.Mai 1945) am 07.Oktober 1939 zum Reichskommissar für die Festigung Deutschen Volkstums, der fortan für die Organisation der Transporte von Volksdeutschen, Juden und „Fremdvölkischen“ sowie der Vernichtung der beiden letzten Gruppen verantwortlich war. 3 Die Quelle mit dem Titel: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“, die nun Grundlage dieser Arbeit ist, bezieht sich auf den Umgang mit eben diesen Volksgruppen und wie Heinrich Himmler mit Ihnen umzugehen gedenkt. Verfasst wurde sie am 15.05.1940 in Berlin und Adressat war Adolf Hitler. Wie schon erwähnt, nimmt diese Quelle Stellung zur Situation im seit Herbst 1939 besetzten Polen und in den Ghettos der größeren Städte, in denen eine Konzentrierung der Juden stattfand. Dort kam es zu immer größeren Hungersnöten und anderen Missständen, die zu Chaos führten 4 . Aus dem Fakt, dass die Quelle Stellung nimmt, kann man ableiten, dass es sich hierbei um eine Denkschrift handelt. Des Weiteren lässt sich sagen, dass diese Denkschrift nicht der historischen Unterrichtung dient, sondern ein Überbleibsel darstellt, und damit als Überrestquelle gilt. Sie ist ein Sachüberrest sowie eine schriftliche Überrestquelle in gedruckter Form.
Als Vorlage für diese Quelle gilt eine Denkschrift vom 25.11.1939 von zwei Abteilungsleitern des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP - Dr. Erhard Wetzel und Dr. Gerhard Hecht - die sich mit „rassenpolitischen“ und „völkischpolitischen“ Aspekten auseinandersetzte. 5
Ziel der Arbeit ist die Analyse der Quelle, die Einordnung in den historischen Kontext und die Herausstellung der Folgen für die betroffenen Volksgruppen.
1 Wasser 1993: 20.
2 Generalgouvernement: Durch das Deutsche Reich besetzter, jedoch nicht eingegliederter Teil Polens
unter Leitung des Generalgouverneurs Dr. Hans Frank.
3 Wasser 1993: 19f.
4 Rees 2005: 41f.
5 Browning 2006: 112.
3
Um dieses Ziel zu erreichen, werde ich die Analyse anhand der drei Fragen aufbauen, die Laurence Rees als Basis für Himmlers Überlegungen zu dieser Denkschrift herausgearbeitet hat.
Als Grundlage für meine Arbeit mit der Quelle dient mir hauptsächlich die Literatur von Bruno Wasser mit dem Titel „Himmlers Raumplanung im Osten“, Laurence Rees „Auschwitz - Geschichte eines Verbrechens“ und Josef Ackermanns „Himmler als Ideologe“.
2. Analyse
Das Ziel, dass durch die Nationalsozialistische Politik in Polen erreicht werden sollte, war die Vertreibung der ansässigen Völker, sowie die Besiedlung durch Deutsche. Zumindest lag dies in den Vorstellungen Adolf Hitlers, wie er in seiner Reichstagsrede vom 06.Oktober 1939 deutlich machte:
„Als wichtigste Aufgabe aber: eine Ordnung der ethnographischen Verhältnisse, das heißt eine Umsiedlung der Nationalitäten, so dass sich am Abschluß der Entwicklung bessere Trennungslinien ergeben, als es heute der Fall ist.“ 6
Ergebnis sollte also eine Teilung sein, die dafür sorgte, dass eine Hälfte Polens für die deutsche Bevölkerung herhalten sollte, während die andere Hälfte als Ort für die anderen Volksgruppen gedient hätte.
Laurence Rees sah Heinrich Himmler nun mit drei schwerwiegenden Fragen konfrontiert:
1.) Nach der Teilung Polens mit der Sowjetunion blieben zwei Millionen Juden auf Gebieten zurück, die von Nazideutschland besetzt wurden. Das war eine weitaus größere Anzahl, als überhaupt bislang im Deutschen Reich lebte. Was sollte mit den Juden nun geschehen?
2.) „Heim ins Reich“ war die Marschroute, die festgelegt wurde für die Umsiedlung sogenannter Volksdeutscher aus dem Baltikum, Bessarabien, Skandinavien und anderen Regionen. Doch wohin sollten sie siedeln? Wohnungen und Häuser waren nur begrenzt verfügbar. Woher sollte man also Unterkünfte nehmen?
3.) Und zu guter letzt auch noch die wichtige Frage, wie man mit den 18 Millionen nicht-jüdischen Polen umgeht. Man musste einen Weg finden sie so zu organisieren, dass sie keine Gefahr darstellen.
6 http://www.europa.clio-online.de/site/lang__de/ItemID__202/mid__12191/40208767/Default.aspx.
4
Arbeit zitieren:
Christopher Lindner, 2009, Quellenanalyse zur Denkschrift Heinrich Himmlers: „Einige Gedanken über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“, München, GRIN Verlag GmbH
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