Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. SYMBOLISCH GENERALISIERTE KOMMUNIKATIONSMEDIEN 4
3. FUNKTIONEN DES MACHT-CODE 6
4. PROBLEMSTELLUNGEN DER MACHT IN KOMPLEXER WERDENDEN
GESELLSCHAFTEN 8
5. DIE SYMBIOTISCHE BEZIEHUNG VON MACHT UND PHYSISCHER GEWALT 20
6. DIE BEDEUTUNG VON LEBENSWELT UND TECHNIK FÜR DEN MACHTBEGRIFF 25
7. AUTORITÄT, REPUTATION, FÜHRUNG 26
8. RISIKEN DER MACHT 30
9. GESELLSCHAFTLICHE RELEVANZ VON MACHT 35
10. ORGANISIERTE MACHT 39
LITERATURVERZEICHNIS 49
1. Einleitung
„Wer über Führung spricht, darf von der Macht nicht schweigen.“ 1
Es wird viel über Führung gesprochen. Sei es nun in der Politik, Familien oder in Unternehmen. Leiten, Steuern und Bewerten sind in aller Munde. Es wird auch über Führungskompetenz gesprochen. Jedoch in den seltensten Fällen über Macht oder Machtkompetenz, obwohl Macht in den meisten Fällen eng mit Führung verzahnt ist.
In meiner Arbeit beschäftige ich mich daher mit dem Thema Macht. Präziser gesagt mit Niklas Luhmanns Überlegungen zu diesem Thema aus dem Jahre 1975, die er in seinem Buch „Macht“ veröffentlichte. Dabei konzentriere ich mich ausschließlich auf das genannte Werk Luhmanns, wobei ich eine kondensierte Rekonstruktion des Machtbegriffs anstrebe. Selbst in heutiger Zeit stellt die Macht-theorie Luhmanns noch einen Grundpfeiler der Mikrophysik dieses Begriffs dar. Auch wenn das Werk schon älteren Datums ist, beweist die Verwendung in neuerer systemtheoretischer Literatur die Aktualität der Machttheorie Luhmanns. Es müssen jedoch im Rahmen dieser Arbeit Grenzen gesetzt werden. Wie oben genannt werde ich mich ausschließlich auf das Werk „Macht“ von Luhmann aus dem Jahre 1975 beschäftigen, ohne Rücksicht auf die Entwicklungen in der Sys-temtheorie Luhmanns aus den nachfolgenden Jahren und auf deren Bedeutung für die Machttheorie zu nehmen. Dies könnte ein Ansatzpunkt für weitere Qualifikationsarbeiten sein, ist in diesem begrenzten Rahmen jedoch nicht zu leisten.
Zunächst erläutere ich die Funktionsweise und Entstehung symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien. Danach gehe ich auf die Funktionen des spezifischen Macht-Codes ein, um im weiteren Verlauf die Problemstellungen des sich bildenden Macht-Codes in komplexer werdenden Gesellschaften schrittweise auszudifferenzieren. Dem folgt eine Beschreibung des symbiotischen Verhältnisses von Macht und physischer Gewalt. Ebenso bearbeitet wird die Funktionsweise von symbiotischen Mechanismen in Bezug auf ihren Code. Das Kapitel „Der Bezug von Lebenswelt und Technik auf den Machtbegriff“ erläutert den Begriff
1 Baecker, D. (2009), S. 25.
der Lebenswelt und analysiert, wie Macht die Form von Technik annehmen kann und so einen technischen Charakter gewinnt. Weiter wird erläutert, in welche Dimensionen Sinn in diesem Kontext konstituiert werden kann und der Begriff des Einflusses erläutert. Ich werde die Risiken der Macht beschreiben, ebenso die Konsequenzen von zu viel und zu wenig Macht. Welche gesellschaftliche Relevanz Macht hat, wird im vorletzten Teil meiner Arbeit verdeutlicht, bevor im letzten Kapitel darauf eingegangen wird, welche Bedeutung Macht für Organisationen hat und welche Formen von Macht in Organisationen zu finden sind.
2. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
Unter symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien versteht man in der Soziologie eine Zusatzeinrichtung zur Sprache. Eine Zusatzeinrichtung, welche gewährleisten soll, dass eine Übertragung von Selektionsleistungen möglich wird. 2 Auf diese Weise soll die Selektionsleistung des einen zur Selektionsleistung des anderen Interaktionspartners werden. Im einen Fall nimmt der Interaktionspartner die Selektionsleistung seines Interaktionspartners an, im anderen Fall lehnt er die Selektion ab, diese beiden impliziten Möglichkeiten sind immer vor-handen. Wird die Selektionsleistung abgelehnt und diese Ablehnung in das vor-handene soziale System, Rückkommuniziert bedeutet dies Konflikt, im gegenteiligen Fall Konsens. 3
Mit erhöhter Komplexität des sozialen Systems, mit der Zunahme der Interaktionen und der damit verbundenen Steigerung des Konfliktpotentials wird eine Zusatzeinrichtung zur Sprache nötig, die diese Konfliktpotentiale, sowie auch die Konsenspotenziale, denn beides ist immer kontigent, miteinander steigert oder geradezu konditioniert. 4 Einen besonderen Stellenwert nehmen die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien in Bereichen ein, in denen das Kommunikationspotential über die Interaktion unter Anwesenden hinaus erweitert wird. Diesen evolutionären Schritt stellt im Bereich der sprachlichen Kommunikation
2 S. Luhmann, N. (1975), S.6.
3 S. Luhmann, N. (1975), S.5.
4 S. Luhmann, N. (1975), S.5.
die Entwicklung der Schrift dar, ein Schritt der auch die Bildung von symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien mitbedingt. Da mit der Schrift als Zweitkodierung zur Sprache die Tragweite der Informationen vergrößert wird und sich die Interaktionspartner gegebenenfalls nicht mehr gegenüber stehen und dadurch nicht im direkten Kontext klar ist, ob die intersubjektive Verständlichkeit der In-formationsverarbeitung gegeben ist, bedarf es einen anderen Mediums, das die Übertragung der Selektionsleistung des einen und die Motivation zur Annahme des anderen sicher gestellt, gar konditioniert und somit die Komplexität des Kommunikationsprozesses reduziert.
Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien übernehmen so auch eine Motivationsfunktion, indem sie die Annahme fremder Selektionsleistung nahelegen und im Normalfall erwartbar machen. Mediengesteuerte Kommunikationsprozesse verbinden Partner, die beide eigene Selektionsleistungen vollziehen und dies vom jeweils anderen wissen. Luhmann nennt die beiden Partner im Kommunikationsprozess Alter und Ego. 5
Kommunikationsmedien setzen soziale Situationen mit doppelt kontingenter Selektivität voraus, die Funktion besteht darin die Selektivität Alters zu der Selektion Egos zu machen, also die Reproduktion der Selektion Alters in Ego. Dies soll unter vereinfachten Bedingungen, also von der Ausgangslage abstrahierenden Bedingungen geschehen. Für die Vereinfachung und Abstraktion bedarf es des Symbols, welches als Marker für den konkreten Anfang der Selektionskette steht und gleichzeitig als Orientierungshilfe im Interaktionskontext dient und eine sehr komplex gebaute Interaktionslage vereinfacht und dadurch als Einheit erlebbar macht. 6
Die Theorie der Kommunikationsmedien begreift das Phänomen der Macht auf Grund seiner Differenz von Code und Kommunikationsprozess. Dieses Phänomen kann einem Partner im Interaktionsprozess nicht als Eigenschaft oder Fähigkeit zugeschrieben werden. Die Zurechnung der Macht auf den Machthaber erfolgt im
5 S. Luhmann, N. (1975), S.6-7.
6 S. Luhmann, N. (1975), S.8&32.
Code. 7 Macht, so Luhmann unterscheidet sich von anderen Kommunikationsmedien dadurch, dass ihr Code auf beiden Seiten der Kommunikationsbeziehung Partner voraussetzt, die Komplexität durch Handeln reduzieren und nicht etwa nur durch Erleben. 8 Diese Handlungen oder Handlungsselektionen müssen ihnen auch als Handlungsselektionen zugerechnet werden können, das heißt es muss auch eine Alternative zum jetzt bevorzugten Handeln kontingent sein. Im Falle Egos wäre dies die Negation der Selektionsofferte Alters. Macht kombiniert also die im konkreten Fall gewählten Handlungsmöglichkeiten Alters wie Egos und zeigt zeitgleich die abgelehnten sowie ausgeschiedenen Handlungsmöglichkeiten in einem parallel laufenden Prozess mit auf. 9
Die Grundstruktur des Kommunikationsmediums Macht ist lt. Luhmann die „invers konditionalisierte Kombination von relativ negativ bewerteten und relativ positiv bewerteten Alternativkombinationen.“ 10 Man könnte sagen, dass Ego lieber die als relativ positiv bewertete Selektionsmöglichkeit Alters akzeptiert (Chance), als die als relativ negativ bewertete über sich ergehen zu lassen (Sanktion). Die Spezialisierung des Mediums Macht liegt demnach darin, die Übertragung von Handlungsselektionen auf Handlungsselektionen zu ermöglichen, indem die Chancen zur Annahme gewährt werden und die Möglichkeiten zur Sanktion bei Negation aufgezeigt werden. 11
3. Funktionen des Macht-Code
Die Theorie der Kommunikationsmedien bildet einen Machtbegriff, der die Steigerbarkeit der Übertragung reduzierter Komplexität unter veränderlichen gesellschaftlichen Bedingungen ins Auge fasst. Wenn die intersubjektiv konstituierte Welt komplexer ausfällt, fällt auch die Übertragung schwerer. Die Bedingungen, unter denen eine Steigerung möglich ist, werden im Code festgelegt und sie knüpfen an die Generalisierung von Symbolen an. Generalisierung meint eine Verallgemeinerung von Sinnorientierungen, so Luhmann. Im Falle einer Organisation
7 S. Luhmann, N. (1975), S.15.
8 S. Luhmann, N. (1975), S.19.
9 S. Luhmann, N. (1975), S.19-22.
10 Luhmann, N. (1975), S.24.
11 S. Luhmann, N. (1975), S.24.
oder eines Betriebes, der ein Produkt herstellt, kann der Betriebsleiter so davon ausgehen, dass auch am nächsten Tag die Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen und weiterhin das Produkt herstellen, welches sie auch herstellen sollen und nicht ein vollkommen anderes. Dies ist nur eine Situation, auf die sich die Verallgemeinerung beziehen kann, die Verallgemeinerung an sich ist jedoch relativ situationsfrei, also auch in anderen Situationen abrufbar. Damit wird für eine Seite der Interaktion, die Seite des Machthabers, Unsicherheit absorbiert. Ermöglicht wird dadurch die Bildung von sich ergänzenden Erwartungen und von Verhalten auf Grund von Erwartungen. Der Machthaber befiehlt, der Machtunterworfene nimmt an und führt aus. Dieses Verhalten ist zwar in Abhängigkeit von der Erwartung des Machthabers richtig, böte sich jedoch in dem Moment die Gelegenheit für den Machtunterworfenen selbst an die Macht zu kommen, ist das Verhalten völlig falsch. 12 „Unter Symbolisierung (Symbolen, symbolischen Codes) ist zu verstehen, daß eine sehr komplex gebaute Interaktionslage vereinfacht ausgedrückt und dadurch als Einheit erlebbar wird“. 13 Diese Symbole ermöglichen es den Machthaber als solchen zu identifizieren. 14 In Organisationen kann dies schon durch Wortsymbole symbolisiert sein, die sich auf Türen oder auf Namensschildern wieder finden. In älteren Gesellschaften und auch zum Teil heute noch kann der Machthaber durch seine Insignien identifiziert werden, der Papst trägt als Insignien seiner religiösen Macht auch heute noch die Ferula und den Fischerring, sowie weitere Symbole.
Die Sprache hält als Requisit für die Machtbildung Dispositionsbegriffe bereit. Diese Ausdrücke wie z.B. „Kraft“ verdecken das Macht eine schaffende Voraussetzung kommunikativer Prozesse ist. Durch den Ausdruck der Möglichkeit einer Eigenschaft wird durch Dispositionsbegriffe eine Zurechnung der auf den Machthaber erreicht. „Sie sind in dieser Funktion Bestandteil des Macht-Codes selbst“. 15 Dabei bilden Dispositionsbegriffe nicht ab was ermöglicht wird. Sie setzen statt dessen, Zeit und mit der Zeit kommende Gelegenheiten voraus, in denen sie ihre Potentiale einsetzen können. 16 Auf dieser Grundlage lässt sich ein Code entwi-
12 S. Luhmann, N. (1975), S.31.
13 Luhmann, N. (1975), S.32.
14 S. Luhmann, N. (1975), S.32.
15 S. Luhmann, N. (1975), S.32.
16 S. Luhmann, N. (1975), S.32.
ckeln. Luhmann versteht unter Code „eine Struktur, die in der Lage ist, für jedes beliebige Item in ihrem Relevanzbereich ein komplementäres anderes zu suchen und zuzuordnen“. 17 Dieser Code ist in der Lage relativ unabhängig von Verteilungen in der Umwelt des Systems jedem Item sein genau entgegengesetztes zuzu-ordnen. Im Machtkontext wären diese Komplemente „Wollen“ und „Nichtwollen“. In einer entsprechenden Situation (Gelegenheit) werden dadurch systemeigene Kopplungen hergestellt, die als Voraussetzung für weitere Operationen dienen. Macht dupliziert zunächst die, Optionen die für den Machtunterworfenen zur Verfügung stehen indem eine Vermeidungsalternative hinzugefügt wird, welche zugleich ein „Nichtwollen“ des Machtunterworfenen dem „Wollen“ des Machthabers zuordnet. Durch diese Kombination ist die Möglichkeit für Komplementarität geschaffen und die Verlaufsrichtung der Kommunikation in zwei Wege geöffnet. Entweder im Sinne des Machthabers oder komplementär betrachtet seinem Sinn entgegnet. Diese Entscheidung für eine der beiden Verlaufsrichtungen kann dann weiter codiert werden, in erlaubte oder nichterlaubte Kombinationen zur Erst-Codierung. Der binäre Schematismus, der dem zugrunde liegt besteht, aus Recht und Unrecht. Dies sind die Zweit-Codierungen, die ein Element in der Steigerung von Übertragungsleistungen darstellen, aber nur eins von mehreren Elementen ist. 18
4. Problemstellungen der Macht in komplexer werdenden Gesellschaften
Die Steigerung von Macht hängt darüber hinaus von weiteren Symbolen ab, die mit dem Macht-Code assoziiert werden können. Veränderungen des Machtniveaus stoßen in komplexer werdenden Gesellschaften auf eine Vielzahl von andersartigen Problemen, deren Lösung im Macht-Code mitinstitutionalisiert werden muss. Dabei ist nicht jede Form der Problemlösung mit der anderen kompatibel, der dabei entstehende Gesamteffekt der Problemlösung bestimmt das Funktionsniveau der gesellschaftlich ausdifferenzierten Macht. 19 Luhmann legt in seiner
17 S. Luhmann, N. (1975), S.33.
18 S. Luhmann, N. (1975), S33-35.
19 S. Luhmann, N. (1975), S.35.
Theorie die folgenden Problemstellungen vor, betont jedoch, dass man der vollen Abhängigkeit der Probleme untereinander nicht gänzlich gerecht werden kann:
I. Durch die symbolische Generalisierung wird die Übertragung von reduzierter Komplexität zum Teil aus der Ebene der expliziten Kommunikation auf die Ebene der komplementären Erwartung geleistet. Der Machtunterworfene kennt dann nicht nur die Reaktion des Machthabers bei Nichtbefolgen eines Befehls, sondern auch dessen Wünsche. Daher kann er Befehle ausführen ohne diese bereits vorher gehört zu haben, dadurch kann die Initiative zum Befehl auf den Machtunterworfenen übertragen werden. Er fragt nach, wenn er etwas nicht weiß. In diesem Fall der Machtsteigerung geht Macht an den Machtunterworfenen über. Er kann nun die Vermeidungsalternative eröffnen, bestimmen, wann er den Machthaber zum Befehlen aufruft. 20
II. Die doppelschichtige Vorwegnahme von Macht und Machtthemen erfordert eine Trennung dieser beiden Ebenen (explizite Kommunikation und komplementäre Erwartung), die eine Sicherung der Erwartungsmöglichkeiten auf beiden Seiten mit sich bringt. Der Code des Mediums Macht muss daher von seinen Symbolen getrennt die Themen übermitteln, getrennt werden. Dies kann zum Beispiel über Ämter geschehen. 21
Dem Amt des Richters wohnt beispielsweise eine Macht inne, diese Macht ist jedoch relativ frei von Machtthemen. Dadurch wird die Machtbildung aus dem zeitlichen Kontext genommen und kann zum Einsatz gebracht werden wenn nötig. Die Selektionen des Machthabers gehören also nicht zum Macht-Code, sondern nur seine Machtquellen und die symbolhaften Verweise darauf. Ein weiterer Schritt zur Differenzierung der Ebenen ist die Entpersonalisierung des Mediums. Wenn die Entpersonalisierung gelingt
20 S. Luhmann, N. (1975), S.36.
21 S. Luhmann, N. (1975), S.36-37.
hängt, die Übertragungsleistung nur noch von den Code-Bedingungen ab. Die Macht kann so zum Beispiel einer Stelle in einer Organisation zugeschrieben werden und ist unabhängig davon, wer diese Stelle ausfüllt. Mit der Trennung der symbolischen Ebene tritt ein Sekundärproblem auf, die Frage danach, ob durch Kommunikationsschwierigkeiten Code-Probleme herauftransformiert werden. Dies kann beispielsweise durch die Vermeidung von Sichtbarkeit oder die Verharmlosung von Konflikten passieren. In diesem Fall kann eine Kommunikation über Macht notwendig werden oder die Machtfrage ausgelöst werden. Die Bedingung für ein gelingendes Durchstufen der symbolischen Ebenendifferenzierung ist Organisation. 22
III. Als weitere Frage stellt sich, ob und wie der Code den Themenwechsel steuern kann. Der Code kann nicht völlig indifferent gegen die Abgrenzung von Themen sein. Jeder Code definiert daher die Bedingungen der Möglichkeiten von Themen, die unter ihm be-handelt werden können, selbst. Diese Bedingungen der Möglichkeiten können gut in Organisationen beobachtet werden. Die Trennung von Amt und Person kann dort schon in den Macht-Code eingebaut werden und weitere Entscheidungsbedingungen auf personaler, aufgabenmäßiger oder organisatorischer Ebene werden austauschbar unter Orientierung an den jeweils nicht veränderten Strukturen Für den Machthaber oder den, der es sein will bedeutet, dies eine gewisse Notwendigkeit im Themenwechsel flexibel zu sein. Luhmann nennt dazu das Beispiel der Politik, in der politische Macht nur erreichbar ist, wenn der Machthaber auch zum Wechsel politischer Themen bereit ist. 23
22 S. Luhmann, N. (1975), S.37-38.
23 S. Luhmann, N. (1975), S.38-39.
Arbeit zitieren:
Sebastian Riebandt, 2011, Der systemische Machtbegriff, München, GRIN Verlag GmbH
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