der Studie können folgende Befunde festgehalten werden: Die Leistungen deutscher Schüler/innen liegen weitestgehend unter den durchschnittlichen Leistungen der jeweiligen Altersgruppen in west-, nord- und osteuropäischen Nachbarstaaten. Vor allem werden Defizite bei der Anwendung mathematisch- naturwissenschaftlicher Kenntnisse auf alltagsbezogene Probleme deutlich. Ebenfalls ist auffällig, dass die der gymnasialen Oberstufe in Deutschland nicht dafür genutzt wird, die Inhalte, vor allem in Mathematik, zu vertiefen, um so die Schüler/innen auf die Universität vorzubereiten. Eine Ursache dafür wird darin gesehen, dass Unterricht weder kohärent noch kumulativ gestaltet wird, sodass ca. 30% der Schüler/innen nach der Sekundarstufe II nur einfachstes Niveau mathematischnaturwissenschaftlichen Denkens erreichen. Wird das Ganze allerdings kritisch betrachtet, so muss festgehalten werden, dass diese Studien nicht immer vergleichbar sind, da durchaus unterschiedlich ausgebaute Schulnetzwerke verschiedener Länder unterschiedliche Ergebnisse nach sich ziehen. So ist erklärbar, dass einigen Staaten in unterschiedlichen Studien andere Platzierungen zukommen, da immer bedacht werden muss, was und wie Schülerleistungen gemessen werden. Denn es werden generell subjektive Maßstäbe von den „Vermessern“ gesetzt, die somit nicht zu objektiven Leistungsbildern der Schülern/innen führen können. Die PISA- Studie (Programme for International Student Assessment), die von der OECD geleitet wird, ist eine Weiterentwicklung zu TIMSS und wurde im Jahr 2000 eingeführt. Dieses Programm soll ebenfalls dazu dienen, Schülerleistungen international vergleichen zu können und das Bildungsniveau zu erfassen.
Im Schwerpunkt der PISA- Untersuchung liegt neben den mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen ebenso die Leseverständnisfähigkeit. Schüler/innen tragen eine Vielzahl an Leistungskomponenten in sich, dennoch sei es unmöglich jede dieser Kompetenzen zu beobachten und zu untersuchen. Die PISA- Studie erweitert jedoch mit dem Blickpunkt auf das Leseverständnis die TIMS- Studie, sodass aus den drei zentralen Bildungsbereichen Vergleiche gezogen werden können.
Unter Leitung der OECD beteiligen sich insgesamt 31 Staaten an der PISA- Studie. Das PISA- Konsortium befindet sich in der französischen Hauptstadt Paris. Ebenso wie bei TIMSS gibt es neben den internationalen Vergleichsstudien (PISA-I) auch die PISA- Studie auf nationaler Ebene. Diese Schüllerleistungsstudie wird auch PISA-E genannt. 2000, 2003 und 2006 wurden in der PISA-E- Studie über 40.000 Schüler/innen aller 16 Bundesländer in der Mathematik, den Naturwissenschaften und dem Leseverständnis getestet. Diese drei Kompetenzen werden alle drei Jahre in einem Zyklus untersucht, der den
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Schwerpunkt auf eines der drei Leistungskomponenten setzt. Im Jahr 2000 stand die Erfassung des Leseverständnisses im Vordergrund, 2003 waren es die mathematischen Kompetenzen, weitere drei Jahre später wurden die Naturwissenschaften untersucht. Dieser Zyklus wird in Zukunft fortgesetzt: 2009 wird wiederum die Leseverständnisfähigkeit der Schüler/innen untersucht. Damit die jeweiligen Leistungskomponenten nicht nur alle neun Jahre beobachtet werden, sollen ab 2012 die mathematischen mit den naturwissenschaftlichen Kompetenzen gemeinsam untersucht werden, damit die Tests für das Leseverständnis 2015 fortgeführt werden können.
Anstelle einer Jahrgangsstichprobe wird bei der PISA- Studie eine altersspezifische Untersuchung vorgenommen. Schüler/innen im Alter von 15 Jahren, meist Schüler einer neunten Klasse, wurden in den drei genannten Kompetenzbereichen getestet. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die 15-jährigen Schüler/innen in der achten oder bereits in der zehnten Klasse befinden, da bei der PISA- Studie die Vergleiche einer Alterskohorte im Mittelpunkt steht.
Es wurden sowohl Schüler/innen des Gymnasiums in der PISA- Studie berücksichtigt als auch die der Sonder-, Haupt-, Real-, Gesamt- und Berufsschulen. Um für die nationalen Schülerleistungsuntersuchungen Vergleiche ziehen zu können, wurden weit mehr Schulen pro Bundesland herangezogen als für die internationalen Untersuchungen. Die Anzahl der untersuchten Schulen fällt je nach Bundeslandgröße unterschiedlich aus. Die funktionale Sicht auf mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen sollte bei der PISA- Studie ebenfalls auf das Leseverständnis übertragen werden. Das bedeutet, dass die Schüler ihre Muttersprache in Wort und Schrift beherrschen sollten, Deutungen anhand eines gelesenen Textes entwickeln können und Belege aufstellen können. Bei den bisher dreimaligen Untersuchungen kam hervor, dass die Leistungen der deutschen Schüler sowohl bei den naturwissenschaftlichen und mathematischen Kompetenzen als auch bei dem Leseverständnis deutlich hinter dem internationalen Durchschnittsergebnis liegen. Deutschland erreicht bei den Untersuchungen lediglich den 20. bzw. 21. Rang der 31 OECD-Staaten und liegt somit unter dem Mittelwert. Finnland und Kanada, die bei der PISA-I-Studie insgesamt am Besten abschnitten, sowie Japan und Südkorea, die bei den mathematischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen weit vorne lagen, machen den qualitativen Niveauunterschied zu den deutschen Schülern deutlich sichtbar. Die Wissenszuwächse in Deutschland sind im internationalen Vergleich gering. Bei den nationalen Untersuchungen lagen Bayern, Baden-Württemberg sowie Schleswig-Holstein weit vorne, während Bremen nur geringe Testergebnisse erreichte.
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Arbeit zitieren:
Luise Ostendoerfer, 2009, PISA, TIMSS und IGLU im Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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